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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fuchser bis fuchsfarbe (Bd. 4, Sp. 344 bis 345)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fuchser, m.
1) eine unzüchtiger fleischlicher vermischung ergebene mannsperson. Stieler 576. Stalder 1, 401.
2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol (Schöpf 158). gewöhnlich pfennigfuchser (s. d.). schwerlich ursprünglich einer, der im spiel betriegt, wie Schmeller 1, 508 bei dem letzten worte anzunehmen scheint, sondern wol eher einer, der menschen und vieh, auch sich selbst um des kleinlichsten geldgewinnes willen vielfach durch mühe und beschwerde plagt. vgl. auch DWB wortfuchser.

[Bd. 4, Sp. 345]



3) ein hund zur fuchsjagd. schweizerisch, bei Stalder 2, 516.
In diesen drei bedeutungen abgeleitet von fuchsen, s. DWB fuchsen 1) a), 2) a) und 1) g).
4) ein schneller mit dem finger wider die nase. bestimmter nasenfuchser. hennebergisch (Brückner in Frommanns mundarten 3, 132 f.). weitergebildet aus fuchs, s. DWB fuchs 20).
 
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fuchserde, f. ein röthlich gelber, ganz unfruchtbarer sand, der unter andern erdlagen zum vorschein kommt.
 
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fuchserei, ehedem auch füchserei,f.
1) die thätigkeit oder handlung, listiger weise zu schaden und sich fremdes zuzueignen: du findest in disem gesprächbchlin füchs: under den selben personen verstee den adel, der sich z Landau z Franzen von Sickingen und seinem fürnemen verpflicht, eins teils schaden darob erlitten, eins teils verjagt, aber ich wolt gern sagen der gröszer teil, so den braten geschmackt, den kopf wider ausz der schlingen zogen hat und sich der füchserei gar nit mer wil annemen. Schade satiren u. pasquille 2, 60.
2) unzüchtige fleischliche vermischung, welcher eine mannsperson ergeben ist. Stieler 576. er ist auf der fuchserei aus, ambit ancillas inhoneste, insidiatur puellis. ebenda.
3) plagerei oder vielmehr plackerei durch mühe und beschwerde: der, auch einst soldat, die ewige fuchserei (plackerei mit exercieren) nicht begreifen konnte. Gutzkow ritter v. g. 5, 195.
Von fuchser, das aber als ableitung von fuchsen 2) c) bei der ersten bedeutung von fuchserei nur vorausgesetzt wird. wenn übrigens Stieler 576 bei diesem worte bemerkt, es bedeute eigentlich venatio vulpium, jagd auf füchse, so spricht er hier, wie es scheint, eine blosze meinung aus, denn in diesem sinne ist fuchserei nicht nachzuweisen.
 
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füchsern, adj. was das adj. füchsen. Stieler 576, der auch anführt füchserne mütze, mitra pelle vulpina fimbriata. das wort findet sich noch bei Steinbach 1, 517, aber schon nicht mehr bei Frisch und Adelung. es ist demnach im 17. jh. aufgekommen und im 18. jh. wieder erloschen, während gleiche unorganische bildungen, wie flächsern, thönern, wächsern u. s. w. fortdauern. vgl. gramm. 2, 179.
 
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fuchseule, f. strix otus, die horneule. der name wegen der rothgelben farbe.
 
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fuchsfalle, f. eine falle zum fuchsfange von eisen (s. fuchseisen) oder holz (s. DWB schlagbaum). im Reinhart 326—375 ist blosz valle und drûhe (s. DWB drauche) gesetzt. nnl. vosseval.
 
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fuchsfamilie, f. die einen bau bewohnenden alten füchse mit ihren jungen.
 
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fuchsfang, m. der fang des fuchses.
 
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fuchsfangen, n. was fuchsfang. Fleming t. j. 1, 243b. 2, 120b.
 
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fuchsfänger, m. einer der den fuchsfang betreibt.
 
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fuchsfarbe, f. die farbe des bei uns gemeinen fuchses, des rothfuchses.