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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
wellenempfänger bis wellenfurche (Bd. 28, Sp. 1432 bis 1434)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) wellenempfänger, m., in der elektrotechnik funkentelegraphisches empfangsgerät: als wellenempfänger sind ... eine gröszere anzahl verschiedener apparate eingeführt worden v. Alten hb. f. heer u. flotte 3, 216. —
 
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wellenerregen, n., übertragen: die neuern philosophen, allanzweifler mit eigenen kühnsten behauptungen, Voltaire, Hume, selbst die Diderots — es ist das grosze jahrhundert des zweifelns und wellenerregens Herder s. w. 5, 512 S.
 
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wellenerregung, f.: Poulson trat ... mit einer neuen anordnung für wellenerregung (für drahtlose telegraphie) an die öffentlichkeit v. Alten hb. f. heer u. flotte 3, 216.
 
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wellenfahrt, f.: die übrige wurden ... endlich nach ihrer so gefährlichen wall- und wellenfahrt halbtodt ans land getrieben Er. Francisci traursaal (1669) 2, 1604; auf weit- und breiter wellenfahrt Göthe I 24, 358 W.
 
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wellenfech, -feh, n., 'feh (wappenpelzwerk), bei dem die theilung zwischen weisz und blau in den einzelnen fehreihen durch den wellenschnitt bewirkt wird' Gritzner handbuch d. herald. terminologie (1890) 9. vgl. DWB fech, adj. (teil 3, sp. 1386). —
 
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wellenfeld, n., in barocker lyrik, umschreibung für meer u. ä.:

doch kann des windes trieb auch dienen zu den sachen,
wann durch das wellenfeld hin in die neue welt
zu schiffen, würde man des sails und pferdes lachen
Harsdörffer frauenzimmergesprächsp. (1641) 8, 386.


 
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wellenfigur, f., in der musiktheorie: das ganze beginnt und schlieszt mit einer zauberischen wellenfigur R. Schumann ges. schr. (1854) 1, 238; vgl. R. Wagner ges. schr. u. dicht. (1897) 5, 143. —
 
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wellenfläche, f., bewegte wasseroberfläche: wenn ... das himmelsgewölbe ... sternenlicht über die sanfte wellenfläche ergieszt A. v.

[Bd. 28, Sp. 1433]


Humboldt kosmos (1845) 1, 8; übertragen: die wellenfläche der Reitalm H. v. Barth nördl. Kalkalpen (1874) 17.
 
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wellenform, f., form, gestalt einer welle: eine leise änderung der wellenform verrät ihm (dem fischjäger) schon die beute v. d. Steinen naturvölker (1894) 231; vgl. Krünitz 237, 187. als vergleichender ausdruck wie das folg. wellenförmig mannigfach übertragen: duftige berge in wellenformen Karl Grasz sizil. reise (1815) 2, 95;

sah ihn (den nebel) herab in wellenform sich neigen
Kotzebue s. dr. w. (1828) 32, 22;

die wahre bewegung (des denkens) wird auch in wellenform, auf und ab, vor sich gehen R. Hildebrand ged. über gott (1910) 205. 'art der welle, wellentyp': es kommen noch die verschiedensten anderen wellenformen vor, und die seeleute haben bestimmte namen dafür Fr. Th. Vischer ästhetik (1846) 2, 62; 'form, art der wellenlinie': und zwar ist der weibliche leib, in welchem zahllose wellenformen sich verschlingen, ... für den helldunklen zauber der farbe gebaut dt. museum 4, 204 Fr. Schlegel.
 
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wellenförmig, adj. , vielgebrauchter vergleichsausdruck, lexikalisch zuerst bei Schwan: wellenförmig ondoyé, ondoyant; wellenförmige streifen; wellenförmige umrisse; die wellenförmige bewegung nouveau dictionnaire 2 (1784) 1031a; dann auch bei Adelung 5 (1786) 157; literarisch seit der mitte des 18. jh. bezeugt, nur zu 4welle 'wasserwelle' gehörend, bei Adelung der lexikalischen vollständigkeit halber auch zu 3welle 'drehbarer cylinder' gestellt, doch nirgendwo so bezeugt.
1) dem ausgangspunkt am nächsten steht die häufige anwendung auf die wellenartige bewegung der wasseroberfläche, der luft, eines körpers u. s. w.; die verbindung wellenförmige bewegung ist fest: die ganze wüste gleicht einem unermeszlichen see, dessen oberfläche in wellenförmiger bewegung ist A. v. Humboldt ansichten d. natur (1808) 1, 134; eine wellenförmige, zitternde bewegung der luft Laistner nebelsagen (1879) 223; eine wellenförmige bewegung in allen nervengefäszen J. Wetzel Tobias Knaut (1775) 3, 103; noch lange sehe ich die wellenförmige bewegung des trabenden offiziers D. v. Liliencron s. w. (1896) 2, 116; alle feste ... körper gerathen durch ... erschütterung in eine schwingende, wellenförmige bewegung J. Liebig hb. d. chemie (1843) 1, 34. in der naturlehre, vgl. oben DWB wellenbewegung: die wellenförmige bewegung, die man zur erklärung der fortpflanzung des lichts hat gebrauchen wollen (1771) anh. zur allg. deutschen bibl. bd. 1—12, 138; Huygens lies es (das licht) aus wellenförmig fortgepflanzten schwingungen eines elastischen mittels bestehen Joh. Chr. Ebermaier versuch einer geschichte des lichtes (1799) 29; wenn seine (de la Rives) hypothese einer wellenförmigen fortpflanzung der elektrizität begründet ist E. Lenz in annalen der physik 48 (1839) 420; die wellenförmige undulation der aufgehenden sonnenscheibe A. v. Humboldt kosmos (1845) 3, 73; vgl. Hoyer-Kreuter 1, 843; Blaschke wb. d. elektrotechn. (1901) 139; in der medizin: wellenförmiger puls (pulsus undosus), wo sich die systole fast ganz unmerklich in die diastole verliert Hecker grundrisz der physiol. pathol. (1791) 1, 217. — innerhalb dieser vorstellung besonders häufig als adv.: seine hände ... hielt er ... vor sich weg und bewegte sie wellenförmig, wie ein schwimmender im wasser Nicolai Seb. Nothanker (1773) 1, 44; mit einem stab oder regenschirm den gemessenen, groszen, wellenförmig bewegenden schritt unterstützend Gutzkow ges. w. (1872) 10, 120.
2) von festen körpern, ihrer äuszeren form, oberfläche, umriszlinie, also ohne die vorstellung einer eigentlichen bewegung. diese anwendung überwiegt bei weitem.
a) cymation wellenförmiger säulenzierrath Kinderling reinigkeit d. deutschen spr. (1798) 164; ein sehr nachtheiliger wellenförmiger absatz in der seele des stückes (des geschützrohres) Hoyer wb. der artillerie (1804) 1, 142; auf dunkelblauem grunde wellenförmige, falb-röthliche wolken Hebbel tageb. 1, 65 Werner; fenster, (die bei) ihrer wellenförmigen oberfläche keinen blick hinauslieszen G. Keller ges. w. 1 (1889) 266; vom haar und gewand: die wellenförmigen haupthaare Winckelmann s. w. (1825) 2,

