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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gasbehälter bis gäschicht (Bd. 4, Sp. 1431 bis 1432)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gasbehälter, m. behälter für leuchtgas, engl. gas-holder.
 
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gasbeleuchtung, f. beleuchtung durch gas, wie man zuerst auch sagte, z. b.: die beleuchtung der stadt durch gas, eine einrichtung u. s. w. K. Grosze, gesch. der stadt Leipz. (1842) 2, 670, während im register schon gasbeleuchtung steht.
 
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gasbeleuchtungsanstalt, f. jetzt längst gekürzt in gasanstalt, engl. einfach gas-works.
 
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gasbeleuchtungsgesellschaft, f. gasgesellschaft.
 
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gasbereitung, f. bereitung von leuchtgas.
 
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gasbereitungsanstalt, f. jetzt gasanstalt.
 
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gasbrenner, m. das mundstück der gasröhre, aus dem das gas brennt, nach engl. gas-burner; meist kurz brenner.
 
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gascandelaber, m. gaslaternenpfahl (freilich kein eigentlicher pfahl mehr) mit mehrern oder vielen flammen, ähnlich gestaltet einem groszen armleuchter (candelaber). aber misbräuchlich nun auch schon für den einfachen gaslaternenpfahl, daher man jenen nun als mehrarmigen gascandelaber unterscheidend bezeichnen musz (Leipzig).
 
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gäsch, m. gleich gäscht, findet sich mundartlich im md., z. b. bei Halle, wie für gischt auch mundartlich gisch; nicht verschieden hess. jäsch, schaum des schweiszes z. b. bei pferden Vilmar 181, bei Steinbach 1, 814, also schles. jesch und jescht spuma getrennt verzeichnet, jesch aufwerfen spumare; wegen der echtheit s. DWB gäschen 3, c, vergl. jirsch gäscht sp. 1350 und norw. äs m. gleich äst gärung Aasen 956b (s. sp. 1349 unten), welchem mhd. jës zu entsprechen hätte neben dem bezeugten jëst, gëst.
 
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gäschen , schäumen, gären.
1) gäschen, spumare, bullire, bullare Frisch 1, 320c, bei Stieler 610 nur geschung (sonst gischen); bei Adelung z. b. »das bier gäscht, wenn es gähret, noch mehr aber wenn es eingeschenket wird und einen brausenden schaum aufstöszet«. Stalder braucht es sogar für das gären selber, indem er schweiz. jäsen (sp. 1349) mit gäschen erklärt, 'verjäsen aufhören zu gäschen' 2, 74, vgl. mhd. unter 3, b. auch Rädlein 317b setzt gäschung gleich gährung an.
2) nicht verschieden eigentlich ist jeschen bei Steinbach 1, 814, aber stark, part. gejoschen, der wein jischt spumat; er unterscheidet es übrigens von jehren fermentescere (gären). dem jischt gleich stehn kann folg. schles. gischt schäumt, von einem rosse: da gischt er, schäumt und schnaubt. Opitz 1, 9.
3) schon mhd. ist geschen bezeugt.
a) beim met sieden: giuʒ eʒ (wirze und heven) under einander, daʒ eʒ gesschende (so) werde. sô decke zuo, daʒ der brâdem iht ûʒ müge, einen tac und eine naht. Haupt 5, 13, buch von guter speise § 14, fränk. 14. jahrh., neben dem geschen wird erst später genannt jern, gären, das drei tage dauern soll, während das eintägige geschen, zumal da es zugedeckt geschehen soll, nicht das eigentliche gären sein kann, nur das schaum aufwerfen (kurz aufwerfen öcon. lex. s. v. meet), jesch aufwerfen bei Steinbach vorhin.
b) zeugnis gibt auch ein subst. geschikeit 'aufschäumen' wb. 1, 536a, von gottes menschwerden in Marien schosze, aber vom gären selber wie es scheint:

dô geist in geistes geschikeit
zôch an sich menschen knochen
in einer megede lîbe.
Frauenlob 236, 14 (MSH. 2, 351a),

gottesgeist in menschengeiste, es könnte aber zugleich ein wortspiel sein zwischen geist spiritus und geist faex, fermentum (sp. 1352), denn die gebärende seele ist wol als in gärung befindlich, das werden als ein ergären gedacht, wie bergmännisch das wachsen der erze in dem besamten mutterschosze der erde sp. 1354, vgl. DWB erzmutter 1229 und das bergmännische gatten; die geschikeit

[Bd. 4, Sp. 1432]


scheint der zustand des gärenden geistes, theils als seele gedacht theils als gärmittel oder gärmasse, denn solcher doppelsinn war beliebt und viel geübt in rätselrede (vgl. Zachers zeitschrift 2, 475 fg.), wie sie Frauenlob eben in jenem spruche auch anschlägt.
c) so scheint aber geschen echt mit seinem auslaut, nicht mit -sch aus -s geworden (s. DWB gäsen), wie J. Grimm gramm. 1, 434 für gischen annimmt, das schon fürs 15. jh. bezeugt ist Dief. 459a. für mhd. gischen, geschen in der bedeutung schluchzen u. ä. (neben gissen, jessen, jeschen u. ä.) ist altes -sc gesichert durch ahd. gescizan, ags. giscian, engl. yesk, und beide gischen haben nahe, vielleicht ursprüngliche berührung. danach mag aber auch das subst. gäsch echt sein, nicht anders das sch in gäscht (s. d.).
4) ein siebenb. gäschen vom klange des plätschernden regens Fromm. 4, 410 kann nach der mundart eigentlich gischen sein (vgl. unter kischen); aber Adelung führt auch ein gäschen an, das mehrfach einen dem schäumen ähnlichen andren schall bezeichne, vgl. gischen zischen sp. 1352 m.
 
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gäschicht, schaumicht: geschicht feculentus, spumosus Stieler 610.