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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gascht bis gase (Bd. 4, Sp. 1432)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gascht, m. gleich garst, s. sp. 1380.
 
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gäscht, m. gleich gäst, gest, schaum. Adelung, schaum auf den gärenden dingen Frisch 1, 320e.
1) es findet sich in md. mundarten:

das öl mehr zunder nährt, als schäumend seife gäscht (nährt).
Lohenstein in Neukirchs samml. 6, 13.

natürlich auch gescht (Reinw. henn. id. 1, 46): spuma, gescht, jäst. Kirsch 1, 1023a, Ludwig 694 (neben gäst), z. b. biergescht, weingescht, wassergescht Stieler 610 (wo auch gerscht, sieh sp. 1350);

zum achten soll man auch (als bräutigam) den kuss fein reinlich
geben
und lasse nicht den saft auf ihren lippen kleben:
zum minsten nehmt vorlieb, wenn sie ein schnupftuch nimmt,
den gescht herunter wischt, der auf den lippen schwimmt.
Picander 2, 192.


2) ebenso jäscht, jescht, wie jäschen neben gäschen (s. d. 2):

die silberreine fluth, von rohtem jäscht beschäumt.
Brockes bei
Weichmann 1, 22;

hier sprützten jäscht und schleim dem Momus in die hände.
Günther 496.

jescht Rädlein 508b, Steinb. 1, 814, bei Reinwald 1, 72 'noch gewöhnlicher als gescht, bierschaum'.
3) es steht neben gischt, wie gäschen neben gischen, d. h. mit gebrochnem e. unmittelbarer zu gäschen gehört gäsch (s. d.), während gäscht, gëscht zugleich nahe zu gëst (gist), der älteren, schon mhd. form hin tritt; dasz es aber neben diesem selbständig ist, verbürgt der umstand, dasz es in mundarten gilt, wo -st an dieser stelle nie zu -scht wird, denn in Sachsen, Schlesien z. b. steht neben gäscht, gischt durchaus unterschieden gäste, frist, mist. s. auch östr. gascht schaum sp. 1380 (3, a), und gäst.
 
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gäschten, gäscht machen Rädlein 321b. 317b, von gäscht, wie gischten von gischt.
 
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gäschtig, schaumig, bei Steinb. 1, 814 jeschtig spumosus; s. DWB gäscht 2. vgl. gästig.
 
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gäschtkohl, m. heracleum sphondylium (vergl. DWB bartsch, kuhpastinak); das kraut wird als gemüse benutzt, woraus kohl sich erklärt, aber auch zum brauen eines bierartigen getränkes (Nemnich 3, 135), woher gäscht begreiflich scheint.
 
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gäschtwurm, m. die schaumcicade. Nemnich 2, 1035.
 
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gasdampf, m. gasdunst.
 
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gasdichte, f., in der chemie, die dichte, dichtigkeit der gase, ihr specifisches gewicht.
 
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gasdirector, m. director der gasanstalt, des gaswesens.
 
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gasdunst, m. dunst von ausströmendem gas, gasgeruch u. ähnl., erstickender gasdunst.
 
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gase, f. gleich gaze, nach der aussprache geschrieben, auch in wbb., z. b. bei J. G. Haas;

in ihres halstuchs gase.
Wieland 18, 124;

die gase, die nur, wie ein leichter schatten
auf einem alabasterbild,
sie hier und da umwallet. 23, 264.