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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brumme bis brummer (Bd. 2, Sp. 428 bis 429)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brumme, m. was brummer 3, herdochs: auch soll er (der heimbürge) ufheben, (bewahren, füttern) einem hirten seine prummen. weisth. 2, 164.
 
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brumme, f. was brummfliege:

hören sie nur das gesumme,
die verdammte grosze brumme
musz ich erst durchaus erschlagen.
Houwald.


 
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brummeisen, n.
1) crembalum, maultrommel.
2) homo morosus, femina morosa: was sollte ich mit dir altem brummeisen machen? Floretto 20; indem das alte brummeisen nun auf die seite trat. Felsenb. 2, 344. nnl. bromijzer.
 
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brummel, f. was brüllere. Stieler 1, 234. auch die hummel.
 
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brümmel, n. strepitus, gebrümmel:

nun geht nur still an als brümmel,
macht vor dem garten kein getümmel.
H. Sachs III. 1, 210b.


 
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brummeler, brummler, taurus gregis, brüllochs. in der Wetterau verspotten ihn die kinder mit den worten: brummeler, brummeler, bettseicher!
 
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brummelhag, m. dasselbe.
 
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brummeln, murmure obstrepere, mutire, ein wenig brummen: also ein lew gat umb brumlen und schrien, das er die thier zerzerre. Keisersb. hell. lewe 60a; du sprichst, was seind die brumlen oder die stimmen und geschrei des lewens? das.; der brummelt wie ein ber. Frank laster f 2; wie brummlest? was keuwest under den zenen? Wirsung Cal. K 4a; was brummelstu mit dir selbst? M 2a; was kürrest undern zenen, du neidiger wolf? was brummelst du voller, dasz ich dich nit versteen kan? N 2b; da lachet er, brumlet neiszwas, mit ufgelegter hand und gab mir do mit der hand an baggen. Plater 7; brumlen, als der bären gewonheit ist. Bocc. 2, 123a; meinen du hörest den donder vor dem schlag brummlen. Petr. 101b;

und hetten da ein grosz getader,
ein brumlen, murmlen und geschnader.
Scheit grob. H 2a;

brumlende wie ein bär. Kirchhof wendunm. 138b; kompt diser löw hinkende und brumlet. 203a; so zürnet ihr und brummelt gleich den alten weibern. Paracelsus 1, 338b; dieselbige mania ist fast thumb und umbesinnig, fallen gleich nider, mögen nicht essen und brumlen viel mit ihnen selbst. 1, 489a; kein episteln der aposteln, on die gestümmelt, werden im chor gebrümmelt. bienenk. 97a;

er (der wind) brummlet hin und wieder,
der fliegend winterbot.
Spee trutzn. 194 (brommer sp. 397);

dasz mein maul, das zum reden und schreien erschaffen, seine reden heimlich brumlen sollte. Simpl. 1, 103; er kan doch sonst nichts mehr als bei tag granen und brumlen und bei nacht ächzen und farzen. 2, 258; der alte brummelte als ein bär. Pierot 1, 347; da kommt mir der siebenkünstler da in aller früh schon her und brummelt mir von rothwerden, von ohnmachten, die unser Evchen gestern gehabt hat, die ohren voll. Wagners kindermörderin 78; sie kann den ganzen tag drum brümmeln, wenn ich ihr einmal die flasche ausgetrunken habe. Arnim schaub. 1, 6; wenn ich euch künftig gleich verstehen soll, so brummelt nicht so zwischen den zähnen. 1, 11; kürren und brümlen in der brust (beim asthma). Wirsung arzneib. 265. vgl. DWB herbrummeln, hinbrummeln und franz. grommeler.
 
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brummelung, f. rugitus. voc. 1482 z 8a. Stieler 252.
 
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brummen , fremere, rugire, ein wort das sich aus dem alten brëman entfaltete (sp. 362) und es zuletzt verdrängte, nnl. brommen. brüllen verwenden wir mehr von einem starken, schreienden laut, brummen von einem dumpfen: der löwe, der ochs brüllt, der bär brummt, die fliege, biene brummt, summt; der donner brüllt, wenn er nahe ist, brummt aus der ferne; man brummt (nicht brüllt) etwas in die zähne, in den bart. die belege thun aber dar, dasz man nicht immer so unterschied oder es damit nicht genau nahm, denn oft vertreten einander beide wörter: das geschütz brüllt oder brummt und der herdochs heiszt brüllochs wie brummochs.
1) gewöhnlich intransitiv, brummen als ein per oder lew, rugire. vocab. 1482 e 3b; prummen, wuten, toben, furere. z 7a;

ich weisz nit, wie ich hin wider prum,
und auch mit worten an in kum. fastn. 331, 23;

umb mich die mucken teten prummen. 565, 16;

