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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bis yoga (Bd. 30, Sp. 2567 bis 2574)
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[Bd. 30, Sp. 2567]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) Y, n. , der 25. buchstabe des deutschen alphabets.
1) herkunft und orthographische funktion. das aus dem altphönikischen mit der mehrzahl der übrigen buchstaben ins griech. gewanderte zeichen ist seit dem 8./7. jh. vor Chr. in Unteritalien in etruskischen alphabeten bezeugt. es wurde von dort in der form V in die lat. schrift übernommen (hier überliefert seit etwa 600), wo es die lautwerte u und v zu vertreten hatte. zu beginn des ersten jhs. vor Chr. wurde das ursprungszeichen dann (im alphabet auf die nostrarum ultima [littera], das x, folgend 'nach der allgemeinen regel, die neu aufgenommene ... zeichen an den schlusz der reihe verweist' W. Schulze kl. schr. [1933] 465) in der form Y erneut aus der griech. schrift eingeführt, zunächst ausschlieszlich zur wiedergabe des v in griech. lehnwörtern Jensen d. schrift (21958) 424, 478—80, 491—96. erst in mittel- und spätlat. hss. vertritt das zeichen (nach zusammenfall der zugehörigen laute) vor allem im anlaut häufig auch den buchstaben i (ydioma, ydolum, ymago u. ä.). selten und ohne gesicherte funktion erscheint das y-zeichen im ahd.; am häufigsten steht es für i, seltener scheint es labialisierte aussprache des i (ü) oder auch die länge î anzugeben, öfters wird es schon hier nur zierinitiale für i sein (vgl. Piper Otfrids evangelienbuch 1 [21884] 122). gelegentlich ist sein lautwert unklar, vgl. bes. Franck afränk. gr. § 4; Singer in PBB 11, 289 f., 292f.; Kögel in: literaturbl. f. germ. u. roman. phil. 8 (1887) 107. wichtig bleibt Otfrids äuszerung, er habe y für laute gesetzt, die er durch keines der übrigen vokalzeichen ('nec a, nec e, nec i, nec u') ausdrücken konnte, 'et etiam hoc elementum lingua haec horrescit interdum, nulli se caracteri aliquotiens in quodam sono, nisi difficile, iungens' Otfrid ad Liutbertum 61—65 Erdmann. gelegentliche sinnlose y-setzung durch schreiberversehen weist Steinmeyer nach (yparmuotemo clm 18140) Luitpold-festschrift d. univ. Erlangen 4, 1 (1901) 28.
in festem gebrauch ist y seit dem ahd.zunächst lat. vorbild folgendzur bezeichnung des i-lautes in fremdwörtern, besonders fremdsprachigen eigennamen, in den griechischen nicht konsequent υ, sondern auch ι vertretend. hier scheint eine wurzel der später deutlicher werdenden entwicklung des y zum schmuckbuchstaben ohne lautlichen eigenwert zu liegen (vgl. oben Piper). diese tendenz führt zu zahlreichen y-schreibungen auch in eigennamen deutschen ursprungs. zu beachten ist, dasz y für i in allen fällen bereits ahd. bevorzugt im anlaut (oder im anlaut nach h-; zum problem vgl. W. Schulze kl. schr. [1933] 465) sowie neben n, m (in deren nachbarschaft das noch punktlose i leicht zu verlesen war) steht: zierfunktion und verdeutlichungsstreben treten gekoppelt auf (beispiele in anderer deutung bei Singer u. Kögel a. a. o.). über die bevorzugung des y für i neben n und m, dieneben anderen tendenzenbis ins 16. jh. zu verfolgen ist, vgl. DWB fürs 14./15. jh. Ehrismann in PBB 22 (1897) 265f.; Michels

