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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
futtergemenge bis futterhaber (Bd. 4, Sp. 1080)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) futtergemenge, n. eine entweder zu grünem futter, oder zu heut oder körnerfutter für das vieh ausgesäte mischung von gerste, haber, klee, erbsen, bohnen, wicken u. dgl. auch mengefutter oder blosz gemenge. Weber ökonom. lex. 189b.
 
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futtergerste, f. gerste zu oder als viehfutter. im besondern die zweizeilige gerste, frühgerste, hordeum distichon. zweyschichtige gersten, die gemein futter gerst, nur mit zweyen zihen, quod duos ordines habet. Henisch 1521, 52. futtergersten (sg.). Stieler 605.
 
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futtergerüste, n. ein gerüste zur aufbewahrung des futters: aus der raufe und dem futtergerüste des letternkastens ernähren. Jean Paul leben Fibels 1, 140. besonders das gerüste über der tenne der scheuer, in so fern auf dasselbe futter gelegt und aufgehäuft wird.
 
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futtergetreide, n. körnerfrucht die zu viehfutter verwandt wird.
 
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futtergewächs, n. jedes gewächs, das zu futter für das vieh gebaut oder gebraucht wird oder doch zu brauchen ist. s. DWB futterkraut, DWB futterpflanze.
 
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futtergewinn, m. gewinn an futter. der futtergewinn bei der futterernte in diesem jahr ist bedeutend.
 
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futtergierig, adj., wovon dann ein gleichlautendes adv.: die kleinen schwimmer und taucher (es sind junge teichhühner gemeint) umgeben das paar futtergierig und richten ihre aufmerksamkeit auf die schnäbel der eltern. didaskalia vom 7. juni 1871.
 
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futtergott, m. die altitalische feldgottheit, Pales, die, wie man glaubte, das vieh vor seuchen und raubthieren schützte, für dasselbe gute bergweide gab und es befruchtete. ahd. fuoter got. N. Marc. Cap. 52.
 
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futtergras, n.
1) jedes gras das futter für das vieh ist oder sein kann. mhd.

dër muoʒ rîten umbe fuotergras.
Neidh. 102, 37.

nhd. wer glaubt, gehorcht, des fragens sich bescheidet,
als frommes rind sein plätzchen wiese weidet,
dem wird wohl nimmer mit dem futtergrase
die wahrheit freundlich wachsen vor die nase.
Lenau Faust 18.

nnl. voedergras, schw. und dän. fodergräs.
2) auf feldern oder wiesen eigens zu viehfutter angesätes gras.
 
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futtergrube, f. eine grube worein für thiere futter gethan wird, damit sie es daraus fressen. so nennt Vilmar in seiner gesch. der deutschen nationalliteratur die in den grabstein Walthers von der Vogelweide eingegrabenen vier löcher, in welche täglich für die singvögel semmelkrumen eingestreut werden sollten, futtergruben. im besondern aber kann eine lange grube, wie sie auf dem lande gegraben wird, um, bei mangel an raum im hause, darin dickwurzeln (runkelrüben), untererdige kohlraben, kartoffeln den winter über zu futter für das vieh im frühlinge zu bewahren, eine futtergrube genannt werden.
 
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futterhaber, futterhafer, m.
1) haber zur fütterung, zum verfüttern. im besondern der gemeine haber, avena sativa.
2) haber der zur fütterung der pferde des vogtes entrichtet wurde, wenn dieser zur abhaltung der jahresgerichte in die dörfer kam.

[Bd. 4, Sp. 1081]


Franz Pfeiffers habsburg.-österreich. urbarbuch s. 368. dâ ist ouch ze fuoterhabern genomen dës jâres ûf viij malter. 104, 32; diu sëlben liute ze Diengen sprëchent, das si niht fuoterhabern gëben süllen, wan die vögte tuen inen mit arbeit sô nôt, das si dâ mite dës fuoterhabern wol über wërden. 246, 9 f. auszerdem noch öfter in diesem wol zwischen 1303 und 1311 niedergeschriebenen buche.
Über die formen haber und hafer s. haber.