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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
wohlstehen bis wohltäterin (Bd. 30, Sp. 1184 bis 1188)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -stehen, n. a) wohlbefinden, gedeihen: (es) ist vom rade zu Marpurg derselben stad und in wonern zu nutze, eren und wolstehin disze ordenunge und satz vorgenommen (worden) (a. 1480) in: quellen zur rechtsgesch. d. stadt Marburg 1, 179. b) zierde, schmuck: nur dasz also ablengende runde zirckel inn die vierung der stein umb wolstehns willen gerissen (werden) Hieron. Rodler kunst d. messens (1531) b 3a; (kurze dolche,) die sie ... umb zierde und wolsteens willen an sich gehengt gehebt H. Boner Herodian (1532) 23b; es ist nicht eben befohlen, das wir in unserer kleidung auf die blosze nohtdurfft sehen, sondern auch auf das gebührliche wohlstehen Butschky Pathmos (1677) 252. —
 
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-stehend, adj. a) in gutem stande befindlich, gesund, kräftig: so begert ... der ... herre aller herren, daz ir wolstenden rosen werdent, damite sin götlich houbet finlich gezieret werde Seuse dtsche schr. 409 B.; was hat ... so vil leut bewegt, das künigreych z Franckreych z bekriegen, dann dasz es das aller wolsteenst ist Spalatinus d. klage d. frids (1521) e 1a; auff solchem zug ... wirdt ... keines besameten feldts wolstehendt oder wolgerahten flor oder getraydts ... verschonet Kirchhof milit. disciplina (1602) 111; er (Carolus) hette ... wolstehende glieder ders. wendunmuth 2, 52 lit. ver. heute veraltet. b) wohlhabend, reich, gut situiert: es gibt wohlstehende familien in Rom, die sich ihr mittagsmahl aus einer schlechten garküche ... bringen lassen Ayrenhoff w. (1814) 6, 64; ich müszte denken, Charlotte, der ehrliche antrag eines wohlstehenden mannes sei einer antwort werth Kürnberger nov. (1861) 2, 6; Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 230; Storm s. w. (1899) 1, 207; Wöste westfäl. 328b.
 
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wohlstilisiert, adj., sorgsam, schön stilisiert: eine lateinische wohlstylisirte ... rede Chr. Gryphius heliconischer reichstag 107; der wohlstylisierteste ciceronianische brief Heinse s. w. 4, 309 Sch.; wohlstylisierte redensarten Gaudy s. w. (1844) 22, 84; auszerordentlich wohlstilisierte briefe Th. Mann Dr. Faustus (1948) 313. —
 
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-stimmig, adj., angenehme stimme, guten klang habend, harmonisch: er ... liesse sie (die glocken) gar harmonisch unnd wolstimmig zusammen läuten Fischart Garg. 234 ndr.; die hörner und ... andere instrumente ... flöteten ... wohlstimmig durcheinander J. J. Dittrich bemerk. auf einer reise (1816) 34. —
 
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-stimmung, f. 1) wohllaut, harmonie, auch übertragen: wann diese zwo seiten nicht recht gestimmet sein, verursacht solches denjenigen miszlaut, der die wohlstimmung weiszer rahtschläge verwirrt Stubenberg Samson (1657) 157. 2) gute stimmung, laune: es ist ... kein kleines verdienst, den menschen ... vergnügen machen, zu ihrer wohlstimmung beitragen Fr. Th. Vischer altes u. neues (1881) 1, 117; Rosegger schr. III 8, 133. —
 
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-studiert, adj. 1) gründlich gebildet, unterrichtet: ein ... wolstudirter mensch ... un huomo letteratissimo, eruditissimo Kramer t.-ital. 2 (1702) 1022a; ein wolstudierter herr Stumpf Schweizerchron. (1606) 645a; Holberg dän. schaubühne (1743) 1, 93. 2) sorgsam durchdacht, erwogen: ein ... gelungenes, wohlstudirtes ... bild Stifter s. w. (1904) 14, 233.
 