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mhd. elementarb. (41921) 45; A. Lasch mnd. gr. § 131; auch Pietsch Trebnitzer psalmen (1881) XXXVIII f. (mit weiteren bemerkungen); McClean Havich d. kellner (hs. ende 14. jh.) (1930) VI; L. E. Schmitt d. dt. urk.-sprache i. d. kanzlei kaiser Karls IV. (1936) 33; E. Tille z. sprache d. urk. d. herzogt. Geldern (1925) 40; 45; so auch auszerdeutsch, vgl. Murray 10, 2 s. v. y sp. 8a; M. H. Jellinek über aussprache des lat. u. dt. buchstabennamen, Wiener sitzungsber., phil.-hist. kl. 212, 2 (1930) 31.
die mhd. über das ganze sprachgebiet relativ gleichmäszig verteilten y-schreibungen in fremdwörtern undauch einheimischeneigennamen, zumeist ohne rücksicht auf die herkunft des vertretenen i-lautes, greifen seit der mitte des 13. jhs., geographisch zunächst konzentriert auf den md. gürtel (zuerst im ostmd.?, vgl. H. Rückert entwurf einer systemat. darstellung d. schles. mda. im ma. [1878] 33 Pietsch), in spürbarem masze auf den übrigen wortschatz über. möglicherweise unter mnl. einflusz wird y-schreibungverfolgbar z. b. an den altdt. urkundenzur stoszweise auftretenden, sich langsam auf das obd. gebiet ausdehnenden modeschreibung auch in dt. wörtern. dasz y hier vorwiegend zierbuchstabe und noch kaum in nennenswertem masze graphische variante (ligatur) von i + j (später so in nicht diphthongierenden gebieten, vor allem in kurrentschrift) ist, wird gestützt durch seine bevorzugte verwendung an graphisch zu betonender stelle, so in überschriften (etwa: dys recht satzte der keyser zc Mentze myt der vorsten wyllekor, rubrizierte überschrift des Mainzer landfriedens von 1235 [hs. etwas später, md.; im weiteren text die gleichen wörter ganz überwiegend mit i] corpus d. altdt. originalurk. 1, 14 Wilhelm) und in funktional wichtigen wörtern (z. b. insigel, ingesigel in der beglaubigungsformel vieler urkunden: ynsygel [1270] corpus 1, 175; ynsigel; insygeln [1272] ebda 1, 200; ynsygel [1297] ebda 4, 28; hier ist auch an die oben erwähnten eigennamen zu erinnern). das prinzip, einem wort durch die y-schreibung mehr gewicht zu geben, fördert andererseits die verwendung des y in den substanzarmen kleinwörtern, so in pronomen und präpositionen, vgl. zahlreiche dy, dyse, ym, yn, my, sy, wy u. ä. in md. (-nd.) urkunden d. 13. jhs.; hierbei ist jedoch diefür den anlaut bereits im ahd. festzustellende und zumindest hier auch von der mlat. tradition gestütztebevorzugte y-setzung im an- und auslaut zu berücksichtigen.
mit dem 14. jh. beginnt die y-schreibung, landschaftlich unterschieden, zu wuchern (vgl. etwa die ostmd. hss. der übersetzungen biblischer bücher durch den dt. orden, andrerseitsnur sehr vereinzelte y im dt. wortschatzdie ältesten hss. der predigten Joh. Taulers [Köln 1359]). hiergegen stellen sich lautlich gerichtete ordnungstendenzen: aus dem durch die überfülle seiner anwendung entwerteten, aber so weithin bis ins 16. jh. beibehaltenen schmuckzeichen wirdlandschaftlich begrenzteine lautlich und funktional