[Bd. 28, Sp. 1434]


62; Tanaquil webte ... die wellenförmige königstoga K. O. Müller die Etrusker (1828) 1, 260; häufig von der landschaftsform: wenn man oben ist, so geht der hohe boden mit abwechselnden wellenförmigen kleinen höhen und thälern eine viertel oder halbe meile fort J. E. Troschel reise (1784) 6; einige grüne, wellenförmig sich erhebende saatfelder Storm w. (1899) 4, 113.
b) eingebürgert in der kunstbeschreibung des 18. jh. unter dem einflusz des engl. waving line, der 'schönheitslinie', die nach Hogarth das grundelement der schönen form ist: the waving line, which is a line more productive of beauty ... for which reason we shall call it the line of beauty (1752) analysis of beauty 38, vgl. unten wellenlinie, ferner schlangenlinie (teil 9, sp. 466); schönheitslinie (teil 9, sp. 1518); zuerst von linien, bes. umriszlinien, dann freier und abstrakter, aus der sprache der theorie heraustretend, von körperlichen formen überhaupt; vgl. DWB man bedient sich dieses ausdrucks, dasz die umrisse einer zeichnung oder figur wellenförmig seyn müssen, um nicht steif, hart und dürftig zu scheinen Jacobsson 4, 634a: flieszende und wellenförmige auszenlinien geben einer ganzen figur einen reiz das neueste aus der anmuth. gelehrs. 4 (1754) 411 Gottsched; es bildete sich also in ihren figuren die groszheit, welche aber in vergleichung gegen die wellenförmigen umrisse der nachfolger ... eine gewisse härte kann gezeiget haben Winckelmann s. w. (1825) 5, 209; die vermeidung des eckigten und spitzigen in den umrissen, das schlängelnde und wellenförmige darin, macht eigentlich die formen sanft und harmonisch Sulzer theorie d. schönen künste (1792) 2, 482; ihre ganze gestalt so wellenförmig Kotzebue s. dram. w. (1828) 14, 18.
c) terminologisch in der naturbeschreibung. geologisch, von der faserung bestimmter gesteinsarten, sowie der im bruch oder schnitt zutagetretenden form der schichtenlagerung; vgl. die aufzählung solcher gesteinsarten bei Jacobsson 8, 187b: hier fand sich sehr quarzreicher, wellenförmiger thonschiefer Göthe III 9, 98 W.; der bruch (des glimmers) ist ... wellenförmig Zappe mineral. handlex. (1817) 1, 383; wellenförmige senkung eines flötzes Veith bergwb. (1870) 344. vor allem in der botanik, von den blättern bestimmter pflanzen, bes. ihrer randflächen, gelegentlich auch in der zoologie und anatomie; vgl. Illiger thier- u. pflanzenreich (1800) 21; Voigt bot. kunstspr. (1803) 204: die ecken ... sind stark gebräunt und gerunzelt, und selbst die mehr geschonte mitte des blattes wellenförmig Göthe 42, 8 W.; die einschnitte (des stechpalmblattes) wellenförmig abwechselnd ab- und aufwärts gebogen Roszmäszler wald (1863) 493; die jahresringgrenzen (des spitzahorn) ... immer etwas wellenförmig Lueger 6, 574; der hinterleib (der krankenlaus) ... wellenförmig ausgebuchtet Sömmerring bau d. menschl. körpers (1839) 8, 408; sein (des obersten halsknotens des sympath. nervs) ... wellenförmiger rand sendet die schlundzweige ... aus 4, 625; bes. von der zeichnung auf dem fell gewisser tiere, vgl. o. bei Schwan: in der jugend haben die europäischen arten (des habichts) ... am unterleibe ... längsflecke, im alter wellenförmige querlinien Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 1, 248. —
 
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wellenfurche, f.: die ... tiefe wellenfurch hindurch Gottsched crit. hist. (1732) 1, 103; da gewahrte man, aus einer wellenfurche auftauchend, das fahrzeug L. v. Przibram erinn. (1910) 1, 236. geol. kunstausdruck bei Hoyer-Kreuter 1, 843.