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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bichig bis bickelfest (Bd. 1, Sp. 1808 bis 1809)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bichig, tenax, klebrig wie pech: sie enthalten das fewr mit leimigem, bichigem wasen und dörren kükat (kuhdreck). Frank weltb. 60b.
 
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bick, m. ictus, stich, heute pick. mhd.

darzuo der wagenleisen bic (einstich der räder). Parz. 180, 4;

der süeʒe binen bic,
den mir dîn munt kan bicken. Ls. 1, 56.

nhd. der bick mit dem schnabel; der flohbick; leichte öfnung, wunde mit spitzigem werkzeug, nadelbick; bick, wie stich, stichelrede; der bick mit dem aderlaszeisen: es seind böse lässin (aderlässe), da allein der bick die kunst ist. Paracelsus 1, 714a. s. pick.
 
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bick, m. verres castratus, in einem theile der Wetterau rechts der Nidda, was in der übrigen Wetterau der bark (barch, barg sp. 1125. 1131). bick gleicht dem nnl. big, engl. pig. s. bickferkel.
 
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bickarsch, m. bubo: bickars ein sucht. vocab. 1482 d 8a.
 
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bickbeere, bickelbeere, f. vaccinium vitis idaea, preiselbeere, zuweilen auch heidelbeere. vielleicht von der runden, kuglichen gestalt der beeren.
 
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bicke, f. was das folgende bickel, ligo, mlat. becca, franz. beche: allerlei bicke und andere brechzeug. Fierabr. f 3; wol gezielt, aber übel getroffen, ein bicken hoch gefehlt. fliegenwadel 41.
 
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bickel, m. ligo, sculptorium, zweispitz, spitzhacke, karst, zum brechen in mauern, in steiniges erdreich, in pflaster, grabstichel, mhd.

als durch die dicken mûre
brichet der bickel. Wh. 54, 21,

und solches geräth wurde aus metall gegossen:

eʒ riuchet in dem hûse mîn,
als zwêne ein bickel gieʒen. fragm. 38c;

swer einen bickel gieʒen kan,
der nimt sich glocken gieʒens an. Renn. 13424.

nhd. in Frischlins nomencl. 267 bickel bipalium, von bicken, picken, einhauen, einstechen; ich kan doch ein jeglich, das ich sihe, wol nennen bei seinem namen, als karst, hawen, bickel. Steinhöwels Esop 2; mit pickeln, durch sein selbst hand, neben den schanzbawren weiter abgehauwen. Kirchhof mil. disc. 181; zwen dieb tragen etliche hebeisen und bickel. Ayrer fastn. sp. 3d.

[Bd. 1, Sp. 1809]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bickel, m. talus, ἀστράγαλος, knöchel: der rock reicht bis auf den bickel, enkel, knöchel, usque ad talos demissa toga. Henisch 367. Stieler 118. weil man nun aus thierknöcheln würfel schnitt, drückt bickel, gleich dem lat. und gr. wort, auch diesen begrif aus und wurde dann auf steinerne würfel und kugeln übertragen, wie sich stein und bein (sp. 1381) berühren, wie zu stein und bein gefroren heiszt es: zbickel gefroren. Stalder 1, 169; alles zu pickel und eis gefroren. Philand. lugd. 3, 123, gefroren wie bickel, steinhart, beinhart. steinkugeln, womit kinder spielen, werden in vielen gegenden genannt bickel, anderwärts knicker, wackeln, murmeln. Weiland erklärt nnl. bikkel, zeker beentje, waarmede de kinderen spelen. mit dem vorausgehenden spitzen bickel läszt sich dieses andere bickel nur unter der annahme vereinbaren, dasz aus knochen auch spitzhacken gefertigt wurden, deren name hernach auf den talus übergieng.
 
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bickelein, n. taxillus.
 
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bickeleinspiel, n. ludus talorum, bickelinspil. Frischlin 475.
 
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bickelfest, entweder fest wie stein und bein, oder so fest, dasz es mit dem bickel musz aufgehauen werden.