Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldmoos bis goldnessel (Bd. 8, Sp. 815 bis 817)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldmoos, n.: die goldmoose (orthotrichum)

[Bd. 8, Sp. 816]


sind mäszige, ein- bis zweyhäusige moose mit blüthen am gipfel Oken allg. naturgesch. 3 (1841) 288; vgl. Meigen pflanzenn. (1898) 95a; aus kleinen felsgrotten leuchtete der psittichglanz des goldmooses Immermann w. 3, 81 Hempel; in der nähe von Wunsiedel wächst ein seltenes moos; man nennt es goldmoos W. H. Riehl naturgesch. d. volkes (1851) 1, 205. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldmücke, f., bezeichnung für die goldfliege, musca caesarea L., vgl. Oken allg. naturgesch. 6 (1836) 784; Fischer schwäb. 3, 742; goldmek goldkäfer luxemb. ma. 149: dasz ... mir die seele im laib herumtanzte wie eine goldmücke maler Müller w. (1811) 1, 135. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldmühle, f., mühle, die der zerkleinerung der goldhaltigen erze und zugleich der goldgewinnung durch amalgamation dient; doch s. auch Krünitz encycl. 19 (1780) 321; in Deutschland aus dem anfang des 14. jhs. bezeugt, s. B. Neumann metalle (1904) 208, ebda weitere angaben: das puchwerg ..., aufgericht an der stelle, do zuvor ein goldmühel gewest (v. j. 1534) cod. dipl. Siles. 34 Wutke; in Californien ... geschieht die zerkleinerung des goldquarzes in ... goldmühlen Muspratt chemie (1888) 3, 1748.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldmund, m. 1) als menschlicher beiname, von der benennung des Johannes Chrysostomos ausgehend; vgl. auch DWB golden II D 1 d: crisostomus guldemunde Diefenbach gl. 158b; guldeinmundt chrisostomos voc. theut. (Nürnberg 1482) n 2b; wären bey uns die zunamen so gebräuchlich wie bey den Griechen, so würde La Bruyère goldmund heiszen L. A. Gottsched br. (1771) 1, 191 Runkel; schöner, melodischer, reichhaltiger ausdruck! wer dich aufgebracht hat, verdient goldmund zu heiszen Klopstock gramm. gespräche (1794) 51;

mein Görres! goldmund, dem die feuerstrahlen
prophetscher warnung von den lippen flammen
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 7, 283;

in dieser homilie läszt sich nun der heilige redner mit dem goldmund (Chrysostomus) so vernehmen C. A. Böttiger kl. schr. (1837) 3, 347. 2) name einer schnecke mit goldfarbigem mund, turbo chrysostomus, vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Oken allgem. naturgesch. 5, 443.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldmünze, f., münze aus gold: (ein verdienter bürger) den koenynck Maximilianus ... geadelt hait ime geuende eynen adeler boeuen sijn helmtzeichen so dat he yetzont in deser stat eigen golt- ind siluermuntze sleyt off hauende eynen adeler mit off gereckten floegelen Arnold v. Harff pilgerfahrt 10 Groote; der ducaten, kronen und anderer frembder nation goldmüntzen halb ist geordnet ... reichsmünzordnung v. j. 1524 § 49 bei Hirsch teutschen reichs münzarchiv (1756) 1, 246; goldmuntze ist kleyne, aber sie gilt vil Joh. Agricola 750 teutscher sprichw. (1534) k 3a; die beste ungarische ducaten werden räbler genennt, weil auff solcher goldmüntz ein raab gepräckt ist Abraham a s. Clara Judas 2 (1689) 100; man hätte ... den preis einer akademischen goldmünze auswerfen können, und er wäre ungewonnen geblieben Matthisson erinnerungen (21810) 1, 257. im bild und vergleich: sie (die weisen) hatten perlen aus dem grunde des meers geholt; sie hatten aus einer rohen masse geläuterte goldmünzen gepräget; an echter, vollwichtiger goldmünze des geistes bin ich auch in der that kein Krösus, wiewohl ich an gemeinem klappergelde nicht eben ein bettler bin Bürger br. 4, 28 Strodtmann; vielleicht konnte, vielleicht wollte die natur die edlen prädicate: geistesgrösze und majestät, nicht ohne versetzung mit einer niederen eigenschaft ausstempeln, und der gröszte könig muszte vielleicht ein wenig lecker sein, so wie seine goldmünze kupfer enthält J. G. Forster s. schr. (1843) 5, 181. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldmünzung, f.: auch die englische goldmünzung ist aus der belgischen abgeleitet Mommsen röm. gesch. 3 (41866) 215 fusznote.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldmuschel, f., muschel mit goldener malerfarbe, vgl. gold-, silber- etc. -muschel cappette à oro ò argento macinato Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 83a; im sinne von muschelgold, s. unten goldpulver: allerley farben, als goldmuscheln,

[Bd. 8, Sp. 817]


weiszer und rother bollum, zinober Abraham a s. Clara etwas f. alle 2 (1711) 371.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldnadel, f. 1) probiernadel, streichnadel aus goldlegierung, um den goldgehalt einer metallmischung zu erproben: wir wellen auch, das goltnadel, stain, wag und gelöt in dem perchgericht nieman haben sol, denn wem es der wechsler erlaubt (v. j. 1346) österr. weist. 1, 201; das gold aber, das silber hat, ... sol erstmal auff dem goldstein gestrichen sein, darnach sol auch ein gold- oder silbernadel dem gleich darauff gestrichen werden, mit welcher gestalt man ausz den gestrichenen linien erfart, wieviel silber im golde seye Ph. Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 202. 2) nadel aus gold: dann zeichnete sie mit einer goldnadel folgende worte auf das rosenpergament Fouqué d. zauberring (1812) 2, 144; die kostbare goldnadel mit der Venusgemme im knopf Felix Dahn ein kampf um Rom (1901) 1, 342.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
göldner, m. 1) goldwäscher in der Schweiz, gewöhnlich gölder (s. d.), vgl. Jacobsson techn. wb. 2, 127b. 2) vergolder, goldarbeiter (vgl. golder, goldener) Unger-Khull steir. 299. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldnerfling, m., name für den fisch goldorfe, idus melanotus; cyprinus orfus L., vgl. Brehm tierleben 8, 262 P.-L.; goldnörfling Höfer Österr. 1, 308. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldnessel, f., name für die pflanze galeopsis galeobdolon L., vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Schkuhr bot. handb. (1791) 2, 150; Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 132b. —