| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
system bis systemmäszig (Bd. 20, Sp. 1433 bis 1444) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| als gemeinsame grundlage fast aller bedeutungen und anwendungen hat system den allgemeinsten sinn 'ein sinnvoll gegliedertes ganzes, dessen einzelne teile in einem zweckmäszigen zusammenhang stehen oder unter einem höheren prinzip, einer idee, einem gesetz sich zu einer einheit zusammenordnen', vgl. bereits Adelungs umschreibung: 'system, ein zusammenhang von dingen einerley art und einrichtung und die ordnung, nach welcher sie untereinander verbunden sind' wb.2 4, 510. der begriff der sinnvollen, prinzipgemäszen, zweckbestimmten ordnung einer mannigfaltigkeit von dingen ist durch den philosophischen wortgebrauch in den vordergrund gerückt worden (s. unten [Bd. 20, Sp. 1434] 2 c, besonders bei γ); dem gr. σύστημα 'zusammengestelltes' eignet er noch nicht notwendig, ist aber bereits in vielen anwendungen auch des griechischen wortes enthalten (vgl. z. b. Platons σύστημα ἀριθμοῦ, des Aristoteles κόσμος ἐστὶ σύστημα οὐρανοῦ καὶ γῆς bei Passow u. dgl.). gut überblicken läszt sich der neuere physikalisch-philosophische gebrauch von system bei den englischen physikern und philosophen des 17. jh. in dict. 9, 2, 393 f. 1) system als ein zusammenhängendes gebilde von (zumeist gleichartigen) körpern, die funktionell ein ganzes bilden. a) physikalisch-astronomisch 'die summe der zu einem zentralkörper in gesetzmäsziger beziehung stehenden körper', z. b. sonnensystem; vgl. schon bei den Stoikern σύστημα im sinne von 'weltordnung' (s. Eisler wb. d. philos. begr.3 3, 1478), von 'weltgebäude' (lat. systema mundi) im engl. den beleg von 1619 bei 9, 2, 393 sowie, in der franz. form, 'systeme, lat. mundi compositio, mundi partium situs' gloss. (1728) 524. für eine einzelne körpergruppe des weltganzen: mit gleichem auge siehet (gott), als herr und gott von allen, unaussprechliche zahlen von tausend verschiednen systemen (der sonne) wie unbemerkt, verächtlich dunkel auf seiner selbsterfundenen bahn b) auch sonst wissenschaftstechnisch; in der musik das bündel paralleler waagerechter linien, auf dem die ton- und pausezeichen eingetragen werden, vgl. 'die musici heiszen die 5 oder 6 linien, auf und zwischen welche sie die noten stellen, systema' lex. (1717) 924: da zeige man dem untergebenen die fünff in die länge gezogene linien oder den notenplan, welchem man zu viele ehre anthut, wenn er ein systema genennet wird kl. generalbaszschule (1735) 74; hab ich doch gar während des spielens meinen bleistift hervorgezogen und seite 63 unter dem letzten system ein paar gute ausweichungen in ziffern notiert mit der rechten hand, während die linke im strome der töne fortarbeitete s. w. 1, 23 Gr.; im autograph ... sind die flöten und clarinetten auf einem oben und unten leer gebliebenem system mit ganz verschiedener dinte später hinzugefügt Mozart (1658) 4, 122 anm. 25. — anatomisch-biologischpsychologisch, vgl. 'systema oder systema nervosum heiszt bey den anatomicis der gantze nervenbau, wie er sich durch den gantzen leib ausstrecket' Chomels öcon. lex. (1750) 8, 1823: die nerven scheinen blosze gefäsznerven, zum sympathischen [Bd. 20, Sp. 1435] systeme gehörig, zu sein menschl. körper (1839) 2, 10; die wirkenden kräfte nehmen von jahr zu jahr mehr ab ... das nehmliche geschieht auch im ganzen system der gefäsze und aller bewegungsorgane kunst d. menschl. leben zu verlängern (1797) 235; jeder ihrer (der pflanzen) anatomischen teile reicht durch den ganzen stock, und sie sind daher den anatomischen systemen zu vergleichen, nicht aber besondern organen allg. naturgesch. (1839) 1, 15; s. auch composita wie muskelsystem, nervensystem, zentralnervensystem, drüsensystem u. s. w.; vergleichbar: alle glieder (des körpers eines buckligen) haben den gemeinschaftlichen schwerpunkt gesucht, der einem so verschobenen system zukam 45, 253 W.; die summe aller dieser organe bildet das system der sinnlichen vorstellung 1, 79 G.; wie weit sich alle thaten dieses berüchtigten rebellen aus dem fürchterlichen system von gemütsbeschaffenheiten erklären lassen nachlasz 3, 9. — auf andere gebiete übertragen, besonders im geographischen und technischen sprachgebrauch; ein zusammenhängendes gebilde von flüssen, geologischen formationen, bergen u. dgl.; vgl. fluszsystem, gebirgssystem: (die) behauptung, dasz dieses wasser von Timbuctu und von Bornu ... zu einem und demselben systeme