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begründete variante des i. so sind die bevorzugte verwendung des y für mhd. î im mfränk., nd. und vor allem im alem. (wenigstens hier um die mitte des 15. jhs. die ligatur aus i + j ablösend) bis hoch ins 16. jh., die versuche, altes und neues ei als ei (ai) und ey oder umgekehrt ey und ei zu scheiden, die verschiedene bewertung des y für an- und inlautendes j u. ä. zu verstehen; einzelheiten bei Moser frühnhd. gr. 1, 1, 17; 29ff.; 185; 176; 207. vgl. weiter A. Lasch mnd. gr. §§ 99 u. 131ff.; Weinhold alem. gr. §§ 40, 145; Bach thür.-sächs. kanzleispr. bis 1325 1 (1937) 67, 82; 2 (1943) 54, 62; Mante ein nd. gebetbuch a. d. zweiten hälfte d. 14. jhs. (1960) XXXV (auszählung der i- und y-schreibungen ergibt bei den pers. u. poss. pronomen 3000 i: 1160 y, dabei stets ick, ik u. it); Schmid St. Galler urk.-spr. i. d. 2. hälfte d. 14. jhs. (1953) 47—52; E. Tille z. spr. d. urk. d. herzogt. Geldern (1925) 40 ff., 82, 97; L. E. Schmitt d. dt. urk.-spr. i. d. kanzlei kaiser Karls IV. (1936) 33 ('rheinische u. mitteldeutsche schreiber haben eine vorliebe für das y' statt i), 58, 62; Wagner d. kanzleispr. Reutlingens von 1300 —1600 (1910) 7ff., 15ff., 29ff.; Demeter studien z. Kurmainzer kanzleispr. (1916) 41 ff. (vor 1398 nur seltene y-schreibungen dann bis 1402 zunehmend, völliges verschwinden bis 1441, danach wieder häufiger, seit 1490 herrschend; in ähnlichen perioden schwankt ij für î, doch 'in den meisten fällen sind die beiden schriftzeichen [y u. ij] deutlich voneinander unterscheidbar' 42); Zarncke Brants narrenschiff (1854) 268ff., 282.
unterschiedlich ist gemäsz ihrer landschaftlichen gebundenheit die haltung der frühen wörterbücher. als beispiele seien genannt: voc. ex quo (Eltuil 1477) setzt y unregelmäszig im austausch für i, für altes und neues ei aber fast ausschlieszlich in an-, in- und auslaut ey. ebenso, nur etwas inkonsequenter, verfährt voc. ex quo (Nürnberg 1480). selten, aber in an- und auslaut etwas häufiger, ist y gebraucht in voc. opt. gemm. (Lpz. 1501). das dict. des Dasypodius setzt 1535 in der regel ey für mhd. ei, ei für mhd. î, etwas nachlässiger ist die ausgabe von 1536, am konsequentesten die von 1537. die ausgabe von 1547 (alle gedruckt bei Wendel Rihel in Straszburg) aber tilgt y in deutschen wörtern ganz. Alberus dict. (1540) scheidet ei und ey wie die frühen ausgaben des Dasypodius. das umgekehrte verfahren befolgen Frisius dict. (Zürich 1556) und Maaler d. teutsch spraach (Zürich 1561): als wandelten sie ihre mundartschreibung y für mhd. î mechanisch durch e-vorschlag in die hochsprachliche lautung um, setzen sie (wie eine vielzahl anderer alem. drucke, s. Moser a. a. o.) in der regel ey für mhd. î, ei für mhd. ei.
unter den verschiedenen reformversuchen d. 16. jhs. (groszenteils unter einflusz einiger auf systematisierung des zeichenstandes bedachter druckereien, vgl. etwa noch über die wechselnde praxis in Fischarts werken V. Moser in: zs. f. dt. philol. 51 [1926] 534ff.) wurde für die folgezeit die von Luther befolgte übung wesentlich. während der arbeit an der bibelübersetzung ging er in hs. und druck von fast regellos häufigem y-gebrauch zur ausmerzung aller y auszer im absoluten auslaut (-ey), an entsprechender stelle in komposition und ableitung und in fremdwörtern (vorzugsweise für griech. v.) über, vgl. die hsl. texte 1523/4: seyn speyse ynn wendig ym leybe wird sich verwandeln ynn otter gallen (Hiob 20, 14) dt. bibel 1, 420 W.; dagegen 1530: sihe, ich wil dis volck mit wermut speisen vnd mit gallen trencken ... vnd wil das schwert hinder sie schicken, bis das aus mit yhn (druck 1532: jn; 1545: jnen) sey (Jer. 9, 15ff.) ebda 2, 63; vgl. 11, 1, 226f.; s. auch H. Bach d. sprache Luthers (1934) 20 f.; 28f.; 31; 34. hingewiesen sei hier auf den handschriftl. gebrauch bei Hans Sachs: für mhd. i und ie setzt er y und ye recht unregelmäszig, aber doch vorwiegend im anlaut und neben n, m; für mhd. î und ei bevorzugt er in frühen hss. ei in an- und inlaut, ey im auslaut, später differenziert er und schreibt für mhd. î im inlaut ei, im auslaut ey und für mhd. ei entsprechend ai und ay Mayer d. orthographie d. Hans Sachs, schulprogr. Cöln-Nippes 1 (1904) 9f. einige der

