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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
franzbrot bis franzgeld (Bd. 4, Sp. 60 bis 61)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) franzbrot, n. kleines rundes gebäck aus weizenmehl, französisches brot: ein stück franzbrot. Leipz. avant. 1, 153.
 
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fränzchen, n. Francisca.
 
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franze, m. francigena, francogallus. mhd.

Liscandus künic dër Franzen und dër von Patrigalde
riterlîcher schanzen si spilten, ob man in ze rëhte zalde.
Albr. Tit. 1940;

mîn hërre, ein vogt dër Franzen durch rëht dër volg ist jëhende
mit stætikeit dër ganzen, wan ër von êrst dâ wurde schaden sëhende. 4573.

nhd. ich war der Franzen furcht, der Saracenen tod.
Canitz s. 76 (218) von Otto II;

der länder eigenschaft, der Franzen höflichkeit,
der Britten freies thun, der Niederländer wissen.
Günther 1086;

der Hannibal im schreiben (Gottsched),
durch dessen namen wir den Franzen schrecklich bleiben,
ja selbst Victoria, die ihn als gatten küsset,
vier sprachen schreibt und spricht, und wie ein Leibniz schlieszet,
hat sich nebst ihm bemüht und es so weit gebracht,
dasz unser schauplatz selbst die Franzen neidisch macht.
Rost vorspiel s. 6. 8;

der Deutschen klugheit mag den Franzen zinsbar bleiben. s. 76;

was lest ihr darum vieles nach
was der und jener Franze sprach?
die Franzen sind die leute nicht,
aus welchen ein orakel spricht.
Lessing 1, 52;

auf und den frevel gerächt, ihr meine lieben Franzen!
Kl. Schmidt kom. dichtungen 189;

vor allen dingen
geb ich ein rechtgegründet decret
in causa der Franzen wider die Briten. 193;

ein echter, deutscher mann mag keinen Franzen leiden,
doch ihre weine trinkt er gern.
Göthe 12, 113;

ihr könnt mir immer ungescheut,
wie Blüchern, denkmal setzen,
von Franzen hat er euch befreit,
ich von philisternetzen. 56, 104.


 
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franze, f. Francia, Gallia, fr. France. mhd.

daʒ ist rêgîn de Franze,
die rüeret dîner minnen lanze. Parz. 76, 13;

nâch der Franze. Wh. 415, 15;

roc und mantel in dem site
von Franze. Trist. 274, 27.

nhd. ungebräuchlich.
 
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franze, f. fimbria, was franse.

was sollen franzen, knötchen, gold und silberband? Felsenburg 2, 449;

was thuts denn, wenn wir auch einige unerhebliche und unmerkliche franzen an seinem antiken gewande einbüszen? Bürger 139a.
 
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franzen, pl. morbus gallicus, s. DWB franzosen:

ei hab dir alle franzen!
Ayrer fastn. 99b.


 
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franzenangehänge, pl. fimbriae pendentes: erst sind es (die ausgekrochnen jungen frösche) unförmliche würmer (s. DWB froschwurm), dann werden sie zu fischchen, sie erhalten franzenangehänge, die sich wieder verlieren, erhalten dicke köpfe und eiförmige leiber mit spitzen schwänzen. Weisze kinderfr. 8, 36.
 
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franzenbrauch, m. mos Gallorum:

ich thus, und sags umarmend ihm
nicht fein nach Franzenbrauch,
nein frei und deutsch: dich liebt mein herz
und ist dein werth!
Voss briefe 1, 115, hernach gedichte 3, 28 geändert in höflingsbrauch.


 
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franzensitte, f. dasselbe:

dein herz ist deutsch und deutsch mein herz,
es liebt dich, wisz es ganz. verflucht,
was Franzensitte lehrt!
Joh. Fr. Hahn im musenalm. 1773 s. 178.

[Bd. 4, Sp. 61]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) franzerbse, f. niedrige gartenerbse.
 
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franzgeld, n. moneta francogallica. s. DWB franke.