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wohltag, m., guter tag. mhd. woltac freude, s. mhd. wb. 3, 8a. nhd. meist pl. wohltage gute, glückliche, genuszvolle tage, tage des wohllebens; woldaghe Diefenbach gloss. 171c s. v. delicie; Schiller-Lübben 5, 761; Adelung 4, 1599; als veraltetes wort gebucht von Campe 5, 758b. dialektisch noch lebendig für 'freude, lust, übermut', s. Frischbier 2, 478; Deiter ma. v. Hastenbeck 157; Flemes wb. v. Kalenberg 378; Block idiot. v. Eilsdorf 100; Köppen plattdtsche ma. in Dortmund 66; Martin-Lienhart elsäss. 2, 668: woltage sind fehrlicher und schwerer zu tragen denn böss tage Agricola 750 teutscher er güter (1534) f 8b; die ... verkerte welt ..., die ... all sprichw. und gaben gottes allein zu yhrer hoffart, geitz, lust und woltagen misbraucht Luther 30, 1, 185 W.;

die pfaffen triben wunderspil,
der woltag heten sie zu vil hist. volkslieder 1, 342 Liliencron;

[Bd. 30, Sp. 1185]


dieser mann ... hatte seine wohltage genossen Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 27, 365. selten im sg.:

im seichten gewässer ihres flüchtigen wohltags
schiffen verlorne völker
Gertrud v. le Fort hymnen an Deutschland (1932) 37.


 
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-tägisch, adj.: vorwitzig, muthwillig, woltägisch, frech B. Faber thes. (1654) 511a s. v. lascivus. 'schwelgerisch': in solcher wohltagischen lustseuche enthärzt und der waffen entwohnet Ph. v. Zesen Ibrahim (1645) 2, 304. heute schriftsprachlich nicht üblich, aber uckermärkisch und pommerisch in der form woldâgsch nach Gombert bemerk. (1879) 18.
 
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wohltat, f. , beneficium, bonum opus.
ahd. wolatât, woletât; mhd. woltât; mnd. woldât; fries. woldâd; ags. weldǣd; schon got. in gleicher bedeutung wailadeds, aber mit auffälligem stammvokal ai (worüber oben unter wohl sp. 1025). pl. wohltaten, im 15. und 16. jh. noch starke flexion und umlaut entsprechend dem simplex tât, als altem i-stamm: woltete erste dtsche bibel 2, 7, 19 Kurrelmeyer; Schaidenreiszer Odyssea (1537) vorr. 1 u. a. bedeutung und gebrauch.
ahd. für beneficium, benefactum bei Otfrid, Notker, Williram, s. Graff 5, 331. mhd. (mnd.) wenig gebraucht, vgl. mhd. wb. 3, 148f.; Lexer 3, 974; Schiller-Lübben 5, 761. noch im 15. jh. übersetzen die bibeldrucke vor Luther beneficium, benefactum der vulgata regelmäszig mit gttat. die Zainerbibel ersetzt einmaliges woltete der Mentelbibel in der vorrede zu Pauli ep. an die Römer durch gtete. nur einmal (2. Macc. 6, 13) ändert die Koburger bibel umgekehrt gttat in woltat. bei Luther findet sich woltat schon häufiger (Teller 1, 89; 170) und vom 16. jh. an kommt wohltat rasch zu breiter verwendung. die wbb. verzeichnen es regelmäszig für lat. beneficium, benefactum: Diefenbach gloss. 71c; Alberus (1540) v 3a; nomenclator lat.-germ. (1634) 270; Dentzler clavis (1716) 356a; Steinbach 2, 783.
1) im allgemeinen sinne 'sittlich richtiges handeln, wohlverhalten'; diese bedeutung begegnet nur in älterer sprache und nur vereinzelt:

in allerhande woltat
sach man in stete vul wesen
beide singen unde lesen
vnde dar zu ouch sin gebet passional 197, 57 Hahn;

nu ganc du balde minen rat,
wider sage der vnvlat
vnde grif vurbaz an woltat,
wande dir got wil gnade geben ebda 391, 4;

bidde wij, dat gij den vromen luden erer woldat vnde horsames io geneten laten (1422) Lüb. urkb. 6, 807; bidde wy, dat her Tideman ... des ... Godeken woldad vnde horsames nicht entgelde (1422) ebda 432.
in der gegenüberstellung von wohltat mit übeltat, missetat:

