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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldbronze bis golddistel (Bd. 8, Sp. 724 bis 725)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldbronze, f. 1) goldene metallfarbe, muschelgold, malergold, aus echtem oder unechtem blattgold, vgl. echte und unechte goldbronze Karmarsch-Heeren techn. wb. 4, 138: der abfall von der goldschlägerei ... wird ... zu ächter goldbronze gerieben Muspratt chemie 3 (1891) 1830; sie trugen ... goldene flügel, die der erfindungsreiche Hühnchen sehr künstlich aus pappe und goldbronze angefertigt hatte H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 51. 2) bronze, die goldfarbene metallegierung aus kupfer und zinn etc., vgl. DWB goldbronze, ... legierung, (die) eine dem gold sehr ähnliche farbe zeigt A. Krupp die legierungen (1922) 207: ein goldfuchs, der im ... sonnenlichte stand, war wie von eitel goldbronze anzuschauen Bogumil Goltz ein jugendleben (1852) 2, 159. anders: goldbronze vergoldetes messing oder tomback Bucher kunstgewerbe (1884) 158b. —
 
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goldbronzen, adj., 'aus goldbronze': an den fenstern hingen weisze ... gardinen mit goldbronzenen haltern Gutzkow ritter v. geiste (1850) 5, 231; 'von der farbe der goldbronze': aus den azurblauen wänden traten die goldbronzenen stämme hoher palmbäume hervor E. T. A. Hoffmann s. w. 1, 211 Gr.
 
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goldbrunnen, m., 'quelle, deren wasser goldsand ausschwemmt': hastu einen goltprunnen auff dem deinen (grundstück), ich mag auch einen graben auff dem meinen, wiewol durch solichs mein graben dein prunn ... trucken wirt clag, antwurt (Augspurg 1497) 19b; die gebirg inn Macedonia, die heut Romania heiszet, da es vil hohe unnd grosze tauren, auch vil goldbrunnen unnd seiffen hat Mathesius diluvium (1587) 375a; im bilde, für 'quelle von reichtümern', vgl. DWB goldquelle: die habe einer stadt ..., die dem thörichten sinn wie ein unerschöpflicher goldbrunnen erschien G. Freytag ges. w. 18, 298; freier, zu gold II C: man nannte ihn den vater der musen, den ... goldbrunnen, welcher alle gebiete der wissenschaft überströmend befruchtete H. Zschokke ausgew. schr. (1824) 33, 188.
 
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goldbuchstabe, m., buchstabe in goldener farbe; schon mhd., vgl. DWB goldener buchstabe sp. 739:

an ein ieglîchez blat
was von goltbuchstaben
âvê Marjâ wol erhaben Marienlegenden 108, 61 Pfeiffer;

an jedem fan geschriben da
zwolf stuckh des christen glaubens ja
mit goldtbuchstaben also klar,
darin ein crucefix muest sthon gar eben volks- u. gesellsch.-lieder d. 15. u. 16. jh. 66, 93 Kopp;

moralische begriffe, welche in schönen goldbuchstaben über den hausthüren erglänzten G. Keller ges. w. (1889) 5, 31. —
 
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goldbulle, f., vgl.goldene bulle sp. 733: die könige von Böhmen dispensirte Friedrich schon anno 1212 in der bekannten zu Basel datirten goldbulle S. Fr. Hahn einleit. (1721) 4, 210; Heinrichs II. nicht mehr im original vorhandene bestätigung mit goldbulle W. Wattenbach d. schriftwesen im mittelalter (1896) 258. —
 
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goldbutt, m.,

[Bd. 8, Sp. 725]


bezeichnung des fisches pleuronectes platessa, vgl. Brehm tierleben 8, 226 P.-L. und goldbütt 'goldbutte, scholle' Mensing schlesw.-holst. 2, 420; goldbutte, f., 'scholle', vgl. Frischbier preusz. wb. 1, 245: an der deutschen Nord- und Ostseeküste werden gegenwärtig ... gefangen ... 20000 kg goldbutt und flunder Wimmer gesch. d. dtsch. bodens (1905) 417.
 
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goldchen, n., kosewort, vgl. DWB gold II C 3 a:

fand mein holdchen
nicht daheim;
musz das goldchen
drauszen sein
Göthe I 1, 80 W.

mundartlich in Ostpreuszen, vgl. Frischbier preusz. wb. 2, 525; Betcke Königsberg 30; Schemionek Elbing 14.
 
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golddecke, f.
1) mit gold belegte oder goldfarbene zimmerdecke: die namen Tintorettos, ... der beiden Palma ... hallen von den in die golddecke gerahmten allegorischen gemälden Gaudy s. w. (1844) 22, 150;

steigen läszt sein wort obelisken empor, golddecken wölbt,
prunkwände zieht ...
sein geheisz
Platen w. 1, 239 Redlich.


2) stoffdecke aus goldbrokat oder ähnlichem material: ein schwarzes, geflügeltes rosz, auf seinem rücken lag eine schimmernde golddecke Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 348. für goldfarbene flügel von käfern: der rüsselkäfer mit der golddecke allg. dtsche bibl. 50, 495; (der goldkäfer) summt davon, wie er ankam, seine langen flügel unter den golddecken ... vorziehend Brehm tierleben 9, 102 P.-L.
3) zu gold II D 2 a β, die jeweils zur deckung von ausgaben und verpflichtungen der staaten vorhandene menge gemünzten oder münzfähigen goldes: da man sich der besorgnis nicht entschlagen kann, dasz die vorhandene golddecke denn doch zu kurz sein könnte, um für die ganze erde zu reichen Luschin v. Ebengreuth münzkde u. geldgesch. 151; doch hängen auch in unserer zeit kraft und dauer der kriegführung nicht von der länge der golddecke ab v. Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 854; die breite golddecke ... erleichterte die aufnahme von anleihen ebda 9, 777. auch weniger bildhaft an golddeckung und durch gold gedeckt angeknüpft, z. b. die golddecke steht in keinem verhältnis zum notenumlauf (der menge des papiergeldes). —
 
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golddeckung, f., zu gold II D 2 a β, währungstechnisch die sicherung des wertes der banknoten durch gold; auch dies gold selbst: was bedeuten die gesetzlichen vorschriften, die auch heute noch eine bestimmte golddeckung für die banknoten vorsehen? Höpker-Aschoff geld u. gold (1939) 64; die lira, deren golddeckung sich infolge des starken zusammenschrumpfens der währungsreserven ... verringerte Matthies der goldblock (1937) 20.
 
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golddieb, m., aurilegus ein golddieb gemma gemm. (1508) c 3b; aurifur golddieb Frisius dict. (1556) 146a:

du gelthund, golt- und silberdieb
Hayneccius Hans Pfriem 58 ndr.;

ein andrer golddieb, ... der im jahre 1606 ebenfalls in Stuttgart aufgehencket worden Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1238. —
 
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golddistel, f.: golddistel scolymus, chrysanthemus Frisch (1741) 360b; scolymus chrysanthemus, eryngium luteum, spina alba, carduus chrysanthemus etc. Noel Chomel öcon. lex. 4, 1216; vgl. Holl wb. dt. pflanzennamen 132a; carlina vulgaris L. gemeine eberwurz ..., golddistel ..., die innersten hüllblätter schimmern goldig Marzell wb. d. dtsch. pflanzenn. 1, 848; vgl. Fischer schwäb. 3, 738.