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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
wellenbewegung bis wellenbrett (Bd. 28, Sp. 1431 bis 1432)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) wellenbewegung, f., eig. u. zuerst 'bewegung der wasserwellen': warum ... solches ungestüm des sees sich so gähling erhoben und nicht vorher eine lindere wellenbewegung sich habe verspühren lassen Valvasor ehre d. herzogthums Crain (1689) 1, 197; die hohle see ist ... eine wellenbewegung nach vorhergegangenem winde Kant w. 9 (1839) 202; auf der spiegelglatten fluth ..., die ein dampfschiff in leise wellenbewegung versetzte Moltke ges. schr. 5, 9; ist das (geschmolzene) eisen nicht in ruhe ..., so erblickt man auf dem spiegel desselben figuren, welche durch eine art wellenbewegung entstehen Mothes 2, 547. meistens 'wellenförmige bewegung', als vergleichsausdruck mannigfach gebraucht: die wellenbewegung der erdschichten (bei erdstöszen) A. v. Humboldt kosmos (1845) 4, 114; zuweilen zitterte ihr ganzer körper wie in einer wellenbewegung D. v. Liliencron s. w. (1896) 6, 105. unsinnlich: auch in der wissenschaft erscheint die wellenbewegung, das auf und ab der bewegung, zugleich als wechsel von fortschritt und rückschritt R. Hildebrand gedanken über gott (1910) 218. von der wellenförmigen gestalt eines körpers: die gegenstände für das gefühl des schönen unterscheiden sich ... durch eine vergleichsmäszige kleinheit ..., durch eine glatte, geschliffene oberfläche, ... schlängelnde wellenbewegung Hamann schr. 3, 273 Roth.terminologisch in der sprache der wissenschaftlichen physik, von der fortpflanzung des schalles, des lichtes, der magnetischen u. elektr. wellen, sowie der schwingungen fester körper, sich gründend auf die erkenntnis der gesetzmäszigkeit in der bewegung der wasserwellen (vgl. 4welle F 1 i); vgl. Krünitz 237, 158; Gehler phys. wb. 10, 1277: bei annahme der hypothese von einer wellenbewegung zur erklärung der fortpflanzung des elektrischen stromes würden die angeführten versuche beweisen, dasz die wellen um so länger wären, als das mittel, welches sie fortpflanzt, leitender ist annalen der physik 45 (1838) 437; die erkenntnis, dasz das licht eine wellenbewegung sei ..., führte ... zur annahme eines trägers dieser bewegung Lueger 1, 144. —
 
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wellenbinder, m., einer, der reisig zu wellen zusammenbindet, vgl. 2welle 'reisigbündel', a fagot-maker Ludwig (1716) 2443: (die) waasen- oder wellenbinder ... muszten die schläge reinigen Schwappach hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 474. schon bei Fischart: wellenbinderargument binenkorb (1581) 63a und wellenbinderstrudler geschichtsklitterung 447 ndr. wohl aus Fischart in der form wellbinder als scheltwort: wellbinder fauler streich G. Regis Rabelais (1832) 1, 162. —
 
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wellenblättrig, adj., mit wellenförmigen blättern: der wellenblättrige rhabarber Muspratt 6, 189; arten (des knöterichs) wie polygonum hydropiper (wellenblättrig) Ratzeburg standortgew. (1859) 127; vgl. Metzger pflanzenkunde (1841) 427. —
 
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wellenblech, n., in technischen wörterbüchern mehrfach für wellblech (s. d.): unter ... wellenblech ... versteht man bleche, deren oberfläche geriffelt ist Lueger 2, 434. —
 
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wellenblock, m., cilindrum (lat.-hochd. voc., 15. jh.) Diefenbach nov. gl. 89b; vgl. oben wellblock, auch wellenholz 2. —
 
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wellenborzen, pl., reisigbündel, s. DWB borzen (teil 2, sp. 247): desselb turn stat auf eitel pfelen und auf wällenportzen (Augsburg) städtechron. 5, 226. —
 
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wellenbrandung, f.: das alte ufer, an dem die mächtige wellenbrandung schäumte A. v. Humboldt kosmos (1845) 1, 283. —
 
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wellenbraus, m.: trotz wind und wellenbraus Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 2, 201; s. DWB wellengebraus. —
 
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wellenbrausen, n., schon im 16. jh.:

ja wol im, dann im thut nicht grausen
vor des mörs trotzigen wellenprausen
Fischart lob d. landlustes 309 Kurz.

[Bd. 28, Sp. 1432]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) wellenbrecher, m., 'damm zum schutze von häfen, brücken u. s. w. gegen brandung und strömung'; älter ist mole, s. Kluge seemansspr. (1911) 580, im niederdeutschen höft, vgl. ebda 371. engl. break-water — bezeugt seit 1769 — hat schwerlich auf die deutsche bezeichnung einflusz gehabt: diese dammriffe (sind) wahre wellenbrecher Brehm tierleben 10, 609 P.-L.; bildlich: im kampf um den gestaltwandel Deutschlands war ihm (reichskanzler Brüning) keine andere rolle zugeteilt als die des wellenbrechers, an dem die woge sich erraffte, um zu ihrer vollen kraft anzuschwellen H. Stegemann weltwende (1934) 109. als wellenbrecher bezeichnet man auch die dem gleichen zwecke dienenden schwimmkörper, die am grunde verankert sind (schwimmende wellenbrecher) s. Stenzel seemännisches wb. (1904) 461, ferner die schutzvorrichtung gegen sturzwellen auf deck des schiffes: bei vielen schiffen ist auf der back ein wellenbrecher angebracht v. Alten handb. 1, 748. —
 
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wellenbrett, n., Jacobsson techn. wb. (1781) 4, 633b, neben dem älteren wellbrett (s. d.), auch wellenrahmen (s. d.) genannt.