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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldmacherisch bis goldmaus (Bd. 8, Sp. 813 bis 814)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldmacherisch, adj.: die alchymia habe zwey a, das erste bedeute die artzney, das andre die arbeit, oder wann man solche auff goldmacherisch missbrauchet, die armut Harsdörffer teutscher secretarius (1656) 2, 661; herr Midas mögte ihr doch seine goldmächerische hände auflegen und ihr dadurch die gnad seiner alchymistischen pfoten mitteilen Lindenborn Diogenes (1742) 2, 527; unvergeszliche hörsaalstunden, ... wo es oft so goldmacherisch qualmte, knisterte, knallte Carossa d. jahr d. schönen täuschungen (1941) 206.
 
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goldmacherkunst, f., alchemie: was wäre die goldmacherkunst einem reichen herren und mächtigen potentaten in der gantzen welt nutze, da der krieg in aller welt wird auffhören J. Prätorius Turci-cida (1664) l 3a; o der schönen goldmacherkunst, sie ... verwandelt das gold und silber in rauch und aschen Butschky Pathmos (1677) 141; so gings Homer, Dante, Petrarka, ja selbst der ehrlichen Voluspa: man hat in ihnen alle weisheit und selbst die goldmacherkunst gefunden Herder 8, 554 S.; sie brüten, wie es scheint, über eine kunst, die schwerer auszuführen sey als die goldmacherkunst Pestalozzi s. schr. (1819) 4, 222; im 17. jh. auch goldmachkunst, goldmachekunst Butschky Pathmos (1677) 140; alchymia oder goldmachkunst Abele künstl. unordnung (1670) 3, 15; vgl. Schottel haubtspr. (1663) 447.
 
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goldmädchen, n., kosewort: mein kind, mein engel, mein liebgen, mein goldmädgen Chr. Weise erznarren 130 ndr.; hier kommt der kleine schelm, nun wie stehts, mein goldmädchen? Shakespeare (1797) 2, 219; goldmädchen, kernmädchen, lasz dich küssen Müllner dram. w. (1828) 5, 300; so gebe ich dem Ansedisio das goldmädchen, er behält das mädchen und gibt mir das gold Eichendorff s. w. (1864) 4, 307; er ... sah, die bei ihm um den sophatisch saszen, triumphirend an, als wollte er sagen: ist es nicht ein goldmädchen Spielhagen s. w. (1872) 3, 38. —
 
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goldmakrele, f. 1) name eines seefisches, coryphaena hippurus L.: die goldmakrele ist heimisch in den wärmeren teilen der weltmeere Brehm tierl. 8, 99 P.-L. 2) name eines fluszfisches: jene goldfarbige varietät des chondrostoma nasus, ... welche unter dem volksnamen goldmakrele zu Trier als moselfisch bekannt ist Siebold süszwasserfische (1863) 232;

[Bd. 8, Sp. 814]


goldmakreil goldnase lux. ma. 149. —
 
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goldmann, m. 1) kosewort: o mein guter goldmann! nun schätze ich sie erst hoch Gellert s. schr. 3 (1839) 362; doktor, sprach der pastor, du bist ein goldmann, der für alles mittel weisz Holtei erz. schr. (1861) 3, 204; ironisch: das ist deine sorge, du goldmann Schiller 3, 471 G. (kabale u. liebe 4, 9). 2) geldgeber: der ehrliche Masetto konnte sich überhaupt nicht erinnern, jemals eine zechine gesehen ... zu haben, und glotzte den goldmann mit weit aufgerissenen augen an Gaudy s. w. (1844) 15, 66; fest überzeugt, dort wohne sein ... gönner und goldmann Holtei erz. schr. (1861) 8, 260. —
 
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goldmännchen, n., kosewort wie goldmann: aber du bist doch nicht mehr böse, goldmännchen? Chr. F. Weisze lustsp. (1783) 1, 151; adio, goldmännchen! Bürger in: briefe von u. an Bürger 3, 119 Strodtmann.
 
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goldmarder, m., eine bezeichnung des edelmarders: baummarder, auch buchmarder, edelmarder, goldmarder mustela martes Hartig lex. f. jäger (1861) 71. —
 
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goldmark, f. 1) ein goldgewicht, s. DWB mark 11, teil 6, sp. 1635: in Deutschland (ersetzte man die 4 groszen grän) ... durch zwölf kleine grän, sodasz die goldmark gleichfalls in 288 grän zerfiel Luschin v. Ebengreuth münzkunde (1904) 160. 2) 'goldmark ist die mark der einstigen deutschen reichsgoldwährung zu 0, 398248 gr. feingold, die in 20- und 10 fachen stücken ... ausgemünzt und 1924 wieder eingeführt ward' v. Schrötter wb. d. münzkde 230; vgl.'deutsche goldmark, ... der 1395. teil des goldpfundes' Halke münzkde (1907) 116. umgangssprachlich durch die geldentwertung nach dem ersten weltkriege aufkommende bezeichnung für die einheit der deutschen markrechnung, soweit sie auf der goldbasis beruhte, gegenüber der papiermark: das monatseinkommen eines arsenalarbeiters ... siebzig yen ... das wären fünfzig goldmark qu. a. d. j. 1937.
 
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goldmasse, f., menge bearbeiteten oder unbearbeiteten goldes. im mhd.:

der eine truch in der hant
die goltmassen wolgebrant
priester Wernher Maria 206, 2 Wesle;

es ergab sich, dasz mehr wasser überflosz als bey der goldmasse von gleichem gewichte Rode Vitruv (1796) 2, 190; die gewaltigen, ... gewissermaszen an der oberfläche liegenden goldmassen Californiens Ratzel völkerkde (1885) 2, 588; die in den tempeln der götter und den schatzkammern der groszen aufgehäuften goldmassen Mommsen röm. gesch. 3 (41866) 282. von goldener farbe: die schon fertige kugel und zwei seitenkapellen machen durch die verschwendeten goldmassen und ultramarinfarben einen überraschenden eindruck Gutzkow ges. w. (1872) 11, 139. bildlich vom sonnenlicht: ein breiter ... wasserfall schien ihr (der sonne) anzuhängen und die letzten goldmassen ihrer heutigen spende zu übernehmen Thümmel reise (1791) 7, 201. —
 
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goldmaterie, f., im alchemistischen sinne grundstoff zur goldgewinnung: weil er solliche goldmateri hat inner seinem leib Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 586. —
 
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goldmaus, f., bezeichnung eines goldfarbenen wurmes, aphrodita aculeata Nemnich wb. d. naturgesch. 202; der schleimwurm ..., der wegen seiner herrlichen angebornen goldstacheln auch glanzwurm und goldwurm und goldmaus heiszt Jean Paul w. 45/47, 396 Hempel; vgl. DWB goldwurm. —