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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewanden bis gewandfall (Bd. 6, Sp. 5287 bis 5290)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewanden I, verb., nebenform zu gewanen, gewahnen, gewähnen, vgl. sp. 4758: obe du von gotte ... iht gewandost oder gespreche durch irre tuom. Silbermann libellus de confessione 43, vgl. Scherz 544b.
 
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gewanden II, verb. , ableitung zu gewand, für die sich zweierlei ausgangspunkte nachweisen lassen: die anknüpfung an den umfassenden begriff (kleidung) der bair.-österr. mundart und

[Bd. 6, Sp. 5288]


die anknüpfung an den engeren begriff (kleidungsstück) der schriftsprache. neben den formen gewanden (gwanden), gewanten (Schöpf Tiroler idiotikon s. 800 g'wantig'n) stehen auch umgelautete: gewänden, gewenden, gewenten.
1) gewanden, die kleidung liefern, vielfach als stehende verpflichtung: der pflegvater soll das kind gewändten. Amberger acten (1334), vgl. Schmeller 22, 942; klaiden, gewäntten, vestire. vocab. v. 1419, ebenda; do sprach Wilhalm: ich wil dich in eren haben und wil dich gewenden und kleiden nach dinen eren. deutsche volksbücher 149 Bachmann - Singer; das ich han den nakhoten nie gewant. offene beichte zu Aldersbach (1450), s. Schmeller a. a. o.; da soll sich jeder priester selbst bekhosten und gewenten. (1404), vgl. Schöpf Tiroler idiot. 800. mit der gleichen bedeutung reihen sich die zeugnisse aus der lebenden mundart an. vgl. Schmeller a. a. o. Lexer kärnt. wb. 249. Schöpf a. a. o. Unger-Khull s. 290. Loritza neues idiot. viennense 51: warum g'wandt denn gott die lilien auf dem feld, als weil sie sich von anderer seit' kein g'wand schaffen können. Anzengruber (zu fromm) 5, 86. beliebt sind namentlich reflexivverbindungen: wie kunt mə~si' denn gwántn, wenn də marktgrósch n nét wár? als ausrede der Münchener köchinnen bei Schmeller angeführt; dafür hab ich mich zu gewanden. Rank von haus zu haus 28; dernthalb hast di 'heunt so schön gwandt. s. Sanders ergänz.-wb.
2) gewanden, für die gewährung oder inanspruchnahme einzelner kleidungsstücke.
a) der marschalch gieng und gewndt desz chningez tochter mit der aller pesten wt. gesta Romanorum 165 Keller; und schf zehant daʒ man die iunchfrawen pracht und si ... mit reichen claidern gewænden scholt. 20; und si gewnten in mit dem aller pesten gewand, daʒ si gehaben mochten. 171; der was nit gewent mit einem hochzeitlichen claid. bei Schmeller 22, 942.
b) dies wort ist noch in den schönen künsten brauchbar, für: mit gewändern bekleiden (drapiren), das gewanden, gewanten. Campe 2, 359; der mittelalterige künstler gewandete seine heiligen am liebsten nach eben gangbarer landessitte. Riehl wanderbuch 362; gewanden, gewanten (drapieren) (unusual) v. tr. eine figur gewanten, to make the drapery of a figure, to cloth it. Hilpert 1, 463a.
c)

halb griechische, halb auch französche donne
ist Regula, die wackerste ma bonne;
nimmt sorgsam überall, nimmt tag und nacht
die lieben kinderchen ganz wohl in acht;
weisz wohlgewandet zu gängeln, weisz spazieren
den kleinen trupp vorsichtiglich zu führen.
Bürger (mamsell la Regle) 1, 152;

ihre gestalt war in einen ... morgenanzug gewandet. Schücking dunkle th. 6; in weisz und schwarz gewandet. Stahr ein jahr in Italien 2, 400;

mit feiner hand hältst du in schönen banden,
das er dir gab (der herr), dein anmutreiches haar.
gleich einer palme aus den morgenlanden
liess er dich wachsen, der im anfang war;
du aber weisst dich köstlich zu gewanden,
dass sich verdunkelt deiner schwestern schar.
G. Keller (ghas.) 10, 12;

und anders ward mein träumen nun gewandet,
zu einer mumie ward ich versandet,
mein linnen staub, fahlgrau mein angesicht.
A. v. Droste-Hülshoff (die mergelgrube) 1, 100.


3) die mannigfaltigkeit dieser bedeutungen spiegelt sich auch in zusammensetzungen des verbums, vgl. z. b. vergewanden: 1) sich vergewanden = sich verkleiden Schmeller a. a. o.; 2) das geld vergewanden (an der kleidung verschwenden) ebenda; 3) verg' wanten, stücke aus der haushaltung heimlich verkaufen. Schmidt schwäb. wb. 517.
 
