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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bis taber (Bd. 21, Sp. 1 bis 6)
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[Bd. 21, Sp. 1]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) T , der harte zungenlaut, der zwanzigste buchstabe unseres alphabets (vor der scheidung des I und J der neunzehnte Hederich 2189), über den schon bei d theil 2, 641—646 gehandelt worden ist, wozu hier nur einige ergänzungen kommen.
1) zur aussprache: d t th sein auch gleich auf der zungen anainander, vertritt ainer den andern, wie dan auch bei den Kriechen gewonlich ist. Aventin. 4, 22, 31; das d mit seinem gleichen t dringt die zunge oben an den gumen, rürend die untern zene mit der spitzen, und so man den athem mit gewalt herrausz truckt wirts ein t, so mann aber lind truckt, wirts ein d. P. Jordan leyenschul (1533) A 7b; das t ist ein harter mitlauter .. wan man ihn ausspricht, so eröfnet man die zähne ein wenig und stöbbelt die zunge wider die unterzähne, und mus ihn gleichsam mit kraft heraus stoszen. Zesen rosenm. 100 f.
2) echtes t ist die verschiebung der gemein-germanischen media d, doch dauert altes t unverschoben fort in den verbindungen cht, ft, st und tr (ter) in treu winter lauter otter bitter zittern. vgl. Weinhold mhd. gr. § 192. 196. bair. gr. § 141. alem. gr. § 171. 176.
3) über das schwanken im anlaute (zwischen t und d) s. theil 2, 641 f. Weinhold mhd. gr. § 184. 187. 192. bair. gr. § 140. alem. gr. § 169. 179. Kehrein gr. des 15.—17. jahrh. 1, § 238. Birlinger schwäb.-augsb. wb. 101 f. Seiler Basler mundart 68a.
4) über das schwanken im inlaut s. theil 2, 642 f. Weinhold bair. gr. § 185. 193. alem. gr. § 140 f. 145 f. und Seiler a. a. o. der grammatische wechsel von d zu t hat sich nhd. nur noch (als tt) erhalten in leiden schneiden sieden (litten gelitten, schnitten geschnitten, sotten gesotten).
5) über das schwanken im auslaute s. theil 2, 643 f. die mhd. regel, dasz inlautendes d im auslaute zu t wird (tôdes tôt, leides leit, mîden meit u. s. w.), ist nhd. nur noch gewahrt im prät. singular. der unter 3 genannten verba: litt schnitt sott.
6) vortritt eines unorganischen t kennt die kärnt.-tirol. mundart im numerale tachzig Lexer 3. Schöpf 733. vgl. dazu mnd. tachertich Schiller - Lübben 4, 503b. altfries. tachtich Richthofen 1062b.
7) über den ein- und anschub eines unorganischen t s. Weinhold mhd. gr. § 193—199. 200. 375 f. 403 f. bair. gr. § 142 f. Schmeller mundarten § 680. s. allenthalben, deinet-, meinet-, unsertwegen oder -halben, namentlich, öffentlich, ordentlich, wöchentlich u. s. w., gewohnt und ungewohnt (mhd. gewon ungewon wie noch in gewohnheit), axt, habicht, obst, palast u. s. w., wundert miraculum Widmann Regensb. chron. 55, 17, wassert aqua 56, 5, werkt opus Basler chron. 1, 455, 12, gmacht gemach F. Platter 193, licht leiche 287, zinst Ayrer 1196, 2, arzt erz, senft senf, teicht teich, seift seife u. a. Schmeller mundarten § 680 f. Lexer kärnt. wb. xiv. Schöpf 732; ellent elle, markt medulla Birlinger schwäb.-augsb. wb. 104a; ein solcher anschub fand früher auch statt in der 3. plur. prät. ind. sie rittent chroniken d. deutschen städte 4, 57, 2, erstachent 314, 27, schlgent 315, 8 u. s. w.
8) über den aus- und abfall von t s. Weinhold mhd. gr. § 193 f. 199. 200. 403 f. bair. gr. § 143. alem. gr. § 174. 177; ältere beispiele mark mark chroniken d. deutschen städte 4, 281, 1, haupman 13, 23, zunfmeister 145, 5, nich nicht 38, 9, nach nacht Widmann Regensb. chron. 118, 14, fruchbar Basler chron. 1, 130, 37, houplüt 136, 35, lupriester 33, 15, zechen zehent Basler chron. 1, 439, 7, forch furcht F. Platter 178, brach brachte 316, dreg trägt 321, dorf durfte 171, tak takt Neubauer die fremdwörter im Egerländer dialekt 17, trakieren tractieren ebenda, pulpret