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zeitgenössischen grammatiker bedauern den gebrauch des y in hd. texten grundsätzlich, so: 'wa eyn wort yn eyner oratz ader rede mit eynem i anfengt, als da syn iohan, ienen, ist eyn y vur dz klein i zo nemen. auer die guden schriuer bruchen niet vyl y in yren schrifften, nemen dat versal (j) dair vur, mit dem ichs halt' schryfftspiegel (Köln 1527) bei: Müller quellenschr. (1882) 387; 'vberflüssige bchstaben in vnserm teütschen a be ce ..., der wir geraten möchten, wa es nit also in ainen brauch ... wer kommen, sein ... das ghriechisch y vnd z' (1537) Ickelsamer teutsche gramm. bei: Müller a. a. o. 138; 'diser character y zu brauchen vnnötig ist in worten, die nicht aus griechischer sprach hergeflossen' (1593) Helber syllabierbüchl. 20 Roethe. dem beispiel der drucke der Luther-bibel folgt unter den grammatikern am konsequentesten Claius: 'y nunquam in principio dictionis scribitur, sed semper in fine ..., in media mutatur in i simplex ..., interdum in compositis manet, vt freystadt' (1578) dt. gramm. 13 Weidling, vgl. 11; 34; 114 (auch im paradigma des verbum subst. wechseln hier ei- und ey-formen nach der regel).
über reformversuche des 17. jhs. hinweg (vgl. die zahlreichen bemerkungen bei V. Moser dt. orthographiereformen d. 17. jhs., in: PBB 60 [1936] 193ff.; 70 [1948] 467ff.; 71 [1949] 386ff.) hält sich diese von jeder lautlichen oder lauthistorischen begründung (wenn solches auch mitunter versucht wurde) absehende regel, dasz y in fremdwörtern für gr. υ (nie ganz konsequent durchgeführt), im übrigen aber nur im ei-diphthong im absoluten auslaut (bley) sowie in der kompositionsfuge (bleygusz) undseltenervor ableitungssilbe (bleyern) gesetzt wird, bis ins frühe 19. jh.; vgl. dazu noch Sattler teutsche orthogr. vnd phraseol. (Basel 1607) 20f.; (1629) Ratke schr. (1959) 2, 76 ff. E. Ising ('das kleine i wird [am wortende] alzeit vmb zierats willen verwandelt in ein y' 78); Schottel haubtspr. (1663) 220; vgl. 185; Gueintz dt. rechtschreibung (1666) 13; 17; Stieler hochteutsche sprachkunst (1691) 16 f.; Gottsched dt. sprachkunst (51762) 37ff.; 718; Adelung umständl. lehrgeb. d. dt. spr. 1 (1782) 139—142. zu vergleichen ist hier der (bis auf die im dt. schon im 16. jh. aufgegebene geltung für anlautendes j) im grundsätzlichen gleiche gebrauch des y im neuengl., s. Murray 10, 2 s. v. y. zu erwähnen bleibt, dasz im 18. jh. die tendenz, homonyme durch zeichenvariation zu unterscheiden, zu künstlichen ei: ey scheidungen gröszeren umfangs führt, vgl. die beispiele in Gottscheds orthogr. verzeichn. gewisser zweifelhafter wörter a. a. o. 114. noch keinen erfolg hat Klopstock mit der forderung, y aus deutschen wörtern gänzlich zu vertilgen (1779) s. w. 14 (1830) 153. ohne auswirkung bleiben auch die versuche Bodmers und des ihm folgenden Wieland, in drucken in ('römischer') antiqua das dem lat. alphabet von haus aus fremde ü durch y zu ersetzen (vgl. oben zum y im lat.), s. Budde Wieland und Bodmer (1910) 207; Wieland ges. schr. I 1, 338ff. akad.; 2, 205ff.; vgl. dazu Kästner:

... seht der kynstler
fyllt mit römischen lettern, mit pythagoreischen yy
zum ermyden des lesers besser zu nytzende bogen bei
Budde a. a. o.