gehöre, wenn es auch nicht ein und derselbe strom sey erdkde (1822) 1, 487; ähnlich: die ränder entstehen nämlich gesetzmäszig an den gränzen sowohl des schwarzen als des weiszen, die säume verbreiten sich sowohl über das weisze als das schwarze, und so erreicht der gelbe saum geschwind den blauen rand und macht grün, der violette rand den gelbrothen und macht purpur, so dasz wir sowohl das system des verrückten weiszen als des verrückten schwarzen bildes zugleich gewahr werden II 2, 238 W. — das ganze einer technischen einrichtung, wobei aus 3 der begriff des planvoll angelegten, zweckmäszig aufgebauten hereinkreuzt: portiersleute fehlten, statt ihrer aber war ein ganzes system von gittertüren da ges. w. I 5, 72; man musz sich nämlich klar machen, dasz die gewaltige menge kalter luft, die droben in der atmosphäre über den 'einzugsgebieten' solcher windkraftwerke liegt, einen grundlegenden teil des systems ausmacht, genau wie die wassermengen oberhalb eines wasserfalls zum system des von diesem fall gespeisten kraftwerks gehören in hundert jahren (1931) 42. so von befestigungswerken, verkehrswegen u. s. w.: jede arbeitsfähige hand war ... zu befestigungsarbeiten herangezogen worden. ein system von betonbunkern, maschinengewehrstellungen, verdrahteten flankierungs- und riegelanlagen ... umschlosz Bilbao in einem festen ring Deutsche kämpfen in Spanien (1939) 17; z. b. ein system von eisenbahnlinien, von kanälen u. dgl.; system als bezeichnung einer zu einem bauganzen (maschine, schiff, flugzeug u. dgl.) zusammengefügten vielheit von einzelteilen, vgl. unten systemschwerpunkt. — in der mathematik ein nach bestimmten prinzipien geordnetes gebilde von linien, flächen u. s. w., vgl. z. b. koordinatensystem, dann auch von gleichungen, substitutionen u. dgl.: ein unermeszliches system simultaner differenzialgleichungen grenzen d. naturerk. (1873) 5. 2) eine einheitliche, nach einem bestimmten prinzip, einer grundidee, einer methodischen einsicht durchgeführte anordnung einer vielfalt von erkenntnissen zu einer logisch begründeten gesamtanschauung, einem lehrgebäude, in welchem jeder teil seinen vernunftmäszig bestimmten platz einnimmt. a) naturwissenschaftlich; zunächst astronomisch eine hypothetisch angenommene anordnung der weltkörper, auf grund einer wissenschaftlich erkannten und theoretisch begründeten einsicht von ihrem zusammenhange, vgl. 'bey den astronomis bedeutet systema diejenige künstliche verfassung und zusammenfügung des gesammten weltgebäudes, himmels und der erden, sammt ihrem lauf und abwechselungen ...' lex. (1717) 924, so das Ptolemäische und das Kopernikanische system: denn der verstand von ganz Italien schien dem streben nach wahrheit in eben dem [Bd. 20, Sp. 1436] augenblick abzuschwören, wo der arme greis Galilei den wahrheiten des Kopernikanischen systems ... abschwören muszte w. (1814) 6, 76. in der botanik die einteilung (klassifikation) der pflanzen nach bestimmten gesichtspunkten in klassen, so bei Linné nach den sexualorganen (künstliches system), bei Jussieu, Endlicher und anderen nach ihren verwandtschaftsverhältnissen (natürliches system): wodurch das Linnaische system aufs schönste erleuchtet wird IV 8, 251 W.; mit übergehung der ältern versuche von pflanzenverzeichnissen oder sogenannten künstlichen systemen wollen wir hier blosz einen begriff vom Linneischen system geben allg. naturgesch. (1839) 3, 1, 4; die anordnung der pflanzen nach ihren verwandtschaften und ihrer stuffenfolge, so dasz man eine einsicht in ihren zusammenhang oder in die gesetze ihrer entstehung erhält, heiszt das natürliche system ebda 7; entsprechend in der zoologie: wir wollen hier das zoologische system in seiner historischen entwicklung betrachten hwb. d. naturwiss. (1912) 10, 1002. von arten der gruppierung aller naturerscheinungen (lat. systema naturae) oder in anderen gebieten der naturwissenschaft: indessen dürfte man die systeme der natur, die bisher verfaszt sind, richtiger wohl aggregate der natur nennen, denn ein system setzt schon die idee des ganzen voraus, aus der die mannigfaltigkeit der dinge abgeleitet wird ges. schr. 9, 149 Hartenstein; diesz ist im ganzen so ausgemacht, dasz wer es läugnen wollte, auf die wirkungen in der natur gar nicht müszte acht gegeben haben, oder alles unter ein zu früh festgesetztes theoretisches system müszte zwingen wollen reise d. Deutschl. (1783) 2, 388; als buchtitel: ein name den Holbach im system der natur mit achtung zitiert gesch. d. mater. (1866) 