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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldkopf bis goldkrätze (Bd. 8, Sp. 804 bis 805)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldkopf, m., name für den vogel lund, fratercula arctica, lundra arctica etc., vgl. Naumann naturgesch. d. vögel 12, 577, Brehm tierleben 6, 128 P.-L. für einen rotbemützten: daher werden auch solche mützen (von rotem tuch) ... kronen genannt, die Perser sind deszwegen woll zufrieden, dasz man sie roth- oder goldköpffe nennet Olearius verm. pers. reisebeschr. (1696) 306.
 
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goldkorn, n.
1) korn aus echtem gold im rohzustand: da güldige genge durch die wasser streichen ..., findet man flitzschen und grosze goldkörner Mathesius leichpred. (1572) 67b; reume das moss auff, so findestu goldtkörner Thurneysser magna alchymia (1583) 124; wie wenig zeit dörffte auch die natur zu zeugung der goldkörner Lohenstein Arminius (1689) 1, 178a; die wenigen ... wissen, dasz ein goldkorn so künstlich kann getrieben seyn, dasz der werth der form den werth der materie bey weitem übersteiget Lessing 10, 96 L.-M.; es war so viel leichter ..., den einwohnern ihre elefantenzähne, ihre goldkörner ... für messing und schnecken abzukaufen G. Forster s. schr. (1843) 6, 112; beim abtreiben erhaltene goldkörner zeigen sich ... rauh Muspratt chemie (1888) 7, 334.
2) in bildlicher und übertragener verwendung oft für wertvolle gedanken, grundsätze, erkenntnisse, wahrheiten, die sich vereinzelt in äuszerungen, schriften und reden finden wie die metallischen goldkörner im fluszsande oder

[Bd. 8, Sp. 805]


gestein. andere bildwendungen knüpfen an den gegensatz vom wert des geläuterten rohgoldes gegenüber den wertlosen rückständen an: ihre grundsätze liegen wie goldkörner zerstreut allg. dtsche bibl. 110 (1792) 105; die kleinen goldkörner von philosophie, guter lebensart, feinheit des geschmacks, schönheit der wendungen Herder 5, 261 S.; wir wollen ... uns vor nichts mehr hüten, als davor, irgendein goldkorn der wahrheit um dieser schlacken willen fortzuwerfen Lavater ausgew. schr. (1775) 1, 305; er wollte schlamm dir (der wahrheit) aus dem wege räumen. hat er goldkörner unwissend mit weggeworfen, so sind deine goldkörner unverloren Lessing 13, 89 L.-M.; weil auch nicht an einer stelle in die massen des ... fremden stoffs das goldkorn einer glosse vom meister selbst eingesprengt ist Justi Winckelmann (1866) 1, 4; wer sich gründlich über die geschichte des vaterlandes belehren will, musz aus den quellen selbst die goldkörner der weisheit mühsam hervorsuchen Fr. L. Jahn w. 1, 9 Euler; herr, darin (in den gerüchten) war das goldkorn der wahrheit schwer zu finden C. F. Meyer d. heilige (1891) 37; unter den schlacken bey Paulus Diakonus sind der goldkörner viele K. G. Gersdorf repertorium d. dtsch. lit. 13 (1840) 42; lasse mich ... mitstreiten für das goldkorn im wilden schutte, den die bewegung (die revolution) aufwirbeln wird Fr. Th. Vischer auch einer (1920) 368; abgezogener: was stecken in diesen blättern (Göthes u. Zelters briefen) für goldkörner! Varnhagen v. Ense tageb. (1861) 1, 241; Thomas Carlyle, ein lebensbild und goldkörner aus seinen werken (1889) titel; der ... der Eckermann des meisters war, ihm die goldkörner aus dem munde zu holen W. Schäfer wendekreis neuer anekdoten (1937) 201. —
 
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goldkörnchen, n., dim. zum vorigen: quecksilber ..., welches sofort jedes goldkörnchen an sich zieht Rode d. Vitruvius baukunst (1796) 2, 122; gröbere goldkörnchen bedürfen zur lösung ... zu langer zeit Muspratt chemie 7 (1900) 1633. —
 
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goldkörnig, älter goldkörnicht, adj., vgl. Stieler stammb. (1691) 122: goldkörnichter sand, welcher meistentheils am Kühnbach ... anzutreffen Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 442. —
 
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goldkörnlein, n., dim. zu goldkorn: aurea nitella gleyszende oder glantzende goldkörnle Frisius dict. (1556) 870b; etliche flüsse, die goldkörnlein führen Heinr. Rätel Curäi chronicon (1607) 275; hat hie und da einer ... in einer erzählung etwas wie ein kleines goldkörnlein gefunden Hebel w. 2, 115 Behaghel.
 
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goldkot, m., verächtlich für das geld:

durch goldkoth in der ehre tempel
Herder 29, 51 S.;

häufig bei Jean Paul: um in Berlin einigen goldkoth aufzuhaschen 4, 35 Hempel.
 
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goldkotfresser, m.:

was seit ir dan für goldkatfresser
Fischart podagr. trostbüchl. 97 Hauffen.


 
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goldkragen, m., goldverzierter kragen: treszhüte und goldkrägen! Immermann w. 16, 482 Boxberger; blechkragen heiszt ... der goldkragen der stabsoffiziere v. Alten hdb. f. heer u. flotte 2, 324.
 
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goldkrähe, f., name für den vogel coracias garrula L., blaukrähe, vgl. Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 2, 158, Brehm tierleben 5, 250 P.-L.
 
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goldkranz, m., kranz aus gold, zum schmuck oder als zeichen der herrschaft:

Johannens jüngern leib umfängt mein gatte,
die trägt den goldkranz mein im haare dicht
J. Kerner d. lyr. ged. (1854) 56;

einen goldkranz, den ihm (dem Theseus) Amphitrite schenkte Welcker alte denkm. (1849) 3, 407; diese kränze des triumphators sind ... zu herrscherinsignien geworden. zwar von dem goldkranz, der nicht getragen, sondern über dem haupt gehalten ward, läszt sich dies kaum sagen Mommsen röm. staatsrecht (1871) 1, 344.
 
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goldkrätze, f., abfall bei der goldbearbeitung; vgl. Prechtl technol. encycl. (1830) 7, 166, Karmarsch-Heeren

[Bd. 8, Sp. 806]


techn. wb.3 4, 139; 732, Bucher kunstgewerbe (1884) 159b:

es ist behangen der gantz sal
mit gulden tüchern uberal,
die ich auff tausendt crona schetz.
das pflaster bestrewet mit goldkretz
Hans Sachs 13, 64 K.-G.