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goldflut bis goldfund (Bd. 8, Sp. 774 bis 776)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldflut, f., bildlich und übertragen:

das elysische thal,
wo des stromgotts urne längs
grüner aun goldfluten gieszt
Platen w. 1, 237 Redlich;

der kometen haar gleicht ruten
vor der goldflut ihrer locken
Brentano ges. schr. (1852) 3, 121.

'flut von gold und geld', 'reichtum': wie sich die verhältnisse entwickeln ... es kann eine goldflut hereinbrechen, es kann aber auch ... anders kommen quelle a. d. j. 1919.
 
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goldfohre, f., in älterer sprache dasselbe wie DWB goldforelle: aurata goldforhin (1521) bei Diefenbach gl. 61b; goldfore Reyher thes. (1686) g 5b; als goldfohre lexikalisch im 18. jh. gut belegt.

[Bd. 8, Sp. 775]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldfolie, f., als untergrund aus blattgold, vgl. cochina, cadmia goldes folli id est illud quod utuntur aurifabri in anulis sub margaritis ponendis voc. theut. (Nürnbg. 1482) l 5b: die ... schöneren sorten (achat) geben ringsteine, die beym fassen eine ... goldfolie erhalten Zappe miner.-handlex. (1817) 1, 15; eine goldfolie hinter glassteinen Bogumil Goltz ein jugendleben (1852) 1, 6; das dünnste goldplattirte kupferblech heiszt unechte goldfolie Lueger lex. d. techn. 6, 787. für blattgold als überzug: die gold- und silberfolie ..., mit der das christkind seine äpfel und nüsse ... beschlagen hatte Jean Paul w. 3, 80 (Hempel). —
 
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goldforelle, f., name der bachforelle (salmo fario L.), vgl. Brehm tierleben 8, 337 P.-L.; für den saibling (salmo salvelinus L.) v. d. Borne hdb. d. fischzucht (1886) 154; neben goldfohre (s. oben) für aurata, auricula ein goldforell, rotforell Alberus (1540) r 1b; trutta aureola goldforell Zehner nomencl. (1645) 220:

hier winken schnepfen, goldforellen,
fasanen, hasen und sardellen,
und dort ein thurm von marzipan
Pfeffel poet. vers. (1812) 7, 103;

das waren fische! ... goldforellen mit dem schönen rosenfarbenen fleisch Jerem. Gotthelf ges. schr. (1855) 7, 265.
 
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goldfranse, goldfranze, f., älter goldfrange; über das grundwort vgl. Kluge etym. wb. 11 171: (handschuhe) mit goldfrangen discourse d. mahlern (1721) 1, H 3 b; schöne goldfranzen W. Alexis hosen d. herrn v. Bredow (1846) 1, 158; eine rote schärpe mit goldfranzen Fontane ges. w. I 5, 13; goldfransen Rosegger schr. II 6, 111. —
 
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goldfriedrich, m., goldmünze mit dem bildnis Friedr. d. groszen; soviel wie friedrichsdor: auf ein drei, vier tausend goldfriedrichs kömmt es mir nicht an Baggesen poet. w. (1836) 3, 143. —
 
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goldfritz, m., dass.: er hat den Prager mit zwei goldfritzen beschenkt entlassen E. M. Arndt schr. an s. lb. Deutschen (1845) 4, 395; verspielt? — verspielt bis auf den letzten goldfritzen! Holtei erz. schr. (1861) 37, 50; vgl. DWB goldfuchs 2.
 
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goldfrucht, f.
1) frucht aus gold in mythos und sage: die höchste goldfrucht der Hesperiden Herder 22, 229 S.; vom Erisapfel: welche die schönste von ihnen sei, ... die sollte die goldfrucht behalten Fouqué d. jahreszeiten (1811) 4, 64. vergoldete frucht: in den häusern trugen noch die christbäume ihre ... wachslichterchen und ihre künstlichen goldfrüchte Jean Paul w. 45/47, 237 (Hempel).
2) dichterisch für goldgelbe früchte, besonders orangen: esel mit kleinen pomeranzen belastet, die groszen ... haufen solcher goldfrüchte erschreckten einen Tischbein an Göthe bei Göthe w. (1840) 24, 52;

mein schiff ...
es hegt der seltnen waaren mancherlei, ...
goldfrüchte, süsze weine, bunte vögel
Uhland ged. (1898) 1, 129;

im bilde:

und vom wunderbaume der nacht
brech ich des schlummers liebliche blüte,
des traumes goldfrucht
Geibel ges. w. (1883) 1, 22.


 
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goldfuchs, m.
1) name für eine fuchsart: goldfuchs, eine varietät des fuchses mit gelbem rücken und weiszer kehle Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 469; deutsche weidmänner pflegen zweierlei füchse zu unterscheiden ... brandfuchs ... und ... birkfuchs, auch goldfuchs genannt Brehm tierleben 2, 174 P.-L. für ein pferd mit rotgold glänzendem fell: die ungeduld ..., mich auf meinen thracischen goldfuchs zu schwingen und ohne abschied davonzurennen Wieland s. w. (1853) 23, 40;

mein goldfuchs flel, vor anbeginn der schlacht
H. v. Kleist 3, 67 E. Schmidt;

da liesz er dem wiehernden goldfuchs die zügel schieszen Th. Storm s. w. 3, 53 Köster.
2) umgangssprachlich für ein goldstück, vgl. joldfuchs 'friedrichsdor' Brendicke Berliner wortschatz 129; wu goldfichs sein, giehn annre hin bei Müller-Fraureuth

[Bd. 8, Sp. 776]


obersächs. 1, 429: die hundert goldfüchse bekommt niemand Gaudy s. w. (1844) 8, 181; das dreifache trinkgeld in gestalt eines dukatens zeigte der postillon, ... dankte nochmals für den goldfuchs und schied Holtei erz. schr. (1861) 6, 129; im wortspiel mit 1: all das unterbleibt, ... weil kein vorspann da ist, weil die goldfüchse fehlen Fontane ges. w. I 8, 267.
 
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goldführend, part. adj., gold im rohzustande enthaltend; von flieszendem wasser: vber den goldtführenden bach Thurneysser magna alchymia (1583) 119; goldführend flusz Reyher thes. (1686) g 5b; von goldführenden bächlein Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 199; bildlich: die sonne ... gosz ... über die schattenbeete der thäler ihre goldführenden purpurflüsse Jean Paul w. 7/10, 214 (Hempel). von gestein: das goldtführende gestein wird auf mühlen in das feinste pulver verwandelt Liebig chem. br. (1844) 294; porphyre ..., welche von goldführenden gängen durchsetzt werden A. v. Humboldt kosmos (1845) 4, 638; die goldführende ostafrikanische küste ebda 2, 168; goldführender quarz Karmarsch-Heeren techn. wb. 4, 120; (die) verarbeitung goldführender erze Lueger lex. d. ges. techn. 4, 725.
 
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goldfund, m., entdeckung von goldvorkommen: kunde von einem ... reichen goldfunde im östlichen theile der Mandschurei K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 2, xviii; es gibt zwei regionen reicher goldfunde in Amerika Ratzel völkerkde (1885) 2, 588; Macbeth: Glamis! Cawdor! ... glück auf, könig dereinst! — es ist doch wohl kein goldfund im traume? Bürger s. w. 291 Bohtz; bildlich: in der zeit des ringens, wo man jeden tag neue goldfunde zu machen glaubt Sudermann d. hohe lied (1909) 477. —