der Tanhusaere gemachet hat
die rede mit sumlicher rat.
sie lêret wol für missetat
Tannhäuser hofzucht 261 Siebert;

es ist besser, das ir von wolthat wegen leidet, denn von ubelthat: (melius est enim benefacientes ... pati, quam malefacientes) 1. Petr. 3,-17; der wohltat vergisset man bald, der übelthat aber gedencket man lang Tappius adag. centuriae septem (1545) Aa 4a.
2) als beneficium, benefactum. die bedeutung verschiebt sich von der haltung und handlung (actio) zum ergebnis der handlung, dem begriff 'gabe, geschenk' (actum):

unkund ist mir drato ob er (Christus) si ubildato,
ruerent mih in drati thio sino uuoladati
Otfrid III, 20, 114;

vnd ob ir woldede iht beginnent
gein den die wider uch dunt wol (si benefeceritis his, qui vobis benefaciunt Luc. 6, 33) st. Pauler evangelienbuch (14. jh.) in: Wiener sitzungsber. phil.-hist. kl. (1898) 157;

[Bd. 30, Sp. 1186]


hass nicht dinen frunt umme suss,
der in dime besten straffet dich,
di wol dat nicht an ym rich! (um 1400)
Joh. Rothe lob d. keuschheit 4589 N.;

under euch ist ainer, der wirtt mich verratten ...
ich hett mir in zu ainem junger auserkchorn,
alle wolthatt ist an im verloren altdeutsche passionsspiele 369 Wackernell.

gern von den werken christlicher barmherzigkeit, häufig mit almosen gleichbedeutend:

(er) lîz sich alle armin
mit woltât irbarmin
Nikolaus v. Jeroschin 15384 Str.;

mit schutz, schirm, essen, trincken, herbergen und ander nachbarlicher wolthat Luther 53, 528 W.; der gemeine orden der christlichen liebe, darynn man ... einem iglichen dürfftigen mit allerley wolthat dienet als speisen die hungerigen, trencken die dürstigen ders. 26, 505. von den gaben und gnadenerweisen gottes: (Christi geburt) ist die gröszte wolthat, die weit, weit übertrifft alle andern werk der schöpfung Luther tischr. 4, 198 W.; dise geystliche wolthat, das er (gott) ihnen die ohren öffnet und die zunge löset ders. w. 52, 451 W.; in zwillingsformel: in solchen seinen (gottes) werken und unzähligen wolthaten tischr. 6, 20 W.; wunderwerke und wolthaten gottes ebda 5, 623; alle seyne gutter und wolthat w. 10, 1, 1, 13 W.
3) verbale verbindungen. jemandem wohltat(en) tun:

da danckete ich ir sere
der woledait die sij mir mere
hatte getaen und bewijset pilgerfahrt d. träum. mönchs 6443 B.;

