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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fröhlich bis frohmahl (Bd. 4, Sp. 226 bis 230)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fröhlich, laetus, an sich weniger als froh, wie kleinlich, reichlich, höchlich kein volles klein, reich, hoch, nur die annäherung dazu ausdrücken oder auch den sinnlichen begrif abstract fassen. der fröhliche ist gleichsam halbfroh, beginnt sich zu freuen, frohe empfindung, froher mut gehen tiefer als eine blosz fröhliche, als ein fröhlicher. doch werden beide wörter fast ganz gleich genommen und angewendet, schon das ahd. frawalîh neben frao, und auch mhd. steht frœlîch sehr oft, in vielfacher anwendung, z. b. mit vil frœlîchen siten ist blosz umschreibung des einfachen adverbs. Luther setzt in der bibel frölich viel häufiger als fro, meistens auch praedicativ, z. b. und solt sieben tage frölich sein fur dem herrn. 3 Mos. 23, 40; und sei frölich, du und dein haus. 5 Mos. 14, 26; mein herz ist frölich in dem herrn. 1 Sam. 2, 1; und waren frölich und schlugen die hende zusamen. 2 kön. 11, 12; das meer brause und was drinnen ist, und das feld sei frölich und alles was drauf ist. 1 chron. 17, 32; und das volk ward frölich. 30, 9; lasz mich hören freude und wonne, das die gebeine frölich werden, die du zeschlagen hast. ps. 51, 10, was an die frohen glieder vorhin bei N. mahnt; himel frewe sich und erde sei frölich. ps. 96, 11; mit im essen und trinken und frölich sein. Judith 12, 13; seid frölich und getrost, vulg. gaudete et exsultate, ahd. gisëhet inti blîdet, wo sehen und freuen wieder gleich genommen sind. Matth. 5, 12; lasset uns essen und frölich sein (goth. matjandans visam vaila). Luc. 15, 23. in andern bibelstellen ist es aber attributiv: jauchzet gott mit frölichem schall. ps. 47, 2; das were meines herzen freud und wonne, wenn ich dich mit frölichem munde loben solte. 63, 6; der die unfruchtbare im hause wonen macht, das sie eine fröliche kindermutter wird. 113, 9; ein frölich herz macht ein frölich angesicht. spr. Sal. 15, 13; du warest vol gedönes, eine stad vol volks, eine fröliche stad. Es. 22, 2; ist das ewre fröliche stad? 23, 7; und wil heraus nemen allen frölichen gesang. Jer. 25, 10; frewet euch mit den frölichen und weinet mit den weinenden (goth. faginôn miþ faginôndam, grêtan miþ grêtandam). Röm. 12, 15; denn einen frölichen geber hat gott lieb (untê hlasana giband frijôþ guþ). 2 Cor. 9, 7. von diesem gern und freundlich gebenden sagt der Winsbeke 49, 4:

ist ër dâ bî ein vrœlîch man,
dërʒ wol den liuten bieten kan,
sô tuot sîn brôt dën nëmenden wol
nnd lachent beide einander an.

es braucht wenig andere beispiele: frölich und guter dinge; sag mir es frölich heraus. buch der liebe 227, 2;

ein frölichs vöglin sorgt für sie.
Scheid grobian H 3;

indessen findet sich die ganze zunft zusammen,
die auf dich frölich ist.
Fleming 587 (wie vorhin auf bei froh);

die lebhaftigkeit der französischen poeten hat ihrer kunst die benennung der fröhlichen wissenschaft (prov. gai saber) erworben. Hagedorn 3, iv;

und bin fröhlich in gott der mir in ewigkeit heil ist. Messias 11, 642;

der fröhliche pocal.
Gökingk 3, 110, vgl. freudenbecher;

um zu begreifen, wie es möglich ist, dasz das genie auf dem gipfel, bei dessen bloszem anblick uns schwindelt, sich frei und fröhlich bewege. Göthe 19, 343;

doch ich verstand dich nicht, bis du zum vater die mutter
schicktest und schnell das gelübd der fröhlichen ehe vollbracht war. 40, 231;

daheim regierten sie sich fröhlich selbst
nach altem brauch und eigenem gesetz.
Schiller 529b;

ich wäre wol frölich so gerne,
doch kann ich recht frölich nicht sein,
denn liebchen das wohnet so ferne,
das musz ich oft lassen allein.
Schmidt von Werneuchen 31;

dein ist das gröszte geschenk, und ich mit wenigem fröhlich
kehre heim zu den schiffen. Il. 1, 167;

in frölichen sätzen nachspringen; einen frölichen morgen wünschen. Ettners hebamme 3. 5. 10; gleichsam die fröhliche morgenröthe. J. P. lit. nachl. 4, 168; es frölich (frisch, mutig) angreifen. zeitschr. des thüring. vereins 4, 157. auch fröhlich

