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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldgewoben bis goldglänzend (Bd. 8, Sp. 783 bis 785)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgewoben, part. adj., wie goldgewebt:

dein goldgewoben bahrtuch liegt im schrein
C. F. Meyer ged. (1900) 311;

(die hoffnung) spinnt ihren goldgewobenen faden
in die unendlichkeit hinaus
E. M. Arndt w. 3, 61 Rösch-Meisner.


 
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goldgewölk, goldgewölke, n., 'goldfarbig leuchtende wolken': als die sonne in ein goldgewölke aufgelöst ... zitternd zerflosz Jean Paul w. 7/10, 112 (Hempel);

eben ists,
dasz ich gesehn, wie, müde seiner
fahrt, der entzükende götterjüngling
die jungen loken badet im goldgewölk
Hölderlin s. w. 3, 50 v. Hell.;

gestärkt am reinen atem des Homer,
von goldgewölken Attikas umflossen
Mörike w.2 1, 115 Maync.


 
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goldgezelt, n., 'goldenes zelt':

drumb er wie vorgemeldt
umb sich geöffnet hat der wolcken goldgezelt
W. H. v. Hohberg d. unvergnügte Proserpina (1661) 138b;

zur linken hand
vom goldgezelt, wesz ist des zeltes silberwand?
Rückert ges. poet. w. (1867) 12, 203.


 
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goldgeziert, part. adj., mit gold oder goldfarbenem schmuck verziert: er sah den reichen mann wol in seim pracht und schmuck bey dem goldgezierten tisch Wickram w. 2, 150 Bolte;

[Bd. 8, Sp. 784]


stehst goldgeziert und nett gecrönet
und mit dem zepter angeschönet
J. W. Brodtkorb d. teutsche wahrheit (1700) 158;

pfingsttänze unter goldgezierter blumenkrone Böhme gesch. d. tanzes (1886) 165.
 
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goldgier, f., gier nach gold, schätzen, vgl. DWB gold I D 3 und gier 3 a: als die goldgier der Spanier mit unerhörter grausamkeit gesittete staaten Amerikas zerstörte K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 1, 116;

er hat die neue welt, die er entdeckt ...,
mit goldgier, ehrgeiz und mit blut befleckt
Rückert ges. poet. w. (1867) 10, 598;

allgemeiner 'habsucht', 'gewinnsucht', 'gier nach reichtum, besitz':

die goldgier, die wollust, die sucht nach ehren ...
sie schmücken verschwistert die dreifache krone
Platen 2, 21 Redlich;

dies heldenvolk des Calvinismus (die Holländer) ward ... durch die goldgier zu einer ... verläugnung des glaubens verleitet Treitschke hist. u. polit. aufs. (1886) 2, 488. —
 
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goldgierde, f.: längst hat die goldgierde sie (die tugenden) verschlungen Fr. M. Klinger w. (1809) 8, 154. —
 
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goldgierig, adj., 'gierig nach gold'; prägnant von goldsuchern: wie sich die goldgierigen bergleute bey den bergwercken bereden, dasz der berg voll klares goldes sey Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 175; nach beiden gegenden (Kalifornien und Neuholland) strömten aus allen ländern goldgierige abenteurer K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 3, 202. bereits im 16. jh. auch allgemeiner 'gierig nach geld, besitz, reichtum', also 'gewinnsüchtig', 'habgierig', auch geradezu 'geizig', vgl. gierig 6, teil 4, 1, 4, sp. 7380: dise ... vermanungen brachten disen kargen und goldgirigen mann dahin, das er zletst in sich selb gieng Wickram w. 3, 172 Bolte; wann aber denen goldt- und geltgirigen narren neben dem sack voller ducaten das brodt manglete, ... wie würd jhnen disz gefallen? Guarinonius grewel d. verwüstg. (1610) 81; an alle diese erfordernisse der kunst hatte weder der goldgierige künstler noch sein publikum ... je gedacht G. Forster s. schr. (1843) 3, 479; die geister goldgieriger menschen L. Laistner nebelsagen (1879) 127. —
 
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goldgilge, f., vgl. goldlilie.
 
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goldgitter, n., aus gold oder goldfarbenem metall geschmiedetes gitter: an der südwestseite ... steht der heiligenschrein ..., hinter einem goldgitter Ritter erdkde (1822) 8, 297; als stickerei 'gitter aus goldfarbenen fäden': (man) arbeitet ... das goldgitter, ... mit cordonnet d'or Dillmont encycl. d. wbl. handarb. 168.
 
