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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuchsicht bis fuchskaninchen (Bd. 4, Sp. 347)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuchsicht, adv. vom vorigen adj.: das silbergeld sieht fuchsicht aus, hat sich abgerieben und einen röthlichen schein.
 
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fuchsidee, f. eine idee, wie sie ein student in dem ersten halbjahre hat. s. DWB fuchs 7).
 
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fuchsig, adj. fuchsfarbig, fuchsroth. schlechter schwarzer sammet wird mit der zeit fuchsig. der teufel frägt viel nach deinem alten verregneten fuchsigen hut. Arnim schaub. 2, 97. in Auerbachs frau professorin erwidert Lorle voll zorn der Bärbel, die den mahler Reinhard einen fuchsbart genannt hatte: der bart ist gar nicht fuchsig, er ist ganz schön kästenbraun. Frisch 1, 302b hat füchsig als ein gemeines wort. nd. vossig. in der gaunersprache ist fuchsig golden, vergoldet. vgl. DWB fuchs 10). schweiz. auch: angebrannt, von gemüse. Stalder 2, 516. vgl. DWB fuchsen 1) e).
 
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fuchsig, adv. vom vorigen adj.
 
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füchsin, f. das weibchen vom fuchs. ahd., aber erst im 11. jh., fuchsin (Graff 3, 431), mhd. füchsin (Mones anzeiger 4, 238, 360). fochin (s. d.) oder fuchszin, vulpissa, vulpecula. voc. 1482 i 5a; fuchsin. voc. incip. teuton. f 2a. weidmännisch auszer füchsin auch die fähe, fähin.
 
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fuchsisch, besser füchsisch,adj.
1) dem fuchs eigen, füchsisch, fuchsicht, vulpinus. Henisch 1271, 24.

fuchs, meinst dasz nit das räbbisch aug (auge des raben)
so scharpf und wol zu listen taug
als dein füchsisch aug vol arglist.
H. Sachs II (1591) 4, 34a.


2) bei und mit dem fuchse seiend. in diesem sinne in die füchsisch gesellschaft, der überschrift einer fabel bei H. Sachs I (1590), 362a.
3) wie der fuchs falsch, heuchlerisch, tückisch, schlau. so in Burkard Waldis Esopus 144a am schlusse der fabel vom fuchsz und hasen (3, 12), wenn es in beziehung auf den fuchs heiszt:

viel leut haben solch füchssisch gmüt,
das sie wol underm schein der güt,
wenn sie ein auch aufs höchste preisen,
ein füchssisch schelmenstück erweisen.

an die falsche busze des fuchses in Reineke Vos 1392 ff. und 1623 ff. erinnernd steht füchsisch in der bedeutung heuchlerisch in folgender stelle: welchs gewislich nur falsche, füchssische busse sein würde. Luther 8, 248. dann findet sich füchsisch im gedanken an den fuchs in seiner schlauheit, also in dem sinne von fuchsschlau in und was jm (dem adler) an krefft mangelt, das erfüllt er mit fuchsischen listen. Frank chron. 121a, der übrigens das wort öfter hat. bei Dasypodius E 6b: füchsisch, gescheid, vulpinus.
 
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füchsisch, adv. vom vorigen adj., vulpino more. Henisch 1271, 33 und danach Stieler 576. in dem sinne von schlau, überaus listig: bei einem fuchs sich füchsisch stellen, das ist, mit arglistigen soll man arglistig handlen, vulpinari cum vulpe. Henisch ebenda 35 ff.;

greift alles füxisch an,
dasz er des volkes herz mit list erstelen kan.
Rompler gebüsch 18.


 
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fuchsjagd, f. die jagd auf füchse. nnl. vossejagd.
 
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fuchsjagen, n. was fuchsjagd. dann auch ein bekanntes bretspiel in Tyrol. Schöpf 158.
 
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fuchsjäger, m. einer der die fuchsjagd betreibt, namentlich einer der füchse schieszt: wen er für vernünftig halten soll, dessen vorfahren müssen wenigstens zu Wilhelm Conquestors zeiten schon hochgeborne fuchsjäger gewesen sein. Rabener sat. 2, 278 = (1760) 2, 237; als knaben wurden sie (die Hiongnu) fuchsjäger. J. Müller allgem. gesch. (1817) 1, 506; das joch der fuchsjäger (es sind die junker gemeint) und der pfaffen. Lichtenberg 4, 311.
 
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fuchskaninchen, n. mephitis chinche, eine stinkthierart, die sich wie das kaninchen hölen gräbt und den buschigen schwanz

[Bd. 4, Sp. 348]


ähnlich, wie der fuchs mit harn, mit einem stinkenden drüsensaft benetzt, den es dem feinde dann durch eine heftige bewegung eben des schwanzes fünf fusz weit entgegenspritzt.