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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zemsen bis zendel (Bd. 31, Sp. 631 bis 632)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zemsen, m., s. 2ziemer. —
 
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zemte, zemmete, zemt, f., s. DWB zämet (sp. 214). —
 
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zen, m., s. 2ziemer.
 
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zend, n., älterer name der altbaktrischen oder ostiranischen sprache, in welcher das avesta, die sammlung der lehren des Zoroaster, geschrieben ist; in zss. wie -avesta, -buch (allg. d. bibl. anh. 25/36, 1003; Ritter erdkde 8, 42), -grammatik (Ritter erdkde 8, 33), -religion (D. Fr. Strausz schr. 6, 13), -sprache (Herder 7, 343 S.), -wort (A. v. Humboldt kosmos 2, 440).
 
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zendel, m., leichter seidenstoff, eine art taffet; mhd. seit 12. jahrh. zindâl (c- graf Rudolf ab 12), -e-, sindâl, zindel, -e-, sendel, m., auch zindât (rheinfränk. 12. jahrh. cyndât Straszb. Alexander 6530 K.), -e-, f., mhd. wb. 3, 895b; Lexer 3, 1122; aus mlat. cendalum, -i-, sendatum < griech. σίνδων; nhd. meist zendel, seltener zindel und sendel (s. d. th. 10, 1, 573); reichliche belege bei Schmeller-Fr. 2, 1133 und H. Fischer 6, 1214; ferner bezeugt bei Stieler 2654; Götze gloss. 2 234b; Schmidt els. 436a; Birlinger augsb. wb. 438b; Schmeller cimbr. 244a; Lexer kärnt. 264; Unger-Kh. 648a; Kehrein 1, 453; pseudotaphetum zendel Zehner nom. 377;

das panier war von lauter flecken,
als parchant, arlas und satin,
wursat, zendel und ormasin
H. Sachs 21, 181 G.;

indem erblickt er haymelich
ein zendel rot zwischen ihrn brüsten 2, 255 K.;

eyn haub gemacht von zendel rich
Wickram 8, 95 B.;

ein grünen zendel zu einer schauben und unterrock (als futter) privatbr. d. ma.s 1, 108 Steinhausen; etliche unterlegen die durchlcherten ermel mit gldenem zendel theatr. diab. 451b; ein mit zendel (vgl. zendelbinde) geschmücktes barett Böhme gesch. d. tanz. 86;

schlecht ht seind uberzogen
mit zendel (d. i. zendelbinde) hbsch und fein bergreihen 84 ndr.;

ire pferdt, die mit z. verdeckt waren Aymont i 4a; in ein zarten z. oder thchlein gebunden Wirsung arzneib. (1588) 43b; mache ausz einem reinen zarten tchlin oder z. ein gestrtzte hauben Gäbelkover arzneib. 1, 12; wann ein weibsbild hefftig fleuszt ..., bind ir beide goldfinger mit einem roten z. gantz hart 2, 14; nim ein klein stcklen weisz leinentuchs, wir nennens weiszen z. Braunschweig chir. (1498) 49b; zindel ist die schlechteste art des taffets, man nennt ihn auch schettertaffet Frisch 2, 471c; ebenso Adelung 2 4, 55 (se-); komödianten

[Bd. 31, Sp. 632]


in zendel und glanzleinewand Göthe 37, 226 W.; -i- 16, 136; 21, 86 W.;

ein schwarzes weib, den schwarzen zendel tragend
graf Strachwitz ged. 176 Recl. —

zendelbinde, f., auch s-, im 13. jahrh. seidene binde aus zendel um den helm und im 15. jahrh. um irgendeine kopfbedeckung getragen; abb. Meyers lex. 7 11, 109; beleg: von den zentelbinden und helmdecken Harsdörfer lust. u. lehrr. gesch. 2, 83. —
 
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-dort, m.: bombycina textu simplici tela subserica torta voc. v. 1618 Schmeller-Fr. 2, 1133; ebda turtzendel (Tegernsee 1500/10); ungewsserter zindel pannus Cous de serico excocto, alii appellant zindeltort Stieler 2654; Unger-Kh. 648a; sindeldort (Rostock 1587) Frisch 2, 471c; 1 eln zendeldort A. Dürer tageb. 77; die mnner hatten ... zu gessen und wammast zendeltort, toppeltaffat Fischart Garg. 451 ndr.; adj. -en: vestis Coa ein z. kleid nomencl. lat.-germ. (1634) 425; Zehner 378; zwo zendldortte, rott und swartz joppen Zingerle invent. 188; Unger-Kh. 648a. —
 
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zendelen, adj., aus zendel: 2 zendlin grosz fanen (schwäb. 16. jahrh.) H. Fischer 6, 1214; zendalin ... gewant Altprager stadtrecht 39; ein zindelin oder roht taffeten scklein Tabernämontanus 564. —
 
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zendeltaffet, m., leichtes, leinwandartiges gewebe aus gekochter seide: Bucher kunstgew. 455b; Unger-Kh. 648a. —
 
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-tuch, n.: hat in (Jesus) eingewickelt in ein reines z. (in sindona mundum) off. d. heil. Birgitte 7, 15; Wirsung arzneib. 43a. —
 
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-weber, m.: Kramer teutsch-it. 2, 1443b.
 
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zendel, m., gleich sandel (th. 8, 1763): z. Hulsius-Rav. (1616) 428a; Wiederhold 433a; sandel sive z. Stieler 2654; Kramer teutsch-it. 2, 1443b; Rädlein 1087a.