[Bd. 4, Sp. 227]


nimmt, wie froh, den gen. zu sich: Arsace war der vertröstung frölich. buch der liebe 211, 1;

des laszt uns alle fröhlich sein.vers 6 des liedes vom himmel hoch da komm ich her;
des sollt ihr billig fröhlich sein.vers 3 des liedes vom himmel kam der engel schar;
fröhlich nun des stillen wunsches.
Voss.

man merke, dasz frölich, gleich frech (sp. 92), fruchtbar und fett ausdrückt, das fröliche feld in der angeführten stelle 1 chron. 17, 32; man sagt der fröhliche wachsthum, und in geil, das ja froh bedeutete, begegnet dieselbe vorstellung: jeder apfelbaum will einen feisten, frölichen und schwarzen grund; der birnbaum begehret einen frölichen, feisten und wol getüngten grund. Hohberg 3, 1, 339a. lat. laeta pabula, prata laeta, laetae segetes. sie lagerten sich auf 'den fröhlichen mann' (so heiszt eine waldstelle in der Wetterau). endlich gilt fröhlich von einer frischen, heiteren farbe: zorn eim menschen kein fröliche farb in seinem angesicht geberen thut. buch d. liebe 234, 4; das colorit, welches in des Guido werken sanft und fröhlich ist. Winkelmann 2, 393. s. fröhlichkeit.
 
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fröhlichen, hilariter: wird ihm recht frölichen zu muth. buch d. liebe 92, 1; dasz sich der ritter nicht frölichen erzeigen thut, nit zu verwundern ist. 256, 3. 269, 2.
 
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fröhlichen, hilarare, jucundare:

die kinder aber trugen unterdes
ein lämmerpaar und einen ziegenschlauch
voll fröhlichenden weins, des erdreichs kraft.
Bürger 153b.


 
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frohlichisch, eine ungewöhnliche bildung: frolichischer, gesuntlicher, sospidus (sospes). voc. 1482 i 4b.
 
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fröhlichkeit, f. hilaritas: tausend und aber tausend fröhlichkeit. Butschky kanzl. 524;

ihr stolzen goldnen zeiten
sagt, ob an fröhlichkeiten
auch diese zeit euch weichen musz?
Hagedorn ...;

nur unsre jugend ist der sitz der fröhlichkeiten. 2, 116;

ergebet euch mit freiem herzen
der jugendlichen fröhlichkeit. 3, 30;

hier paaren sich natur und liebe,
die jugend und die fröhlichkeit. 3, 34;

sollt auch ich durch gram und leid
meinen leib verzehren
und des lebens fröhlichkeit
weil ich leb entbehren? 3, 88;

o jugend, holde führerin,
bereite hier den sitz der fröhlichkeiten
und banne frost und eigensinn. 3, 100;

Hans, wollen arbeiten und beten,
mehr darf man zur fröhlichkeit nicht.
Burmann ged. 29;

und an meiner leier
lobt die fröhlichkeit.
Lessing 1, 40;

mit der fröhlichkeit des lombardischen pinsels im Correggio. Winkelmann 2, 415; in der that flöszt der anblick vieler heiterer gesichter schon an sich selbst fröhlichkeit ein. Weisze kinderfr. 2, 179; man focht, man tanzte, man erfand allerlei spiele und in der fröhlichkeit des herzens genosz man des leidlichen weins in starkem masze. Göthe 19, 16; hier schicke ich was von den frühzeitigen fröhlichkeiten der welt. möchten sie die blumen recht freundlich ansehen. an fr. von Stein 1, 160; durch ihren mörtel haben sie dem pflanzenwuchs, der auf ihnen entsteht, eine fröhlichkeit gegeben, welche er in den vielen gegenden, die ursprünglich arm sind, nicht hatte. Niebuhr 3, 604. vgl. die schluszbemerkung zu fröhlich.
 
