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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuchsisch bis fuchsklaue (Bd. 4, Sp. 347 bis 348)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuchsisch, besser füchsisch,adj.
1) dem fuchs eigen, füchsisch, fuchsicht, vulpinus. Henisch 1271, 24.

fuchs, meinst dasz nit das räbbisch aug (auge des raben)
so scharpf und wol zu listen taug
als dein füchsisch aug vol arglist.
H. Sachs II (1591) 4, 34a.


2) bei und mit dem fuchse seiend. in diesem sinne in die füchsisch gesellschaft, der überschrift einer fabel bei H. Sachs I (1590), 362a.
3) wie der fuchs falsch, heuchlerisch, tückisch, schlau. so in Burkard Waldis Esopus 144a am schlusse der fabel vom fuchsz und hasen (3, 12), wenn es in beziehung auf den fuchs heiszt:

viel leut haben solch füchssisch gmüt,
das sie wol underm schein der güt,
wenn sie ein auch aufs höchste preisen,
ein füchssisch schelmenstück erweisen.

an die falsche busze des fuchses in Reineke Vos 1392 ff. und 1623 ff. erinnernd steht füchsisch in der bedeutung heuchlerisch in folgender stelle: welchs gewislich nur falsche, füchssische busse sein würde. Luther 8, 248. dann findet sich füchsisch im gedanken an den fuchs in seiner schlauheit, also in dem sinne von fuchsschlau in und was jm (dem adler) an krefft mangelt, das erfüllt er mit fuchsischen listen. Frank chron. 121a, der übrigens das wort öfter hat. bei Dasypodius E 6b: füchsisch, gescheid, vulpinus.
 
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füchsisch, adv. vom vorigen adj., vulpino more. Henisch 1271, 33 und danach Stieler 576. in dem sinne von schlau, überaus listig: bei einem fuchs sich füchsisch stellen, das ist, mit arglistigen soll man arglistig handlen, vulpinari cum vulpe. Henisch ebenda 35 ff.;

greift alles füxisch an,
dasz er des volkes herz mit list erstelen kan.
Rompler gebüsch 18.


 
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fuchsjagd, f. die jagd auf füchse. nnl. vossejagd.
 
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fuchsjagen, n. was fuchsjagd. dann auch ein bekanntes bretspiel in Tyrol. Schöpf 158.
 
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fuchsjäger, m. einer der die fuchsjagd betreibt, namentlich einer der füchse schieszt: wen er für vernünftig halten soll, dessen vorfahren müssen wenigstens zu Wilhelm Conquestors zeiten schon hochgeborne fuchsjäger gewesen sein. Rabener sat. 2, 278 = (1760) 2, 237; als knaben wurden sie (die Hiongnu) fuchsjäger. J. Müller allgem. gesch. (1817) 1, 506; das joch der fuchsjäger (es sind die junker gemeint) und der pfaffen. Lichtenberg 4, 311.
 
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fuchskaninchen, n. mephitis chinche, eine stinkthierart, die sich wie das kaninchen hölen gräbt und den buschigen schwanz

[Bd. 4, Sp. 348]


ähnlich, wie der fuchs mit harn, mit einem stinkenden drüsensaft benetzt, den es dem feinde dann durch eine heftige bewegung eben des schwanzes fünf fusz weit entgegenspritzt.
 
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fuchskanzel, f., in der jägersprache, ein in der nähe eines fuchsbaues stehender baum, der dazu geeignet ist, dasz sich der jäger auf ihn setzt, um die den bau bewohnenden füchse abzulauern und zu schieszen. auch blosz kanzel.
 
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fuchskappe, f. eine kappe oder mütze von fuchspelz, im besondern eine solche mit zwei emporstehenden, im nothfalle zum schutze sich über die ohren legenden seitentheilen, zwischen welchen sich der fuchsschwanz hinzieht. mein groszvater trug eine fuchskappe, die ihm den kopf warm hielt. vgl. DWB fuchsmütze.
 
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fuchskaste, m. ein aus starken eichenen bretern gemachter kaste zur fortschaffung lebendiger füchse. Fleming teutsch. jäger 1, 236a, der neben dem pl. fuchskasten auch 2, 120a den falschen fuchskästen hat.
 
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fuchskehle, f. der feine pelz an der kehle des fuchses. s. Nemnich waarenlex. 328.
 
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fuchsklaue, f. die klaue des fuchses. aber auch aus fuchspelz gemachte handschuhe führen den namen fuchsklauen.