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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewerbegenosse bis gewerbegeschichte (Bd. 6, Sp. 5556 bis 5558)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  gewerbe-, gewerbsgenosse, m., vgl. das ältere zunftgenosse: handelt einmahl ein meister gegen diese stillschweigende übereinkunft, so wird diesz unter seinen nachbarn und gewerbsgenossen für ein sehr gehässiges verfahren angesehen. Garve verdeutschg. des Adam Smith (118) 1, 122 (among his neighbours and equals); und der fabrikant, welcher die fabrikate seines gewerbsgenossen nicht nöthig hat, kauft ihm gewisz nichts von seinen vorräthen ab. Lotz revision 1, 113; sie (die gewerbeverfassung) war ... eine leere form geworden, welche den ... gewerbsgenossen nur lästig ... war. Hoffmann lehre von d. steuern (1840) 194; neben diesem handwerker, der mit ... gehülfen arbeitet, ... steht ... der gewerbsgenosse, dessen hauptbeschäftigung ... flickarbeiten sind. 218; auf besondere unterstützung von seiten der gewerbegenossen haben wandernde gesellen und gehülfen keinen anspruch. gewerbeordnung 1845, § 143; dasz derartige gerichte, welche aus gewerbegenossen selbst zusammengesetzt

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sind (bei handelsangelegenheiten, handelsgerichte; fabrikstreitigkeiten, fabrikgerichte; grenzstreitigkeiten, landwirthsch. gerichte) ... gerechtere und schnellere entscheidungen geben. stenogr. ber. der Frankf. nationalvers. 693b; die errichtung solcher ... korporationen dem freien zusammentreten einzelner gewerbtreibenden oder gewerbsgenossen anheim zu geben. Förster verträge f. gewerbevereine (1878) 3, 71; doch ganz abgesehen davon, dass die gewerbefreiheit die sittliche erziehung der lernenden gewerbegenossen vereitelt, führt sie auch unmittelbar zur entsittlichung. Kaizl in Schmollers forschungen 2, 1, 25; es würde zum ausdrucke bringen, dass ... der börsenverein ... strafgewalt über die sämtlichen gewerbsgenossen ... beanspruche. entscheid. d. reichsger. in civils. (1892) 28, 251.
 
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gewerbegenossenschaft, f.: die aufhebung der hofrechtlichen lasten war der erste schritt gewesen, den die handwerker machten; die stiftung von zünften oder gewerbsgenossenschaften war der zweite. Arnold aufkommen d. handwerkerstandes 27. vgl. auch gewerbliche genossenschaften.
 
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gewerbe-, gewerbsgerechtigkeit, f., vgl. gewerbeberechtigung, gewerbeconcession u. a.: nur soll in denjenigen örtern, wo jetzt gewerbe - gerechtigkeiten statt finden, welche nicht auf einem grundstücke haften, ... die aber dennoch in den hypothekenbüchern eingetragen sind, eine billige entschädigung ... regulirt werden. edikt über eine allgem. gewerbesteuer (gesetzs. f. d. preusz. staat 1810 s. 83); bei dem verkaufe von haus- und gewerbsgerechtigkeiten hat die gewähr den beweis der verkäuflichkeit ... abzugeben. Barth - Barthenheim (1, 106); es giebt ... gewerbe, deren ausübung lediglich die gewerbsgerechtigkeit und die mechanik der hände mit leicht beweglichen apparaten voraussetzt. Reingruber natur der gewerbe (1815) 10; ist bei den wenigsten gewerbsgerechtigkeiten dieser preis selten von sonderlicher bedeutung. Lotz handb. d. staatswirthschaftslehre 2 (1822), 97. vgl. auch unter gewerblich.
 
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gewerbegerechtsame. f.: die gewerbe, zu deren ausübung ... eine besondere concession erforderlich ist, sind a) persönliche .. b) reale gewerbsgerechtsamen .. c) radizirte gewerbsrechte. Schlichthörle gewerbsbefugnisse in München (1844) 1. einl. s. 76.
 
