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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trämel(-) bis trampe (Bd. 21, Sp. 1177 bis 1178)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trämel(-), s.tremel(-), dremel(-).
 
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trämen, vb., aus balken bauen, mit balken versehen: das er uf die selben mur murie und darin dramie 14. jh. zs. f. gesch. d. Oberrheins 29, 314; pulver, schwefel ... (sollen) in gewölbte, mit steinen ausgemaurte, keines wegs aber in getrehmte keller gebracht ... werden a. d. j. 1716 in samml. d. württ. gesetze 13, 1070, s. Fischer schwäb. 2, 313.
 
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tramholz, n.: das tram- und floszholz (aus dem strittigen wald) soll den Steineckern und Welschenofnern vor andern bewilligt werden tirol. weisth. 4, 334.
 
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tramilbenblume, f., anthemis nobilis, gartenkamille Pritzel-Jessen 31.
 
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traminer, m., name einer weinsorte, die in Tramin (Tirol) gezogen wird:

der snarcht recht als ain hafenreuss,
wenn in der stark Traminner drang ze saigen
Osw. v. Wolkenstein 251 Schatz;

sieht man doch am Rhein im Rheingau das edelst weingewächs: ... der Veltliner, Traminner Sebiz feldbau (1579) 24. bemerkenswert ist die entstellung in drei männer vgl. th. 2, 1388; Autenrieth pfälz. id. 35; Kehrein Nassau 117; Martin-Lienhart 2, 829; auf ihr beruht die pointe des schwanks für draminner drabrauter Montanus 290 Bolte.
 
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tramkeller, m., keller mit holzbalken, statt mit steingewölbe Staub-Tobler 3, 204; Spiesz henneb. id. 256.
 
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trämmel s. DWB tremmel, dremmel.
 
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tramontan, adj., engl. tramontane, frz. tramontain, it. tramontano, von lat. transmontanus 'jenseits der berge, besonders der Alpen gelegen'. im deutschen wohl nur gelegenheitsbildung statt üblichem transmontanisch (s. d.). von Italien aus gesehen: bei der starken opposition, welche dieser dichter (Alex. Manzoni) erleidet, ist ihm und seinen

[Bd. 21, Sp. 1178]


freunden eine tramontane theilnahme (in Deutschland) sehr erwünscht Göthe IV 35, 261 W.; umgekehrt von Deutschland aus: an der behandlung (des stoffes der Iphigenie auf Delphos) soll man hoff ich das tramontane (den einflusz des italienischen aufenthalts) erkennen (1786) ebda III 1, 304; vgl. IV 8, 176.
 
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tramontana, jünger tramontane,f., aus dem it. tramontana, f., 'nordwind; polarstern; norden' wie ins franz., engl., holl. auch ins deutsche in sämtlichen bedeutungen übernommen. bereits mhd. mit starker eindeutschung der form zu tremontâne, trimuntâne, tremundân, trumetan u. ä. als starkes und schwaches masc. für 'nordwind' und 'polarstern'; belege: mhd. wb. 3, 85b; Lexer 2, 1503. im spätmhd. stirbt das wort ab; es wird in nhd. zeit neu entlehnt und bleibt nun der italienischen form nahe: tramontana, daz ist nort oder miternacht (1515) Weller erste dtsche zeitungen 5 lit. ver.; tramontana, lat. ventus transmontanus, Italis aquilo Apinus gl. nov. (1728) 535; die fregatte nach Palermo ging (von Neapel) mit reiner starker tramontane gestern ab Göthe I 31, 23 W.;

als hätt im flug euch grade von Toskana
geführt zur heimatlichen tramontana
ein kindlich englein
Voss s. ged. 4 (1825), 171.

der polarstern ist der leitstern des schiffers; danach:

Goethe! wie auf eigner bahn
ich durchs meer mich umgetrieben,
immer ist als tramontan
er im auge mir geblieben
Rückert w. (1867) 7, 103.

daraus entwickelt sich nach it. vorbild perdere la tramontana die übertragung die tramontane verlieren 'den kopf verlieren; nicht aus noch ein wissen' Eiselein sprichw. u. sinnreden 601; Wander sprichw.-lex. 4, 1283; wir sind zufrieden, dasz Wildmann nur blosz so halb und halb die tramontane verlohr J. G. Müller kom. romane (1786) 1, 466.
 
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trampdampfer, m., frachtdampfer, der ohne regelmäszige route und festen fahrplan nach der jeweils sich bietenden frachtgelegenheit zwischen beliebigen seehäfen verkehrt v. Alten handb. f. heer u. flotte 3, 1. modernes fremdwort nach dem gleichbedeutenden engl. tramp, übertragen aus der ursprünglichen bedeutung 'landstreicher, vagabund'. belege bei Kluge seemannsspr. 792.
 
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trampe, f. 1) meist in der zusammensetzung fischtrampe 'störstange, die fisch aus den steinen zu treiben' Frisch (1741) 2, 981a; Zincke ök. lex. (1744) 769; ähnlich Fulda vers. (1792) 552; Adelung 4, 1026; trouble-eau; perche; bouille Schrader dtsch.-frz. wb. 2, 1374c. dazu trampen, vb., die fische mit der störstange auftreiben ebda. — 2) 'im feuer geschmiedetes eisen' Blumhof eisenhüttenkd. 4, 371; v. Scheuchenstuel id. d. österr. berg- u. hüttenspr. 244. — 3) nd. meist in der zusammensetzung ploogtrampe 'stoszstock zum reinigen (abstoszen der erde) des pflugeisens' ten Doornkaat-Koolman 3, 429a; 'ein instrument, das einigermaszen die gestalt eines langen steckens mit einer kleinen platten schaufel hat' Strodtmann Osnabr. id. (1756) 250.