ebenso erfolglos bleibt der entgegengesetzte versuch, y auch in griech. wörtern durch ü zu verdrängen, so schon vorgeschlagen von Gottsched a. a. o. 38, durchgeführt von J. H. Voss im ersten druck (1781) der Odyssee-übersetzung; über den sich anschlieszenden streit mit J. G. Heyne und Lichtenberg vgl. die ausgabe von Bernays (1881) VII ff.
im 19. jh. verstärkt sich bei zunächst noch weithin beibehaltener scheidung von sein 'suus' und seyn 'esse' (so vorher u. a. auch Gottsched a. a. o. 141, vgl. oben die regelung bei Claius), s. Grimm dt. gramm. 1 (1893) 442, die opposition gegen y in dt. wörtern: 'es wäre lächerlich, wollte man die nun bald vollendete verweisung des y aus deutschen wörtern tadeln' Schiffner sachwb. 10 (1831) 466; 'in den allgemein gangbaren (sc. griech. fremdwörtern)

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hingegen wird es gewöhnlich wie i gesprochen (z. b. system, syntax, idylle, polyp, lyrisch, physik, sibylle, zephyr etc.), und daher in völlig eingebürgerten wörtern ... besser mit i vertauscht (z. b. silbe ..., gips ...) ... die neuere rechtschreibung ersetzt (das y in deutschen wörtern) ... in allen ... fällen ... durch das völlig gleichlautende i' Heyse hdwb. 2 (1842) 2020. Heyse folgen (bis auf die verschieden geübte aussprache des y in griech. lehnwörtern), z. t. ausdrücklich, die meisten späteren; vgl. noch Weinhold: 'y ist als unnützes und ungehöriges zeichen ausz der deutschen schrift zu entfernen ... in fremden worten mag es je nach dem gebrauche entweder geschrieben oder mit i vertauscht werden', über dt. rechtschreibung (1852) 13. in diesem sinn haben die rechtschreibereformen der deutschen länder zu ende des 19. jhs. (im gegensatz zu den orthographien der meisten übrigen länder mit lat. schrift) den gebrauch des y auf (vorwiegend griech., doch auch span., engl. u. a.) fremdwörter beschränkt.
2) name des buchstaben: ypsilon, aus griech. (bzw. ) ψιλόν 'einfaches υ', so von byzantin. grammatikern von οι ( δίφθογγος) nach beider lautlichem zusammenfallen unterschieden Liddell-Scott Greek-Engl. lex, 2, 1840 Jones. über die antiken ('der buchstabe hiesz [noch im lat.] eben hy' [älter ausgesprochen hu]) und sonstige auszerdeutsche bezeichnungen s. W. Schulze kl. schr. (1933) 465f.; vgl. 717 anm. 1; Schwyzer griech. gr. 1, 140. vor und neben ypsilon (so [1534] Hans Sachs 3, 92 lit. ver.; [1542] Fuchszperger leeszkonst, bei Müller quellenschr. [1882] 179; ipsylon [1593] Helber syllabierbüchl. [1883] 3 Roethe, usw.) undbei entsprechender lautlicher geltungnamen wie 'zweifaches i', vgl. hierzu schon (1530) Kolrosz enchiridion, bei Müller a. a. o. 72 (s. auch ob. 'herkunft'), gelten im dt. diphthongische bezeichnungen (oi, ei; vgl. den namen des y im engl.), deren deutung umstritten ist. der bezeichnungstyp ei ist seinem ursprung nach wohl aus der verwendung des y für î zu erklären, aber nicht an den möglichen übergang der ligatur ij in y gebunden. der typ oi wird auf lat. schultradition zurückgehen und aus der häufigen substitution von griech. υ durch lat. ui abzuleiten sein M. H. Jellinek über aussprache des lat. u. dt. buchstabennamen, Wiener sitzungsber., phil.-hist. kl. 212, 2 (1930) 30—37. in der dt. schultradition leben die typen oi und ei als kindertümliche buchstabier- und merknamen bis ins 18. jh., gestützt und von den grammatikern z. t. auch erklärt durch die den frühen fibeln beigegebenen merkbilder (beim y mehrmals ein eigelege mit unterschrift 'eyer') und die bevorzugte verwendung des y in bestimmten lautfolgen: 'in sonderheyt aber heyst ... (das y) in der theütschen sprach ey' (1533) Jordan leyenschul, bei Müller a. a. o. 114; 'das y (hat zuweilen) ... den mittelen laut zwischen ... o vnd i, darumb man jn denn auch in den teutschen schlen oy nennet' (1537) Ickelsamer teutsche gramm., bei Müller a. a. o. 126; 'y, auszsprach: ypsilon oder oya' (1573) Albertus dt. gramm. (1895) 22 Müller-Fr.; '... es, te, u, vau, we, ix, eye, zet. worbey zu merken, dasz ... das y eye genennet werde' Stieler hochteutsche sprachkunst (1691) 5; 'in Schwaben lehret man die schulknaben x, ey, zett sagen' Gottsched dt. sprachkunst (51762) 38. vgl. noch o-i für ypsilon bei Schmeller-Fr. bayer. 1, 10. vereinzelt bleibt die den wortklang des fremdnamens aufnehmende, aber vereinfachende umdeutung baier. Yxeland ebda 179; wetterauisch ixlamm, 'd. i. gleichsam das lamm, das dem x folgt' Weigand dt. wb. 2, 2 (1871) 1117; uckermärk. ixlom. ixlum Gombert bem. u. ergänz. 4 (1879) 23; weiteres bei M. H. Jellinek a. a. o.
3) freier und abgeleiteter gebrauch; sehr viel seltener als entsprechende verwendungen unter x (s. d.).
a) aus der verwendung des y als bezeichnung der zweiten unbekannten, vorzugsweise in der algebra (ursprung und geschichte s. unter x) ergeben sich neben einzelnen fachsprachlichen bildungen wie y-achse (z. b. Hoyer-Kreuter technol. wb. [1902] 860) anwendungen wie:

