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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zember bis zementschlamm (Bd. 31, Sp. 627 bis 629)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zember s. 1zemper. — 2zember- in zemberbaum, m., zirbelkiefer, pinus cembra: Nemnich 2, 978; Campe 5, 839a; Metzger pflanzenkde 289; mhd. selbständig zember, n.: Lexer 3, 1056; aus dem lat. übernommen.
 
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zembern s. DWB zempern.
 
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zement, m. , älter n. (noch Adelung 2 1, 1316 neben m.); mhd. zîment(e), n., m. (aus franz. ciment), eine in den mundarten noch erhaltene form (vgl. u. a. schwäb. H. Fischer 6, 1205 und obersächs. Müller-Fr. 2, 699a); doch tritt in anlehnung an jüngeres franz. cément spätmhd. cêment zutage. zugrunde liegt lat. caementum (zu caedere [mit dem meiszel] schlagen) bruchstein, der mit lehm oder kalkmörtel als bindemasse zum hausbau verwendet wurde. später als benennung dieses bindestoffes, den nach ausweis der reste von baulichkeiten bereits die Römer aus italienischen (puzzuolane) und rheinischen (trasse) naturgesteinen herzustellen verstanden; so im 13. jahrh. franz. ciment in dieser bedeutung. erst 1796 (romanz.) und 1844 (portlandz.) künstlicher z. erfunden.
1) danach dieser unter wasser erhärtende kalkthonmörtel:

leim was ir zimente gar,
si hetten anders plasters nicht Christherrechron. in germ. stud. 2, 174 Bartsch;

ciment Hulsius 2 (1618) 400b; sobald es (das erdreich) ins wasser geworffen, wirdt es zum stein verndert, ... gleichs als wanns mit cumanischem cement vermischet were G. Braun beschreibg u. contrafractur (1576) 51a; cement, n., mortarium e calce, arena topho sive tegulis contusis, quo lapides in aquis, cellis, secessibus et aliis muris subterraneis firmantur Frisch 1, 167a; Adelung 2 1, 1316; eine fachliche beschreibung s. bei Prechtl technol. enc. 8, 81; ihre (der ruinen) quadersteine sind durch cement verbunden Ritter erdkde 7, 103; in der jüngsten entwicklung

[Bd. 31, Sp. 628]


der bautechnik von überragendem werthe als bindemittel des zementbetons; in der petrographie bindemittel: Meyers lex. 7 12, 1738; in der soldatensprache für geld: Th. Imme soldatenspr. 96;
2) sodann a) die pulverförmige masse, womit erze eingehüllt werden, um gewisse veränderungen des metalls hervorzubringen, vgl. Zappe min. hdlex. 1, 212; ferner Frisch 1, 167a; Adelung 2 1, 1317; so wird stahl (zementstahl) durch erhitzen von weichem stabeisen mitsamt dem umhüllenden kohlenpulver im luftdichten zementierofen hergestellt (Prechtl 15, 426 u. a.) und silberhaltiges gold durch erhitzung aus einer mischung mit eisenvitriol, kochsalz und ziegelmehl unter ausscheidung des silbers rein gewonnen; b) eine beimischung von metallen zu metallischen lösungen, um die metalle aus den lösungen auszufällen; so schlägt sich silber (zementsilber) aus seiner lösung durch kupfer oder aluminium und kupfer (zementkupfer) durch einlegen von eisen in seine lösungen (zementwasser) nieder. belege für die eben erläuterte bedeutung 'beize zum scheiden und läutern von metallen':

daz gold geleutert in der minn ziment
Suchenwirt 15, 214;

das ist ein zyment und ein peisz fastnachtsp. 3, 1153; 1154 K.;

daz solich gelt ... nit folleclichen und gerechte uz dem fure und cemente enqueme (1399) Würdtwein diplomataria magunt. 2, 243; der gulden sal halten nuntzehen grait fyns golts usz dem z. sunder remedium und mit dem stryche glich syn der nalden (1437) 298; die montzen probieren und uffsetzen im zyment oder im wassir (1477) 368; s. Germ. 18, 265; item wie man gold und silber durchs cement und im aqua fort scheidet Mathesius Sar. (1571) 41b; ein solch metall, dasz ... auch alle proben, ziment, schleg, stich und streich erdultet Ercker min. ertzt vorr. 3b; leg es (gold) in ein ... ciment 88b; den mntzern, die solch zustz, schmeydigkeit, flusz, gradation, cement und dergleichen suchen und machen Paracelsus op. (1616) 1, 658b H.; beleg von 1408 bei H. Fischer 6, 1205; c) schlieszlich entstand aus dem verfahren der läuterung das der eichung und wägung: die dritt wâg sol sein in der chamer, die dô haist die zîment (sc. -chamer?), darin sol abgewogen werden gold, silber, perl und edelgestain mon. habsburg. 3, 347; es sol auch bei gemainem markt ... recht gewicht, eln und masz nach den zimenten, so ... durch uns ... commissari uberantwort ... sein, gehalten, ... werden (1568) österr. weisth. 10, 4; z., n., eichmasz Götze gl. 2 234b; s. zementieren 1 b.
 