222; demungeachtet kann man sich nicht läugnen, dasz grosze und wichtige einwendungen gegen das Newtonsche system gemacht worden II 5, 1 W.; dem menschen gebührt nur derjenige rang in einem morphologischen systeme völkerkde (1874) 6; hierher auch: diese sammelten insekten, vögel, steine, versteinerungen, mineralien ..., ordneten sie bald nach diesem, bald nach jenem systeme Seb. Nothanker (1773) 2, 52. mineralogisch, die als einteilungsprinzip benutzten hauptformen der kristallisation: die crystalle gehören zum zwey- und einachsigen system, dessen einfachste gestalt das quadratische octaeder ist allg. naturgesch. (1839) 1, 150. musikalisch, die theoretische einteilung der tonverhältnisse, z. b. pentatonisches system, siebenstufiges system: das enharmonisch-chromatische system der Griechen war 24-stufig Riemann musiklex.11 2, 1798; meist als compositum tonsystem gebräuchlich. b) die vereinigung wissenschaftlicher erkenntnisse zu einem vollständigen und nach bestimmten grundsätzen geordneten lehrgebäude, auch ein buch mit derartigem inhalt, vgl. systema 'ein vollkommener tractat, ein recht opus, z. e. ein systema über oder von etwas schreiben' comm. manual (1703) 306; 'systema von etwas, ein begriff einer wissenschaft, ein entwurff ihres gantzen zusammenhangs' t.-engl. (1716) 1932, 'systema heist eigentlich eine ordentliche eintheilung eines dinges und also nennet man ein solches buch, worinnen eine gantze lehre verfasset ist' lex. (1717) 924: ihr sehet, dasz das moralische systema des herrn Laws von einem ungemeinen geist zusammengesetzet worden discourse d. mahlern (1721) 2, 23; Racine, Corneille, Voltaire ... haben dann und wann sachen gesagt, welche desto nützlicher sind, da man sie vergebens in einem moralischen systeme suchen würde w. (1761) 3, 274; man hat zwar in dem system der tonwissenschaft keine bestimmte vorschrift in solchen fällen, doch sieht man, dasz ein unterschied von drei seiten kein wahres verhältnisz ist (v. j. 1788) bei Mozart (1856) 4, 30 anm. 28; kann die wissenschaft nur zum wahren frieden mich führen, [Bd. 20, Sp. 1437] c) speziell philosophisch. α) die vereinigung allgemeiner philosophischer (oder theologischer) erkenntnisse zu einer einheitlichen lebens- und weltanschauung im hinblick auf eine alle einzelgedanken tragende grundidee: da ich nur stellen aus fragmenten anführe, so kann meine absicht nicht seyn, sein (des Julian Apostata) system, wenn er anders eins gehabt hat, zu zeigen d. nord. aufseher (1758) 1, 150; in dem erstern wird erwiesen, dasz Leibnitz nicht der eigentliche erfinder der vorherbestimmten harmonie sey ... (und dasz) er ihr (nur) den namen gegeben und sie seinem system auf das genaueste einzuverleiben gewuszt habe 7, 13 M.; daher hat der, welcher ein system der philosophie, z. b. das Wolffische, eigentlich gelernt hat, ... doch keine andere als vollständige historische erkenntnisz der Wolffischen philosophie ges. schr. I 3, 541 akad.; (die deutschen) philosophen (ordnen) die meisten begriffe dieser art mehr für ihr system und nach ihrem sehepunkt 5, 34 S.; unter einem systeme der philosophie wird fälschlich nur eine philosophie von einem bestimmten, von andern unterschiedenen princip verstanden; es ist im gegentheil princip wahrhafter philosophie alle besonderen principien in sich zu enthalten s. w. 6, 25 Glockner; diese höchst sonderbare und nach dem gewöhnlichen mechanisch-philosophischen system ... unerklärbare ... geschichte s. schr. (1835) 6, 415; er finde aber ..., dasz die metaphysischen systeme bey den weltweisen eben das sind, was die romane bey dem frauenzimmer tagebuch s. beobacht. 1, 5; selbst in philosophische systeme steckte sie den kopf, nur gegen physiologie wehrte sie sich hartnäckig s. w. 1, 114 Sauer; gleich einem stare wuszte er alle systeme von Thales bis auf heute herzusagen ges. w. (1889) 1, 314. β) im engeren sinne, schon mehr als formprinzip, die logische einheit eines mannigfaltigen, auch innerhalb eines teiles von vernunfterkenntnissen: unter der regierung der vernunft dürfen unsere erkenntnisse überhaupt keine rhapsodie, sondern sie müssen ein system ausmachen ... ich verstehe aber unter einem systeme die einheit der mannigfaltigen erkenntnisse unter einer idee. diese ist der vernunftbegriff von der form eines ganzen, so fern durch denselben der umfang des mannigfaltigen sowohl, als die stelle der theile untereinander a priori bestimmt wird ges. schr. I 3, 538 akad.; die philosophie der reinen vernunft ist nun entweder