| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||||||||||||||||||||||||
wellenempfänger bis wellenfurche (Bd. 28, Sp. 1432 bis 1434) | |||||||||||||||||||||||||
| doch kann des windes trieb auch dienen zu den sachen, [Bd. 28, Sp. 1433] kosmos (1845) 1, 8; übertragen: die wellenfläche der Reitalm nördl. Kalkalpen (1874) 17. sah ihn (den nebel) herab in wellenform sich neigen 1) dem ausgangspunkt am nächsten steht die häufige anwendung auf die wellenartige bewegung der wasseroberfläche, der luft, eines körpers u. s. w.; die verbindung wellenförmige bewegung ist fest: die ganze wüste gleicht einem unermeszlichen see, dessen oberfläche in wellenförmiger bewegung ist ansichten d. natur (1808) 1, 134; eine wellenförmige, zitternde bewegung der luft nebelsagen (1879) 223; eine wellenförmige bewegung in allen nervengefäszen Tobias Knaut (1775) 3, 103; noch lange sehe ich die wellenförmige bewegung des trabenden offiziers s. w. (1896) 2, 116; alle feste ... körper gerathen durch ... erschütterung in eine schwingende, wellenförmige bewegung hb. d. chemie (1843) 1, 34. in der naturlehre, vgl. oben DWB wellenbewegung: die wellenförmige bewegung, die man zur erklärung der fortpflanzung des lichts hat gebrauchen wollen (1771) anh. zur allg. deutschen bibl. bd. 1—12, 138; Huygens lies es (das licht) aus wellenförmig fortgepflanzten schwingungen eines elastischen mittels bestehen versuch einer geschichte des lichtes (1799) 29; wenn seine (de la Rives) hypothese einer wellenförmigen fortpflanzung der elektrizität begründet ist in annalen der physik 48 (1839) 420; die wellenförmige undulation der aufgehenden sonnenscheibe kosmos (1845) 3, 73; vgl. 1, 843; wb. d. elektrotechn. (1901) 139; in der medizin: wellenförmiger puls (pulsus undosus), wo sich die systole fast ganz unmerklich in die diastole verliert grundrisz der physiol. pathol. (1791) 1, 217. — innerhalb dieser vorstellung besonders häufig als adv.: seine hände ... hielt er ... vor sich weg und bewegte sie wellenförmig, wie ein schwimmender im wasser Seb. Nothanker (1773) 1, 44; mit einem stab oder regenschirm den gemessenen, groszen, wellenförmig bewegenden schritt unterstützend ges. w. (1872) 10, 120. 2) von festen körpern, ihrer äuszeren form, oberfläche, umriszlinie, also ohne die vorstellung einer eigentlichen bewegung. diese anwendung überwiegt bei weitem. a) cymation wellenförmiger säulenzierrath reinigkeit d. deutschen spr. (1798) 164; ein sehr nachtheiliger wellenförmiger absatz in der seele des stückes (des geschützrohres) wb. der artillerie (1804) 1, 142; auf dunkelblauem grunde wellenförmige, falb-röthliche wolken tageb. 1, 65 Werner; fenster, (die bei) ihrer wellenförmigen oberfläche keinen blick hinauslieszen ges. w. 1 (1889) 266; vom haar und gewand: die wellenförmigen haupthaare s. w. (1825) 2, [Bd. 28, Sp. 1434] 62; Tanaquil webte ... die wellenförmige königstoga die Etrusker (1828) 1, 260; häufig von der landschaftsform: wenn man oben ist, so geht der hohe boden mit abwechselnden wellenförmigen kleinen höhen und thälern eine viertel oder halbe meile fort reise (1784) 6; einige grüne, wellenförmig sich erhebende saatfelder w. (1899) 4, 113. b) eingebürgert in der kunstbeschreibung des 18. jh. unter dem einflusz des engl. waving line, der 'schönheitslinie', die nach Hogarth das grundelement der schönen form ist: the waving line, which is a line more productive of beauty ... for which reason we shall call it the line of beauty (1752) analysis of beauty 38, vgl. unten wellenlinie, ferner schlangenlinie (teil 9, sp. 466); schönheitslinie (teil 9, sp. 1518); zuerst von linien, bes. umriszlinien, dann freier und abstrakter, aus der sprache der theorie heraustretend, von körperlichen formen überhaupt; vgl. DWB man bedient sich dieses ausdrucks, dasz die umrisse einer zeichnung oder figur wellenförmig seyn müssen, um nicht steif, hart und dürftig zu scheinen 4, 634a: flieszende und wellenförmige auszenlinien geben einer ganzen figur einen reiz das neueste aus der anmuth. gelehrs. 4 (1754) 411 Gottsched; es bildete sich also in ihren figuren die groszheit, welche aber in vergleichung gegen die wellenförmigen umrisse der nachfolger ... eine gewisse härte kann gezeiget haben s. w. (1825) 5, 209; die vermeidung des eckigten und spitzigen in den umrissen, das schlängelnde und wellenförmige darin, macht eigentlich die formen sanft und harmonisch theorie d. schönen künste (1792) 2, 482; ihre ganze gestalt so wellenförmig s. dram. w. (1828) 14, 18. c) terminologisch in der naturbeschreibung. geologisch, von der faserung bestimmter gesteinsarten, sowie der im bruch oder schnitt zutagetretenden form der schichtenlagerung; vgl. die aufzählung solcher gesteinsarten bei 8, 187b: hier fand sich sehr quarzreicher, wellenförmiger thonschiefer III 9, 98 W.; der bruch (des glimmers) ist ... wellenförmig mineral. handlex. (1817) 1, 383; wellenförmige senkung eines flötzes bergwb. (1870) 344. vor allem in der botanik, von den blättern bestimmter pflanzen, bes. ihrer randflächen, gelegentlich auch in der zoologie und anatomie; vgl. thier- u. pflanzenreich (1800) 21; bot. kunstspr. (1803) 204: die ecken ... sind stark gebräunt und gerunzelt, und selbst die mehr geschonte mitte des blattes wellenförmig 42, 8 W.; die einschnitte (des stechpalmblattes) wellenförmig abwechselnd ab- und aufwärts gebogen wald (1863) 493; die jahresringgrenzen (des spitzahorn) ... immer etwas wellenförmig 6, 574; der hinterleib (der krankenlaus) ... wellenförmig ausgebuchtet bau d. menschl. körpers (1839) 8, 408; sein (des obersten halsknotens des sympath. nervs) ... wellenförmiger rand sendet die schlundzweige ... aus 4, 625; bes. von der zeichnung auf dem fell gewisser tiere, vgl. o. bei Schwan: in der jugend haben die europäischen arten (des habichts) ... am unterleibe ... längsflecke, im alter wellenförmige querlinien naturgesch. d. vögel (1822) 1, 248. —
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