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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brunftwildbret bis brunn (Bd. 2, Sp. 431)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brunftwildbret, n. die hinden, hirschkühe in der brunftzeit.
 
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brunftzeit, f. beginnt beim rothen wildbret um Aegidii, beim schwarzen um Martini, und währt vierzehn tage.
 
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brunieren, polire. Ben. 1, 268b. Frisch 1, 146b. Adelung u. d. w.
 
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brunk, m. splendor, heute prunk, pracht, prahlen, vgl. DWB brangen sp. 303. vgl.bränk, DWB brenk.
 
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brunke, m. frustum, brocke, durch N erweitert, wie frago in frango: ein brunken brot, frustum panis, nach schlesischer mundart. Steinbach 1, 211. s. DWB brünkel.
 
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brunkel, f. und n. in der Wetterau und Oberhessen ein nasses gelände mit graswuchs, viridarium, scheint genau verwandt mit brink, anger: es ist brunkel; dieses land ist brunkel. zu Rainrod bei Alsfeld führt ein grasgarte den namen brunkelsgarte. Stöber in den proben aus einem elsäszischen idiotikon hat brunkel für sumpf, brunkli für sumpfig: dmatt isch brunkli. die alemannischen und schweizerischen wörterbücher verzeichnen es nicht. dies brunkel trift also ganz mit der vorstellung von bruch = aue zusammen und könnte durch einschaltung eines N daraus entsprungen sein. anzuklingen scheint das ir. bru, a low marshy country, the borders or banks of a river, bruach, the brink of a river. unvereinbar mit brunkel aue ist ein älteres gebrunkel (Pfeiffers Jeroschin s. 154), das gedränge bedeuten soll, und verbrunken, splendorem exstinguere, welche zu brunk, prunk splendor gehören.
 
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brünkel, n. frustulum: nimm nur ein kleines brünkel vernunft an. Holtei Lamfell 4, 288.
 
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brünkeln, friare, krümeln, zerreiben. Steinbach 211; pflaster beim abnehmen geprünkelt und zusammengefallen. Ettners hebamme 766.
 
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brunken, gloriari, prunken, s. das in brunkel angeführte verbrunken.
 
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brunlauf, entstellt aus brutlauf nuptiae: brudtlacht, prunlauf. vocab. 1482 e 3b, und daher wol bei Henisch 486, 63. aber brunluft schon bei Königshofen 47c. 51c. 112d.
 
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brunn, m. fons, puteus, diese tadelhafte starke form, statt der organischen schwachen, ist im 16 jh. fast allgemein eingerissen, dauert auch noch im 17, bis sie im 18 durch den umgekehrten fehler, wonach man das oblique brunnen zum nom. sg. erhob, verdrängt wurde. Dasyp. 309d schreibt brun, brunn, Maaler 80a, Henisch 533, Stieler 252, Frisch 146c alle geben

[Bd. 2, Sp. 432]


brunn, wie es freilich dem umgestellten born und nnl. bron zu entsprechen scheint. Keisersberg, Luther und andere zeitgenossen flectieren auch stark, gen. brunnes, pl. brünne: da aufbrachen alle brünne der groszen tiefen. 1 Mos. 7, 11; und die brünne der tiefen wurden verstopfet. 8, 2; aber der engel des herrn fand sie bei einem wasserbrun in der wüsten, nemlich bei dem brun am wege zu Sur. 16, 7; zum zeugnis das ich diesen brun gegraben habe. 21, 30; sihe da war ein brun auf dem felde, denn von dem brunne pflegten sie die herde zu trenken und lag ein groszer stein fur dem loch des bruns. 29, 2; das ist der brun, den die fürsten gegraben haben. 4 Mos. 21, 18; der brun Jacob. 5 Mos. 33, 28; und sol iederman seines brunnes trinken. 2 kön. 18, 31; ein betrübt brun und verderbete quell. spr. Sal. 25, 26; des gerechten mund ist ein lebendiger brun. 10, 11; klugheit ist ein lebendiger brun. 16, 22; der brun aber, darein Ismael die todten leichnam warf. Jer. 41, 9; es war aber daselbs Jacobs brun. da nun Jesus müde war von der reise, satzte er sich also auf den brun. Joh. 4, 6; der brun ist tief. 6, 11; bistu mer denn unser vater Jacob, der uns den brun gegeben hat? 6, 12. diese stellen sind freilich in den späteren bibelausgaben manigfach abgeändert worden. hier noch andere belege: von dannen nit vil weiter dann ein meil ist ein wunderbarlicher brun lebendiger wasser, welches brunnes wasser flieszen mit ungestümme von dem berg Lybano und ist der brunn villeicht eines steinwurfs weit von der strasz, die gen Tyrum füret. Frank weltb. 164b; Christus ist der brunn des glücks und ewigen heils. Reiszner Jer. 1, 85a; auch H. Sachs sagt im nom. der prunn, der jungbrunn. Olearius im pers. rosenth. setzt nie anders als brunn, im nom. und acc.;

das pascha, brunn und quell der lust voll nach genügen.
Opitz 3, 244;

frauenwasser aus dem brunn, einem manne nur bekant.
Logau 2, 10, 1;

durch den grimmen brunn der adern dringen.
Gryphius 1, 20;

es ward von ihm ein brunn hier nahe bei gefunden.
Werders Ar. 6, 24;

auch schriftstellern des 18 jh. klebt dieses brunn noch an:

entsprieszt ein reicher brunn mit siedendem gebräuse.
Haller;

der brunn ist tief. Claudius 8, 131; der Teplitzer brunn. Kant 9, 40;

der brunn der ist so schattenkühl.
Göthe 13, 84;

es kömmt vom brunn oder ausm wald. das.;

dann ist ein brunn, der Krekelborn heiszt. 40, 84.

umgekehrt konnte selbst im 16 jh. die organische schwache flexion nicht ganz aussterben und bricht namentlich bei Luther in der ausg. von 1545 durch: wonete bei einem brunnen. 2 Mos. 2, 15; von dannen zogen sie zum brunnen. 4 Mos. 21, 16 und öfter; geen sie wie ein herd vich über ein brunnen. Frank weltb. 14a; um so viel mehr herscht sie im 18 jh., seit sie auch den nom. eingenommen hatte. Maaler geht von dem nom. brunn in den gen. brunnens über, wie er heute gebildet wird, und überall erscheint, nachdem man einmal den faden der regel verloren hatte, ein schwanken der formen. neben jenem starken pl. brünne bildet Luther sogar einen schwachen umlautenden pl. brünnen. 5 Mos. 6, 11. 8, 7. 2 chron. 26, 10, der noch spätere nachahmer findet:

dort ein durchflosznes feld mit vielen süszen brünnen.
Fleming 661;

die aue hier durnäszt mit so viel kalter brünnen (gen. pl.). 656.

s. DWB brunne.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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