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ists nicht nur éin verstand, der nach gewissen gründen,
kann, was verstecket ist, aus dem bekannten finden,
und neue dinge sucht, und ypsilon und zett,
durch rechnung ohne zahl, aus a und b erräth?
J. E. Schlegel w. 4 (1766) 108.

aus dem allgemeineren gebrauch von x und y für die unbekannte natur einer sache folgt in abhängigkeit von der üblichen namenabkürzung mit dem ersten buchstaben ihre verwendung zur bezeichnung unbekannter, nicht offen zu nennender oder zu verallgemeinernder (personen)namen (s. unter x): (buchtitel:) die reisen des kronprinzen von Ypsilon von ihm selbst beschrieben aber nicht herausgegeben (Leipzig 1787); an die herren X und Y Lessing 1, 6 L.-M.;

baron S.
ein x im menschenalphabet,
seit Ypsilon
dein schwiegersohn,
bleibt dir nur noch das z
Grillparzer s. w. 3, 227 Sauer.


b) auf die form des y (Y) gehen, in anlehnung an antike tradition:

(dieser buchstabe) wirt ein ypsilon genandt.
Virgilius der spricht (versteh!):
dieser buchstab Pytagore
ist oben zerspalten von weytten
gleich wie zway hörner auff baid seyten,
an zu schawen, sam zeig er, das
menschlichs lebens zwayerley strasz (1534)
Hans Sachs der buchstab Pitagore Y, baiderley strasz, der tugent und untugend, in: w. 3, 92 lit. ver.

anders: einem ein lateinisches y auf den kopf setzen ('hörner aufsetzen') Abr. a s. Clara bei Wander dt. sprichw.-lex. 5 (1880) 477; ohne nebensinn: wir kamen an einem alten schlosse vorbei, das auf der ecke steht, wo die beiden arme des Wallis ein y machen Göthe I 19, 258 W.
 
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y, interjektion, s. I.
 
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ya, eselsschrei, s. DWB ia.
 
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yacht, f., s. DWB jacht.
 
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yahen, yahnen, ygahen, vb. s. iahen.
 
