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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trampelein bis tramplig (Bd. 21, Sp. 1180 bis 1185)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trampelein, n., deminutiv zu trampel 1 (s. d.): was aber solche gute arme trampelein (dienstmägde) in ihren gebündel tragen mägdelob (1688) 29. im schwäb. und den angrenzenden md. maa. für ein untersetztes, lebhaftes kind Fischer 2, 314; Spiesz hennebg. 257; daneben trampele Reinwald hennebg. 168; Schmidt westerwäld. 269; für Hohenlohe v. Klein prov.-wb. 2, 193.
 
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trampelig, trämpelig, adj., s. tramplig, sp. 1185.
 
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trampeln, vb. , iterativbildung zu 1trampen (s. d. sp. 1183); parallel gebildet engl. trample; zur frage einer mittelbaren entlehnung des provenc. trampol, m., 'getrappel' und it. trampoli, m. pl., 'stelzen' vgl. Gamillscheg etym. wb. d. frz. spr. 862.
1) calcitrare Dief. 89b; nov. gl. 66a; so schon spätmhd.; vgl. mhd. wb. 3, 83b. in den älteren wbb. selten aufgeführt Kramer (1702) 2, 1114c; Ludwig (1716) 2000; Steinbach vollst. dtsch. wb. (1734) 2, 837; 'zu wiederholten malen mit den füszen trampen' Adelung 4, 1026. mundartlich über ganz Deutschland verbreitet; vgl. etwa Siebs Helgold. 295b; Jensen nordfries. 638; ten Doornkaat-Koolman 3, 429a; brem. wb. 5, 96/7; Richey id. Hambg. 311; Schütze holstein. wb. 4, 274; Danneil altmärk. 226b; Vollbeding nd. wb. 66; Dähnert pomm. ma. 493b; Fischer Samland 156b; Woeste westfäl. 273b; Elberfeld. wb. 164a; Damköhler Nordharz. 195b; Schambach Götting.-Grubenhg. 233a; Schmidt westerwäld. 262; Kehrein Nassau 1, 407; Crecelius oberhess. 287; Hertel Thür. 246; Follmann lothr. 99a; Blumer nordwestböhm. ma. 31a; Birlinger augsbg. wb. 122a; Unger-Khull steir. 166a; Lexer kärnt. 67; Martin-Lienhart els. 2, 758a; Fischer schwäb. 2, 315; daneben notieren umgelautete formen trämpeln, trempeln Jungandreas schles. zeitwortbildg. 75; Knothe schles. ma. in Nordböhmen 186; Stauf v. d. March nordmähr. 93; Müller-Fraureuth 1, 238a; Schöpf tirol. 751.
a) häufig zur bezeichnung für den ungeschickten schritt plumper menschen oder thiere: einhertrampeln wie die groben bauren Kramer (1702) 2, 1114c;

man soll sich nicht betrinken,
im tantzen sieht man es, man trampelt wie ein bär
Henrici ernst-, scherzh. u. satir. ged. 2, 422;

man fand einen stoszzahn von einem fürchterlichen geschöpf, das wie ein trampelnder berg ausgesehen haben musz Vischer auch einer (1879) 1, 261; ich lief früh mit der dämmerung schon durch die allee, wo all deine tritte in den kies geprägt und schön bereift waren; wär ich später gegangen, so hätten die marktleute drauf herum getrampelt Bettine Cl. Brentanos frühlingskr. 1, 3; übertragen: also sind die leute nicht rechter sinnen, welche die absolution verachten und lieber in ihren schandtaten daher trampeln Herberger hertzpostilla (1613) 2, 356. oft liegt der nachdruck auf dem dabei entstehenden dumpf