[Bd. 2, Sp. 429]



die posaunen gar gemlich prummen. 1133;

ir beinlein sie (die bienen) mit blümlein hoseten,
beide sie brumten und auch koseten. 1304;

do rumpelt er die stiegen ab,
er hub an grausamlich zu prummen.
Rosenblüts farender schüler, cod. giss. 21a;

brummen und hülen der verdampten. Keisersb. bilg. 227b.c; darumb brummet mein herz über Moab, wie eine harfen. Es. 16, 11; wir brummen alle wie die beren und echzen wie die tauben. 59, 11; darumb brummet mein herz über Moab, wie eine dromete. Jer. 48, 36; dort murret einer von klostergelübden, da brummet einer von der heiligen dienst. Luther 4, 382b; die da murmelten und brummeten in der kirchen, wenn man die geistlichen lieder sunge. tischr. 187a; wollt ir ja brüllen, brummen, grunzen und murren, so geht unter die kühe und schweine. das.; sprach die spinn zu der immen, du brummender, unrwiger fogel! Cyrillus 65; das M hat ein brummende stimm, wie die küe, bern oder die stummen, so man bede lefzen auf einander truckt und brummet. Ickelsamer B 1a;

wir wöln me mit einer seiten brummen,
dan schlüg man sechs und zwenzig trummen.
Murner luth. narr 3988;

schlag uf, schlag uf mit beiden trummen,
lasz durch alle berg und deler brummen. 2930;

so prumbt sie wie ein alter bär.
H. Sachs I, 521a;

wan mein bauch brummet mir so stark. II. 2, 39d;

wider sich selb heimlich prumbt. III. 2, 166d;

der mag hebt mir gleich an zu prummen (latrare). III. 2, 179c;

mein bauch ist mir auch weit
und hebt mir heimlich an zu brummen. III. 2, 200d;

hör, wie der alt graner brumb. III, 2, 213c;

wenn lang der teufel sich vermumbt,
nach seinem willen umbher brumbt.
Kirchhof wendunm. 411b;

sein dunder kommet auch gefaren
mit langem brummen auf das meer.
Weckherlin 127;

als jetzt Misander brummt und schäumt.
Günther 434;

ein anderer grummet und prummet als wie eine humse in einer drummel. Philand. 1, 22; vor die ohren schlagen, dasz der kopf brummt. Weise erzn. 250; sonderlich aber kam ihr verdruszlich, dasz der alte herr in seinem hause etwas genau lebete und über einen kleinen schaden den ganzen tag brummen konte. pol. stockf. 119; indem ein oder zwei creditores schon von ferne in etwas zu brummen anfiengen. Felsenb. 2, 243, darum heiszen auch die gläubiger 'die brummenden bären', z. b. Perus 236 und 'einen bären anbinden' schulden machen (vgl. 1, 296. 1123); sobald der seiger zu brummen anfieng. Leipz. avant. 1, 153 (vgl. ausbrummen);

auch fluche nicht der alten muhme.
man musz ihr brummen, sich zum ruhme,
mit stiller sanftmut übergehn.
Lessing 1, 73;

der meister brummt, der harte mann.
Göthe 1, 37;

wenn endlich die kanone brummt,
und knatterts klein gewehr,
trompet und trab und trommel summt,
da gehts wol lustig her. 1, 149;

und einstimmig mit ihm heulte, schrie, brummte und lärmte alles durcheinander. 19, 52; in sich brummen. Klinger 10, 140;

und horch, es brummt die glocke noch,
die elf schon angeschlagen.
Bürger;

stille wirds im glockenhause,
nur die glocke, wenn sie brummet,
unterbricht die tiefe pause.
Platen 13a;

im himmel ist gut leben, sagte der knabe mit tiefer stimme, dasz die balken brummten. Arnim kronenw. 1, 172. brummen heiszt auch gefangen sitzen, einen brummen lassen, gefangen setzen: er musz brummen, gefangen liegen, vgl. DWB brummstall. die kuh, die sau brummt, will nach dem stier, eber.
2) transitiv:

man brummt den tiefen bas.
Logau 2, 5, 39;

lernete die neuesten und lustigsten lieder aufs beweglichste singen, auf dem hackebrete selbst darzu spielen, und verdiente also, zumalen wenn der vater den bas darzu brummete, manchen schönen groschen. Felsenb. 2, 321; sie geht herum und brummt psalme. Rabener 2, 292; was brummt er denn da in seinen bart? Faust von Simrock 74; der wird ihr was brummen = der wird sich wol hüten, es zu thun. Hermes Soph. reise 6, 515.
 
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brummer, m.
1) ein brummender laut: hört und merket vier verenderte teil in disem wort (merz), nemlich zm ersten den brummer M, darnach den geiszlaut E, zm dritten

[Bd. 2, Sp. 430]


den hundsbchstaben R und zm letsten den spatzen- oder sperlingschrei Z. Ickelsamer B 7b.
2) was brümmchen, wenn man den kindern auf die lippen schlägt.
3) was brummochs.
4) die grobe saite der geige, die dicke pfeife der orgel.
5) geringe kupfermünze: dasz mir nicht der oberste wegkäme, der mit brummern wirbt und den soldaten vor acht brummer bier aussaufen läszt. causenmacher 130.
6) ein aufsteigender rausch.
7) heulender sturmwind (sp. 397. 428).

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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