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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trampisch bis tranchée (Bd. 21, Sp. 1184 bis 1185)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trampisch, adj., s. tramplig.
 
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trampler, m., nomen agentis zu trampeln; im obd. meist trämp(e)ler zu trämpeln. in der schriftsprache gelegenheitsbildung. 1) schimpf- oder scherzwort für einen plump, ungeschickt auftretenden menschen: Fischer schwäb. 2, 315; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a; Stalder schweiz. id. 1, 296; Leithäuser Barmer wb. 159b; um

[Bd. 21, Sp. 1185]


4 uhr meldet sich der über mir wohnende trampler, dann ist es mit dem schlaf vorbei Fontane br. an s. familie 2, 285. in der studentensprache scherzhaft für einen studenten, der einen trampel (fensterpromenade) macht: hospitium von 1747 bei Kluge studentenspr. 131; vgl. DWB trämpel 3; trampelcharmante, -galan. — 2) in anlehnung an die westdeutsche mundartliche sonderbedeutung von trampeln 'langsam gehen' (s. d. unter 3) im alem. 'langsamer mensch' Fischer schwäb. 2, 366; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a.
 
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tramplig, auch trampelig, tramplisch, adj., von trampeln, und trampisch, von 1trampen, 'geräuschvoll; plump; ungeschickt': Kehrein Nassau 1, 407; Schmidt westerwäld. 262; der hund war trampelig und tolpatschig Düringsfeld aus Dalmatien 3, 20. herabsetzend bei Abr. a s. Clara: allemalen gedencket man nur des leibs, dieses trammplischen wildfangs, der seelen aber ist man gar selten eingedenck Judas 3 (1692), 247; ein nebel, dieser trampische sohn der morastigen erde mercks Wien (1680) 14; ferner: reim dich (1708) 40. — in der form trämpelig zu trampeln 3, nur im alem.: 'gemächlich, mit kleinen schritten gehend' Stalder schweiz. id. 1, 296; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a.
 
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trampolin, n., 'federsprungbrett'; aus it. trampolino, das seit dem 17. jh. mit dem gegenstand in die meisten europäischen sprachen entlehnt worden ist. zur frage, ob zusammenhang mit trampeln, got. anatrimpan (vgl. sp. 1183), also rückentlehnung vorliegt, vgl. zs. f. rom. phil. 22, 210; Gamillscheg etym. wb. d. frz. spr. 862: zu einigen sprüngen am bock, pferd, tisch und freispringel benutzt man das schwungbrett oder trampolin Kregenow-Samel gerätkd. 95; auf der nase, die aussieht wie ein trampolin Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 399; in der frz. form: wofür wär ich denn die frau des fameusesten tremplin-springers? Holtei erz. schr. 10, 252. vereinzelt femin., vgl. Werfel der weltfreund (1918) 59.
 
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trampsen, vb., intensivbildung zu 1trampen (sp. 1183): so schwerfällig oder heftig mit den füszen auftreten, dasz ein dumpf hallender laut entsteht. mundartlich auf bestimmte gebiete des mittleren und östlichen nd. und angrenzenden md. eingeschränkt: Bernd Posen 318/9; Meyer-Mauermann richt. Berliner9 178a; Danneil altmärk. wb. 226b; Hertel Thür. 246; Jungandreas schles. zeitwortbildg. 83; in auftrampsen Hentrich Eichsfeld 16. daher literarisch selten: nun war die sach dem könig hochbedenklich, gedachte hin und her, sahe unter sich und trampste grillenvertreiber (1605) 1, 180; ähnlich ebda 2, 176;

o seht das wunder, seht, sein schatten selber trampst,
sein arger schatten, den er Radge zubenambst
Fr. Engels schr. d. frühzeit 225 G. Mayer;

'ih wat!' seggt hei tau mi und trampst ok vör mi up — bumm! seggt dat unner em Fritz Reuter w. 7, 154 Seelmann; wie er nun eintritt und den schnee von den füszen trampst ebda 4, 140.
 
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tramrecht, s. DWB dramrecht. —
 
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tramsäule, s. DWB dramseule.
 