fühlen sie (anrede), welche wohlthat sie mir thun, wenn sie bleiben Göthe I 11, 149 W. häufiger wohltat erzeigen: wolthat erzeigen far bene Hulsius (1618) 2, 58a; einem eine wohlthat erzeigen ... beneficium alicui tribuere Widerhold t.-frantz.-lat. (1669) 426b; Adelung (1801) 4, 1599: wir ... rühmen die wolthat, die gott an solchen festen erzeiget hat Luther 34, 2, 228 W.; der tag, ... darinnen gott dem menschlichen geschlecht die höchste wolthat erzeiget und bewiesen hat Prätorius saturnalia (1663) 2; die gäste glaubten den kindern eine wohlthat zu erzeigen, wenn sie ihnen ... süszen wein gäben Göthe I 22, 206 W. wohltat(en) beweisen, erweisen: die wohlthat und güete, so uns gott beweyset Eberlin v. Günzburg s. schr. 3, 187 ndr.; in gedechtnuss der wolthat, so mir ... von euch zu allerzeit ... bewysen und von euch geschehen (1559) Val. Schumann nachtbüchlein 3 lit. ver.; wolthaten, so er (Karl der Grosse) seinem geliebten vaterlande ... erwiesen Neumark neuspross. palmbaum (1668) 117; man kann einem jungen menschen keine größere wohlthat erweisen, als wenn man ihn zeitig in die bestimmung seines lebens einweiht Göthe I 21, 58 W.; ihr habt mir heute die gröszte wohlthat erwiesen A. v. Arnim w. 15, 166 Gr.; A. Stifter s. w. (1904) 3, 138. wohltat(en) spenden: mit welcher weiszheit und mäszigung hat nicht die höchste güte ihre wohlthaten ausgespendet Schiller 1, 65 G. wohltat(en) empfangen: sey der entpfangen wolthat ingedenk beneficii accepti memento (1524) mon. Germ. päd. 20, 56; für empfangene wolthat ... dancksagen Widmann Fausts leben 54 K.; ich vergasz wohlthaten, die ich empfieng und die ich austheilte Schubart leben u. gesinn. 1, 153. wohltat vergelten, erwidern: wohlthaten ... erwiedern W. v. Humboldt ges. schr. (1903) 1, 15. eine wohltat genieszen Kant 5, 160 akad.
4) in weiterer verwendung für 'gnade, glück, gunst, segen, labsal'. es fehlt die beziehung auf einen persönlichen urheber der wohltätigen handlung, bzw. der günstigen lage, oder tritt doch zurück: (sie begeben) sich aller unnd jeder rechtlichen wolthaten, freyheiten, begnadungen Jac. Ayrer hist. proc. juris (1600) 316; mit gen.: auch mir müszte diese wohlthat des gesetzes zu statten kommen Lessing 10, 69 M.; die wohlthaten des stillen ... häuslichen lebens Eichendorff s. w. (1864) 2, 82; (die) wohlthat des ... schlummers Carossa d. arzt Gion (1931) 185; etwas ist, wird eine wohltat gnade, gunst, glück: ein seliges stündlein

[Bd. 30, Sp. 1187]


ist die letzte wolthat, die uns auf erden widerfahren kan Petri d. Teutschen weiszheit (1604) 1, c 1a; nach einem so langwierigen traurigen krankenlager (des vaters), dasz ... der tod eine wohlthat war (1796) Schiller briefe 5, 72 Jonas; in den augenblicken solchen wüsten geschickes erstarrt meistens der zuschauer, und dem, den es trifft, ist es eine wohlthat, dasz ihn die sinne verlassen Göthe I 81, 99 W.; thränen wären eine wohlthat gewesen W. Alexis ruhe ist die erste bürgerpflicht (1852) 1, 300; Mörike w. 2, 187 Maync; die gröszte wohlthat im kriege ist die schnelle beendigung des krieges Moltke ges. schr. u. denkw. 5, 196; welche wohlthat der schlaf! ebda 1, 88; mit dat. der person: ihre worte sind mir wahre wohlthat Göthe IV 9, 4 W.; es ist mir eine ... grosze wohlthat, wenn ich dich zufrieden weisz Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 379; seine anwesenheit ist mir eine wahre wohlthat (1865) W. Scherer briefw. mit Müllenhoff 150. wohltat für jemanden: es wäre eine wahre wohlthat fürs menschengeschlecht, wenn man dem gemeinverstand ... nachweisen könnte, wie weit er reichen kann Göthe I 42, 2, 259 W.
 