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fröhliglich, jucunde:

dasz dir auch alle künftgen tage so
wie dieser heutge fröhliglich gedeihn.
Tieck 2, 159.

fehlerhafte bildung nach falscher analogie von ewiglich, seliglich, denn es gibt kein adj. fröhlig, nur fröhlich. fröhlichlich aber würde zweimal lich enthalten.
 
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frohlocken, frolocken, jubilare. ein wort dessen ursprung und erstes auftreten nicht gehörig erforscht sind. ahd. ist es noch gar nicht, mhd. selten zum vorschein gekommen, dem mhd. wb. fehlt es ganz. in dem feinen gedicht frau Eren kranz Ls. 1, 376. 377 von thauigen blumen:

si hæten übertrunken
sich an dem zuckerlinden tror,
daʒ si ir houbt vil hart ënbor
huoben gên dër sunnen brëhen.
lachende ûʒ ir hülsen sëhen
lieʒen sich ir tolden,
geschicket als sie wolden
liebkôsen ûʒ ir guomen
und mit gemeinem ruomen
dës sumers kunft frôlocken (es steht früelocken),

[Bd. 4, Sp. 228]


als wollten sie aus ihrer kehle, gemeinschaftlich preisend, über des sommers ankunft frolocken. das ist höchst dichterich gesagt. Rüdigers noch ungedruckte 'heidin' enthält bl. 111, z. 4327 der gothaischen hs. viel prosaischer:

dirre freuden man dâ pflac
mit frôlocken unz an vierden tac;

sametleich, die wellent ê contemplieren und jubilieren oder frolocken in den götleichen güeten ê si wainen umb ir sünd. Megenberg 122, 24.
im voc. 1482 heiszt es: jubilare, frolocken in freuden, die man nit mag aussprechen, et ostenditur clamore, saltu, manibus; die ecker und alle ding, die da sein in inen, süllen frolocken. bibel 1483, 192a = 1 chron. 17, 32, vulg. exultent agri, Luther: und das feld sei frolich;

hauswirt, sich freuen alle mein glider (sp. 222 und 142 freude in elnbogen und achsel),
enpfahen dich tausentfeltig wider,
und all mein freund in mir frolockt,
mein herz in lust und freude schockt,
das du herwider kumst bei zeit. fastn. 164, 26;

erst freut sie sich und wart frolocken. 1146;

in das kloster er sie do beleit
mit solchem jubeln und frolocken
manc dausent herz in freuden wurden schocken. 1148.

bei Keisersberg musz das wort öfter stehn als ich es aufgezeichnet habe: mein herze ist erfreuwet worden und mein zung hat sich ersprungen und frolocket. paternoster D 4b; die gesellschaft aller hailigen, da solich frolocken und wunsamkait ist. anhebender mensch C 6c; o du sälige seel, wer mag uns ausgesprechen dein sälikait, dein sicherhait, dein frolocken und liebkosen mit deinem lieben gespons? E 5b; o lieber mensch, das du eingedechtig werest, wie die hailigen engel gottes seind mit groszem frolocken bei dir wonen. F 1a; und merk eben auf ire wunsame wort und frolocken, die sie hetten gen dem herren. F 1d u. s. w. da sich Steinhöwel im Esop (1487) 74 des worts bedient, kann er es auch im dec. thun. bei Luther ist der ausdruck noch häufiger und erhielt dann durch die bibel gröszere verbreitung: da das alles volk sahe, frolocketen sie und fielen auf ir andlitz. 3 Mos. 9, 24; das sich nicht frewen die töchter der Philister, das nicht frolocken die töchter der unbeschnittenen. 2 Sam. 1, 20; denn ich wollt gerne wallen zum hause gottes mit frolocken und danken unter dem haufen, die da feiren. ps. 42, 5; frolocket mit henden alle völker und jauchzet gott mit frölichem schall. 47, 2 (ahd. hantslagônt alle diete, liutônt gote in frôlîchero stimmo. N.); laszt uns dem herrn frolocken und jauchzen. 95, 1; die wasserströme frolocken und alle berge seien frölich. 98, 8; kompt her fur sein angesicht mit frolocken. 100, 2; rufe du erde herunter, ir berge frolocket mit jauchzen, der wald und alle bewme drinnen. Es. 44, 23; berge und hügel sollen fur euch her frolocken mit ruhm und alle bewme auf dem felde mit hende klappen. 55, 12; da wil ich denn mit meinen henden drob frolocken. Ez. 21, 17;

