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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
runkel bis runks (Bd. 14, Sp. 1520 bis 1521)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) runkel, f., s. DWB runkelrübe.
 
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runkelrübe, f. beta vulgaris, sowol für die purpursaftige speiserübe, als die futter- und zuckerfeldrübe, sowie den gartenblattmangold. Pritzel-Jessen. Höfer 3, 48, im henneb. runkelsbutzen Spiesz 200. das erste compositionsglied ist dunkel, doch liegt die annahme nahe, dasz das derbe, kräftige der rübe damit bezeichnet werden soll, vgl. DWB runken, m. und runks. das erste compositionsglied allein im sinne von runkelrübe, baslerisch der runggel Seiler 244a. runkel (ohne geschlechtsangabe) in der provinz Preuszen: gehackter kohl mit runkeln. Frischbier 2, 238. andere bildungen: mangolt, an etlichen orten römischer kohl und rungelsen, heiszt lateinisch beta. Tabernaemontanus 815. runtsche, runkse, f. Schambach 176b. runkelte, f. Woeste 221a.
 
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runkelrübenblut, n. der saft der rothen speiserübe ist gemeint:

im herbste war es mein geschäfte
zu pressen grüner beeren säfte
und rothes runkelrübenblut.
Rückert 2, 272.

[Bd. 14, Sp. 1521]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) runkelrübenzucker, m.: durch die allgemeine ländersperre von Napoleon gezwungen, hat man in Europa angefangen, zucker aus runkelrüben (beta) zu machen. Oken 2, 347.
 
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runkeltod, m. eine pilzart, welche die runkelrübe zerstört. Pritzel-Jessen unter rhizoctonia.
 
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runken, m. groszes derbes stück, besonders von brot. Spiesz 200. daneben runke, f. in gleichem sinne. Vilmar 338. ein rumpf, sive runken brot, ingens panis frustum Stieler 1521. das wort steht im ablaut zu dem gleiches bedeutenden ranken, m. sp. 105, wo man weiteres sehe. vgl. ferner runks und runksen.
 
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runken, f. falte, s. oben runke, f. falte.
 
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runken, rünken, verb. nd., ein pferd verschneiden.
 
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runker, rünker, m. castrator. Campe (aus Osnabrück). s. DWB rune, m. wallach.
 
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runken, verb. nd. schnarchen, nld. ronken. auch schweiz. runggen, brummen. Stalder 2, 292. ein tonwort (lat. ronchare).
 
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runks, m. das wort vergleicht sich den zunächst md. und nd. bildungen wie lumps neben lump, klapps, knips, klecks u. ähnl. runks ist ein grobes, derbes stück brot, wie runken. Weinhold 78b. übertragen, z. b. nd. auf einen groszen, plumpen hund Schütze 3, 316. besonders von einem plumpen, ungeschickten oder flegelhaften menschen (s. auch runksen, verb.): wo sind die groszen und störrigen runkes (vgl.kerles neben kerl) und stöcke .. und festen knauer, die alle welt unter die füsze treten und allein wolten recht haben. Mathesius hochzeitpredigten (1564) V 3b; ein runcks und grober flegel. Wiedemann july 20; ein ungerathener runks. Heydenreich kirchen- und schulchron. von Weiszenfels 410. das wort ist in diesem sinne in Norddeutschland überall verbreitet. brem. wb. 3, 558. Schütze 3, 316. Weinhold 78b. Albrecht 194a.