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tramwerk, n., gebälk: aber die trigliphen allein die köpf der balken des tramwerks anzeigen G. Rivius Vitruv (1575) 281.
 
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tran, m., s. DWB thran, m., sp. 406.
 
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tran, trän, m., fucus: ein hummel oder tran Calepinus xi ling. (1598) 593a, s. DWB drone, f., th. 2, 1432.
 
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tranchée, f., laufgraben; pl. tranchéen; aus frz. tranchée in ders. bedeutung; eine seltene frühnhd. form mit stammbetonung transche (Götze frühnhd. gloss. 53b) entstammt wie mnl. trans 'zinne' (Kilian 565 transe), nl. trans, engl. trench der älteren frz. nebenform tranche (Godefroy 8, 10c); doch ist das wort auch in dieser betonung selbst in der fachliteratur zu ende des 16. jh. noch nicht heimisch gewesen: von der schantzen röllandt. es ist auff ein ander manier ein statt einzunemmen ... und wirt auf frantzösisch tranchs röllandt (tranchée roulante) genannt Fronsberger kriegsb. (1573) 2, 88b. das zeigt

[Bd. 21, Sp. 1186]


auch ihre ablösung im frühen 17. jh. durch die endungbetonende form, deren sieg über die dem deutschen gemäszere alte form den immer noch vorhandenen zusammenhang mit dem französischen bezeugt; die von Unger-Khull steir. wortsch. 166 aus steirischen urkunden auch für das 18. jh. beigebrachte form trantsche ist gänzlich isoliert und deshalb wohl eine selbständige locale eindeutschung. schreibung mit sch ist nicht ungewöhnlich.
die bedeutung ist einheitlich 'laufgraben zum schutz der angreifenden im belagerungskriege' vgl. Duesius nomencl. (1652) 220; Apinus 535; 536; Schrader dtsch.-frz. 2, 1375; Kinderling reinigk. 151: in dem nun von allen diesen battereyen ohn underlasz geschossen ward, fingen wir an trencheen und laufgräben nach dem stattgraben zu verfertigen Londorp acta publ. (1627) 1, 1566a; vor Olmütz habe ich in den transcheen gefochten Kotzebue s. dram. w. 8, 195; ansätze zu einer bedeutungserweiterung 'befestigte grabenanlage zur verteidigung' sind selten, aber alt: da aber ein groszer gewalt ankömpt, verlassen sie (die eingeborenen) ihre häuser, so von holtz und stroh gemacht sind, und begeben sich ins gebirg, da sie etliche trencheen haben Ad. Decker diurnal (1629) 21 (deutlich durch die selbständige verbalableitung: [die überläufer] erzehlten, dasz Callao de Lima rund umb getrencheert und gestärckt war ebda 48). als kriegstechnische wendung nach frz. ouvrir la tranchée die tranchéen eröffnen anfangen zu graben s. Apinus 537: wenn der commendant gewahr wird, an welchen tag die trencheen vor der festung eröffnet werden sollen ... v. Fleming vollk. teutsche soldat 551; man sagte sich ins ohr: heute nacht soll die tranchee eröffnet werden Göthe w. 33, 287 W.;

und hiemit öffneten wir sämtlich die transchehen.
ein ieder seinerseits vergrub sich vor dem tod
Besser schr. 1, 53 König.

bildlich: da aber die polygamie in Frankfurt derzeit noch nicht förmlich sanktioniert ist und das herz des Dessauers an Rebekka hing, so schlug er mit groszer tapferkeit alle stürme ab, die aus den verschanzungen in der Zeile, aus den trancheen der Million (straszennamen), ... mit glühenden liebesblicken und stückseufzern auf ihn (als heiratskandidaten) gemacht wurden Hauff s. w. (1890) 2, 178; ich glaubte das leibhaftige Schlaraffenland zu beschreiten, als ich durch die trancheen von schinken, schlackwürsten und rauchfleisch ... vorüberzog v. Gaudy s. w. (1844) 6, 61;

ein käsefarbner bart
hielt die trenscheen drauf (furchen auf den wangen) sehr wohl verwahrt
Lenz ged. 91 Weinhold.

heute ist das wort auszer gebrauch, dafür sappe, laufgraben.