[Bd. 21, Sp. 1181]


hallenden geräusch: Franke (1674), s. th. 5, 960 unter b; (von einem ritter in schwerer rüstung)

schon trampelts laut die langen wendelstiegen
herauf
Wieland Oberon, ges. 3, str. 46;

noch gedenke ich des entsetzens, mit dem wir uns einmal vor einem trupp junger stiere unter die grosze kanalbrücke retteten, und die ungeheuer auf den losen brettern über unsern häuptern trampeln hörten Sophie Schwerin-Dönhoff erinn. 68; ein trampeln und knicken und knacken, als ob ein reiterregiment im anzuge sei ... es war ein trupp hochgeweihter hirsche Laube ges. schr. 2, 7.
b) gewöhnlich für das beabsichtigt heftige, unregelmäszig wiederholte aufstoszen der füsze auf den erdboden, mit dem keine vorwärtsbewegung verbunden ist:

schläget händ wider händ, trampelt rümb auff der erd
Tob. Hübner d. andere woche (1622), plagen 143;

wan das wasser zu klahr ist, stampfen und trampeln sie so lange mit den füszen, bis es gelähmet und dicke genug ist Dapper Africa (1670) 14b; andere hätten vor lachen zerbersten mögen, wenn der esel zu schreien oder zu trampeln anfing J. B. Mencke 2 reden v. d. charlatannerie (1716) 165; mit dem vielen gehen und trämpeln der zimmerleute wird der boden so feste Döbel neueröff. jägerpract. (1754) 3, 45;

onkel Fritz, in dieser noth,
haut und trampelt alles todt
Wilh. Busch Max und Moritz 37;

er trampelte an der thürschwelle den schnee von den schuhen Rosegger schr. I 2, 333; fing an, mit viel stoszen und trampeln die groszen stiefeln anzuziehen Frenssen Jörn Uhl (1902) 44; selten übertragen:

gleich fatal ist ihr die trampelnd
deklamierende passion,
jenes pathos, das mit flatternd
aufgelöstem haar einherstürmt
Heine w. 1, 435 Elster;

auf ihren zartesten empfindungen war wie mit füszen getrampelt worden v. Polenz Grabenhäger 1, 322. diese absichtliche bewegung wird leicht zur körperlichen begleiterscheinung leidenschaftlicher gefühlsausbrüche:

rasend
schmeiszt er seinen hut zur erde,
trampelt drauf, er tritt mit füszen
die madonnen!
Heine w. 2, 358 Elster;

die beiden jaherrn klatschten in die hände und trampelten vor seligkeit mit den füszen v. Gaudy s. w. 2, 73; (die zuschauer bei der ersten aufführung der 'räuber') schrieen und weinten, sie jubelten und röchelten, sie trampelten mit den füszen und rangen die hände v. Molo Schillerroman 1, 191 volksausg.; abgeschwächter in ursprünglich studentischer sitte typische beifallsäuszerung: der professor trat ein und wurde mit trampeln begrüszt Paul Ernst weg zum glück 117; der zweite platz (im theater) benutzte seine stellung, um durch trampeln mit den beinen seine freude auszudrücken Fritz Reuter w. 4, 223 Seelmann. übertragen fest geworden als ausdruck böswilligen übermuts oder verächtlicher geringschätzung: man sol den herrn nit auffm maul trampeln, noch ihnen auff den rock treten Petri d. Teutschen weisheit 2, O o 4r; weil Andreas eisgraue haare trägt, trampeltest du wie ein gassenjunge auf den gesetzen? Schiller 3, 65 G.;

federspritzeln, ehr beklecken,
ungeheueres geschnatter!
wilde recken, wilde recken,
trampelt nicht die welt noch platter
Eichendorff s. w. (1864) 1, 424;

so lang man einen für gutmütig hält, trampelt ein jedes auf ihm herum Auerbach schr. (1892) 13, 106; das geschlecht stirbt nie aus, welches sich dann am herrlichsten dünkt, wenn es mit unheiligen sohlen auf dem rasen trampelt, der die gebeine unserer väter deckt Treitschke hist. u. polit. aufsätze 1, 433; redensartlich: uff'm koppe rum trampeln lass ich mir nich! G. Hauptmann biberpelz (1893) 56.

