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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldlahn bis goldleim (Bd. 8, Sp. 809 bis 810)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldlahn, m., geplätteter golddraht, vgl. DWB lahn teil 6, sp. 77: ein ... überzug des fingers, dessen sich die goldspinnerinnen bedienen und den gold- und silberlahn mit dem seidenfaden in währendem zusammendrehen darüber lauffen lassen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 543; das zu golddraht, goldlahn oder goldfaden gezogene, geplättete oder gesponnene gold Krünitz encycl. 19 (1780) 370; man durchwirkte diese gaze mit ranken ... von goldlahn Böttiger kl. schr. (1837) 2, 270. —
 
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goldlamelle, f., vgl.: 'goldlamellen sind dünngeschlagene goldstücken, worinn das gold vorläufig verwandelt wird, wenn seine farbe erhöhet oder wenn es gradiret worden' Jacobsson techn. wb. 2, 129b; recipe fein goldt ... laminiers dünn ... in einem warmen weintröster vergraben 14 tag ... dann auffgethan, so findestu ein gar subtile farb, welches der vitriol auri ist, an den goldlameln hangen Paracelsus opera 1, 894 Huser.
 
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goldland, n.
1) für ein land, in dem natürliches gold gefunden wird: flusz Pison ..., der durchs goldland India vil ... körner füret Mathesius Sarepta (1571) 5b; endlich erlangt er (Columbus) was er suchte, ... das nahe gewürz- und goldland vor seinen augen Herder 24, 296 S. allgemeiner, 'land, aus dem gold und reichtum zu holen ist': jedermann weisz, wie der geschmack an wunderbaren ländern und reisen damals herrschte, nicht in England allein, wo unter der königin Elisabeth Virginien entdeckt und unter Jacob der ritter Raleigh ja das goldland entdecken wollte Herder 15, 65 S.;

wer denkt ins goldland, darf nicht meer,
darf nacht und sturm nicht scheuen Göttinger musenalmanach (1780) 60.


2) übertragen und im bilde:

lasz andre Peru sehn
und aus gewinnsucht sich durch klipp und strudel drehn!
dein Clargen wird dir ietz ein besser goldland weisen
J. Chr. Günther ged. (1735) 786;

zur wahrheit! ... lasz sich einige aufmachen und wandern: vielleicht finden sie das goldland Herder 5, 459 S.; aus dem goldland der träume qu. a. d. j. 1914.
3) währungstechnisch 'land, in dem goldwährung gilt': die silberländer leiden jetzt unter dem ... tiefstande des weiszen metalls, ... allein das blatt könnte sich auch wenden ... und in solchem falle würden die goldländer die kosten zu tragen haben Luschin v. Ebengreuth münzkunde (1904) 150; im gegensatz zu den goldländern des orients herrscht im griechischen mutterlande die silberwährung hdwb. d. staatswiss. 25, 911. —
 
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goldlasur, m., 'ein mit goldgelben flecken versehener lasur oder lasurstein, welche flecken eingesprengter kies sind, welchen einige für gold gehalten haben' Adelung versuch 2 (1775) 745. —
 
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goldlauch, m., name für die pflanze allium moly L., vgl. Holl pflanzennamen (1833) 221a, Oken allg. naturgesch. 3 (1841) 557.
 
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goldlauter, adj., 'rein wie gold', 'unverfälscht':

(chrysolith) bedeutet gotes irwelten, ...
(die) in der werlde schinen
dem roten golde glich gevar,
wen sie sint goltlutter gar
Heinr. v. Hesler apokalypse 21830 Helm;

was gott uns anbefahl, das ist goldlautre weisheit
Herder 12, 188 S.;

einen brief voll der goldlautersten ehrlichkeit Kretschmann s. w. (1784) 5, 196; meinen gelehrten und goldlauteren amtsgenossen Rudolf Boie J. H. Voss antisymb. 2 (1826) 50. —
 
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goldläuterer, m.: aurifex goldlütrer (obd. 15. jh.) Diefenbach nov. gl. 43. —
 
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goldleder, n., vergoldetes leder: eine ... bürste, insgemein mit bunten

[Bd. 8, Sp. 810]


oder goldleder obenher bezogen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1038; goldleder, desgleichen man sonst zu tapeten und überzügen der stühle brauchte Lessing 15, 149 L.-M. anders bei Luther: so wir doch itzt ynn solcher rede sind, da die zwey wesen ynn ein wesen sind komen, denn ... der beutel (mit gold) ist hie nicht mehr schlecht ledder odder beutel, sondern ein goldledder odder geldbeutel 26, 444 W.
 
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goldledern, adj., 'aus goldleder': die kunst. diese goldledernen tapeten zu machen Lessing 15, 149 L.-M.
 
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goldlegierung, f., 'die vermischung des reinen goldes mit anderen metallen' Jacobsson techn. wb. 2, 129b: es entspricht daher eine goldlegierung von 18 karat 216 grän Luschin v. Ebengreuth münzkde (1904) 33.
 
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goldleim, m., mineralische oder metallische substanz, die zum löten des goldes dient. ursprünglich eine absinterung aus metallhaltigen erden im wasser, wobei sprachlich offenbar früh eine vermischung von leim 'gluten' und leim 'argilla' (lehm) vorliegt: auripigmentum mag aigenleich goltlaim oder goltleim haizen ze däutsch und wirt (entsteht) an des mers grunt in der weis gar klaines ertreichs und lindes, daz an des mers grunt ligt. daz wirt vaizt von dem, daz ez daz wazzer zesamen druckt und alsô wirt ez zæch sam der leim Konrad v. Megenberg buch d. natur 477 Pf. späterhin werden zu gleichem zwecke unter gleichem namen (fachsprachlich meist mit dem fremdwort chrysokoll bezeichnet) andere mineralische oder metallische verbindungen (wie borax, kupfergrün etc.) gebraucht, s. Karmarsch-Heeren techn. wb. 2, 358 und vgl. unten goldlettend, auch goldlot, goldlöten: 'der goldleim eine durch das wasser vom golde, silber, kupfer und bleie abgespülte masse. bei andern der borax, das berggrün, das natürliche bergblau oder kupferblau' Campe 2 (1808) 420b; goldleym chrysocolla Maaler teutsch spraach (1561) 189b; goldleim alias boras Stieler stammb. (1691) 1056. auch lötmetall für goldene gegenstände, vgl. DWB löthe teil 6, sp. 1206 und unten goldlot, goldleim, löht saldezza Hulsius (1618) 140a; goldleim die löthglätte, la soudure d'or Schwan nouv. dict. (1783) 1, 776b. —