propädeutik (vorübung) ... und heiszt kritik, oder zweitens das system der reinen vernunft (wissenschaft), die ganze (wahre sowohl als scheinbare) philosophische erkenntnisz aus reiner vernunft im systematischen zusammenhange, und heiszt metaphysik ebda 544; die menschliche vernunft ist ihrer natur nach architectonisch, d. i. sie betrachtet alle erkenntnisse als gehörig zu einem möglichen system und verstattet daher auch nur solche prinzipien, die eine vorhabende erkenntnisz wenigstens nicht unfähig machen, in irgend einem system mit anderen zusammen zu stehen ebda 329; die philosophie ist auch wesentlich encyclopädie, indem das wahre nur als totalität und nur durch unterscheidung und bestimmung seiner unterschiede die nothwendigkeit derselben und die freyheit des ganzen seyn kann; sie ist also nothwendig system s. w. 6, 25 Glockner; ein system von gedanken musz allemal einen architektonischen zusammenhang haben w. 1, 9 Gr.; der zusammenhang der begriffe und urteile bildet das system, wie der zusammenhang der substanzen und tätigkeiten die welt bildet log. untersuch. (1862) 2, 411; das system ist in subjektiver beziehung die vollendetste form des wissens, in objektiver aber die einzig mögliche universalgestalt des mannigfach verzweigten seins curs. d. philos. (1875) 39. ähnlich wie 'systematik' gebraucht: Sokrates verwarf alles system, ahndete nur, und betete an in heiligem stillschweigen nach seinem tiefsten forschen s. w. 4, 278 Sch. [Bd. 20, Sp. 1438] d) allgemein, ein geordnetes ganzes von miteinander in innerer verbindung stehenden gedanken, dogmen, lehren und meinungen; der bedeutungsschwerpunkt liegt hier oft schon mehr auf dem begriff der methodischen ordnung als auf dem der inhaltlichen totalität: die tiefsinnigkeit der ausleger hat ... aus diesen und dergleichen quellen so viel herausgebracht, dasz die wissenschaft von dem wesen und thun der engel ... ein ziemliches systema ausmachen mögte v. d. wunderbaren (1740) 17; ich erinnere hier meine leser, dasz diese blätter nichts weniger als ein dramatisches system enthalten sollen 10, 187 M.; hieraus könnt ihr auch sogleich sehen, wie es sich damit verhält, ob die religion ein system ist oder nicht ... meint ihr nämlich damit, ob sie sich nach einem innern nothwendigen zusammenhang gestaltet, so dasz die art, wie der eine so, der andere anders in religiösem sinne bewegt wird, ein ganzes in sich ausmacht, ... so ist sie gewisz ein system reden üb. d. religion 61 Pünjer; auf jeden fall wird dadurch der zweifel an der allgemeinern ausbreitung des systems von göttern, das wir nordische mythologie nennen, abgeschnitten in: briefw. zw. Jac. u. W. Grimm 2, 52. für die auf bestimmten theoretischen grundsätzen beruhende überzeugung einer person: er hat sich ein bequemes system zusammenphilosophiert d. herz behält s. rechte (1788) 50; 'die wenigsten sind klug'. auf diesen grund erbaue 3) eine zweckmäszig zusammengestellte anordnung von prinzipien, erscheinungen, einrichtungen und handlungen. a) verbale verbindungen; etwas in ein system bringen 'etwas methodisch ordnen' oder 'in gruppen einteilen, systematisieren': so hat doch keiner diese gottlose lehre in eine solche zusamfügung oder systema, wie dieser, gebracht leben d. Spinoza (1733) 7 anm.; lassen sich ansichten und gar ansichten des unendlichen in ein system bringen? reden üb. d. religion 62 Pünjer; erst in neuester zeit ist aber die besonders in England und Nordamerika ausgebildete einrichtung der clearinghäuser ... auch bei uns auf anregung der reichsbank über alle bedeutendere handelsplätze verbreitet und in ein system gebracht hwb. d. staatswiss.2 1, 6. in etwas system bringen 'etwas methodisch, planmäszig betreiben': wir hatten Naglers ernennung ... nicht abgewartet, um system in die sache zu bringen vierzig jahre (1843) 1, 136; allmählich aber brachte er einiges system in sein lesen Grabenhäger 1, 216. in redensartlicher wendung darin liegt (ist) system methodisch und planvoll betriebenes verfahren: im ganzen war sinn und system in dieser politik Ranke w.2 14, 109. — zahlreicher sind unfeste verbindungen: was können sie sagen, gnädige frau, die sie ein ordentliches system über die gränzen der weibertreue entworfen (haben) über die ehe (1774) 79; lasz die (weisheitslehrer) systeme machen, [Bd. 20, Sp. 1439] mit worten läszt sich trefflich streiten, b) die art und weise des aufbaus einer erscheinung; allgemein: eine sehr bedeutende eigenthümlichkeit ist der erbadel und das system der nahmen röm. gesch. 