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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bordvoll bis borgelblume (Bd. 2, Sp. 240 bis 241)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bordvoll, plenissimus, voll zum rand. s. DWB borvoll.
 
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bordzange, f. zum gerade biegen des salzpfannenrandes.
 
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böre, f. feretrum, bahre: allerhand essen, so auf einer groszen mit gold beschlagnen böre, oder so zu reden, misttrage aufgetragen wurden. pers. reiseb. 4, 43.
 
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böre, f. im 16 jh. verschiedentlich geschrieben für bere, beere, bacca: risende bören fallen gern in die pfitz. Garg. 212a; so setzt er weinbör und groszm. 74 galgenbör, galgenfrucht.
 
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bören, depsere, was beeren 1, 1244. beren 1, 1502: seuds mit eim kleinen feür bitz es dick würt, dann so lasz es überschlagen und schütt es in ein kalt wasser und böre es wol, das der brant herusz kume und lasz es ligen uber nacht. dann so böre es mit frawenmilch, die ein knaben seugt. Gersdorf 31; diese stück soll man darnach mit den händen wol bören und durch einander arbeiten. Tabernaem. 255.
 
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boretsch, m. buglossa, bei Dasyp. 307c borretsch, bei Henisch 457 borraw, borago, sonst herzblümlein, herzfreude, wolgemut:

lies rosen, münze, klee, borrag und quendel aus.
Fleming.


 
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borg, m. porcus, was barch, barg (1, 1125. 1133). Henisch 453.
 
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borg, m. mutuum, ahd. unüberliefertes subst., das dennoch vorhanden gewesen sein kann, wie sich aus dem ags. on borh gesyllan, auf borg geben, folgern läszt; mhd. belege stehn bei Ben. 1, 164a. mit unrecht will Adelung das nhd. wort auf die

[Bd. 2, Sp. 241]


sprache des gemeinen lebens einschränken. vocab. 1482 e 1b hat: borg, das man leihet einem; Dasypodius 307c auf borg geben, in diem dare; Maaler 75a auf borg nemen, kaufen, accipere mutuo, auf borg geben, dare mutuum; kauf dings oder auf borg baumöl, und verkauf es wider um bar gelt, eme die caeca olivum, id vendito oculata die;

der ist me dann ein ander narr,
wer stäts uf nimbt uf borg und harr.
Brant narr. 25, 1;

wem wol ist mit nemen uf borg,
der hat zu bzalen ganz kein sorg. 25, 23;

entlihest vil auf borg und bitt.
H. Sachs I, 228c;

da ist kein gnad, noch borg noch beit. trag. Joh. h 8;

auf borg kaufen. Wickram rollw. 66b; ein hutkrämer wolt einem junkern nicht ein hut uf borg zu kauf geben. Lehmann 120; man soll nicht gerne zu borge nehmen. pers. baumg. 6, 5; Stieler 163 führt das wortspiel an: besser éin borch (schwein) ohne borg, als zwei borch mit borg. Frisch 1, 120b hat auf borg nehmen, geben und bekommen, man sagt auch, auf borg spielen, auf borg tragen: wenn ich das verlieren müste, was ich auf borgs auf dem leibe trage, so hätt ich allenfalls morgen nichts mehr zu verlieren. Schiller 109a; und was im wirtshaus? zuerst trinken, darnach spielen, endlich saufen, anfänglich um bares geld, zuletzt auf borgs. Hebel schatzk. 137 (1846 s. 269 zuletzt auf die kreide), welcher gen. aus èiner ellipse zu fassen ist: auf borgs recht oder weise (s. borgsweise). über die schuldknechtschaft, welche nicht aus borg entstand, werde ich im 2. theil reden. Niebuhr 1, 641. s. DWB borgen, DWB bürge.
 
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borgbrief, m. literae mutuum argentum petentes: alle seine freunde soll er mit borgbriefen in furcht setzen. Tieck 12, 211.
 
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borgel, börgel, m. portulaca: mangolt, lattich und börgel. badebuch 41a. s. DWB borzel.
 
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borgelblume, f. borago.