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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldledern bis goldlilie (Bd. 8, Sp. 810 bis 811)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldledern, adj., 'aus goldleder': die kunst. diese goldledernen tapeten zu machen Lessing 15, 149 L.-M.
 
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goldlegierung, f., 'die vermischung des reinen goldes mit anderen metallen' Jacobsson techn. wb. 2, 129b: es entspricht daher eine goldlegierung von 18 karat 216 grän Luschin v. Ebengreuth münzkde (1904) 33.
 
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goldleim, m., mineralische oder metallische substanz, die zum löten des goldes dient. ursprünglich eine absinterung aus metallhaltigen erden im wasser, wobei sprachlich offenbar früh eine vermischung von leim 'gluten' und leim 'argilla' (lehm) vorliegt: auripigmentum mag aigenleich goltlaim oder goltleim haizen ze däutsch und wirt (entsteht) an des mers grunt in der weis gar klaines ertreichs und lindes, daz an des mers grunt ligt. daz wirt vaizt von dem, daz ez daz wazzer zesamen druckt und alsô wirt ez zæch sam der leim Konrad v. Megenberg buch d. natur 477 Pf. späterhin werden zu gleichem zwecke unter gleichem namen (fachsprachlich meist mit dem fremdwort chrysokoll bezeichnet) andere mineralische oder metallische verbindungen (wie borax, kupfergrün etc.) gebraucht, s. Karmarsch-Heeren techn. wb. 2, 358 und vgl. unten goldlettend, auch goldlot, goldlöten: 'der goldleim eine durch das wasser vom golde, silber, kupfer und bleie abgespülte masse. bei andern der borax, das berggrün, das natürliche bergblau oder kupferblau' Campe 2 (1808) 420b; goldleym chrysocolla Maaler teutsch spraach (1561) 189b; goldleim alias boras Stieler stammb. (1691) 1056. auch lötmetall für goldene gegenstände, vgl. DWB löthe teil 6, sp. 1206 und unten goldlot, goldleim, löht saldezza Hulsius (1618) 140a; goldleim die löthglätte, la soudure d'or Schwan nouv. dict. (1783) 1, 776b. —
 
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göldlein, n., 'kleines stückchen gold', diminutivbildung des 16. jhs.: bornstein, so lauter und klar wie ein göldlein oder ein schönes helles liecht Mathesius Sarepta (1571) 58b; ich hab disz wassers schlich gemustert, hab wol ein göldlein darin gefunden Thurneisser von wassern (1612) 132. —
 
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goldleiste, f., vergoldete zierleiste: das mit purpurtapeten und wunderlich verschnörkelten goldleisten verzierte wahlzimmer Göthe I 16, 26 W.; vier stuckwände, gelblich getönt, von goldleisten eingefaszt Fontane ges. w. (1905) I 1, 194. in mehrfacher übertragung, so als name eines laufkäfers, carabus violaceus, vgl. Campe 2 (1808) 421; Nemnich wb. d. naturgesch. 203; Ratzeburg forstinsecten (1837) 1, 26. als name einer käsesorte: 'goldleisten eckige, mehr oder weniger durchgereifte ... auszen gelblich gewordene sauermilchkäse von etwa 12 cm länge, je 2 cm breite und höhe und 50 gr gewicht' Martiny wb. d. milchwirtschaft (1907) 46; mundartlich: joldleiste schmale, lange sechserkäse Brendicke Berliner wortsch. 129.
 
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goldletten, m., vgl. DWB letten teil 6, sp. 791: 'goldletten ist ... eine bey den klüfften in der grube zusammen gesinterte erdart, so biszweilen gold, es mag nun so wenig seyn, als es will, bey sich führet' Minerophilus bergw.-lex. (1730) 303; 'eine mergel- oder thonartige schmierige erde oder ein ocker, worinn kleine blättchen oder flitschen von gold liegen' Jacobsson techn. wb. 2, 129b; vgl. Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1235. —
 
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goldlettend, adj., wohl mit unorganischem schluszdental (oder vermischung mit goldlötend? s. u.) zum vorigen gebildet: bey Neusoll, das die Ungarn Bistriz nennen, fliesset aus einem loch ein grünes wasser, daraus, wann es sich setzet, das goldlettende boras oder chrysocolla gesammlet wird Hohberg georg. cur. (1682) 2, 462. —
 
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goldleuchtend, part. adj.: einen kleinen goldleuchtenden pantoffel Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 4, 18; in des Zeus goldleuchtenden saal Droysen Aischylos (1842) 414; von der (von gelben

[Bd. 8, Sp. 811]


blumen) goldleuchtenden halde auf die wiese herabgekommen W. Jensen d. rote schirm in: deutsche dichtung 11, 6b Franzos.
 
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goldlicht, n., goldfarbenes licht. gern von der sonne:

dein goldlicht dient den langen tagen,
macht kurtzer nächte silberlicht
M. Hanke dt. lieder fünf bücher (1698) 61;

(der) himmel, der wie eine riesige, makellos blaue kristallschale das goldlicht der sonne auffing G. Hauptmann bahnwärter Thiel (1892) 43. seltener im plural: ein letzter sonnenstrahl warf noch hie und da seine flimmernden goldlichter durch das gewirr von tanne, kiefer und buche Polenz Grabenhäger (1898) 2, 252. vom golde ausstrahlendes licht: der heilige kelch aber war kein kelch mehr, nur noch als ungewisses goldlicht erhellte er den raum (im traum) Carossa d. jahr d. schönen täuschungen (1941) 313. von leuchtend gelben farben: Franziskus (auf einem bilde) kniet in zitrongelber abenddämmerung, die alles in goldlicht taucht O. Benesch d. maler Albr. Altdorfer (1939) 35. anders, aufgesetztes licht von goldfarbe: glänzende vögel und schmetterlinge (auf der zeichnung) ..., deren farben ich noch mit goldlichtern erhöhte G. Keller ges. w. (1889) 1, 321. —
 
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goldlicht, adj., 'hell, glänzend wie gold': er sasz auf einem goldlichten pferde Stifter s. w. 9 (1939) 303; goldlichte morgendämmerung lag auf den waldbergen Rosegger schr. I 13, 39.
 
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goldlilie, f., älter goldgilge, vgl. gilge teil 4, 1, 4, sp. 7504, name verschiedener gelb oder rot blühender liliengewächse: lilium rufum goldgilgen Golius onomast. (1585) 429; goltlilgen Chytraeus nomencl. (1585) 489; lilium purpureum goldlilien Zehner nomencl. (1645) 162; affodillus golt-, golgilgen (1533) Diefenbach gl. 16b; bei Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen unter asphodelus ramosus L. und albus L. 48; lilium bulbiferum L. und lilium croceum 215; lilium martagon 216: von rot goltgilgen. der goltgilgen wurtzel seind auch etwas braun, mit der gestalt den gilgenzwibeln änlich Bock kräuterb. (1551) 300a; der lilien seind vilerley geschlecht ... als weiss lilien, rot lilien, gold- oder heydnisch lilien Ryff confectbuch (1548) c 1a; die sträu der härden soll man wolschmackend machen mit steinmüntz, goldgilgen, boley Michael Herr feldbau (1551) 201b; Vesta (trug) die feurige goldlilge Lohenstein Arminius (1689) 1, 1379b. anders 'goldfarbene wappenlilie': die schimmernden goldlilien auf dem azurblauen panzer Heinrich Laube ges. schr. (1875) 4, 84.