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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zementkupfer bis zemmel (Bd. 31, Sp. 628 bis 630)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -kupfer, n., das aus sauren, natürlichen

[Bd. 31, Sp. 629]


oder künstlichen kupferlösungen durch eingelegtes eisen gewonnene kupfer: Mothes baulex. 2, 24; Frisch 1, 167b; Adelung 2 1, 1317; Hoyer wb. d. artill. 1, 188; u. a.;
 
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-ofen, m., ofen, in welchem metalle wie gold, eisen cementiert werden: Frisch 1, 167b; Adelung 2 1, 1317; cimentofen Ercker min. ertzt 31b; setze die bchse mit dem blei und schwebel in einen cementofen J. R. Glauber de igne secreta philos. (1669) 49; s. zementier-;
 
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-pulver, n., gleich zement 2 a: Adelung 2 1, 1317; Hoyer 1, 188; Prechtl 15, 438; zu dem cimentpulffer ... gehren solche zeug und matherien, die das silber ... angreiffen Ercker min. ertzt 81b; -quelle, f., grubenwasser mit kupfervitriolgehalt in erzgruben: Mothes baulex. 2, 26; -regal, n.: Paracelsus op. (1616) 1, 936c H.;
 
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-schlamm, m., der kupferniederschlag aus dem zementwasser, wird gewaschen und getrocknet und zum festen kupfer zusammengeschmolzen: allg. d. bibl. 73, 59; Mothes 2, 24; -silber, n.: Lueger 7, 392; -stahl, m., s. DWB zement 2 a: Prechtl 15, 324; Zappe 1, 268; A. v. Humboldt kosmos 1, 272; Mothes 2, 26;
 
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-wasser, n., gew. plur., natürliche kupfervitriollösung, als grubenwasser vielfach vorkommend; in ausgemauerten kanälen über altes eisen geleitet, wodurch das kupfer frei wird, s. -kupfer: Adelung 2 1, 1317; Hoyer wb. d. artill. 1, 188; Zappe 1, 213; Oken allg. naturg. 1, 304; u. a.
 
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zementation, f., das glühen eines körpers, bes. eines erzes, in luftdicht verschlossenen gefäszen zwischen anderen substanzen, deren dämpfe den körper durchdringen und verändern sollen: Hoyer wb. d. artill. 1, 188; Prechtl technol. enc. 15, 413; sowie das ausfällen von metallen aus lösungen durch einlegen anderer metalle: Muspratt chemie 4, 1902 St.-K.; s. DWB zement 2. —
 
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zementen, zi-, verb., 1 a) beizen, scheiden, läutern (Lexer 3, 1120; Schmeller-Fr. 2, 1125; H. Fischer 6, 1205; se- Lübben-W. 344b):

wer ein golt zimentet hât
ûf vier und zweinzec karât
Suchenwirt 41, 573;

als golt von vierundzwentzig karat
sich lauter zyment in feures grat
Rosenplüt priam. in Germ. 18, 265;

den armen selen,
die in dem fegfeuer müssen quelen,
bis das sie sich zimenten und vercleren ders. in fastnachtsp. 3, 1190 K.;

b) -i- eichen (1568) österr. weisth. 10, 4; Unger-Kh. 652a; 2) mit mörtel versehen:

mit hertem adamante
was sie gefundamentet,
van iaspide mit sante
was sie fast gesementet
Eberhard Cersne minnereg. 64. —

zementer, m.: -i- eichamtsbeamter Unger-Kh. 652a.
 
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zementieren, verb., setzt das vorige fort; 1 a) in den beiden anwendungen der zementation: si (die goldschmiede) cementiren vlligklich untz auff die glntzi des feuers blick Steinhöwel spieg. menschl. leb. (1479) 76b; Mathesius Sar. (1571) 155a; das cimentirn ist eine sonderliche, schne kunst, durch welche man silber, kupfer, messing und andere metalln durch ein angefeuchts pulffer von goldt beitzen und fretzen kan Ercker min. erzt (1580) 81a; der todt ... und die tdtung der metallen ist ein hinnemmung seines gedignen crpers und swefelicher feiszigkeit; das ihm dann in viel weg mag genommen werden, als durch calciniren ..., cementieren und sublimieren Paracelsus op. (1616) 1, 891c H.; J. Agricola chirurg. (1643) 242; aurum e pallido ad meliorem colorem purgare Frisch 1, 167a; ausführlich Adelung 2 1, 1317; cementiren heiszet bey schmelzhütten die einhüllung des erzes in kohlenstaub Zappe min. hdlex. 1, 212; u. a.; b) genau abwägen, eichen (s. DWB zement 2 c): caementirtes gewicht Kepler op. 5, 590; marck, das lautet ein gemerck oder ein gezeichneter und caementirter gewichtstein 594; Götze gl. 2 234b; 2) durch mörtel, nam. zementmörtel verbinden: Adelung2 1, 1317; corallen, muscheln, seesand, ... seegras, die durch die salzige meereswoge ... zusammengewürfelt und cementirt ... werden Ritter erdkde 14, 477; ebenso von natürlich gebildeten zementierten sandmassen Wimmer deutsche bod. 151; geläufig von künstlicher zementierung, z. b. zementierter fuszboden. — hierzu zementierer, m. (für älteres zimenter: es sol niemand silber prennen denn der zymenter mon. habsburg. 3, 343), metallscheider, -läuterer:

[Bd. 31, Sp. 630]


goldschmid und cementirer halten ihr aqua fort in glesern Mathesius Sar. (1571) 196b; arbeiter, der beim treiben und schmelzen den ofenlehm zurichtet: Frisch 1, 167a; Adelung 2 1, 1317; sowie zementierung, f.: Paracelsus op. (1616) 1, 937b Hus.; Frisch 1, 167a; und dïe zss.: zementierbüchse, f., gleich zement-: Adelung 2 1, 1317; -eisen, n.: instrumentum, quo grana auri in vas purgatorium ponuntur Frisch 1, 167a; -feuer, n., gleich zement-: Adelung 2 1, 1317; ignis e prunis in circulum positis Frisch 1, 167a; -ofen, m., gleich zement-: Adelung 2 1, 1317; Prechtl technol. enc. 15, 426; -pulver, n., gleich zement-: Prechtl 22, 643; -tiegel, m., oder -topf, m.: vas, in quo aurum purgatur caemento Frisch 1, 167b.
 
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zemer, m., drossel, s. 1ziemer. —
 
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zemer, m., rückenstück beim wild; ruthe des ochsen, s. 2ziemer.
 
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zemmel, m., ruthe des hirschs; stockausschlag, junge weinrebe, s. 2ziemer; ebda zemmer, zemmet. —