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gewandener, gewandner, gewanter, m., österr.-bair. substantivbildung, nomen agentis zum vorhergehenden verbum: gwantner, vestiarius (im kloster Osterhofen). Schmeller 22, 942; auf ableitung von gewand = pannus deutet geschlachtgewandner, feintuchweber. ebenda 500.
 
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gewander, gewänder, gewender, m., nomen agentis zu gewand I., das mit seinen nebenformen gewandler, gewendler und gewandser sich ganz auf die bedeutung pannus beschränkt: gewander ist der tuchhändler, aber im detailverkauf, vgl. DWB gewandschneider. zwei punkte bedürfen hierbei der erklärung. formell überrascht der wechsel zwischen umgelautetem und nicht umgelautetem stammvocal, aus dem sich für die gleichstellung von gewand und gewendet eine handhabe gewinnen liesze, vgl. indogerm. forschungen 14, 417. sobald man jedoch den umlaut beim verbum gewanden (s. oben) in betracht zieht, für das jede unmittelbare

[Bd. 6, Sp. 5289]


erklärung aus wenden versagt, wird man diesen formellen stützpunkt ausscheiden müssen. dagegen bleibt noch der bedeutungszusammenhang von gewander mit gewandreisser und gewandschneider, der aber nur ein wahrscheinlichkeitsmoment, jedoch keinen zwingenden grund für diese erklärung darbietet.
1) so ist auh der gewander reht, daʒ kain lodwæber noh niemen der gewant erziuget bi der ellen niht verkaufen sol wan bi ganzen loden. Augsburger stadtbuch (art. 14, § 11) s. 42 Meyer; man sol auch wiʒʒen hinwider daʒ die gwander keiner slaht kramgwant verkaufen suln noh daʒ die kouflute angehœret, ez si siden gwant, siden golter etc. (anm. zu art. 14, § 10) s. 41; verkauffet ein gewander gewant unde enphilhet daʒ eime snider, daʒ er von im iht laʒʒe, e daʒ er gewært wærde der phenninge, die umbe daʒ gewant horent, git er daʒ daruber ieme der eʒ da kauft hat ane des gewanders wort, so ist er dem gewander siner phenninge schuldic ob er si hat. (art. 133) s. 217 Meyer; wir die driczehen gezunfte zu Spire, die ducher, gewender und snider ... die kremere und die linweter, altgewender ... sagtregere. (1327) zeitschr. z. gesch. des Oberrheins 17, 42; die tuechler, gewandtler, so das tuech nach der elen ausschneiden. policeiordn. von 1573 bei Schöpf 800;

und swindet das gelt reht als der wint.
do dem kremer, do dem gewender,
dort dem rebman, hie dem bender.
Dangkrotzheim das heilige namenbuch 459, etsässische litteraturdenkm.


2) mannigfaltig belegt sind diese substantivbildungen in der composition.
a) altgewender: darum begert daʒ hantwerk, daʒ die altgewender hinfürter nit me süllent nuwe sergen feil haben, sunder nit me dan die sergen, die sü in husret koufen oder sust alt sergen, die inen fürkomen. Straszburger stadtordnung vom ende 15. jahrh. bei Schmoller s. 105. hier scheint nachträglich anlehnung an wenden und zwar im neueren technischen sinne (ein kleid wenden) gesucht worden zu sein: altgewender, interpolator, ein altgewender, der alte kleider wieder neu macht. Dasypodius, alt gewänder, der alte kleider wieder bessert auf den kauff, als baretlinwäscher und dergleichen. Emmel sylva Basel N 2b; fripier, altgewandser Duez franz. gramm. (1645) 216.
b) die pleonastische verbindung mit tuch: (vgl. von verkouften des tuchgewands. Straszb. stadtordn. von 1496 bei Schmoller s. 98; bi Heintzelin dem düchgewender zu Wümpffen. C. v. Weinsberg einnahmen und ausgabenregister 24 u. a. vgl. indogerm. forschungen 14, 417; vestiarius, tuchgewender Erasmus Alberus nov. dict. Jb; thuchgwendter bei Hans Sachs (Henno) 7, 134 Keller u. a.; das dann die tuchgewendere den wüllin webern das abkaufen wöllen. (Villingen 1536), zeitschr. f. gesch. d. Oberrheins 9, 148; wann frembde tuchgwender oder ander krämer in sollicher stadt [Wiesloch] uf den jahrmarckten oder sonsten fail haben, müssen dieselbigen zuvor ihr ehl den burgermeistern anzeigen, oberrheinische stadtrechte 1, 718 (1557).
 
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gewandere, n., nomen actionis zu wandern, vgl. Campe 2, 359. Heinsius 2, 431. eine mundartliche abzweigung der bedeutungsentwicklung wird aus dem oberhess. sprachgebrauch bezeugt: wandern ... spuken ... davon das gewander (gewânner). Crecelius oberhess. wb. 892.
 