[Bd. 21, Sp. 1182]



2) 'mit dem fusz sanft, ein wenig treten; trippeln': welcher den schooszhund in des herren händen spielen sahe, dasz er mit denn fordern füszen den herren auf den schoosz trampelte Treuer dtsch. Dädalus (1675) 1, 618. heute nur als trämpele hochalemannisch Stalder schweiz. 1, 296; Seiler Basler ma. 83b; Hunziker Aargauer wb. 58.
3) 'langsam gehen', mundartlich westdeutsch; meist als trämplen Schmidt westerwäld. 262; Crecelius oberhess. 287; Kehrein Nassau 1, 407; Wegeler Coblenzer ma.2 77; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a; Fischer schwäb. 2, 366. vgl. DWB trampler 2; tramplig, sp. 1185.
4) 'zaudern; zögern' Müller rhein. wb. 1, 1434; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a; Fischer schwäb. 2, 366.
5) rotwelsch 'betrügen' Ostwald rinnsteinspr. 155; Polzer gaunerwb. 92a; lasz dich von dem hallunken nicht trampeln und beschummeln P. Lindau spitzen 142.
 
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trampelthier, n.
1) zweihöckriges kamel; camelus bactrianus Oken allg. naturgesch. 7, 1269; Brehm thierl. 3, 151 P.-L. die allgemein übliche erklärung des wortes als alte volksetymologische umgestaltung eines zunächst zu dromentier (bei Lexer 1, 468), dromel- trummeltier (bei Diefenbach 191b) eingedeutschten dromedar (so Lexer a. a. o.; Heyne 3, 1013; Weigand 2, 1060; Kluge etym. wb.10 493a) befriedigt nicht. die häufige verzeichnung in den maa.-wbb. (z. b. bei Fischer Samld. 91b; Teuchert neumärk. 242; Rovenhagen Aachen 147a; Albrecht Leipzig. ma. 224a; Crecelius oberhess. 287; Follmann lothr. 99a; lux. wb. 440b; Schön Saarbrücken2 210b; Martin-Lienhart 2, 706a; Fischer schwäb. 2, 314; Unger-Khull steir. 166a) dürfte kaum ein wirkliches dialektleben dieser bedeutung widerspiegeln, sondern auf der mundartlichen verbreitung von 2 beruhen, als deren voraussetzung sie von den wbb.-verfassern betrachtet wird. literarisch meist unbestimmt für kamel schlechthin: er hat ein seltzamm wunderbarlich thier mit im gebracht, das man ein trampelthier nennet ... es hat drey köpff, acht füsz, zwen schwäntz Lindener katzipori 81 lit. ver.; die schlingen so stark gezwirnt, dasz sich nicht etwa blosz dompfaffen und heidelerchen, sondern selbst nashörner und trampelthiere darin verfangen Görres ges. schr. 6, 16;

macht er zum affen den mit langen haaren
und den zum trampeltier und den zur ziege
Platen w. 2, 390 Hempel.

seit dem 18. jh. jedoch auch nicht selten in bewuszter unterscheidung vom einhöckrigen kamel (dromedar) specialisiert auf das zweihöckrige (vgl. Nemnich naturgesch. 1, 775):

so sprach ... zum biedern trampelthier
einst das kameel
Pfeffel poet. versuche 9, 129;

denn itzt redet die ganze stadt von nichts als von den elephanten, kameelen, trampelthieren, pferden Rabener s. w. 6, 179; wenn ich nicht da säsze wie einer, der zwischen den zwei buckeln eines trampelthieres reitet Hebel w. 2, 330 Behaghel. öfter wird dem wortanklang zuliebe auf das (in wirklichkeit nicht vorhandene) trampeln des thieres bezug genommen: wenn ein schriftsteller nicht schreiben will wie ein esel, oder stampfen wie ein trampelthier Jean Paul 11-14, 148 Hempel;

folgt das trampelthier dem zuge,
und ein tritt von ihm zertrat
mäuslein und den mäusestaat
Rückert w. (1867) 6, 95.

scherzhaft auch für pferd:

er schwang sich auf sein trampelthier
Langbein ged. 3, 113.