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wohltäter, m. , benefactor, seit dem 16. jh. viel gebraucht. im 16. und 17. jh. in reimbindung mit vater ohne umlaut woltater, so bei Hans Sachs 1, 66 K.; 143; 2, 24; 3, 324; 6, 110; 14, 316; 17, 26; 18, 203; 19, 8; 21, 321; 22, 349; kathol. kirchenlied 2, 372 Bäumker; Nic. Frischlin 18 lit. ver.; Ayrer dramen 19 lit. ver.; Spreng Äneis (1610) 15a; Opel-Cohn dreiszigjähr. krieg 161 u. a.
1) im gegensatz zu übeltäter 'jem. der richtig (d. i. dem sittengesetz entsprechend) handelt': unter dem gesetz seyn soll heyssen: aus getzwang unnd nodt des gesetzs gutt thun; und niemant das gesetz erfullet, er sey denn nit unter dem gesetz; denn gott will freywillige wollthetter haben Luther 10, 1, 1, 363 W.; (der könig halte gericht) zr rach der ubelthätter und z lob der wolthätter Eberlin von Günzburg s. schr. 3, 277 ndr. diese bedeutung veraltet schon im 16. jh., s. auch DWB wohltat 1, wohltätig 1.
2) eine person, welche andern wohltut; wolteder benefactor Diefenbach gloss. 71c; als übersetzung von beneficus in Math. von Beheims evangelienbuch Luc. 25, 22 u. Matth. 20, 25; beneficus, benignus Stieler (1691) 2353; de aliquo bene meritus Steinbach (1734) 2, 784; le bienfaiteur Schwan (1783) 2, 1066b; Adelung 4, 1599. auch nd. eyn waldeder beneficus (1417) Diefenbach nov. gloss. 51: vater ist ein wort eins woltheters, wie wir im sprichwort sagen, er thut bei mir als ein vater (1527) mon. Germ. päd. 21, 35; wann jr ewern wolthättern wol tht, was dancks habt jr davon? dann die sünder thn dasselbige auch Luther 10, 1, 2, 316 W.; also haben Christus und Paulus ... geweissagt von den letsten tagen, das vil vom glauben werden abtretten, ... verächter ihrer wolthäter Nas das antipap. eins und hundert (1567) 2, a 2a; Christus hat widersacher und nachreder gehabt und du wilt lauter freund und wolthäter haben? Joh. Arndt Thomas a Kempis nachfolge Christi (1631) 42; man zancket sich insgemein, ob der wohlthäter mehr den bewohlthätigten oder der bewohlthätigte mehr den wohlthäter liebe Neukirch anweisung zu teutschen briefen (1709) 377; nach dem tode meines fürsten, meines einzigen freundes und wohlthäters Göthe I 23, 23 W.; vgl. DWB I 22, 12; das steckt in den thieren drinn, dasz sie ihre wohlthäter kennen maler Müller w. (1811) 3, 66. mit gen. des subjekts: sieh den erfinder eines bessern werkzeuges als einen wohlthäter des reiches an A. v. Haller Usong (1771) 388; o wohlthäter aller wesen, sey gelobet für die ströme von gnaden, die du ... zu uns ... herableitest! Wieland I 2, 354 akad.; betrachtet sie (die genialischen menschen) als wohlthäter des menschengeschlechts Göthe I 45, 13 W.. auch von abstrakten oder dingen: der schmerz ist der gröszte wohlthäter ... des menschen Hebbel br. 1, 353 Werner; gift ist ... zuweilen ... ein wohlthäter leidender menschen W. Scherer kl. schr. (1893) 1, 47. in undeutscher, latinisierender konstruktion mit genetiv des objekts: danckbarkeit ist die liebe eines wohlthäters wegen der uns erzeigeten wohlthaten

[Bd. 30, Sp. 1188]


Chr. Wolff gedancken v. d. menschen thun u. lassen (1720) 272. —
 
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-täterin, f., moviertes fem. zu wohltäter, m., la bienfaitrice Schwan (1783) 2, 1066b: anbindsode an eine vornehme wolthäterin Morhof unterricht v. d. dtsch. sprache (1682) 2, 132; er warf sich voller dankbegierde zu den füszen seiner wohlthäterinn Schwabe belustigungen (1741) 1, 447; heute hat mir das gütige schicksal durch eine unbekannte wohlthäterin diese herrliche mahlzeit ... bescheret d. Leipziger avanturieur (1756) 1, 150; Lydie schaute zu ihrer wohlthäterin mit einer heiterkeit Göthe I 25, 1, 267 W.; eine wohlthäterin der kranken und armen Holtei erzähl. schr. 11 (1861) 266. von einer personengruppe gesagt: in Riga war die Berens'sche familie seine (Hamanns) wohlthäterin, sie unterstützte ihn Gervinus gesch. d. dtschen dichtung (1853) 4, 401. bildlich auch von sachen: das dise ding alle vil mehr menschliches geschlechts gift und verterben, als eine gütige wolthäterin haisen Fischart w. 3, 95 H.