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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldauflösung bis goldbeblümt (Bd. 8, Sp. 714 bis 716)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldauflösung, f., lösung, die gold enthält: goldblättchen in ... salzsäure ... bilden eine goldauflösung allg. dtsche bibl. 94, 480; goldauflösung wirkt nicht auf die zinnoxydsalze Liebig hdb. d. chemie (1843) 499; übertragen: nervensaft ..., die goldauflösung unsrer reichhaltigsten ideen und der geist unsers geistes Jean Paul w. 7/10, 76 (Hempel).
 
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goldauge, n., goldfarbenes auge: das mädchen mit den goldaugen, titel von Ernst Hardt (1904) für Balzacs la fille aux yeux d'or. als name eines insekts: die florfliegen ..., goldaugen (chrysopa) sind kleinere netzflügler Brehm tierleben 9, 529 P.-L.; nach älteren wörterbüchern auch 'eine art wilder änten mit ... goldgelben augen, baumänte, anas clangula' Adelung 2 (1775) 740 und eine 'art bunter meerbrassen, sparus chrysops L.' Campe 2 (1808) 416. im bilde: die verzweiflung ... wäre gränzenlos gewesen, wenn ihm nicht die zwanzigtausend geretteten goldaugen (dukaten) einigen trost zugeblinkt hätten

[Bd. 8, Sp. 715]


Gaudy s. w. (1844) 14, 15; der äther mit seinen goldaugen (sternen) Büchner nachgel. schr. (1850) 144. —
 
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goldausbeute, f.: alle nachrichten über goldausbeute, die ich erhalten konnte, sind aber mit der phönizischisraelitischen nicht zu vergleichen K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 2, xvii; die goldausbeute dieser districte übertrifft die des Urals Muspratt chemie (1888) 3, 1697; vgl. DWB gold I A 2. —
 
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goldausfuhr, f.: nie aber sei von dessen (Indiens) goldausfuhr die rede Ritter erdkde (1822) 14, 407; das verbot der gold- und silberausfuhr Mommsen röm. gesch4. 3, 172.
 
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goldbach, m., ein bach, der goldkörner, goldsand führt, vgl. Campe 2, 416; chrysorrhoas ein goldbach Bas. Faber thes. (1587) 171a; daher auch die fohren (forellen), die in solchen goldbächen wachsen, auratae genannt (werden) Chr. Lehmann histor. schaupl. (1699) 199; bildlich: und (ich) begann bereits aus dem goldbach der Griechen zu schöpfen Schubart leben u. gesinn. (1793) 1, 21; anders, vgl. DWB goldstrom: heil ihm, dem hohen geschlecht, das bei den königen anfragt, wie theuer ist das menschengeschlecht ... es leitet seine goldbäche in den schoos der männerfeiltragenden könige Pestalozzi s. schr. (1819) 7, 75. —
 
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goldbad, n., chemischer fachausdruck: 1) das geflossene spieszglas, wodurch die reinigung des goldes geschieht, wird in der chemie das goldbad genannt Krünitz 19, 345. 2) chem. goldverbindung (lösung von kaliumgoldcyanur), die zur vergoldung von anderen metallen dient: metallegierungen müssen unbedingt, ehe sie ins goldbad kommen, einen überzug von kupfer ... erhalten Muspratt chemie (1888) 3, 985; vgl. Bucher kunstgewerbe (1884) 158b.
 
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goldband, n., streifen aus goldmetall; schon frühmhd.:

si heten zir siten
schilte uil wite,
den lach umbe den rant
uil manich goltpant exodus 158, 19 Diemer;

nimbus goltbant (hs. d. 12. jh.) ahd. gl. 3, 151, 14 St.-S.; 191, 18;

die jungfrau nahm das goldband von ihrem arm
E. M. Arndt 6, 170 Rösch-Meisner.

aus goldfäden gewebtes band, 'gold- oder silbertresse für hauben' Mensing schlesw.-holst. 2, 420; der hut ... der admirale ist mit einem ... goldband eingefaszt v. Alten hwb. f. heer u. flotte 1, 76. goldfarbener streifen: auf der untern seite des (fisch-) leibes ... zwey goldbänder Oken allg. naturgesch. (1839) 6, 107, vgl. 7, 624. so gern in bild und vergleich: ein in der sonne strahlen flimmerndes goldband schied am horizont die weiszen dünen des strandes von der himmelsbläue Gaudy s. w. (1844) 22, 20; im osten zeigte sich bereits ein schmaler gelber streif, der den horizont besäumte und den eingang einer engen thalschlucht wie mit einem goldbande schlosz A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. 2, 281 Schücking.
 