2) verächtliche bezeichnung für einen plumpen, ungeschickten, schwerfällig auftretenden menschen; besonders gern auf frauen angewandt. wohl durch 1 angeregte weiterbildung von trampel 1 (s. d.), die mundartlich über das ganze deutsche sprachgebiet verbreitet ist: vgl. Frischbier preusz. wb. 2, 408a; Teuchert neumärk. 242; Meyer-Mauermann richt. Berliner9 178a; Damköhler Nordharz. 195b; Elberf. wb. 164a; Schmidt westerwäld. 262; Hertel Thür. 246; Müller-Fraureuth 1, 238a; Follmann lothr. 99a; lux. wb. 440b; Martin-Lienhart 2, 706b; Fischer schwäb.

[Bd. 21, Sp. 1183]


2, 314; Schöpf tirol. 751; Unger-Khull steir. 166a. volksläufig auch in dem bekannten kindervers:

schlaf, kindchen, schlaf,
dein vater ist ein schaf,
deine mutter ist ein trampeltier,
das arme kind kann nichts dafür
Bauer-Collitz waldeck. wb. 293.

literarisch naturgemäsz selten: von einem sawrsenffer, der ein altes trampelthier nam und ein junger rotzaff war Lindener katzipori 157 lit. ver.; vgl. ebda 84; anfangs wollte er kein urtheil über die statue des Tun wagen, aber endlich entschied er — es wäre ein trampelthier Joh. Wetzel satir. erz. (1777) 1, 129; die lady (im Macbeth) war kein trampelthier, böse an allen ecken, gleich das schild ihrer bosheiten aushängend Grabbe bei Immermann w. 19, 58 Hempel; gern als schimpfwort: hör auff, du trampelthier! Chr. Weise d. grünend. jugend überfl. ged. 239 ndr.; jener mann, der vormahlens in denen ersten kuszmonathen sein weib eine frau betitlet, dem ist sie jetzt eine sau, ein trampelthier Neiner cur. tändlmarckt (1734) 47; ihr trampelthiere! laszt doch erst die kinder vor! Gutzkow zauberer v. Rom 3, 168; ihr tölpel, trampelthiere, tremulanten, troszjungen Börne ges. schr. 12, 208; besonders 'für dienstmägde wegen grobheit oder ungeschicklichkeit' v. Klein prov.-wb. 2, 193; es fehlt so mancherlei, dasz es immer so ganz priesterhaus ist als habe er eines amtsbruders dürftiges trampelthier geheiratet Joh. Tim. Hermes für eltern u. ehlustige 5, 171. in neuerer zeit auch abgeschwächt übertragen für gesellschaftliche ungewandtheit, vornehmlich junger mädchen: Alexis ruhe ist d. erste bürgerpfl. (1852) 1, 278; eines tages traf ich bei Bruckner zwei junge mädchen, frische menschenblüten, obgleich übrigens trampeltierchen Hamerling s. w. 13, 145 Rabenlechner.
3) in der soldatensprache für den schweren reiter Avé-Lallemant gaunert. 3, 126; Imme soldatenspr. 29.
 
