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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brächtiglich bis brack (Bd. 2, Sp. 288 bis 289)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brächtiglich, adv.

ein werk .... das der jahren fräszigkeit mög prächtiglich
mit der warheit stets unverältlich widerstehen.
Weckherlin 380.


 
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brächtisch, prächtisch, superbus, elatus, luxuriosus:

der baursman ist so brächtisch gar,
als wann er kem vom adel har.
Wickram bilg. 69;

köstlichkeit und prächtisches wesen. Fischart ehz. 74; ruhmratig und geizige under den Spaniern, prächtische und dückische under den Italienern. groszm. 137; vor andern vielfaltigen gewinnsüchtigen und prächtischen gewerben. Sebiz feldb. vorr. 2b; etliche prächtische, köstliche weiber. 217; es seind vil, die lassen ire bücher mit gold, sammat und anderen köstlichen seidenen tücheren uberziehen und einbinden. dieses ist fürwar auch ein grosze torheit, das einer wil die niederträchtige und demütige weisheit gottes in köstlichen und prächtischen büchern haben. Höniger 4; mit solchen zierlichen und prechtischen wotten (gewändern) bekleiden. Thurneisser prob. der harnen 36; wa findt man, dasz treffenlicher gebew prächtischer gemacht seind dann von Semiramis? archidoxa 3.
 
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brachtlich, prächtlich, was brachtig: wie sich dazumal die verordneten und geschickten von Nürnberg so brechtlich und stolz mutiglich haben gehalten, das lasz ich jetztmals auf im selbs besteen. urk. des Götz von Berl. a. 1512; aber das man armen dürftigen gibt nach Christi gebot, das elend werk musz solcher prechtlicher belohnung beraubt, nur an gottes lohn ihm gnügen lassen. Luther 1, 191b; ja sie sollen dieselbigen zustund öffentlich und prechtlich (hier noch manifesto) in gegenwart der geistlichkeit und der leien, bei allen und jeden obgenanten penen, verbrennen. 1, 260a; derhalben ists je verdrieszlich, das man die hohe geistliche starke köstliche wort so schendlich martert, und zeucht sie auf den müszigen, prachtlichen, lustreichen gewalt des bapsthums. 1, 423b; welcher geschmuck sei nicht auswendig in harflechten und umbhang des goldes oder anlegung der kleider, sondern der verborgen mensch des herzen in der unverrückligkeit eines sanften und stillen geistes, welcher für gott prechtlich ist. 2, 355a; daher sein die prachtlichen lobe der gesetzen und natürlichen weisheit entsprungen. Melanchth. annot. Römer verdeutscht 9, 19; das dem cardinal alle fursten prächtlich mit viel pferden entgegen geritten. Kresz bei Melanchth. 2, 55; und beweist das selb prechtlich, statlich und ansehenlich. Melanchth. hauptartikel verdeutscht bl. 16; prächtlich, statlich und ansehenlich. anweis. in der h. schr. deutsch von Spalatin bl. 23; gwaltig, prachtlich, vil von im selbs haltende. Frank weltb. 46a; das volk gastfrei, schlecht und nit brachtlich an kleidung. 63a; träumen und fürdichten ein brächtlichen, gewaltigen got. paradoxa 110b; sein (des Ennius) gedicht was nit mit zu überscharpfen latein aufgezämt und prechtlich geplümt. chron. 109a; grosze prächtliche ding. krigbüchl. des frides 220; prächtlich haushalten. Paracelsus chir. schr. 287c; da hat er sich als einen könig prächtlich erzeigt. Reiszner Jerus. 2, 89a.
 
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brachvogel, m. ein vogel, der sich gern auf brache und saatfeld hält, dessen erscheinung regen andeuten soll, daher auch DWB regenvogel, DWB regenpfeifer, DWB windvogel, wettervogel geheiszen. den naturforschern werden damit mehrere vögel bezeichnet,
1) charadrius apricarius, ackervogel, brachlerche, franz. le pluvier, regenvogel, das volk nennt ihn auch titchen, dietchen,

[Bd. 2, Sp. 289]


ein schönes, buntes vöglein. aber auch die wiesenlerche, alauda pratensis heiszt zuweilen brachvogel.
2) tringa squatarola, vanellus griseus, brachamsel, grauer kibitz.
3) scolopax arquata, brachhuhn, gieszhuhn, gieszvogel, vgl. deutsche mythol. 1221.
4) turdus viscivorus, mistler, schnärre, schnarrdrossel.
5) otis tetrax, kleiner trappe, groszer brachvogel.
alle brachvögel sind eszbar und jagdbar (Döbel 1, 50. 3, 95) und zumal dem letzten stellen die jäger nach, wahrscheinlich er ist gemeint in der vogeler ordnung von 1499 (Mones zeitschr. 4, 85), wo es heiszt: vasant, velthüner, antvogel, brofogel (brachvogel), drittvogel (trittvogel, anas clangula) u. s. w. auch Fischart unter dem federwildbret vergiszt der prachvögel nicht. Garg. 236b;

der prachvogel tanzt mit der grasmucken.
H. Sachs I, 426c.

geht wol auf den charadrius.
 
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brachwaid, m. waid, der im frühling, oder im brachmonat gesät wird?
 
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brachweide, f. weide auf dem brachfeld.
 
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brachwein, m. bei Fischart Garg. 58a neben ehrwein, landwein, traberwein u. s. w. aufgezählt.
 
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brachwurm, m. die larve des brachkäfers.
 
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brachwurz, f. euphorbia: brachwurz oder wolfsmilch, titimallum, esula minor. vocab. 1482 z 6a.
 
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brachzeit, f. die zeit der brache.
 
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brack, n. rejiculum, ausschusz, was als untauglich in seiner art von dem guten ausgeschossen, abgesondert, ausgebrackt wird (1, 834): 'es ist nur brack', ausschusz, von vieh, waaren und jeder sache, s. DWB brackschaf, DWB brackvieh, das im herbste verkauft oder verschlachtet wird. den kürschnern heiszt die geringere waare brack; nach Frisch 1, 124b auch die geringere asche (s. DWB bracksbrack). im forstwesen heiszen bracken und abständer abgestandne, zu nutzholz untaugende bäume. scheint ursprünglich nd., entweder von breken, braken im sinne von ausbrechen, oder mit übergang des W in B aus wraken rejicere, auswerfen abzuleiten, vgl. wrak bei Schütze 4, 376. nnl. wrak, schw. vräk, dän. vrag.