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goldbarre, f., häufiger goldbarren, pl., vgl. DWB barre teil 1, sp. 1139: das ausgeschmolzene gold, welches ... den namen der goldklumpen ... oder der goldstangen oder goldbarren erhält Krünitz 19, 335; der liebe gott giebt dem dichter einen metallstab mit zu seinem bedarf. von auszen sieht solches ding aus wie eine goldbarre Göthe gespr. 8, 231 W. v. Biedermann; aus dem schmelztiegel gehen wohl zuweilen goldbarren hervor, doch niemals ducaten Hebbel s. w. 8, 134 Werner; durch gesetz ist festzustellen, ..., zu welchem preis die reichsbank die ihr angetragenen goldbarren gegen banknoten einzutauschen hat v. Bennigsen d. nation.-lib. partei (1892) 87; bildlich: ein gewisser professor ... soll ... die goldbarren meiner wissenschaftslehre für das volk ausmünzen Jean Paul 19, 70 (Hempel); vgl. D. Fr. Strausz ges. w. (1876) 5, 11.
 
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goldbarsch, m., acerina ceruna, kaulbarsch Brehm tierleben 8, 40 P.-L.; goldbärsch rhein. wb. 2, 1298:

leicht und entgräthet durchflosz die weiszen klippen der zähne
der goldbarsch, argus und thun mit der antiken muräne
Thümmel reise in d. mitt. prov. Frankr. 5 (1832) 312.

[Bd. 8, Sp. 716]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldbaum, m.
1) als pflanzenname. a) 'name eines in Äthiopien wachsenden baumes, leucadendron conocarpodendron L.' Campe 2 (1775) 416; vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 201. b) für aucuba japonica Thunb. Marzell wb. d. dtschen pflanzenn. 1, 525.
2) in der vorstellungswelt der alchemie; übertragen aus dem pflanzenreich (vgl. noch goldblume, güldischer same sp. 721) auf die zeugungs- und lebensvorgänge in der ganzen natur (vgl. auch oben sp. 684 lebendig gold etc.): so die natur will ein gewechsz in die welt geben, es sey von goldt, silber, eysen ... so richt sie den baum auff ausz dem element wasser ... also ist nun der baum desz minerals geformiert ... und wird nun fürhin auszgetheilt in sein weite: also dasz offt ein ast geht in das teutsch hochgbirg ... ein ander ast ... in Joachimsthal, alsz auch ein ander ast in Siebenbürgen ... ein ander sulphur im gold, ein ander im silber ... von der gebärung des golds wissent, dasz da ist ein sulphur ... so die alchimisten diesen sulphur möchten finden, wie er dann im goltbaum unnd seiner wurtzen wol zu finden ist, sie möchten sich wol frewen: dann das ist der sulphur philosophorum, aus dem goldt wird Paracelsus opera (1616) 2, 134 Huser; in gleichem zusammenhang: es ist ein goldbaum der arth, dasz er blüet etlich hundert klafter innwendig im baum etlich grad am tag ebda 136; vgl. M. Ruland lex. alchem. (1612) 93; darum weisen uns alle philosophen auf den goldbaum und seine früchte ... wenn man solches gold und seinen saamen ... wiederum aussäete und ins wachstum und tugend brächte d. theorie u. praktik des gold- u. silberbaumes (1787) 9; 13 u. 15; vgl. allg. dtsche bibl. 81, 140.
3) für ein in baumförmigen (dendritischen) gestalten aus chemischen lösungen gefälltes präparat: goldbaum, chymisches praeparatum, wird also bereitet. nehmet gepülvert spieszglasz, scheidewasser, schwefel, gieszet alles dem lapide de tribus an, setzet es in ein glas, so wird mit der zeit daraus ein baum mit goldblinkenden zweigen, woran purpurfarbene tröpfflein hängen, die ein granatobst abbilden, oder nehmet ... so wachset der baum in 2 oder 3 tagen Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1213.
 
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goldbeblümt, adj., mit goldblumen (s. dort 1) geziert:

ein kaftan, wie ihn nur die höchsten emirn tragen, ...
auf goldbeblümtem grund mit perlen reich gestickt
Wieland s. w. 22 (1796) 203.

zu goldblume 2:

o wer bringt mich in die thäler,
auf die goldbeblümten auen ...
seliger zufriedenheit
Knebel liter. nachlasz (1835) 1, 70.