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gewändermaler, m., -malerin,f.: ein kronprinz kann kein system ausstehen ausser das der attrakzion; keinen anderen wahrheitmaler als den gewändermaler. J. Paul palingenesien 2, 70; der lektor hatte ... die hoftrauer schon an- und approbiert ... die weiber waren als hochselige aus den betten gestiegen, weil für diese fleissigen gewändermalerinnen eine lange wesenkette von rökken und von deren trägern wol so schwer wiegt als für ihre männer eine gekoppelte sippschaft von pferden. Titan 2, 76.
 
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gewandern , verstärktes wandern (s. d.), berührt sich eng mit gewandeln (s. o.).
1) der intransitive gebrauch.
a) ambulare.
α) und ward der schnee so dick und so grosz, dasz niemant gewandern möcht. B. Zink d. städtechron. 5, 179 (Augsburg); so balde es in besserung mit im kom, und ehr ... gewandern konde, in eigener person zu erscheinen. H. v. d. Planitz berichte (1521 ff.) s. 112 Virck.
β) gewander hin, war wollest du (et ambula). mitteldeutsches evangelium Joh. 5, 12, s. Schönbach Wiener sitzungsber. 137, 10 (nim dein bette und gehe hin. Luther); und ob er lihte wil gewandern hin in der dritten wahte al dar, et si in tertia vigilia venerit. ebenda (Luc. 12, 37: und so er kompt. Luther);

[Bd. 6, Sp. 5290]


do dacht si mit klucheit,
wie si von mir gewanderte
und dahin sich veranderte,
da ir beschert was ir tot. passional 654, 31 Köpke.


b) congredi, commercium habere:

si sanden bischolf Brûnen heim
daʒ er den kuning von Bêheim
her ze Brunne brachte:
dester schiere man möhte
zwischen in gewandern
von einem hinz den andern.
Ottokar steir. reimchr. 14511 Seemüller;

mit uns gewandernt her und dar, hic nobis cum sunt. mitteld. evangel. Marc. 6, 3, s. Schönbach a. a. o. (sind nicht auch seine schwestern alhie bei uns. Luther); und ob ein wip nach ir begir verlat ir man und einen andern gelat ... hin zu ir gewandern. ebenda Marc. 10, 12 (und freiet einen andern. Luther).
2) vereinzelt scheint auch der transitive gebrauch mit der bedeutung mutare von gewandeln übernommen zu sein, im vorliegenden fall allerdings unter dem einflusz des reimzwanges:

dise herren alle
bitt ich des mîn geziuge sîn,
daʒ ich umb den schaden mîn
gen iu dhein rede ander
nimmer gewander. österr. reimchronik 22637.


 
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gewänderpracht, f., vgl.: in rücksicht des farbenreichthums und der gewänderpracht. Fr. Schlegel 6, 110.
 
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gewandert , participiales adjectiv, mit dem gleichen bedeutungsübergang, der uns an bewandert vertraut ist.
1) das particip in der grundbedeutung: gewandert ... peregrinatus Hulsius (1631) 166a; gewandert, qui multas peoragravit terras. Spieser 151a, ähnl. Gürtler, Kirsch, Bayer; gewandert, qui a voyagé, qui exteras perlustravit terras. nouveau dict. du voyageur 145, ebenso Pomai, Veneroni; gewanderter handwercksgesell, un compagnon de mestiere qui a couru pays. Hulsius (1614) 163b, ebenso (ausgabe von 1631) s. 166a, ebenso nouveau dict.; garçon de metier, qui a bien hantu et couru les pays. Rädlein 381b; ein gewanderter handwerksbursche, garçon de metier, qui est allé voyageur. Schwan (1782) 1, 743; gewandert, bewandert, gereist hebbende. Kramer (Nürnberg 1719) 2, 96c.
2) übergang zur übertragenen verwendung: dann es so ein grob, unverstóndig, auch ungewandert volckh (die Moscowitter). S. Kiechel reisen 115 Haszler; man hüet sich fur gewanderten jungkfrawen, und ungewanderten jungen gesellen. Henisch 1594; er ist ein gewanderter gesell, einmal zu marckt, zweimal zur mühle, und dreimal zu bad gewesen (zur verhöhnung von stubenhockern). ebenda; so soll doch ein jeglicher wundarzt von ihm selber erfaren, gewandert und geschickt sein, ihr (der wunden) wesen und eigenschaft zu erkennen. Paracelsus opus chirurg. 7; ich will meine untugenden so wenig verhelen, als meine tugenden, damit ... der ungewanderte leser auch erfahre, was vor seltzame kautzen es in der welt gibet. Simpl. 319 neudr.; niemand, der auf dem felde der synonymik einigermassen gewandert ist. Weigand syn. 2, 5.
 
