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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tramper bis tran (Bd. 21, Sp. 1184 bis 1185)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tramper, m., nomen agentis zu 1trampen; nur mundartlich. 1) 'schwerer, unförmiger schuh': Damköhler Nordharz. 195b; Unger-Khull steir. 166a; der knecht hatte seine alten mausfarbigen tramper schon von den füszen Rosegger schr. III 2, 205. vgl. DWB trampel 3. — 2) öfter umgelautet trämper: calcitro (1723) Dief. nov. gl. 66a; 'schwerfälliger mensch' Fischer schwäb. 2, 314; Reiser sagen, gebr. d. Allgäus 2, 741; dann: 'schwachsinniger mensch' Meisinger Rappenauer ma. 204b; 'knabe, der schwer auftritt' Martin ma. v. Rhoden 277b; 'bürschlein, knabe' Bauer-Collitz waldeck. wb. 105a; 'plumper fusz' Unger-Khull steir. 166a. dazu deminutiv trämperle 'kleines, dickes kind' Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a.
 
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trampfen, vb., in analogie etwa zu stampfen gelegentlich künstlich gebildete, rein literarische verhochdeutschung des lautmalenden 1trampen (s. d.); eine bestimmte landschaftliche verteilung oder zeitliche begrenzung beider formen ist nicht erkennbar. nicht selten begegnen beide bei demselben autor: z. b. trampft Baggesen poet. w. (1836) 3, 294; trampen ebda 120; Hebbel s. unten und unter 1trampen. verwendung wie 1trampen: die schweren schritte alter mägde trampften über die diele Hoffensthal Hild. Ruhs haus 121; dasz sie eine verzweifelnde mutter angefahren und dabei mit dem fusz getrampft haben Hebbel tageb. 2, 428; das aufjauchzen wechselt mit dem trampfen, und der ist ein rechter bursche, der alle übertönt Waldmüller wanderstudien 2, 175; auch übertragen:

so solt der galileische tropff,
der bisher trampfft auff unserm kopff,
herunter komn in aller namn
Dedekind christl. ritter (1590) G vb.


 
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trampisch, adj., s. tramplig.
 
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trampler, m., nomen agentis zu trampeln; im obd. meist trämp(e)ler zu trämpeln. in der schriftsprache gelegenheitsbildung. 1) schimpf- oder scherzwort für einen plump, ungeschickt auftretenden menschen: Fischer schwäb. 2, 315; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a; Stalder schweiz. id. 1, 296; Leithäuser Barmer wb. 159b; um

[Bd. 21, Sp. 1185]


4 uhr meldet sich der über mir wohnende trampler, dann ist es mit dem schlaf vorbei Fontane br. an s. familie 2, 285. in der studentensprache scherzhaft für einen studenten, der einen trampel (fensterpromenade) macht: hospitium von 1747 bei Kluge studentenspr. 131; vgl. DWB trämpel 3; trampelcharmante, -galan. — 2) in anlehnung an die westdeutsche mundartliche sonderbedeutung von trampeln 'langsam gehen' (s. d. unter 3) im alem. 'langsamer mensch' Fischer schwäb. 2, 366; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a.
 
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tramplig, auch trampelig, tramplisch, adj., von trampeln, und trampisch, von 1trampen, 'geräuschvoll; plump; ungeschickt': Kehrein Nassau 1, 407; Schmidt westerwäld. 262; der hund war trampelig und tolpatschig Düringsfeld aus Dalmatien 3, 20. herabsetzend bei Abr. a s. Clara: allemalen gedencket man nur des leibs, dieses trammplischen wildfangs, der seelen aber ist man gar selten eingedenck Judas 3 (1692), 247; ein nebel, dieser trampische sohn der morastigen erde mercks Wien (1680) 14; ferner: reim dich (1708) 40. — in der form trämpelig zu trampeln 3, nur im alem.: 'gemächlich, mit kleinen schritten gehend' Stalder schweiz. id. 1, 296; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a.
 
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trampolin, n., 'federsprungbrett'; aus it. trampolino, das seit dem 17. jh. mit dem gegenstand in die meisten europäischen sprachen entlehnt worden ist. zur frage, ob zusammenhang mit trampeln, got. anatrimpan (vgl. sp. 1183), also rückentlehnung vorliegt, vgl. zs. f. rom. phil. 22, 210; Gamillscheg etym. wb. d. frz. spr. 862: zu einigen sprüngen am bock, pferd, tisch und freispringel benutzt man das schwungbrett oder trampolin Kregenow-Samel gerätkd. 95; auf der nase, die aussieht wie ein trampolin Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 399; in der frz. form: wofür wär ich denn die frau des fameusesten tremplin-springers? Holtei erz. schr. 10, 252. vereinzelt femin., vgl. Werfel der weltfreund (1918) 59.
 
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trampsen, vb., intensivbildung zu 1trampen (sp. 1183): so schwerfällig oder heftig mit den füszen auftreten, dasz ein dumpf hallender laut entsteht. mundartlich auf bestimmte gebiete des mittleren und östlichen nd. und angrenzenden md. eingeschränkt: Bernd Posen 318/9; Meyer-Mauermann richt. Berliner9 178a; Danneil altmärk. wb. 226b; Hertel Thür. 246; Jungandreas schles. zeitwortbildg. 83; in auftrampsen Hentrich Eichsfeld 16. daher literarisch selten: nun war die sach dem könig hochbedenklich, gedachte hin und her, sahe unter sich und trampste grillenvertreiber (1605) 1, 180; ähnlich ebda 2, 176;

o seht das wunder, seht, sein schatten selber trampst,
sein arger schatten, den er Radge zubenambst
Fr. Engels schr. d. frühzeit 225 G. Mayer;

'ih wat!' seggt hei tau mi und trampst ok vör mi up — bumm! seggt dat unner em Fritz Reuter w. 7, 154 Seelmann; wie er nun eintritt und den schnee von den füszen trampst ebda 4, 140.
 
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tramrecht, s. DWB dramrecht. —
 
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tramsäule, s. DWB dramseule.
 
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tramwerk, n., gebälk: aber die trigliphen allein die köpf der balken des tramwerks anzeigen G. Rivius Vitruv (1575) 281.
 
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tran, m., s. DWB thran, m., sp. 406.