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gewerbe-, gewerbgericht, n., vergleiche auch gewerberichter (s. d.). dasz im jahre 1721 ... die einzelnen deputationen über handwerker und gewerbe aufgehoben, und dagegen ein besonderes kunst-, gewerbe- und hand werks - gericht niedergesetzet. P. v. Stetten kunst-, gewerb- und handwerksgeschichte von Augsburg 1, 16; wir Friedrich Wilhelm ... bestimmen ... dasz die in der Rheinprovinz bestehenden fabrikengerichte und der rath der gewerbe-verständigen zu Aachen fortan den namen: königliche gewerbegerichte führen sollen. preusz. verordn. von 1846 (gesetzs. 403); gerichte für besondere klassen von angelegenheiten, insbesondere handels- und gewerbegerichte, sollen im wege der gesetzgebung an den orten errichtet werden, wo das bedürfnisz solche erfordert. verfassungsurk. für d. preusz. staat (gesetzs. 1848, 387), das gleiche in der verf.-urk. von 1850; was insbesondere das gewerbegericht anbetrifft, so sind hier zwei dergleichen institute erwähnt. ein anderes liesse sich schaffen, wenn man beide elemente, das praktische und das juristische, gänzlich trennte ... in diesem falle würden die praktischen gewerbe-gerichtsmitglieder als jury gelten, welche nur die thatsache festzustellen hätten, während die richterliche person, auf grund dieses gutachtens, allein das betreffende gesetz zur anwendung bringen ... müsste. entwurf einer allg. d. handw.-gewerbeordn. 1848; die von den bundesregierungen dem reichstage in diesem jahre (1874) vorgelegte novelle zur deutschen gewerbeordnung in betreff der gewerbegerichte .. ist .. wiederum nicht erledigt worden. Rückert gewerbeordnungsnov. (1874) 3; für die entscheidung von gewerblichen streitigkeiten zwischen arbeitern einerseits und ihren arbeitgebern andererseits, sowie zwischen arbeitern desselben arbeitgebers können gewerbegerichte errichtet werden. reichsgesetzblatt (1890) 141; dagegen gehören nicht vor die gewerbegerichte die entschädigungsansprüche ... aus dem

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haftpflichtgesetze. entscheid. des reichsger. in civils. (1898) 41, 147.
 
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gewerbegerichtlich, adj.: der ansicht des amtsgerichts, dass die in gewerbegerichtlichen rechtshülfesachen bei den ordentlichen gerichten entstehenden schreibgebühren für das gewerbegericht nicht als schreibgebühren, sondern als bare auslagen in betracht kämen, ... kann nicht beigetreten werden. beschlusz d. landger. Stargard von 1903, s. gewerbearchiv 3, 335.
 
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gewerbegerichtsgesetz, n.: nach § 61 gewerbegerichtsgesetzes haben die ordentlichen gerichte den gewerbegerichten rechtshülfe zu leisten. ebenda. vgl. auch gewerbegerichtsgesetz f. d. deutsche reich. Berlin 1901.
 
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gewerbegerichtsschreiber, m.: mittheilungen über das gewerbegericht zu Magdeburg ... herausgegeben von dem gewerbegerichtsschreiber ... Wolter (1851).
 
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gewerbegerichtssitzung, f. u. a.
 
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gewerbegeschäft, n.: fabriken sind etwas ganz anderes als lokal-, gewerbe- und detailgeschäfte, denn beide haben verschiedene grundlagen. gewerbefreiheit in Bayern (1861) 4. vgl. auch gewerbliche geschäfte.
 
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gewerbe-, gewerb-,gewerbsgeschichte, f. die meisten belege gehen unmittelbar auf P. v. Stetten, kunst-, gewerb- und handwerksgeschichte der reichsstadt Augsburg (1779) zurück, so schon Jahn 2, 1, 143.
1) kunst- und gewerbe-geschichte liefern unwidersprechliche beweise, dasz Deutschlands handwerker im gröszten flor stunden, so lang die innungen fest ... auf dem wesentlichen guten, ihrer ... zunftordnung hielten. Joh. Ad. Weisz über d. zunftwesen 131; aus der gewerbs- und handelsgeschichte ... gehet zur genüge hervor, dass ursprünglich alle beschäftigungen frei waren. Barth-Barthenheim 1, 59; weil Augsburg die ganze gewerbegeschichte Deutschlands so treu im verjüngten bilde spiegelt, so muszte nothwendig auch hier zuerst ein solches buch entstehen. Riehl culturstudien 288.
2) schon die voraufgehende gedrängte wiedergabe hat gezeigt, dass von irgend einem plötzlichen umschwung, von einem unmittelbaren übergang von dem einen in den andern rechtskreis auch auf diesem gebiet der gewerbegeschichte keine rede sein kann. Eberstadt ursprung d. zunftwesens (1900) 117.