1, 114; wenn sie nur dabei das system der englischen gesetze ... im ganzen bestehen lieszen s. w. 4, 9; da alle pfründen im lande fast ausschlieszlich den bürgern der herrschenden städte offen standen, so bildeten sie zu den weltlichen ehrenstellen eine ergänzung im systeme der herrschaft ges. w. (1889) 1, 15; prägnanter, mit dem beisinn der typischen artung: jeder konnte nachher wieder hoffen, den andern (aus der regierung) hinauszudrängen, wie das bei uns im system aller heterogenen coalitionen liegt, die nur in der abneigung gegen das bestehende einig sind gedank. u. erinn. (1898) 2, 197. blasser im sinne von 'einrichtung': je entwickelter das system der versammlungshäuser oder bais ist, desto schwächer sind die bande der familie völkerkde (1885) 2, 189. namentlich politisch, auf einem schon bei Plato und Aristoteles vorhandenen gebrauch fuszend (vgl. gr. σύστημα 'das ganze eines staatsgebäudes, staates, einer verfassung' bei Passow), für die politische struktur eines staates, einer verfassung, einer regierung, vgl. engl. system of government (v. j. 1769) 9, 2, 394a: wenn diese (neue staatsform) da ist, fühlen sie die unvollkommenheit derselben und wünschen ... das alte system wieder zurücke gesch. d. Deutschen (1778) 1, vorr. 15; (der fasan war) eins der ersten opfer des seit 1789 in Frankreich eingeführten demokratischen systems almanach für leckermäuler (1804) 62; Machault, ... dessen früheres ministerium ein opfer des österreichischen systems geworden war gesch. d. frz. revol. (1845) 18; aber eben deswegen ist der umsturz des bisherigen systems unvermeidlich w. 3, 232 Redlich; der graf ... hege keine vorliebe für das bisherige system v. d. nationallib. partei (1892) 7; (der bevorstehende) kampf zwischen den beiden europäischen richtungen, die Napoleon die republikanische und die kosakische genannt hat, und die ich nach heutigen begriffen bezeichnen möchte einerseits als das system der ordnung auf monarchischer grundlage, andererseits als die sociale republik ged. u. erinn. (1898) 2, 229; in betont verächtlichem klang, mit dem beisinn des künstlichen, ausgeklügelten, volksfremden politischen gebildes, so das Weimarer system, das durch die Weimarer verfassung von 1919 geschaffene parlamentarische system, dazu composita wie systemregierung, systemzeit: während in Deutschland alles versank, während ein widersinniges politisches system die letzten reste des deutschen volksbesitzes an die internationale hochfinanz verhökerte ..., haben wir dem verfall auf allen gebieten des öffentlichen lebens den kampf angesagt J. Göbbels kampf um Berlin [Bd. 20, Sp. 1440] (1936) 132; die autoritäten des systems sind gesunken. das will das system zwar nicht einsehen, aber es musz das von tag zu tag mehr erfahren ebda 273. c) in bezug auf handlungen 'methodische verfahrensart, methode' vgl. DWB unter system im allgemeinen versteht man die zusammenstellung (σύστημα) mehrerer ineinander eingreifender mittel zur erreichung eines zwecks logik u. erkenntnistheorie (1892) 90; dieses machte, dasz der mit sich selbst uneinige Ludwig auf das neue sein ganzes system änderte gesch. d. Deutschen (1778) 1, 457; sehr deutlich ward es hier, dasz die ... regierung ihr system geändert hatte röm. gesch. (1874) 2, 41; inzwischen ist wenigstens so viel sichtbar genug, dasz ... die neuen regenten vielmehr nach dem politischen systeme, welches Theoderich ... befolgte, von den alten einrichtungen so viel als möglich beibehielten dt. staats- u. rechtsgesch. (1821) 1, 78; ich würde doch nichts über ein allgemeines und schon mehrmals hartnäckig befolgtes system gewinnen br. 1, 142 Waitz; die nachsicht, welche er gegen sprachfertiges bettelvolk ... walten liesz, gehörte in sein schlau ersonnenes system erz. schr. 5, 124; er erweiterte die fluchwürdige politik der Habsburger, das 'novus rex, nova lex' Ferdinands II. zu einem systeme des meineids hist. u. pol. aufs. (1886) 1, 22; in einem staate mit freier verfassung kann ein jeder, der sich den staatsangelegenheiten widmet, offen seine ganze kraft an die vertheidigung und durchführung derjenigen maszregeln und systeme setzen, von deren gerechtigkeit und nutzen er die überzeugung hat br. an s. braut 27; ein system des feilschens ges. w. I 4, 393; 'oh, ich bin schon so geschickt im kranksein', sagte er. 