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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zempe bis zen (Bd. 31, Sp. 630 bis 631)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zempe, f.: dicker brei, steifes mus (anhaltisch) Schrader franz. wb. 2, 1673; gleich thür. zampe; s. DWB zämet (sp. 214). —
 
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zempel, f., gleich zampel (sp. 215): der knabe, der bei einem damastweberstuhle die z. ziehet Nicolai reise d. Deutschld 6, 429; Karmarsch-H. 3 11, 161; -junge, m.: Nicolai ebda.
 
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zempeln, verb., zum vorigen: ein theil (der gelehrten) nimmt bcher anstatt geld, weil er glaubt, so zemple er den bogen hher aus J. T. Hermes Sophiens reise 2, 293. —
 
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zempeln, verb., 1) im pommerschen offensichtlich nichts anderes als das lautmalend gesteigerte semmeln mit hervorhebung des leeren und aufdringlichen geschwätzes (s. th. 10, 1, 566 und ob. zemmeln): z. vorkäuferei treiben Dähnert 561a; ebda zempler, m., auf-, vorkäufer und zemplersche, f., auf-, vorkäuferin; bereits älter: die bollwercksherren ... auf zempler und vorkeufer ... ein fleisziges auge haben sollen Micrälius alt. Pommerland 4, 105; vgl. DWB sempeln (th. 10, 1, 568 und schweiz. id. 7, 989); 2) zeppeln (s. d.) und sempeln erscheinen zusammengeflossen in schwäb. z. a) scherzend zanken, einen neckischen wortstreit führen, b) nachlässig an etwas arbeiten: H. Fischer 6, 1120.
 
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zemper, m., 1) gleich semper (th. 10, 1, 568) des Obermains und Bayer. waldes, ist in der form zember als name des knechts Ruprecht in Eger von Popowitsch versuch 523 überliefert und lebt heute im nordwestlichen Böhmen im verbum zempern (nur in der vb. z. gehn) und dem daraus hergeleiteten zemperer (in der vb. als z. gehn; beide wendungen bedeuten 'als Nikolaus verkleidet gehn') fort: R. Wenisch wortsch. d. nordwestböhm. mda. 110a; Jos. Blumer nordwestböhm. mda. 96a; Al. John volksglaube in Westböhm. 6; Fr. Vogt schles. weihnachtssp. 88; 2) in der Niederlausitz eine feier der mädchen und burschen, die vier wochen vor fastnacht als eine veranstaltung der spinnstube stattfand: Rob. Mielke in landeskde d. prov. Brandenburg (1912) 3, 140; 1676 als umzug zur fastnacht für den angrenzenden theil Schlesiens bezeugt: a drre schpseviertel vu eenem brackschofe oder auszgedorrter heecke (geringe kuh), die ma beem zamper oder in da spinnestuben ... broochen konde Eph. Herrmann höchst. gutt 73 (s. mitt. d. schles. ges. f. volkskde 22, 80). häufiger ist für die Lausitz und den ehemals wendischen bezirk der mark Brandenburg der ausdruck zempern (gehn) 'zur fastnacht unter hersagen von sprüchen (zemperspruch; solche sprüche von kindern bei M. Wald heimatb. d. stadt Dahme [1913] 37) und thierverkleidungen als bär, schimmelreiter u. a. gaben einsammeln' berichtet: A. Kuhn u. W. Schwartz norddeutsche sagen 369; zs. Brandenburgia 2, 19; nd. jb. 39, 95a; K. Bruns volksw. d. prov. Sachs. 76b; Bernd Posen 248 (zampern, zamperlied); K. G. Anton Oberlaus. 4, 3; u. a. als ursprünglich städtischer handwerksbrauch (s. M. Wald 37) sehr wahrscheinlich auf schembart laufen (th. 9, 1488) zurückzuführen, wobei sich der lautwandel sch- > z- aus dem vielfach belegbaren umgekehrten von z- > sch- dieser gegenden

[Bd. 31, Sp. 631]


erklären läszt.
 
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zemper, m., die ungeduld, das trippeln Hintner tirol. 246; von dem verb. z-n vor ungeduld trippeln, verz-n vor ungeduld vergehn ebda; zämpern (hinterher)trippeln, ohne recht vorwärts zu kommen (laus.-schles.) W. Jungandreas schles. zeitwortbildg 41; zur gruppe zampeln (sp. 215) und zappeln (sp. 275); wol auch hierher das (zur zeit nicht mehr nachweisbare) schles. zempern dienen, roboten, z. gehn auf robot gehn Weinhold schles. wb. 108b, wenn nicht, wie zemmeln (s. ob.) mit semmeln, so mit schweiz. sempern zögernd arbeiten schweiz. id. 7, 989 zu verbinden; (die alten weiber) ..., wenn sie abends zum lichten gehn, ihr robotgarn für die herrschaft spinnen, (antworten auf die frage,) was sie machen ...: wir gehn z. Holtei erz. schr. 15, 87. —
 
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zempern, verb., s. DWB zemper.
 
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zemse, f., kleie; ahd. zemisa, cemsa, zemise, zemisse furfures gloss. 4, 6648—51; ein nur noch am äuszersten südrande des deutschen sprachgebietes (plur. z-n tirol., Gottschee Schmeller-Fr. 2, 1126; Tschinkel Gottscheer mda. 218; steir. Unger-Kh. 648a) nachweisbares wort unsicherer abstammung, von welchem ungewisz ist, ob es mit dem engl.-nld.-nd. temes(e) sieb, haarsieb (me. temse, mnld., nnld. teems, mnd. temis, n., temese, f) zusammengehört. da auch der beleg aus der Zips für das letzte wort (zims, f., Schmeller-Fr. 2, 1126) nicht mit bestimmtheit als ein zeugnis für das vorkommen von zemse sieb auf hd. gebiet gelten kann und das tirol. verb. zamsen 'gegenstände, wie kleien, mehl, heu, stroh, auf dem boden herumsäen' Hintner 246 nicht notwendig mit dem ags. tem(e)sian sieben, sichten, mnd. temesen durchsichten verbunden werden musz, sondern auch aus zemse kleie hergeleitet werden kann, so erscheint trennung beider wörter geraten. wegen franz. tamis, ital. tamigio haarsieb istwol kaum begründetkeltischer ursprung des zweiten wortes vermutet worden.
 
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zemsen, m., s. 2ziemer. —
 
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zemte, zemmete, zemt, f., s. DWB zämet (sp. 214). —
 
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zen, m., s. 2ziemer.