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yam, jam; ignam(e), f. (m.?), dioscorea batatas Decaisne. tropische pflanze mit stärkehaltigen, eszbaren wurzelknollen. gelegentlich wird der name auch auf knollenfrüchte anderer art übertragen Friederici amerikanist. wb. (1947) 450. die bezeichnung scheint aus der begegnung der Portugiesen mit westafrikan. eingeborenensprachen zu stammen (vgl. den stamm nyam- 'essen' in Bantusprachen); erste belege in Columbus' reisetagebuch von 1492 in den formen mames, niames ebda, sowie Corominas dicc. crít. etim. 3 (1954) 536f. das wort erscheint dann als span. (i)ñame, portug. inhame, ital. igname. in die west- und nordeurop. sprachen gelangt es durch schreibtradition als igname, durch mündliche überlieferung als jam, yam (engl. yam seit 1657, vorher igname u. ä. s. Murray 10, 2 s. v.) u. ä., vgl. die formen bei Marzell 2, 137 f. im deutschen sind beide typen seit dem 16. jh., meist in übersetzungsliteratur, bezeugt, s. Palmer neuweltwörter im dt. (1939) 160 f. das wort kann sich auf die ganze pflanze oder auch auf die knolle allein (s.yamwurzel) beziehen: die selb wurtzel nennen etlich jucha ... die andern igname S. Grynaeus d. new welt (1534) 51b; dann wir allda mahis, juca, batata, oyama ainen überfluss funden N. Federmann indian. historia (1557) 24; (sie) beschenkten uns auch mit plantains, james und patates W. Dampier, neue reise um die welt (1703) 367; (die Indianer waren) fleiszig, das feld zu bauen und mahis, james, palates, auch guineisch korn zu zeugen (1731) Schnabel Felsenburg 53 Ullr.; die leute (auf O-Tahiti) waren auf unsere korallen, nägel und messer so erpicht, dasz wir gegen diese waaren ... yams und pisangfrüchte in groszem überflusz zusammen brachten J. G. Forster s. schr. 1 (1843) 222; sie bauen (bei Dardschiling) unter anderem ... knoblauch, zwiebeln,

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ingwer, yams, rettiche Forstmann Himatschal (1926) 82. —
 
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yam(s)-, jam(s)-, ignamwurzel, f.: der Neuholländer verfolgt sein känguru und oposzum, er schieszt vögel, fängt fische, iszt yam-wurzeln (1785) Herder 13, 311 S.; das getränk wird zwar meist aus hirse hergestellt, doch auch alle möglichen anderen körnersorten, die sich vergären lassen, werden benutzt, ferner yamswurzeln Forstmann Himatschal (1926) 193. beide formen bei Chamisso nebeneinander: am 22. ward mit der anlage des gartens der anfang gemacht, der grund gesäubert, die erde durchwühlt, ignamwurzeln gelegt, melonen ... ausgesäet w. 1 (1836) 256; etliche jamswurzeln, die in unserm garten noch gegrünt, hatte er ausgegraben und mitgenommen ebda 361.
 
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yankee, m., typisierender spottname; im engl. zunächst nur die einwohner Neuenglands, dann die der nordstaaten, schlieszlich die weiszen bewohner der Vereinigten Staaten überhaupt treffend; im dt. charakterisiert das wort im neueren gebrauch vornehmlich den blasiert-geschäftstüchtigen, doch bis in den beginn des 20. jhs. häufig auch den typ des Nordamerikaners schlechthin. neuerdings weithin durch bezeichnungen verdrängt, die aus anderer erlebnis- oder anschauungslage folgen. die etymologie ist umstritten: möglich sind die auffassungen des wortes als indianersprachliche umformung von English oder als diminutivform von nl. Jan (Janke als gelegentlicher spottname in Neuengland seit 1683, Yankee im modernen typisierenden sinn seit 1765 bezeugt) Murray 10, 2 s. v.; im deutschen seit 1792 nachgewiesen durch Palmer neuweltwörter im dt. (1939) 141 f.: die niedrigere klasse dieser Yankees Th. Anburey, reisen im inneren v. Nordamerika (1792) 206;

Engländer aber waren's all',
die dorten (in Amerika) Yankees heiszen
Eichendorff s. w. 1 (1864) 250;