'ich habe da schon förmlich systeme und methoden' Eva Sehring (1901) 141; wir haben die mittel und möglichkeiten einer wirksamen massenpropaganda aus der täglichen erfahrung gelernt und sie erst in der immer sich wiederholenden anwendung zu einem system erhoben kampf um Berlin (1936) 18. d) von technischen verfahren, die auf einem bestimmten methodischen prinzip, einem theoretisch festgesetzten plan, einem konstruktiven gedanken u. dgl. beruhen: Bolingbroke vergleicht die systeme der alten zeitrechnung und geschichte mit bezauberten schlössern 8, 10 M.; aber gleichviel! ich ändere das system (heilungsverfahren). ich werde homöopath ges. schr. 2, 21; das system der römischen finanzverwaltung ... gewährte ... dem römischen capitalistenstand ... die ausgedehntesten vortheile röm. gesch. (1874) 2, 110; der oberförster ... entwickelte mir eindringlich sein system der waldkultur s. w. (1899) 5, 160; zur erleichterung des zählens gebrauchte man in Hawai das in Peru zu so hoher ausbildung gelangte system, in schnüre knoten zu binden völkerkde (1885) 2, 132; wirtschaftlich vgl. merkantilsystem, freihandelssystem: (das) system gleichbleibender dividende versicherungslex. (1909) 477; die gewaltige organisation des verteilungssystems der nahrung auf karten ist zu bekannt, um darauf besonders einzugehen; die gegner, die einst darüber höhnten, erreichte die gerechte strafe, dasz sie selbst gezwungen waren, das system nachzuahmen, ohne es dabei richtig zu erfassen gesch. d. technik (1923) 214. man unterscheidet z. b. verschiedene systeme der stenographie: am verbreitetsten wurde neben dem system Gabelsberger, das besonders in Süddeutschland geschrieben wurde, das system Stolze-Schrey handbuch d. dtschen kaufmanns 601. — vor allem terminologisch in der sprache der gewerbe und der industrie, im maschinenbau, in der elektrotechnik u. s. w. von einem technischen verfahren, einer konstruktion auf grund besonderer bauprinzipien; die benennung erfolgt häufig nach dem unterscheidenden merkmal des verfahrens, dem konstrukteur oder der ausführenden firma: die gesellschaft hatte schon länger die absicht den dampf der soffioni (vulkanischer erdspalten) in gröszerem maszstab zur erzeugung von [Bd. 20, Sp. 1441] elektrischer energie zu benutzen ... wollte man diesen plan verwirklichen, so hiesz es zunächst das ganze system auf eine neue tragfähige unterlage zu stellen in hundert jahren (1931) 66; letzterer (Brunel) wandte das system des gitterträgers auf das schiff an, so dasz aus der konstruktion heraus das doppelbodensystem und das der quer- und längsspanten entstand gesch. d. technik (1923) 287; hierbei (bei dem 5 kw-röhrensender system 'telefunken') wird das neue system der schwingungserzeugung ungedämpfter wellen mittelst hochvakuum-kathodenröhren benutzt. dieses system besitzt bedeutende vorteile gegenüber dem alten system der gedämpften schwingungen (löschfunken) ebda 337; das neuere system der nähmaschine erfand Elias Howe, der in Amerika in einer fabrik für webstühle arbeitete ebda 229; z. b. die vollautomatische kuppelung (system Scharffenberg) von straszenbahnwagen. 1) 'eine kunst, ein verfahren, zu methodisch geordneter einteilung und darstellung eines wissensganzen' als eine aufgabe der wissenschaft, vgl. die idee ist selbst system. dies ist der grund, welcher die wissenschaft zur systematik verpflichtet syst. d. wissenschaft (1850) 139: die strenge systematik eines Gassendi und Hobbes gesch. d. mater. (1866) 145; der zweig der botanik, welcher die gruppierung und beschreibung der pflanzen zur aufgabe hat, vgl. botanische jahrbücher für systematik, pflanzengeschichte und pflanzengeographie (1881ff.) titel; eine systematik der chemischen stoffe hat ganz naturgemäsz von der zusammensetzung derselben auszugehen hwb. d. naturwiss. (1912) 9, 995. 2) 'methodisch geordneter, planvoller aufbau': diese ... hypothese, welche so verschiedenartig räumliches, der systematik seiner topischen anordnung nach, in genetische reihen ... zu ordnen sucht erdkde (1822) 2, 45; besonders vergiszt man darüber die steife systematik ges. schr. 5, 167 E. Schmidt; diese wissenschaften sind in der praxis des lebens selber erwachsen, durch die anforderungen der berufsbildung entwickelt und die systematik der dieser berufsbildung dienenden fakultäten ist daher die naturgewachsene form des zusammenhangs derselben einl. in d. geisteswiss. (1883) 1, 26; Husserl betont, dasz nicht wir die systematik erfinden, sondern dasz sie in den dingen liegt und hier entdeckt wird R. Eisler wb. d. philos. begriffe3 3, 1479. [Bd. 20, Sp. 1442] 1) adjektiv. a) 'in ein system gebracht, zu einem methodischen aufbau