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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bewegungsquelle bis beweihrauchen (Bd. 1, Sp. 1776 bis 1777)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bewegungsquelle, f. die allgemeine bewegungsquelle der natur, die anziehung. Kant 8, 292.
 
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bewegungsursache, f. eine innere handlung aus bewegungsursachen. Kant 1, 38; der rang, zu welchem man mich erheben will, ist vielleicht nicht eine von den geringsten bewegungsursachen. Rabener 3, 248. s. das folgende.
 
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bewegursache, f. im physikalischen sinn. Kant 1, 39; aber alles dies aus höheren antrieben und bewegursachen der letzten dinge. Öttinger grundb. des n. t. 387; bei vielen unsrer heutigen scribenten sind die bewegursachen eigennützig und voller leidenschaften. Rabener 2, 196; aus edlen oder eigennützigen bewegursachen. Wieland 3, 123; die unedelsten bewegursachen. 7, 204; von den bewegursachen ihrer handlungen zu urtheilen. 13, 246; ich war mir dieser bewegursache nicht bewust. 28, 216; den willen durch nichtswürdige bewegursachen überwinden lassen. Claudius 8, 67. häufig gleichviel mit beweggrund, obgleich sich zwischen beiden unterscheiden läszt wie zwischen ursache und grund.
 
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bewehen, afflare, anwehen, umwehen, nnl. bewaaijen: der luft wird dich bewehen. Petr. 222a;

ruhig schlummert am bache der Mai ein,
liesz rasen den lauten donnersturm,
lauscht und schlief, beweht von der blüte,
und wachte mit Hesperus auf.
Klopstock 1, 190;

vom weste beweht. 2, 64;

frohes gelüft die staude beweht. 2, 76;

wenn die winde die stoppeln bewehen.
Hölty;

stille weise
werden sanfter dir beweht.
Schubart ged. 2, 118;

jedes wortgepolter säuselt und gleitet weich bewehend an läppchen von ohren vorüber. J. Paul aesth. 2, 221.
 
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bewehren , ahd. piwerian (Graff 1, 926. 927),
1) armare: hierzu dann nötig ist einer bewehrten hand, kriegsmacht und rüstung. Kirchhof disc. mil. vorr.; mit bewehrter hande. Rihel Liv. 7; im fall aber einer ohne bewerte hand jemand vergewaltiget. Ayrer proc. 1, 11;

seither dasz unser stadt verschanzet und bewehret,
seither ist unser land verwüstet und verheret.
Logau 1, 1, 75;

den ort mit sturm dem feinde abgenommen und was bewehrt darinnen angetroffen worden, nidergemacht. Butschky kanzl. 182; weil er auch nicht leiden konnte, das das volk und der adel bewehrt waren. Patm. 919; ehe wir aber vor den wald kamen, sahen wir ohngefehr einen bauren oder zehen, deren ein theil mit feuerrohren bewehrt. Simpl. 1, 51. 52; schickte seinen gerichtshalter mit zwanzig bewehrten mannen. pol. stockf. 305;

mit wüsten rings umher bewehret.
Ramler 1, 41;

bewehrt durch deiner lehre macht.
Voss 4, 5;

bewehre mit dem spiesz die rechte,
und nieder steig ich zum gefechte.
Schiller 66b;

wie gern
der fromme mann hier seinen kleinen groll
mit meines zornes riesenarm bewehrte. 274b;

[Bd. 1, Sp. 1777]



er ist bewehrt, entreiszt ihm seinen dolch. 433b;

bald mit blitz bewehrt, durchleuchtet
als ein aar, die luft der glaube.
Platen 63a.


2) armis defendere, beschirmen, so das ahd. piwerian;

dasz es in tag und nacht bewahret und bewehret.
Weckherlin 1;

der pfleget nu die frommen zu bewehren. 42.


 
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bewehklagen, deplorare, beklagen: und wird die erfüllung gnugsamb bewehklaget. Chr. Andreae buszposaune A 2.
 
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beweiben , uxorem dare, ducere,
1) maritare, franz. marier, nuptui tradere: er beweibet seine söhne auch. Aimon D 3;

er ist so böslich beweibt.
Waldis Es. 4, 84;

man find manchen frommen mann,
der doch so böslich ist beweibt.
Wolgemut Esop 2, 455;

gott bleibt gott, nimmt weg rosinen, und rosinen gibt er her,
witwer wieder zu beweiben ist ihm desto minder schwer.
Logau 1, 7, 7;

da man noch zur zeit keinen beweibten (pfarrer) halten dorfte. Mathesius 136a; beweibte küster und glöckner. Möser 3, 193; nach vollendeten studien führte er einen jüngling nach der Schweiz, wo er eine zeitlang blieb und beweibt zurück kam. Göthe 26, 95.
2) sich beweiben, se marier, uxorem ducere, freien, vgl. sich bemannen: so thun ich einen eid zu gott, mich nicht mer zu beweiben. Aimon D 3; der vatter solt kein recht mer gegen seinem son haben, so er aus seinem geheisz sich beweibet hett. Frank weltb. 75b;

dasz sie (Vasti) der könig thut austreiben,
und thut mit Hester sich beweiben.
H. Sachs IV. 1, 18c;

also wird gefragt ein mann, der sich neulich hat beweibt.
Logau 1, 10, 63;

so soll ich mich, echo, dann noch nicht beweiben?
'ei lasz es bleiben.' 2, 6, 34;

wann s. Andreas abend kümt, pflegt jeder der sich wil beweiben,
auch die die sich bemannen wil, ein hitziges gebet zu treiben. 3, zug. 205;

bald willst du, Trill, und bald willst du dich nicht beweiben.
Lessing 1, 19;

ein kerlchen wie du kann leicht sich besser beweiben.
Wieland 4, 151.


 
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beweichen, emollire, erweichen:

dô her si nicht beweichen kunde. myst. 65, 35;

steht fest, und leszt sich nicht beweichen
ir federlesen und pflaumenstreichen,
da schleicht der schmeichler weg verholn.
Waldis Es. 1, 2.


 
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beweiden, depascere, vgl. DWB abweiden:

weil er so plötzlich sollte scheiden
und eine frembde trift beweiden.
Dav. Schirmers sing. rosen. 27 lied;

die alp,
die wir beweidet seit der väter zeit.
Schiller 529b;

alle bürger welche das gemeinland beackern oder beweiden. Niebuhr 3, 573. wie man die augen weiden läszt (sp. 797. 814), singt zur Venus Opitz 2, 229:

dasz ich, so lang ein hirsch wird lieben püsch und heiden,
so lange sich dein sohn (Cupido) mit thränen wird beweiden,
wil ohne wanken stehn und halten über ihr.

der käfer beweidet sich in mist. Butschky Patm. 896.
 
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beweifen, harpedonem filis convolvere, umweifen. Stieler 2451.
 
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beweihrauchen, ture suffire: eben sowol anbettet und beweiraucht. bienenk. 142a. nnl. bewierooken.