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goldglanz, m.
1) glanz, schimmer, den das licht auf dem golde hervorruft: ich hatte sie alle ... mit gantz übergüldeten harnisch gezieret, und zog also das gantze heer mit dem goldglantz wie ein hauffen leuchtende sternen voran Gabr. Rollenhagen indian. reysen (1603) 8; goldfisch wird also genannt, weil ... seine farbe dem goldglantze fast ähnlich kommt Marperger küch- und kellerdict. (1716) 427a;

geh, geizhals füttre deine hungrigen augen mit dem goldglanz
Joh. Nestroy ges. w. (1890) 5, 141;

bei der warmen vergoldung ... bleiben die ... gegenstände nur secunden ... im bade, so lange, bis sie einen schönen goldglanz zeigen Muspratt chemie (1888) 3, 986. für goldgeschmückte, goldgestickte kleidung: der kam in goldglanz gekleidet aus seiner stolzen kutsche hervor br. d. neueste litt. betr. (1761) 11, 161; im verse auch goldesglanz:

wann zwischen beutel und das geld
die contribution sich stellt,
trit finsternüsz gemeinlich ein
an goldesgłanz und silberschein
Logau sinnged. 155 Eitner.

übertragen und im bilde; für schönheit und pracht: möchten ihre tage, wie jene herrliche schale, für die ich noch nicht gedankt habe, immerfort in purpur und goldglanz schimmern Göthe IV 25, 279 W.; unsere kaiser sollen ernsthafte geschäftsleute sein, welche das wesen der

[Bd. 8, Sp. 785]


macht freut, nicht der goldglanz G. Freytag ges. w. (1886) 15, 525. für reichtum: kann der goldglanz von England und Amerika dem handel die freundliche würde und ächte humanität wiedergeben? graf Loeben lotosblätter (1817) 1, 263.
2) goldähnlicher glanz, schimmer, auf unechten oder nichtmetallischen stoffen: diese vier (götzen-) bilder ... mit gläntzendem agstein zierlich bekleibet, dasz sie einen hellen goldglantz unter so viel fackeln von sich warffen Lohenstein Arminius (1689) 1, 1179; die vorgebliche goldgrube, die ... durch den goldglanz des kieses getäuscht hat allgem. dt. bibl. anh. z. bd. 53-86, 674;

vom diademschmuck bis zum flitterhaare,
nach dessen goldglanz kinderhändchen greifen ...
sind gaben da für alle lebensjahre
Hermann Lingg ged. (1864) 3, 274;

wenn dieser anstrich trocken ist, überfahre man ihn an den stellen, die den meisten goldglanz zeigen sollen, mit ... goldocker Mothes baulex. 2, 483; verdinglicht:

das mädchen zupft mit scheuer lust
den goldglanz aus des adlers brust
grafen Stolberg ges. w. (1820) 3, 332;

der rand des weiten gewölkes ... strahlet im goldglanz wettkämpfend in schönheit mit der untergehenden sonne Pestalozzi s. schr. (1819) 8, 371; einer welle gleich, die gerade der mond in seinen ganzen goldglanz taucht Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 3, 120. von gold II C übertragen: wie soll ich dir genug danken für dein himmlisches, goldenes mährchen, das so ganz goldglanz ist Uhland ged. (1898) 1, 165; so verlieh dies alles ihrem wesen den goldglanz einer tieferen gemütsart G. Keller ges. u. (1889) 3, 146.
3) fachsprachlich als sachbezeichnung; malertechnisch, vgl. DWB glanz F 2: 'goldglantz, eine gewisse glasichte materie, welche zum aufstreuen gebraucht wird' Krünitz öcon.-techn. encycl. 19, 519; mineralogisch, vgl. DWB glanz F 1: dieser glantz ... heist ein goldglantz und bricht auch zu zeiten gantz gediegen gold mit darinnen Kirchmaier institutiones metallicae (1687) 74.
 
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goldglänzend, part. adj.
1) glänzend von gold oder unechter vergoldung: sein goldgläntzender helm aber ... entdeckte ihnen, wo der könig wäre anzutreffen Widmann Fausts leben 685 Keller; im herrlichen goldglänzenden panzer Fr. Schlegel s. w. (1846) 6, 94; die goldglänzenden kuppeln von Moskau Grabbe w. 3, 190 Blumenthal; in den goldglänzenden saal R. Schumann ges. schr. (1854) 1, 122.
2) wie gold glänzend, schimmernd, von nichtmetallischen stoffen (vgl. DWB goldfarben 1): die sonne (lenkte) ... ihre gold- und karfunkelgläntzende flammenräder Sigmund v. Birken fortsetzg. d. Pegnitzschäferey (1645) 4;

ob zärtlich entdekketer brust,
goldgläntzender haare behäglich umschwebenden lust
Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 5 (1645) 292;

Annas goldglänzendes haar G. Keller ges. w. (1889) 1, 362; kleine goldglänzende, stahlblaue fliegen standen ... in der luft Th. Storm w. 1, 279 Köster; (die olivenbäume) stehen nur in ihrer ganzen pracht, wenn die sonne auf die goldglänzenden früchte scheint Göthe I 32, 15 W. gelegentlich auch goldenglänzend: was ist die sprache der sterblichen für ein goldenglänzendes wundernetz, in welchem diese fliegenden töne ... gefangen werden Tieck schr. (1828) 18, 312. —