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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
auskehr bis auskellen (Bd. 1, Sp. 891 bis 892)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) auskehr, m. exitus: der mensch msz drei auskere thn, der erst von Egipten diser welt, der ander von der wüstin sein selbs, der drit in das gelobt land. Keisersberg.
 
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auskehren (vom mhd. kern), verrere, nnl. uitkeeren: die stube, das haus, den stall mit besen auskehren; kommt für euer plaudern her und kehret mich aus (bürstet mich ab). J. E. Schlegel 2, 58;

dann ist es sauber fein auszkert.
Scheit grob. B 2;

der scorpion gleicht dir, so auf den tod verletzet,
und kehrt mit seinem schwanz ein theil des volkes aus,
als wie ein schwert auch thut.
Opitz 1, 92.

sprichwörtlich: im (oder beim) auskehren wird sichs finden, d. h. zuletzt, wenn man das zimmer auskehrt, findet sich die verlorne sache, und allgemein, da wird sichs ergeben, zeigen: wie auch sollichs zu verantworten sein werde, wird man im auskehren finden. Luthers br. 3, 508;

so find es sich in dem auskeren.
H. Sachs I, 479d;

fint sich zuletzt in dem auskeren. II. 2, 39b;

befande ich endlichen und im auskehren. Philand. 1, 6; im auskehren werdet ihr sehen. 2, 347. s. auskehrich, auskehricht.
 
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auskehren (vom mhd. kêren), egredi, austreten, gegensatz des eintretens, einkehrens: auszgekeret, auf äuszere dinge, nicht in sich selbst gekehrt, auswärts gekehrt. Keisersberg der has im pf. Aa 8b; ich bin eingekeret in mein jamer, das ist, vorhin war ich ausgekeret von meim jamer. Luther 1, 23b; darumb ist gott in Christo vermenscht worden, dasz die welt gar euszerlich abgefallen und auszkert, nicht mer götlichs vernam. Frank chron. 2a. auszerdem in transitivem sinn: das rauhe auskehren, auswärts kehren, sich streng erzeigen; der vater kehrt gern das rauhe aus, stellt sich hart; der glanz der heuser ist alles einkert, wie bei uns auskert. Frank weltb. 141b. im geschäftsleben, einem seinen antheil an der erbschaft auskehren, seinen gläubigern eine summe auskehren, d. i. zukehren, zuwenden, auszahlen, was doch kaum verrere meint.
 
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auskehrich, n. purgamentum: aber zuletzt hat sichs dennoch imer funden im auskerich. Luther 3, 320; im auskerich aber wirt sichs wol finden. tischr. 3a. 281a;

das wird sich im auskerig finden.
Ayrer 458b.


 
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auskehricht, n. dasselbe, abkehricht: aber es hat sich gefunden im auskericht, was (es) für ein geist gewesen sei. Luther 5, 489b; gegenwärtiges fragment sollte, meinen ersten gedanken nach, durch mich entweder gar nicht oder doch nur irgend einmal zu seiner zeit in eben dem abgelegenen so wenig besuchten winkel bibliothekarischen auskehrichts erscheinen, in welchem seine vorgänger erschienen sind. Lessing 10, 234; man sprach und schrieb und sang auf öffentlicher strasze von ihnen als von dem verworfensten auskehricht des menschlichen geschlechts. Wieland 6, 238; die begriffe läutern sich, ein kleiner theil bleibt, das übrige wird als auskehricht weggeworfen. Kant 3, 93; dort ist sie wartendes auskehricht. J. Paul jubels. 7.
 
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auskehrsel, n. dasselbe.
 
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auskeifen, increpare, auszanken: hm, ich soll nicht mehr die nönnchen auskeifen. Klingers Faust cap. 9. s. auskiffeln.
 
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auskeilen, cuneis firmare, cuneare. steht sowol gleichbedeutig mit einkeilen, als ihm entgegengesetzt für eingekeiltes auskeilen. bergmännisch bedeutet es spitz ausgehen: der gang keilt den berg aus, keilt sich aus. zuweilen steht es auch für auskegeln, bei den pferden.
 
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auskeimen, progerminare, aufkeimen: das erste auskeimen der rebe; die erbsen keimen aus; das malz keimt aus.
 
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auskeinen, dasselbe, nach der alten form goth. uskeinan, alts. kînan:

darauf er liegen het getreid,
da sach er erst sein herzenleid,
das keinet aus an allem end.
H. Sachs I, 442d,

auch bei Mathesius.

[Bd. 1, Sp. 892]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) auskellen, trulla exhaurire, mit der kelle ausschöpfen. bergmännisch.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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