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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldbratling bis goldbuchstabe (Bd. 8, Sp. 723 bis 724)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldbratling, goldbrätling, m., name eines pilzes der gattung agaricus L. (dazu Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 138), vgl. goldbrätling agaricus lactifluus L. Nemnich 201; Trattinick schwämme (1830) 89: der gemeine blätterschwamm ... schmeckt ... wie frische haselnüsse, schwach pfefferartig der reitzker, goldbrätling (ag. volemus Fr.), der röthling Oken allg. naturgesch. (1839) 3, 37; goldbralting agarius volemus ... (ziegelrother milchschwamm) Unger-Khull steir. 298.
 
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goldbraun, adj., tönung von braun, die ins goldene spielt, vgl. DWB goldbraun, DWB inbraun et est primus color auri proprie dicendo Paracelsus opera (1616) 1, 757 Huser; der goldton ist häufig durch glanz oder schimmer verursacht, so von lebendigem fell, haaren, augen: die liecht- und goldbraunen (pferde) participiren mit dem feuer Hohberg georg. cur. (1682) 2, 127; die farbe ihres pferdes war goldbraun Stifter s. w. 10 (1930) 255;

ihr himmelsblick, ihr goldbraun haar,
ihr heiliges gesicht —
sie war's, die lilie in der hand,
zum engelsgrusz herabgesandt
Fr. Kind ged. (1817) 2, 266;

ein blick aus ihrem goldbraunen auge Heer d. könig d. Bernina (1904) 193; goldbraunes bier G. Freytag ges. w. 6, 68; die goldbraune farbe des gesichtes O. Ludwig ges. schr. (1891) 2, 18; eine goldbraune roggengarbe D. v. Liliencron s. w. (1896) 3, 213. vereinzelt goldenbraun: ein groszer, goldenbrauner nachtfalter Mörike ges. schr. (1905) 3, 15 Göschen. substantiviert: goldbraun, n.: alle ... befiederten theile (des schwarzen storches) mit kräftigem glanz ... in goldbraun Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 9, 285; die weiszen finger leuchteten aus dem goldbraun der locken Immermann w. 3, 86 Boxberger.
 
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goldbrem, n., s. DWB goldbräm.
 
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goldbrille, f., brille mit goldener einfassung: der aschfarbene kleine herr mit dem wenigen haar und der goldbrille war offenbar der gatte der dame Fontane ges. w. I 6, 17. anders. bildlich: sie (die geldgierigen) haben

[Bd. 8, Sp. 724]


keine menschenaugen mehr, sie sehen alles nur durch die goldbrille P. Rosegger schr. III 1, 342. —
 
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goldbrocken, m., unbearbeitetes stück gold: ich glaubte, ich hätte noch einen goldbrocken in meinem hosnsack, wurde aber betrogen, dann es ware nur eine alte westphälische knackwurst Stranitzky lust. reyszbeschr. 34 Wiener ndr.; in den ersten jahren ... geschahen alle bezahlungen ... mit goldbrocken (in Amerika) allg. dtsche bibl. 86, 208.
 
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goldbrokat, m., gewebe mit goldenen oder goldfarbenen fäden: sein schöner schlafrock von goldbrokat K. Fr. Becker weltgesch. (1801) 9, 360; Pescara ... hatte sich auf den über den thron ausgebreiteten goldbrocat geworfen C. F. Meyer versuchg. d. Pescara (1901) 219. —
 
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goldbrokaten, adj., 'aus goldbrokat':

auf dem goldbrocatnen kissen ruht der süszen glieder last
Gaudy s. w. (1844) 7, 42;

weil er bei feierlichen gelegenheiten es niemals unter einer goldbrocatenen weste that Storm ges. schr. 14 (1882) 83.
 
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goldbronze, f. 1) goldene metallfarbe, muschelgold, malergold, aus echtem oder unechtem blattgold, vgl. echte und unechte goldbronze Karmarsch-Heeren techn. wb. 4, 138: der abfall von der goldschlägerei ... wird ... zu ächter goldbronze gerieben Muspratt chemie 3 (1891) 1830; sie trugen ... goldene flügel, die der erfindungsreiche Hühnchen sehr künstlich aus pappe und goldbronze angefertigt hatte H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 51. 2) bronze, die goldfarbene metallegierung aus kupfer und zinn etc., vgl. DWB goldbronze, ... legierung, (die) eine dem gold sehr ähnliche farbe zeigt A. Krupp die legierungen (1922) 207: ein goldfuchs, der im ... sonnenlichte stand, war wie von eitel goldbronze anzuschauen Bogumil Goltz ein jugendleben (1852) 2, 159. anders: goldbronze vergoldetes messing oder tomback Bucher kunstgewerbe (1884) 158b. —
 
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goldbronzen, adj., 'aus goldbronze': an den fenstern hingen weisze ... gardinen mit goldbronzenen haltern Gutzkow ritter v. geiste (1850) 5, 231; 'von der farbe der goldbronze': aus den azurblauen wänden traten die goldbronzenen stämme hoher palmbäume hervor E. T. A. Hoffmann s. w. 1, 211 Gr.
 
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goldbrunnen, m., 'quelle, deren wasser goldsand ausschwemmt': hastu einen goltprunnen auff dem deinen (grundstück), ich mag auch einen graben auff dem meinen, wiewol durch solichs mein graben dein prunn ... trucken wirt clag, antwurt (Augspurg 1497) 19b; die gebirg inn Macedonia, die heut Romania heiszet, da es vil hohe unnd grosze tauren, auch vil goldbrunnen unnd seiffen hat Mathesius diluvium (1587) 375a; im bilde, für 'quelle von reichtümern', vgl. DWB goldquelle: die habe einer stadt ..., die dem thörichten sinn wie ein unerschöpflicher goldbrunnen erschien G. Freytag ges. w. 18, 298; freier, zu gold II C: man nannte ihn den vater der musen, den ... goldbrunnen, welcher alle gebiete der wissenschaft überströmend befruchtete H. Zschokke ausgew. schr. (1824) 33, 188.
 
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goldbuchstabe, m., buchstabe in goldener farbe; schon mhd., vgl. DWB goldener buchstabe sp. 739:

an ein ieglîchez blat
was von goltbuchstaben
âvê Marjâ wol erhaben Marienlegenden 108, 61 Pfeiffer;

an jedem fan geschriben da
zwolf stuckh des christen glaubens ja
mit goldtbuchstaben also klar,
darin ein crucefix muest sthon gar eben volks- u. gesellsch.-lieder d. 15. u. 16. jh. 66, 93 Kopp;

moralische begriffe, welche in schönen goldbuchstaben über den hausthüren erglänzten G. Keller ges. w. (1889) 5, 31. —