geordnet, in form eines systems angelegt': (das) gedicht des Pope von dem menschen (werde) die lehrsätze ... des hrn. von Leibnitz weit allgemeiner (machen) ... als alle ... systematischen beweise davon crit. dichtkunst (1740) 1, 9; indessen musz niemand denken, dasz hier (ad Pisones) der poet (Horaz) ein vollständiges, systematisches werk habe machen wollen vers. e. crit. dichtkunst (1751) 5; (um) ihren gedanken eine art von systematischer form zu geben frl. v. Sternheim (1771) 1, 220 anm.; inwiefern diese sammlung in systematische ordnung aufzustellen sey IV 28, 35 W.; das ganze bezieht sich auf die systematischtabellarische übersicht, die wir kennen I 49, 12; für den verfaszer dieser systematischen sammlung wird ... gewöhnlich Petrus Diaconus gehalten staats- u. rechtsgesch. (1821) 2, 182; welchen werth man den begriffen ordnung und unterordnung innerhalb eines systematischen baues (beilegt) völkerkde (1874) 1; 'nach bestimmten grundsätzen aufgebaut': solchergestalt kann man behaupten, dasz das faustrecht weit systematischer und vernünftiger gewesen als unser heutiges völkerrecht s. w. 1, 399 Abeken. den begriff des vollständigen, lückenlosen stärker betonend (vgl. DWB system 2 b): oft ist es gerade das systematische wissen, was einem sonst guten kopfe den zugang zu neuen ideen verschlieszt s. schr. (1843) 5, 143; auf eine systematische behandlung (der scene) verzichte ich vorläufig kl. schr. (1898) 3, 114. speziell philosophisch 'ein auf ein prinzip ausgerichtetes ganzes der erkenntnis umfassend', vgl. DWB system 2 c β: übersehen wir unsere verstandeserkenntnisse in ihrem ganzen umfange, so finden wir, dasz dasjenige, was vernunft ganz eigenthümlich darüber verfügt und zu stande zu bringen sucht, das systematische der erkenntnisz sei, d. i. der zusammenhang derselben mit einem princip ges. schr. I 3, 428 akad.; eine wissenschaft hat systematische form; alle sätze in ihr hängen in einem einzigen grundsatze zusammen, und vereinigen sich in ihm zu einem ganzen s. w. 1, 167; in fester verbindung systematische einheit: man sieht aber hieraus nur, dasz die systematische oder vernunfteinheit der mannigfaltigen verstandeserkenntnisz ein logisches princip sei, um da, wo der verstand allein nicht zu regeln hinlangt, ihm durch ideen fortzuhelfen und zugleich der verschiedenheit seiner regeln einhelligkeit unter einem princip (systematische) und dadurch zusammenhang zu verschaffen a. a. o. 430; freier verwendet 'ein philosophisches system enthaltend', vgl. DWB system 2 c α: Swifft finde ich am gröszten: sein Gulliver scheint mir so tief und systematisch br. 1, 223 Waitz. b) 'die bildung eines systems bezweckend, ein system schaffend'; besonders von wissenschaften, die sich mit der systematik ihres gegenstandes beschäftigen: gegen die scientifische methode und gegen die systematische philosophie ... hat hr. Kl. (Klotz) einen magern wiederholten spott sich so zur falte eines verrunzelten geistes werden lassen ... 3, 472 S.; in der beschreibenden und systematischen botanik kosmos (1845) 2, 96; R. Wettstein handbuch der systematischen botanik (1902) titel; gleich jenem berühmten maler, der, aller systematischen ästhetik abhold, nur zwei gattungen der malerei gelten lassen wollte d. dtsche arbeit (1861) 230; systematische theologie die theologie, deren aufgabe insbesondere dogmatik, ethik und religionsphilosophie sind; allgemeiner: der auszug selbst wurde von D. Volkmar nach einem systematischen plane von Suarez gemacht v. beruf uns. zeit (1814) 85; im typischen gegensatze zum entwicklungsgeschichtlichen: das buch, dessen erste hälfte ich hier veröffentliche, verknüpft ein historisches mit einem systematischen verfahren einl. i. d. geisteswiss. (1883) 1, xiii. c) 'methodisch, nach prinzipien, einem system gemäsz betrieben': niemand, sagen sie, kan auf eine systematische [Bd. 20, Sp. 1443] art ein schöner geist werden betracht. (1757) 6; die routine, die systematische, einmal angewöhnte art zu lehren und zu dogmatisiren ... ist mir völlig ein geheimnisz s. schr. (1843) 7, 119; auf seinem systematischen wege muszte es ihm (Aristoteles) fast unmöglich fallen, mit ihm (Äschylus) fertig zu werden br. an Welcker 122; hiegegen erhebt sich im senat eine systematische opposition Mommsen röm. gesch.4 3, 193; die secte der Lollarden, welche ... dem ganzen kirchlichen institute einen geheimen und systematischen krieg machte Ranke s. w.2 14, 75; Ludwig (der zwölfte) war, als er die regierung antrat, ein gereifter mann, dessen