Johannes das junge kind
in muoter lib frolocket gschwind. trag. Joh. A 4,

lailaik baru in qiþau izôs, gr. ἐσκίρτησε, lat. exsultavit. Luc. 1, 41; ich frolocke jubilo. Dasyp. 105d; frolocken, mit den füszen dopplen oder mit den henden klopfen, plausum dare. Maaler 144b;

jederman thet des kriegs frolocken.
H. Sachs I, 326a;

ich frew mich, frolock, juchz und sing. II. 1, 8a;

sprang auf die erden unerschrocken,
sein herz thet gegen ihm frolocken.
Spreng Il. 373b;

ist dem also, dasz du zu meinem unglück frolockest. Kirchhof wendunm. 235b; ist ihr ehwirt frölich, so frolockt sie, gott sei gelobt. Garg. 71b; wie bald aber ward solche not in frolocken und das wasser in wein verwandelt. 268a; weil von ewren freunden noch niemandes hier ist, wollen wir euch sämptlich mit frewden und frolocken zu haus begleiten. Heinr. Jul. v. Br. s. 202; der hahn krähet und frohlocket über einen erhaltnen sieg. Lokman fab. 36;

wie frolockt er doch inniglich.
Opitz ps. 23;

wer fremd, wer bürger war, frolockt ob meiner pein.
Gryphius 1, 274;

allgütiger, mein hochgesang
frohlocke dir mein lebenlang.
Bürger 12a;

und sie (die stuten) empfiengen von ihm und warfen darauf zwölf füllen,
diese, wann sie frohlockten auf nährendem saatengefilde,
streiften nährlich die obersten ähren und knickten den halm nicht,
oder wann sie frohlockten auf breitem rücken des meeres,
streiften sie nährlich die obersten wogen der grauen gewässer. 233a = Il. 20, 226;

[Bd. 4, Sp. 229]



weil der lenz euch locket
und um euch her der wald, die flur,
voll süszen maigefühls frohlocket.
Gotter 1, 82;

wir wollen nicht frohlocken seines falls.
Schiller 550a.

wie nun ist das wort zu erklären? jubilare leitet sich von jubilum, frôsangen von frôsang, ags. freádrêman von freádreám (und das einfache dreám bedeutet schon dasselbe), also setzt auch frôlocken ein subst. frôlock voraus, das nicht mehr da ist. mhd. kommt einmal ein mannsname vor:

Frôloh, grimme und zühte bar. MS. 2, 234. MSH. 2, 382b,

der aber gebildet scheint wie Ebarloh, Heriloh u. a. m. (Förstemann 1, 880), kaum zu frolocken gehört. für lock liegt ein gedanke ans goth. laiks sprung, spil (denn auch spil ist sprung) nahe, frôlocken wäre vor freude springen (s.freudesprung sp. 155), exsultare, σκιρτν, das auch Bürger in der angezognen homerischen stelle mit frohlocken deutscht, Voss setzt springen, Uschner hüpfen. vor fröuden springen. teufels netz 8607. dasz man, seit sich sein ursprünglicher sinn verdunkelte, frohlocken für handschlagen und freudeschreien setzte, verschlüge nichts. nur hätte laiks ahd. leich, leih zu lauten und frôleih (frohes spiel, froher sprung) gebildet wie charaleih, klagespiel, einem frôleichôn zum grunde zu liegen, statt dessen wir mhd. und nhd. frôlocken, frohlocken finden. dieser wandel des leich in lock, des leichen in locken musz sich noch aufklären, sonst wird ei niemals zu o, wol aber zu e in lecken, calcitrare für leichen, welchem lecken das löcken in Merswins fürlöcken gliche. ags. verba auf læcan kommen vor (efenlæcan, neáhlæcan, sumorlæcan, vinterlæcan), doch kein freálæcan begegnet. dies anomale frolocken hat den ton festgehalten (frólòcken, fròlócken) und ist wollautender als das von frölich abgeleitete frölichen, hilarare, dessen transitive bedeutung von der intransitiven des frolockens absteht. wirklich hat die nl. Delfter bibel von 1582 ps. 95, 1 vrolicken = frolocken, in den andern stellen aber vrolik zijn oder verheugen. Kilian 771b setzt auch vrolocken, nicht vrolicken. es ist seltsam, dasz unser mhd. nhd. frolocken weder ahd. erscheint, noch ags. altn. ein ähnliches wort.
wie bei froh und fröhlich sein steht auch bei frohlocken der gen., daneben die praepositionen ob und über. den persönlichen dat. einem frohlocken, wie einem zujauchzen zeigen gleichfalls die belege.
hier seien noch die alten formeln des frohrufs, heilrufs, jubelschreis angegeben: mhd.

