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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldbarre bis goldbeladen (Bd. 8, Sp. 715 bis 717)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldbarre, f., häufiger goldbarren, pl., vgl. DWB barre teil 1, sp. 1139: das ausgeschmolzene gold, welches ... den namen der goldklumpen ... oder der goldstangen oder goldbarren erhält Krünitz 19, 335; der liebe gott giebt dem dichter einen metallstab mit zu seinem bedarf. von auszen sieht solches ding aus wie eine goldbarre Göthe gespr. 8, 231 W. v. Biedermann; aus dem schmelztiegel gehen wohl zuweilen goldbarren hervor, doch niemals ducaten Hebbel s. w. 8, 134 Werner; durch gesetz ist festzustellen, ..., zu welchem preis die reichsbank die ihr angetragenen goldbarren gegen banknoten einzutauschen hat v. Bennigsen d. nation.-lib. partei (1892) 87; bildlich: ein gewisser professor ... soll ... die goldbarren meiner wissenschaftslehre für das volk ausmünzen Jean Paul 19, 70 (Hempel); vgl. D. Fr. Strausz ges. w. (1876) 5, 11.
 
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goldbarsch, m., acerina ceruna, kaulbarsch Brehm tierleben 8, 40 P.-L.; goldbärsch rhein. wb. 2, 1298:

leicht und entgräthet durchflosz die weiszen klippen der zähne
der goldbarsch, argus und thun mit der antiken muräne
Thümmel reise in d. mitt. prov. Frankr. 5 (1832) 312.

[Bd. 8, Sp. 716]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldbaum, m.
1) als pflanzenname. a) 'name eines in Äthiopien wachsenden baumes, leucadendron conocarpodendron L.' Campe 2 (1775) 416; vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 201. b) für aucuba japonica Thunb. Marzell wb. d. dtschen pflanzenn. 1, 525.
2) in der vorstellungswelt der alchemie; übertragen aus dem pflanzenreich (vgl. noch goldblume, güldischer same sp. 721) auf die zeugungs- und lebensvorgänge in der ganzen natur (vgl. auch oben sp. 684 lebendig gold etc.): so die natur will ein gewechsz in die welt geben, es sey von goldt, silber, eysen ... so richt sie den baum auff ausz dem element wasser ... also ist nun der baum desz minerals geformiert ... und wird nun fürhin auszgetheilt in sein weite: also dasz offt ein ast geht in das teutsch hochgbirg ... ein ander ast ... in Joachimsthal, alsz auch ein ander ast in Siebenbürgen ... ein ander sulphur im gold, ein ander im silber ... von der gebärung des golds wissent, dasz da ist ein sulphur ... so die alchimisten diesen sulphur möchten finden, wie er dann im goltbaum unnd seiner wurtzen wol zu finden ist, sie möchten sich wol frewen: dann das ist der sulphur philosophorum, aus dem goldt wird Paracelsus opera (1616) 2, 134 Huser; in gleichem zusammenhang: es ist ein goldbaum der arth, dasz er blüet etlich hundert klafter innwendig im baum etlich grad am tag ebda 136; vgl. M. Ruland lex. alchem. (1612) 93; darum weisen uns alle philosophen auf den goldbaum und seine früchte ... wenn man solches gold und seinen saamen ... wiederum aussäete und ins wachstum und tugend brächte d. theorie u. praktik des gold- u. silberbaumes (1787) 9; 13 u. 15; vgl. allg. dtsche bibl. 81, 140.
3) für ein in baumförmigen (dendritischen) gestalten aus chemischen lösungen gefälltes präparat: goldbaum, chymisches praeparatum, wird also bereitet. nehmet gepülvert spieszglasz, scheidewasser, schwefel, gieszet alles dem lapide de tribus an, setzet es in ein glas, so wird mit der zeit daraus ein baum mit goldblinkenden zweigen, woran purpurfarbene tröpfflein hängen, die ein granatobst abbilden, oder nehmet ... so wachset der baum in 2 oder 3 tagen Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1213.
 
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goldbeblümt, adj., mit goldblumen (s. dort 1) geziert:

ein kaftan, wie ihn nur die höchsten emirn tragen, ...
auf goldbeblümtem grund mit perlen reich gestickt
Wieland s. w. 22 (1796) 203.

zu goldblume 2:

o wer bringt mich in die thäler,
auf die goldbeblümten auen ...
seliger zufriedenheit
Knebel liter. nachlasz (1835) 1, 70.


 
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goldbecher, m. , zu gold I C 3.
1) becher aus gold:

goldbecher zum einschenken,
der tisch bekränzt, vergüldet
Joach. v. Glasenapp evangel. weinberg (1651) 152;

eben so gern wollte ich ... nach dem goldbecher ins meer springen Gaudy s. w. (1844) 17, 74.
2) übertragen als pflanzenname: forsythie goldbecher Hegi flora (1900) 5, 3, 1903; chrysosplenium alternifolium L. groszer goldbecher Schlechtendal flora v. Dtschl.5 26, 180.
 
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goldbegier, f., gier nach gold, geld, reichtum:

unwürdige minister ...
verflochten ihn (den fürsten) aus dummheit, goldbegier ...
in fehden, die, zu spät, ihm reue brachten
Ayrenhoff w. (1814) 5, 20.


 
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goldbegierde, f., dass.: sein schand- und unthaten, so einig und allein von der goldbegierde herkommen la doppia impiccata (1648) 57; Mammons goldbegierde ward eine weile in dem himmel zu wohnen vergönnet Bodmer abhandl. v. d. wunderbaren (1740) 96; aus goldbegierde erklommen sie (die Perser) das nordindische fabelgebirg J. H. Voss mythol. br. (1794) 1, 301. —
 
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goldbegierig,

[Bd. 8, Sp. 717]


adj.: die goldbegierigen liebhaber der chemie allg. dtsche bibl. 15, 270; die goldbegierigen blicke der Irader F. M. Klinger w. (1809) 6, 193; vgl. goldgierig. —
 
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goldbeglänzt, adj., von sonne oder mond bestrahlt, vgl. DWB gold II A 1 a:

(an den mond)
ha wonne! hinter jenem thale
wallst, wolkenleer,
du, goldbeglänzt vom letzten strale
des bruders, her
J. M. Miller ged. (1783) 8;

im barock für 'glänzend wie gold':

und dein (der sonne) goldbeglänzter stral
bald vertreibt der hagelsplitter
ungewitter
Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 6 (1646) 33.


 
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goldbekrönt, part. adj., 'mit einer goldenen krone geschmückt': goldbekröntes haupt Harsdörffer poet. trichter (1647) 2, 89;

vom goldbekrönten helmeskamme
da rauscht des adlers schwingenpaar
graf Strachwitz ged. (1850) 201.

vgl. auch goldgekrönt. —
 
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goldbeladen, part. adj., mit goldenen schätzen, auch goldmünzen beladen; gnomisch, vgl. DWB gold I D 2 c: steigt schon kein trojanisch rosz hinein, kompt doch etwan ein goldbeschlagener und goldbeladener esel darein Fischart Gargantua 287 ndr. (vgl. im lat. asellus onustus auro Cicero ad. Attic. 1, 16, 12);

er schiffte goldbeladen
jetzt von Tarents gestaden
A. W. Schlecel in: musenalman. (1798) 278.

von überreicher goldverzierung: zuerst groszes galadiner hier für den kaiser von Östreich, wobei gewisz für 20000 rthlr. uniformen goldbeladen am tisch saszen briefl. quelle a. d. j. 1851. —