langgehegte pläne nun mit systematischer arbeit ausgeführt wurden Michelangelo (1890) 1, 191; zu systematischen rodungen gröszerer waldgebiete behufs gewinnung von acker- und weideland hatten die menschen der steinzeit wohl nur selten veranlassung waldbäume (1905) 99; ins pejorative übergehend mit dem beisinn des regelgebundenen, wirklichkeitsfremden: die korpsmanöver sind gewisz zu systematisch geworden I. militär. schr. (1897) 1, 339. d) 'nach einem system, methodisch, theoretischen prinzipien gemäsz vorgehend'; systematischer kopf kopf, der philosophisch-methodisch denken kann: sein systematischer kopf hat ihm die ähnlichkeit der 7 hauptstrahlen ... auch wahrscheinlich gemacht tageb. s. beobacht. (1787) 1, 84; für einen menschen, vgl. philosophischer kopf: es ist so ungeziemend als unnöthig, einer versammlung von philosophen, das ist, einer versammlung systematischer köpfe, zu sagen, was ein system sey 6, 415 M.; obgleich nun dieses (das formale) nicht dem zweifel ... ausgesetzt war, so gerieth doch irgend ein bis zur pedanterie systematischer kopf auf den gedanken w. 1, 87 Gr.; auch weiterhin von personen: ich wollte wetten, er macht diesem armen grämlichen Puh den garaus, denn er ist gar zu entschlossen, gar zu systematisch w. (1809) 6, 162; andere hingegen, weise systematische männer, haben ihn dadurch völlig in die enge zu treiben vermeint Seb. Nothanker (1773) 3, 170; verwegen in seinen entwürfen ..., systematisch und beugsam Ranke s. w.2 16, 179. vom denkvermögen u. dgl.: die Deutschen ... haben ein systematisches genie s. w. (1828) 5, 57; unser denken ist seiner natur nach abgesonderter von unserem leben, weil es systematischer ist Erwin (1815) 1, 5; alles, was kritisch oder systematisch an ihm war ges. w. I 1, 112. noch vergleichbar: dunkle, obgleich dem ansehen nach sehr systematische ideen ansichten d. natur (1808) 1, 76. e) 'in einem system befindlich, einem system angehörend, ein system betreffend': ja, wenn es ein planmäsziger fortschritt wäre! wenn jedes buch irgendwo eine lücke ausfüllte, — und so jede messe gleichsam ein systematisches glied in der bildungskette wäre! schr. 2, 5 Minor; Nordasiaten von unbestimmter, systematischer stellung völkerkde (1874) 413; in bezug auf die systematische stellung der gattung sminthus bemerke ich, dasz Winge sie kürzlich zu den dipodiden ... gestellt hat tundren u. steppen (1890) 103. 2) adverb. a) 'in form eines systems': dasz diese tafel (der kategorien) im theoretischen theile der philosophie ungemein dienlich, ja unentbehrlich sei, den plan zum ganzen einer wissenschaft, so fern sie auf begriffen a priori beruht, vollständig zu entwerfen und sie systematisch nach bestimmten principien abzutheilen: erhellt schon von selbst daraus, dasz gedachte tafel alle elementarbegriffe des verstandes vollständig, ja selbst die form eines systems der selben im menschlichen verstande enthält ges. schr. I 3, 95 akad.; die in bücher systematisch geordnete sammlung der longobardischen geseze dt. staats- u. rechtsgesch. (1821) 1, 346; die anwendung solcher systematisch geordneten kenntnisse auf das praktische leben v. Boyen 1, 26; (sich) abmühen, den [Bd. 20, Sp. 1444] wimmelnden ameisenhaufen systematisch in classen zu zerfällen s. w. (1844) 5, 47; anders 'einem system gemäsz', hinsichtlich der verstandestätigkeit, mit pejorativem einschlag: ... gelehrter stutzer chor b) 'nach zweckbestimmten grundsätzen, methodisch, planmäszig': falsche begriffe führen das beste herz des erziehers irre; desto schlimmer, wenn sie sich noch mit methode brüsten, und den zarten schöszling in philantropinen und gewächshäusern systematisch zu grund richten 3, 522 G.; selbst philosophie hatte er nicht gründlich und systematisch studiret gesch. s. lebens (1790) 2, 21; noch für keinen band habe ich so systematisch gearbeitet s. w. (1810) 6, 218; bald wird mir deine absicht klar, mich systematisch zu entmuthigen ges. schr. (1897) 1, 118; Macchiavelli ... ist viel zu sehr von der tendenz der unmittelbaren politischen wirksamkeit erfüllt, um die theoretische aufgabe systematisch in die hand zu nehmen gesch. d. neuer. philos. (1899) 1, 35. [Bd. 20, Sp. 1445] noch weniger schwülstig ausgedruckten regungen bestehen br. d. neueste litt. betr. (1759) 19, 132; auch war ich damals noch nicht so ganz von allen sogenannten systemmäszigen oder eigentlich scholastischen und mystischen vorstellungen entwöhnt lebensbeschr. (1804) 46. —
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