nu sprëchet alle 'vrô hërre vrô!' Renn. 17069;

sprëchet alle 'vro hërre vrô! 18960;

ich bin von ir vrô vrô vrô.
Lichtenstein 505, 30;

dâ von ist daʒ hërze mîn,
swie ëʒ witeret, vrô vrô vrô. 507, 23 = es frohlockt.

abreisenden wird ein χαῖρε, farewell nachgerufen 'var vrô! vrô belîp!'

dâ von belîp ein frœlîch man
und île ûf dîne strâʒe.
daʒ dich vrou Sælde lâʒe
mit fröuden und mit êren
ze lande wider kêren! tr. kr. 18922.

noch im 16 jh. erklangen die schreie und gesänge fro! fro fro fro!

so dises möcht geschehen so,
dann wold er singen fro fro fro!
Schade sat. u. pasq. 1, 82, 78;

so wir nit hin wider bissen, so schrieen sie. 'fro, hie gewunnen, hie gewunnen!' vier dialoge von H. Sachs ed. Köhler 73, 24.
 
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frohlocken, n. jubilum. das verbum substantivisch zu verwenden, wurde nöthig, da das zum grunde liegende frolock erloschen war. in den vorhin gegebnen belegen stecken schon beispiele. hier noch andere: zitlicher dinge ein ganzes fürlöcken (so zweimal) haben. Merswin 105; die herzogen ieglicher in sein land mit groszem frolocken ritten. Aimon c 3b; da ward ein grosz frolocken under den Römern. Livius von Carbach 66; solch frolocken aber verwandelt sich bald in gremen. Kirchhof wendunm. 63a; mit unsäglicher freud und frolocken. mil. disc. 206; sie geht mit frolocken ab. Ayrer 87b;

o wie ein frolocken und freud
ist gwesen hie ein lange zeit.
Schmelzl lobspr. 107;

der pathenbecher ward mit groszem frohlocken aus seinen dichterischen hüllen gewickelt und dem dicken jungen vorgehalten. Voss br. 2, 273.
 
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frohlockend, gaudio gestiens: ein frohlockender kranz von myrten gebürete einem solchen manne, der den krieg zum ende gefüret oder gebracht hette. aller weish. lustg. 465.
 
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frohlockung, n. jubilum: geet ein in sein angesicht in der frolockung (introite in conspectu ejus in exultatione).

[Bd. 4, Sp. 230]


bibel 1483, 285b = ps. 99, 1; hielten freudenfeste mit frolockungen. 3 Esr. 4, 63; der prophet nachdem er etliche wunder erzelet hat, macht er eine frolockung zu gott. Luther 3, 257a; wanten umb zu dem schlosz mit groszer frolockung. Aimon e 6a; erhb sich durch die ganze stat jubel und frolockung. D 1b; und da die burger ires herrn kunft vernamen, sie begegneten ime mit groszer frolockung. F 1a; mit groszen freuden und frolockung den herzogen empfiengen. Galmy 258; zohe er des andern tags in die statt mit groszer frolockung und verlangen des ganzen volks. Amadis 166;

das wir fur seinem angesicht
dann mügen stehen mit frolockung.
H. Sachs III. 1, 260a;

mit der Preuszen merklicher frolockung. Schütz 14; eine allgemeine frolockung empfangen und erweisen ob dem sig. Weckherlin 860.
 
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frohmahl, n.

so bei Pythagoras, bei den besten
sasz ich unter zufriednen gästen,
ihr frohmahl hab ich unverdrossen
niemals bestohlen, immer genossen.
Göthe 47, 77.