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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schippe bis schipse (Bd. 15, Sp. 206 bis 207)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schippe, f. spaten, schaufel (s. DWB schüppe). es ist eine md. und nd. form (hochd. schipfe Neidhart 8, 30 var., für Salzungen bezeugt Hertel Salzunger wb. 40 die aussprache schepfe), doch auch auf hochd. gebiete weit verbreitet. mnd. schuppe Schiller-Lübben 4, 152a, schuppe brem. wb. 4, 715, schüppe Schambach 187b. ten Doornkaat Koolman 3, 161b, schippe Vilmar 350, schüppe Weinhold 88a, schippe Bernd 254. die schippen Schm. 2, 438. schüppe, et schippe, die, pala, rutrum Stieler 1780. schippe (die, pro schaufel, spatel) pala Steinbach 2, 419, schippe, schuppe Frisch 2, 184b: nimm schippe und spaten auf deine schulter. Musäus volksm. 2, 88 Hempel; den nähme ich noch nicht auf die schippe, ausdruck der äuszersten verachtung. Vilmar 315. jemandem die schippe geben, ihn ablaufen lassen, ihm den abschied geben, ihn fortjagen: so will ich kommen und die bauern aufhetzen, dasz sie ihm (dem schulmeister) knall und fall die schippe geben. Lessing 3, 409; die schüppe bekommen, repulsam pati, rejici, repudiari. Stieler 1780. diese redensarten scheinen sich auf eine alte vorrichtung, mit der verbrecher gewisser art, besonders wenn sie aus dem ort verwiesen werden sollten, geschnellt wurden, eine wippe, zu beziehen. in Wien war die bäckerschupfe ein noch 1773 angewandtes instrument, mit dem betrügerische bäcker ins wasser getaucht wurden. Weinhold schles. wb. 88a, vergl. Grimm rechtsalterth. 726. mnd. schuppestôl Schiller-Lübben 4, 152b (hier ist aus dem Straszburger stadtrecht angeführt: quicunque etiam vina injuste mensuraverit, de scupha cadet in merdam, deutsch: den sol man schupfen). up'n schüppe staule sitten, von unsicherer lage, aus der man leicht herausgeworfen werden kann. Schambach 187b:

wer auf der schüppe steht, stürzt leichtlich kopf und hals.
Lohenstein Ibrah. Bassa 1, 478.

er steht auf der schippe, in praecipiti est, stat in extremo Steinbach 2, 419. schippe ist auch der hirtenstecken mit schaufelförmigem ende. Schm. 2, 437. Birlinger 395b. schippe verzogenes maul (nach der gestalt der vorgeschobenen unterlippe). Liesenberg 194. Albrecht 200b. pique im franz. kartenspiel wird seiner gestalt nach als schippe (gewöhnlich schippen, plur. bezeichnet)

[Bd. 15, Sp. 207]


Frisch 2, 184b. Schambach 187b; ik spl in schüppen. ten Doornkaat Koolman 3, 162a. schuppenbuur (pique - bube) zur bezeichnung eines ungesitteten groben menschen. brem. wb. 4, 716.
 
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schippe, f., s. schibbe theil 8, sp. 2633.
 
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schippel, f. hessisch, scholle, îsschippel Vilmar 350 (zu schupfen, schüpfen, schippen gehörig); bei Spiesz 212 als m. in diesem sinne, ebenso bair. schüppel Schm. 2, 438. ferner in andern bedeutungen:
1) stückchen fleisch mit der haut, das einem zufällig herausgerissen ist. 2) scheibchen, stückchen aus einer kartoffel. 3) nordböhmisch schippel lôden, büschel haare (letzteres zu schopf). Frommann 2, 237. 4) schippel als schmähwort für kopf. Birlinger 395b; s. Schmeller a. a. o.
 
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schippeln, verb., iterativbildung zum folgenden, bohnen im spiel in ein loch werfen, so schlesisch, ferner in Nordböhmen (Frommann 2, 237), hessisch (Vilmar 350).
 
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schippen, verb. fortstoszen, mit der schippe (s. dieses) fortschaffen, in md. und nd. gegenden: schüppen et schippen, pala levare, rutro tollere Stieler 1780; ich schippe, furcillo, pede jactito Steinbach 2, 419; dreck schippen, kot wegschaufeln Vilmar 350, vergl. nd. schuppen (hochd. schupfen). Schiller - Lübben 4, 152a. brem. wb. 4, 716. Schütze 4, 82, schüppen Schambach 187b. wie verstoszen:

er müst ihn ihm erwehln zum eydam oder schippen.
Lohenstein Cleop. abh. 1.


 
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schippenröhre, f. eiserne röhre, in welcher der stiel einer schippe steckt. Frisch 2, 184b.
 
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schipper, m. 1) einer der mit der schippe arbeitet. Frisch 2, 184b. 2) für schiffer (s. dieses).
 
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schippscheren, n. das letzte scheren der schwarzgefärbten tücher. Jacobsson 3, 604b.
 
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schippung, f. et schüppung, sublatio, ejectio, amotio, levatio, quae pala et rutro fit. Stieler 1781.
 
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schiprine, f. schopf auf dem vorderkopf, in Schlesien und Posen: der herr docter huschte mich an der schiprine. Holtei Lammf. 3, 155; poln. czupryna, szupryna, das Bernd 254 wieder mit mhd. schaperûn in verbindung bringt.
 
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schipse, f. hautschuppe auf dem kopf: schibsen, furfur; der leib ist voll schüpsen. Alberus; zu schuppe.