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gewändestein, m.: gewändstein, jamb-stone, lanci. Rumpf technol. wb. 1, 210b.
 
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gewandfall, m., zur bedeutung vgl.: alle hörigen hatten dem herrn kopfzins und erbschaftssteuer zu entrichten. ... die strengere form derselben, der 'buteil', hatte noch am meisten von dem ursprünglichen charakter bewahrt, indem der herr entweder einen anteil ... des ganzen beweglichen nachlasses oder doch des viehbestandes, nebst dem heergewæte des verstorbenen mannes oder der gerade der verstorbenen frau, beanspruchte; die mildere form war die des 'falles' (sterbfall, todfall, oder der kurmede), wobei der herr nur das beste stück vieh (als besthaupt) und das beste kleid (als gewandfall) erhob. R. Schröder d. rechtsgesch.4 s. 456.
der zweite compositionstheil entfaltet hier die gleiche bedeutung, die das verbum fallen in wendungen wie jemanden zufallen (mhd. vallen, gevallen), heimfallen entwickelt. vgl.: gotes hiusern viel daʒ ander teil. Hartman v. Aue armer Heinrich 256; waʒ davon gevellet, daʒ ist czu antwurten in die losungstuben. d. städtechron. 2, 34 u. a. daneben weist val in der älteren sprache auch die bedeutungen 'sturz, untergang, tod' auf. in wendungen wie sie in: diu herschaft hât von allen iren eigenen mannen ze valle daʒ beste houbt (s. mhd. wb. 3, 222a) vorliegen, könnte man val auch von dieser bedeutungsrichtung aus erklären; sobald man jedoch die belege in ihrem besonderen zusammenhange beurtheilt, wird man sich für die erklärung aus zufallen, heimfallen entscheiden. beachtung aber verdient, dasz tôtval in der mittelhochdeutschen

[Bd. 6, Sp. 5291]


periode zwei ganz verschiedenartige bedeutungen aufweist (mhd. wb. 3, 222a): 1) tautologisch = tod (vgl. dô ich ... den tôdes val in daʒ waʒʒer wolde hân getân) und 2) in der rechtssprache der erbschaftsantheil, der bei einem todesfall dem herren des verstorbenen zukommt.
dieser antheil ist im gewandfall auf das gebiet der kleidung eingeengt, das einzige beispiel zugleich für die concurrenz zwischen gewand und seiner mundartlichen (alemannischen) nebenform häsz (theil 4, 2, sp. 555), vgl. hæzeval Grimm weisth. 1, 68. auch wat ist in verbindung mit diesem gebrauch von val belegt, doch noch nicht in composition: stirbt ain aigen man bi siner genozschaft, da nimpt man den besten val und wat und wafen. vogteibuch d. abtei Alpirsbach (1408) bei Reyscher 39. für unser compositum fallen die ältesten belege ebenfalls noch in das 15. jahrh.: unnd ob ain gottshusz sant Polayen man sturb und liberben verliesz, das nit knaben werindt, und der erbfal an frowen fiel oder an tchteren, so ist der gwandfal des waibels inn dem hoff, darin er dann hört. weisthum von ... Mühlibach (1472) bei Grimm weisth. 4, 408; item wan ein frauw in witwen stat abgath, so gevalt einem herren von Ouw ein gewandfahl und ir beste pet und alles ir gespunen garn. öfnung zu Mülheim (1475) 1, 262. später, als der brauch längst ausgestorben war, lebte das wort noch lange litterarisch weiter, in rechtsgeschichtlichen erörterungen und in wörterbüchern: und disz hat man hauptrecht genannt, budtheil, gewandfäll, item ein todte hand. Besoldus thesaurus practicus 342 (ausgabe von 1697); weitere litteratur bei Brinckmeier gloss. dipl. 1, 914, vgl. auch R. Schröder a. a. o.; todte hand, alias haubtrecht, wantmal, gewandfäll. Stieler 752; gewandfall oder gewandrecht. Chomel 4, 1041. Adelung 2, 650 (gewandfall, niedersächs. watmal). Weissenbach 437a, ebenso Campe, Voigtel, vgl. Thiel landw. lex. 4, 421.
vereinzelt ist auch in der schönen litteratur auf den brauch wieder bezug genommen worden: so etwas sollte der mensch stets deponieren und alle freudenblumen aufkleben ... in einem kräuterbuche; nicht einmal seine alten fracks, pikeschen und bratenröcke ... sollte er verschenken und versteigern, sondern hinhenken sollt' er sie als hülsen seiner ausgekernten stunden, ... als gewandfall oder todte hand, die der erinnerung heimfällt von den gestorbenen jahren. J. Paul unsichtbare loge 3, 176.