... der director (der schauspielertruppe) thät alsbald
als staberl mich engagiren,
um bei den Yankees im urwald
die bildung einzuführen ebda 254;

den donner auch! sollen sich Yankee's nachsagen lassen, ein geschäft geht nicht, weil's auf eine art nicht geht? Kürnberger der Amerika-müde (1855) 64; vgl. 55; 129; es fehlt dem Yankee an behäbigkeit, körperlicher wie seelischer Polenz das land d. zukunft (1903) 75; vgl. 18; 50; 74; 281; 283 u. ö.; nur gröszen und zahlen beeindrucken den Yankee, nur ihnen strebt er nach Keyserling d. reisetageb. e. philosophen 2 (31920) 768. — in vielen der zahlreichen gelegenheitsbildungen ist die pejorative bedeutungskomponente (s. o.) spürbar, vgl.: Yankeefarmer, m.: der Yankeefarmer ist unternehmer, beweglich und spekulativ ... er sucht unter geschickter ausnutzung der konjunktur möglichst viel aus ihr herauszunehmen Polenz d. land d. zukunft (1903) 100. —
 
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Yankeetrick, m.: ihren deutschen tiefsinn stemmen sie entgegen der routinierten flachheit ... ihr deutsches gewissen dem humbug und Yankee-trike Kürnberger d. Amerika-müde (1855) 130.
 
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yard, n. (m., f.), englisches längenmasz (91, 4 cm); mit ahd. gartia, gertia 'rute, szepter', nhd. gerte, s. teil 4, 1, 2, sp. 3741, zu idg. *ĝhasto-, *ĝhazdho- 'rute, stange' Pokorny 1, 412 f., Walde-Pokorny 1, 541. mit dem zunehmenden Englandhandel des 18. jhs. nach Deutschland gedrungen, vgl. Zedlers univ.-lex. 8 (1734) 898; 60 (1749) 823. gebucht von Campe verdeutschungswb. (1813) 610, weiteresauch über gelegentlichen genuswechsel durch anlehnung an elle und meter — s. P. F. Ganz d. einflusz d. engl. a. d. dt. wortschatz (1957) 235: der platz in der mitte, welcher dreyszig yards breit ist G. W. Alberti briefe (1752) 3, 802, bei P. F. Ganz a. a. o.; ein schönes natürliches amphitheater von etwa 300 yards im durchmesser Göthe I 46, 161 W.; ungefähr 200 yards von der see ebda 180; einige hundert yards nach westen lag der alte hafen ebda 181. auch heute in Deutschland noch als längenmasz im garnhandel üblich.

[Bd. 30, Sp. 2574]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) yoga, joga, m., f., aus Indien stammendes weisheitssystem, das die möglichkeit der mystischen vereinigung mit der gottheit durch askese lehrt, s. Eisler wb. d. philos. begriffe 3 (31910) 1870. von ai. yōga- m. 'das anschirren, verbindung', zur idg. wz. ieu- 'verbinden' Walde-Pokorny 1, 201 f., Pokorny 1, 508—510. ins dt. entlehnt wohl unter einflusz von engl. yoga (bezeugt seit 1820, doch das zugehörige yogi [s. u.] schon seit 1619 Murray 10, 2 s. vv.; Rao Indian words in English [1954] 25). im sinne einer praktisch-philosophischen moderichtung begegnen wort und sache in Deutschland erst im 20. jh., im fachschrifttum meist als mask., im nominativ dabei überwiegend artikellos, sonst auch als fem.; Duden (Lpz. 151959 s. v. joga) schreibt mask. genus vor: ich benutze die reichen gelegenheiten der ... bibliothek, um meine kenntnisse, die yoga betreffend, zu vervollständigen Keyserling d. reisetageb. e. philosophen 1 (31920) 137; yoga ist an sich ein rein technisches, gleich jeder anderen gymnastik ebda 141; vgl. 143 u. ö.; das streben nach vereinigung (yoga) H. Jürgens yoga im alltag (1953) 74; deshalb habe ich nicht gezögert, den vorbereitenden yoga als die östliche entsprechung der analytischen therapie zu bezeichnen G. Coster, yoga u. tiefenpsychologie (1954) 181. —