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trampen, vb. , 'plump, schwer, geräuschvoll auftreten'. in den ältesten germ. sprachstufen nicht belegt. in derselben bedeutung me. trampe, engl. tramp; mnd. trampen (belege bei Schiller-Lübben 4, 606a); daraus entlehnt schwed. trampa, norw., dän. trampe. lautnachahmend. ablautendes deverbale zu einem untergegangenen starken vb., das im got. anatrimpan 'bedrängen' (managei anatramp ina du hausjan waurd gudis Luc. 5, 1) in übertragener verwendung hochtaucht? auszergerm. entsprechungen fehlen; vgl. dazu unter traben, sp. 952/3; ferner Walde-Pokorny 1, 756; Falk-Torp 2, 1278; Feist etym. wb. d. got. spr.2 33. das wort wird in schriftsprache und mundart immer stärker durch die daraus abgeleitete iterativbildung trampeln (s. d., sp. 1180) verdrängt; vgl. Heynatz dtsch. antibarb. 2, 476; ferner trampsen, sp. 1185. erst im nhd. nachweisbar: für calcare in einem nd.-lat. wb. nach 1400 Dief. nov. gl. 65b; to trample with your feet Ludwig (1716) 2000; vgl. Kramer (1702) 2, 1114b;c. im gesamten deutschen sprachgebiet mundartlich reich bezeugt, überall mit unverschobenem -p-, das sich im obd. aus dem lautnachahmenden charakter des wortes erklärt: z. b. Siebs Helgold. 295b; Jensen nordfries. 638; Fulda versuch 552; ten Doornkaat - Koolman 3, 429a; brem. wb. 5, 97; Richey id. Hambg. 311; Schütze holstein. wb. 4, 274; Dähnert pommersch. ma. 493b; Woeste westfäl. 273b; Bauer-Collitz waldeck. wb. 105a; Schambach Götting.-Grubenhg. 233a; Damköhler Nordharz. 195b; Kehrein Nassau 1, 407; Hertel Thür. 246; Jungandreas schles. zeitwortbildg. 97; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758; Fischer schwäb. 2, 314; Stalder id. 1, 296; Hunziker Aargauer wb. 58; Seiler Basler ma. 83b; Unger-Khull steir. 166a. sogar in die maa. der französischen Schweiz entlehnt als trãpo 'hinkend', trãpeyi, trãpəna 'hinkend (oder sonst schwerfällig) gehen' Tappolet d. al. lehnwörter in d. maa. d. frz. Schweiz 2, 175. niemals in der ma., nur in der schriftsprache erscheint daneben selten die künstlich verschobene form trampfen (s. d.).
1) trampen bezeichnet die charakteristische gangart des plumpen, schwerfälligen bauern:

[Bd. 21, Sp. 1184]


dort sih ich schon etlich her trampen,
ein buschel bawrn daher stampen
Joh. R. Fischer (1623) bei
Brenner-Hartmann Bayerns maa. 1, 170b;

einher trampen wie ein bauer Adelung 4, 1026. von daher erweitert für das entsprechend schwerfällige, geräuschvolle gehen jedes menschen:

dannocht muszt er ein priester sin ...
vorm altar trampen hin und har
und handlen da sin koufmanswar
J. v. Watt deutsche hist. schr. 3, 420;

ich habe die welt ein wenig besser durchgetrampet und mancher sauberen pfützen die augen auszgetreten Rist friedewünsch. Teutschland (1648) 107; der begeisterte Kugler trabte scharf wie ein gaul, wegen seines hinkenden beines. Berthold erschrak über sein teuflisches trampen A. v. Arnim w. 3, 239 Grimm; ihr trampt wie ein hausknecht Immermann w. 2, 124 Boxb. das begleitende dumpfe poltern wird vielfach durch eine schwerfällige fuszbekleidung hervorgerufen: sie hörten ihn mit seinen groszen, schwerfälligen stiefeln über die dunkle diele trampen und stolpern Frenssen Jörn Uhl 9. von thieren:

da den trampenden lauf (der rosse) er herumdreht
in den gemessenen kreis
Voss Ovid 1, 27, 78;

man hörte ein schweres trampen, wie von einem elefanten; mit dumpfem poltern und schlagen kam es näher Frenssen Hilligenlei 356.
2) gelegentlich von dem leidenschaftlich erregten aufstampfen der füsze auf der stelle ohne fortbewegung, wofür allgemein trampeln üblich ist: haben sie sich unterstanden, mit dem fusz zu trampen und sie anzufahren Hebbel tageb. 2, 427 Werner; so auch transitiv: dann wurde sehr politisch geredet, dann sagte er: kaput getrammpt musz die bande werden Löns dahinten in d. haide 52.
 
