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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
guldenzöllner bis güler (Bd. 9, Sp. 1070 bis 1071)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -zöllner, ebda.
 
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gülderling, gulderling, m. eine apfelsorte, auch bezeichnung für eine bestimmte klasse von äpfeln, s. Muspratt chemie 6, 203. der name in dieser form schon bei Marperger kaufm.-magazin (1708) 910; andre formen: güldling Henisch (1616) 1674; Corvinus fons lat. (1660) 1, 820; güldaling (niederösterr.) zschr. f. d. wortforsch. 2, 193; gulling Dijkstra friesch wb. 1, 483a; guldeling v. Dale groot woordenboek5 721a.
 
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güldig, guldig, adj., s. goldig, doch auch gültig. — bergmännisch für 'goldhaltig' bei silber und sand (vgl. güldisch): (electrum,) das nechste (metall) nach dem gold ... ein güldig silber, da inn der marck natürlichem golde das fünffte theil ... silber innen ist Mathesius Sarepta (1578) 54b u. ö.; güldig silber oder silber, darinnen gold stecket Prätorius wündschelruthe (1667) 203; im 19. jh. vereinzelt belegt: (ein) anbruch güldiger und silberhaltiger ocker, der sogleich geschürft die reichsten erze förderte Ritter erdkunde (1822) 2, 670; neben goldig, güldisch und goldisch, göldisch verwendet: ich hab ein güldig silber ... probirt L. Ercker mineral. ertzt (1580) 59a. hierzu: güldigsand: (ein) goldweschwerck, da man die goldertzt oder güldigsand ... über rauhe fehl und löcherichte breter gewaschen Mathesius a. a. o. 13a.
 
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güldisch, adj., goldhaltig. in der bergmannssprache besonders seit dem 18. jh. reich belegt, z. b. silberröllgen sind güldische silberkörner, so ... in den scheidekolben geworffen werden, um das gold vom silber zu salviren Minerophilus (1730) 619; auch 300; 303; güldisch sind die erze und metallische mischungen, welche in der probe etwas gold geben Jacobsson techn. wb. (1781) 2, 129a; güldisches silber ist eine mischung von silber und gold, in welcher weniger als 4 loth gold ist ebda 172a; die ganze güldische silberproduction Ritter erdkunde (1822) 2, 854; auch 3, 341; gold kommt nur in metallischem zustande vor, selbst in den sogenannten güldischen erzen, d. h. in kupfer, arsen- und eisenkiesen Karmarsch-Heeren 4, 120; ältere belege: güldisch, quod auro intermixtum est Schottel haubtspr. (1663) 357; im güldischen silber Ercker mineral. ertzt (1598) 59a neben güldig (s. d.), göldisch u. ä. hierzu
 
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-gediegen: mit ... güldischgediegenem silber Zappe mineral. handlex. (1817) 1, 99;
 
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-silber: das gold findet sich ... theils als güldischsilber im eisenkies Muspratt chemie 3, 1690.
 
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güldkettlein, n.:

und küszt ihr leis des mundes saum
und nimmt vom hals das güldkettlein
Storm sämtl. werke (1897) 8, 279.


 
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guldner, m., pfründner, zu gulden: stipendiarius quelle d. 15. jh. bei Staub-Tobler 2, 229; ebda die composita wochenguldner, zwanzigguldner.
 
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güldung, f., goldglanz:

welch dunstig dunstbild dunstet auf vom boden?
zwar guldig hell in guldger waffen güldung
Immermann 16, 129 Boxberger.


 
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gule, m., haushahn, ein alemannisches wort, auch in der form gul, gulen, guler, guli, daneben mit kurzem vocal gull(e), guller, gulli, die beiden letzten formen auch umgelautet; zur idg. wurzel ghel- schreien, s. Fischer schwäb. 3, 912, Staub-Tobler 2, 220, oder eher mit gul 'männliches tier, pferd' identisch, s. teil 4, 1, 1, 1566 u. Sommer idg. forsch. 31, 371: (gallus gallinaceus) wirt von Teutschen han, haushan, gul und güggel gnennt Heuszlin Geszners vogelbuch (1557) 76b; hanen oder gulen (pl.) H. Bullinger verantwortung (1557) nach Staub - Tobler 2, 220; eier hüener, güll U. Meyer Winterthurer chron. (um 1550) ebda; über die verbreitung und abgrenzung der einzelnen formen in den heutigen alemann. maa. s. Fischer schwäb., Staub-Tobler a. a. o., Martin-Lienhart elsäss. 1, 212b. im schweiz. wie elsäss. auch für den truthahn. allgemein alem. zur bezeichnung eines zornigen, geschwätzigen oder narrenhaften menschen, vornehmlich in der form guli, bereits im 15. jh.:

[Bd. 9, Sp. 1071]


ein müller hiesz Gumprecht der gül
und waz geseszen in einer mül bei
Keller erzähl. a. altd. hs. 463, 2;

wer wolt also ein guli sein, ... der in seinen krankheiten nicht all sein poesim, graecum, hebraeum ... gebe um einiger kraft zu wissen zu seiner gesundheit? Paracelsus op. (1589) 4, 368;

du wüster guli, grober filtz,
ich wil dich bzalen drumb, was gilts
Joh. Aal trag. Johannis 143 ndr.

als pflanzenname für rotblütige gewächse, im els., schweiz. bes. für corydalis cava, lerchensporn, hahnensporn, im schwäb. vor allem für papaver rhoeas, ackermohn, auch gockeler genannt.
 
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güler, m., bettler, s. giler.