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zement- in zss.; 1) mit der bedeutung von zement 1:
 
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-anstrich, m.: Lueger lex. d. techn. 4, 387; -arbeit, f.: Schönermark-St. hochbaulex. 116; -bereitung, f.: Lueger 7, 964; -beton, m., s. DWB zement 1: Schönermark-St. 842; -decke, f.: Lueger 3, 413; -dichtung, f.: ebda 5, 422; -estrich, m.: ebda 4, 5; Schönermark-St. 116; -fabrik, f.: B. Auerbach schr. 5, 49; -fabrikant, m.: ebda 5, 208; -fuszboden, m.: Lueger 6, 741; -gusz, m: Muspratt chemie 4, 1585 St.-K.; -industrie, f.: Lueger 4, 393; u. a.; -kalk, m.: ebda 1, 16; -mauerwerk, n.: ebda 4, 393; -milch, f., verdünnte lösung von portlandcement: ebda 3, 414; -mörtel, m.: ebda 7, 542; u. a.; -platte, f.: ebda 3, 233; -prüfung, f.: Mothes baulex. 2, 24; -pulver, n.: Lueger 7, 973; -putz, m., dünne zementlage auf mauerwerk: Schönermark-St. 114; Lueger 5, 152; röhre, f.: ebda 3, 493; u. a.; -schicht, f.: Muspratt 8, 431 St.-K.; -stein, m., 1) stein, der natürlichen zement gibt: Mothes 2, 26; 2) kunststein aus zement: Schönermark-St. 151; -werk, n., gleich -fabrik; -ziegel, m.: Steub wand. im bayr. geb. (1862) 110. — 2) mit der bedeutung von zement 2:
 
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-amt, n.: zimmentambt zu Wien mensuris et ponderibus praefecti Apinus gl. n. 558; -beschreibung, f.: -i- Ercker min. ertzt 88b; -büchse, f., ein flacher, irdener tiegel, worin das gold cementiert wird: Adelung 2 1, 1317; nimb eine gute cementbchsen, lege unten eines finger dick geschmeltzt saltz hinein J. Agricola chirurgia (1643) 241;
 
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-eisen, n., weiches eisen zur herstellung von guszstahl: v. Alten hdb. f. heer u. flotte 4, 503; -feuer, n., feuer um eine -büchse zum läutern von metallen: J. Agricola chirurgia (1643) 242; Adelung 2 1, 1317; s. zementier-;
 
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-kupfer, n., das aus sauren, natürlichen

[Bd. 31, Sp. 629]


oder künstlichen kupferlösungen durch eingelegtes eisen gewonnene kupfer: Mothes baulex. 2, 24; Frisch 1, 167b; Adelung 2 1, 1317; Hoyer wb. d. artill. 1, 188; u. a.;
 
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-ofen, m., ofen, in welchem metalle wie gold, eisen cementiert werden: Frisch 1, 167b; Adelung 2 1, 1317; cimentofen Ercker min. ertzt 31b; setze die bchse mit dem blei und schwebel in einen cementofen J. R. Glauber de igne secreta philos. (1669) 49; s. zementier-;
 
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-pulver, n., gleich zement 2 a: Adelung 2 1, 1317; Hoyer 1, 188; Prechtl 15, 438; zu dem cimentpulffer ... gehren solche zeug und matherien, die das silber ... angreiffen Ercker min. ertzt 81b; -quelle, f., grubenwasser mit kupfervitriolgehalt in erzgruben: Mothes baulex. 2, 26; -regal, n.: Paracelsus op. (1616) 1, 936c H.;
 
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-schlamm, m., der kupferniederschlag aus dem zementwasser, wird gewaschen und getrocknet und zum festen kupfer zusammengeschmolzen: allg. d. bibl. 73, 59; Mothes 2, 24; -silber, n.: Lueger 7, 392; -stahl, m., s. DWB zement 2 a: Prechtl 15, 324; Zappe 1, 268; A. v. Humboldt kosmos 1, 272; Mothes 2, 26;