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trampen, vb., s. bei trampe, f., unter 1, sp. 1178.
 
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tramper, m., nomen agentis zu 1trampen; nur mundartlich. 1) 'schwerer, unförmiger schuh': Damköhler Nordharz. 195b; Unger-Khull steir. 166a; der knecht hatte seine alten mausfarbigen tramper schon von den füszen Rosegger schr. III 2, 205. vgl. DWB trampel 3. — 2) öfter umgelautet trämper: calcitro (1723) Dief. nov. gl. 66a; 'schwerfälliger mensch' Fischer schwäb. 2, 314; Reiser sagen, gebr. d. Allgäus 2, 741; dann: 'schwachsinniger mensch' Meisinger Rappenauer ma. 204b; 'knabe, der schwer auftritt' Martin ma. v. Rhoden 277b; 'bürschlein, knabe' Bauer-Collitz waldeck. wb. 105a; 'plumper fusz' Unger-Khull steir. 166a. dazu deminutiv trämperle 'kleines, dickes kind' Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a.
 
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trampfen, vb., in analogie etwa zu stampfen gelegentlich künstlich gebildete, rein literarische verhochdeutschung des lautmalenden 1trampen (s. d.); eine bestimmte landschaftliche verteilung oder zeitliche begrenzung beider formen ist nicht erkennbar. nicht selten begegnen beide bei demselben autor: z. b. trampft Baggesen poet. w. (1836) 3, 294; trampen ebda 120; Hebbel s. unten und unter 1trampen. verwendung wie 1trampen: die schweren schritte alter mägde trampften über die diele Hoffensthal Hild. Ruhs haus 121; dasz sie eine verzweifelnde mutter angefahren und dabei mit dem fusz getrampft haben Hebbel tageb. 2, 428; das aufjauchzen wechselt mit dem trampfen, und der ist ein rechter bursche, der alle übertönt Waldmüller wanderstudien 2, 175; auch übertragen:

so solt der galileische tropff,
der bisher trampfft auff unserm kopff,
herunter komn in aller namn
Dedekind christl. ritter (1590) G vb.


 
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trampisch, adj., s. tramplig.
 
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trampler, m., nomen agentis zu trampeln; im obd. meist trämp(e)ler zu trämpeln. in der schriftsprache gelegenheitsbildung. 1) schimpf- oder scherzwort für einen plump, ungeschickt auftretenden menschen: Fischer schwäb. 2, 315; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a; Stalder schweiz. id. 1, 296; Leithäuser Barmer wb. 159b; um

[Bd. 21, Sp. 1185]


4 uhr meldet sich der über mir wohnende trampler, dann ist es mit dem schlaf vorbei Fontane br. an s. familie 2, 285. in der studentensprache scherzhaft für einen studenten, der einen trampel (fensterpromenade) macht: hospitium von 1747 bei Kluge studentenspr. 131; vgl. DWB trämpel 3; trampelcharmante, -galan. — 2) in anlehnung an die westdeutsche mundartliche sonderbedeutung von trampeln 'langsam gehen' (s. d. unter 3) im alem. 'langsamer mensch' Fischer schwäb. 2, 366; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a.
 
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tramplig, auch trampelig, tramplisch, adj., von trampeln, und trampisch, von 1trampen, 'geräuschvoll; plump; ungeschickt': Kehrein Nassau 1, 407; Schmidt westerwäld. 262; der hund war trampelig und tolpatschig Düringsfeld aus Dalmatien 3, 20. herabsetzend bei Abr. a s. Clara: allemalen gedencket man nur des leibs, dieses trammplischen wildfangs, der seelen aber ist man gar selten eingedenck Judas 3 (1692), 247; ein nebel, dieser trampische sohn der morastigen erde mercks Wien (1680) 14; ferner: reim dich (1708) 40. — in der form trämpelig zu trampeln 3, nur im alem.: 'gemächlich, mit kleinen schritten gehend' Stalder schweiz. id. 1, 296; Martin-Lienhart elsäss. 2, 758a.