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theil 7, 2216. abgefallen ist das t auch in der 3. pl. präs. ind.; nur die oberdeutschen mundarten halten daran fest: sie nement, gebent u. s. w.
9) der artikel die wird im anschube an eine präposition abgeschwächt zu t, so oft bei H. Sachs: ant, int, untert, an die, in die, unter die, theil 2, 974.
10) über die (in der neueren orthographie theilweise beseitigte) verbindung dt s. theil 2, 644 ff. Kehrein gr. des. 15.—17. jahrh. 1, § 243 ff.: unrecht und ungeschickt ists auch, das man das t allweg an das d henkt, auch inn den wörtern, die gantz weich und linde lautent und auszgehen, als sein mund, wund, tod u. s. w., da schreibt man mundt, wundt, todt. Ickelsamer gr. C 8b.
11) über die doppelung tt s. Weinhold mhd. gr. § 193. 199. bair. gr. § 141. 143. alem. gr. § 172. 176. Kehrein gr. des. 15.—17. jahrh. 1, § 242.
12) sprichwörtlich: drei T sind des menschen gröszte feinde: teufel, tod und trübsal. Wander 4, 985.
 
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ta ta und tach tach, kärnt. lockruf für hunde Lexer 49. s. DWB da 5.
 
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taakel, s. DWB takel.
 
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tabák , m. nicotiana tabacum, früher und noch mundartlich auch tobák, tóbak, túbak; tübak Diefenb.-Wülcker 871 (vom jahre 1650, Bingenheim). das mit der sache aus Amerika stammende und in allen modernen sprachen verbreitete wort (span. tabaco, ital. tabacco, franz. tabac, engl. tobacco, nnl. tabak) bezeichnet ursprünglich (in der indianischen mundart der insel Guanahani) die durch wickeln eines maisblattes gemachte cylinderförmige rolle, die mit dem trockenen kraute gefüllt, an dem einen ende angezündet, am andern in den mund genommen und so der rauch eingesogen und wieder ausgeblasen wurde, s. R. Dodoens cruydeboek (1553 und 1646) 740. Tiedemann geschichte des tabaks 1 ff. Diez4 312: indem ich (tabacteufel) den Spaniern den tubac in den kopf gebracht, habe ich ihnen mehr geschadet, als der könig in Spanien den Indianern mit allen seinen Columbis, Pizarris u. s. w. Philander (1650) 1, 653; teufel, der aus Armenia den toback in Europa überbracht. Abr. a S. Clara Jud. 3, 106; felder mit tabake bepflanzet. Haller tageb. 22 Hirzel; wilder tabak, ganswurz, doronicum austriacum Lexer kärnt. wb. 49, wilder tobak, rumex crispus Nemnich 1, 1185; plur. tabake, tabaksorten, in-, ausländische tabake. Bavaria 4, 490.
1) man unterscheidet rauch-, schnupf- und kautabak, und darnach heiszt es tabak rauchen, schmauchen, früher (weil man den rauch schluckte) und noch mundartlich tabak trinken, saufen, s. unten und Freytag ges. werke 20, 88. 437: eine pfeife tabak, s. pfeife 3, c;

der rauchende tabak ...,
der uns umnebelt gantz.
Fleming 165;

wie dasz glaub und treu ietzund nur wie rauch man achten mag?
sehen wir nicht, dasz Deutschen ietzt gerne trinken rauch-taback?
Logau 2, 3, 5;

ich hab auch gesehen, das einer taback mit dem wein eingetrunken und lang hernach den dampf zu der nasen wider auszgelassen. Philander (1650) 2, 257; tubac sauffen 1, 364;

(sie) sitzen da und sauffen taback,
und han nicht ein stück brot im sack. 654;

Franzosen, .. die ohne tuback - sauffen nicht leben können. 2, 214; hernach habe er zu Cölbe ein pfeiff tubac getrunken. Marburger hexenprocessacten vom j. 1659 bei Vilmar 416; tobak schnupfen, essen und trinken, dadurch die natürliche empfängnisz hindern, oder gar abtreiben. supplik der gerichte

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Kufstein, Rattenberg und Kitzbühel an die landstände vom jahre 1665 bei Schm.2 1, 578; eine pfeiffe toback trinken. Schuppius 630; ich kan den rauch nicht vertragen, wann andere leute toback sauffen, viel weniger kan ich ihn im munde leiden. ebenda; die soldaten halten den toback für ein solch gesundes werk, dasz sie vermeinen, wann Methusala hätte toback getrunken, er lebete noch bisz auf die heutige stunde. 577; tabak sauffen Simpl. 1, 406, 27. 3, 175, 30. 4, 234, 24 Kurz;

bald trinkt man den taback mehr als verliebte wässer.
Chr. Knorr, schles. Helik. 245;

iez trink i no túbak,
asz i nit vertschlof.
Hebel (1843) 2, 23;

toback schmauchen, nicotianae aridae fumum per arundinem haurire Stieler 1867. Voss ged. 6, 174; das tobacks-schmauchen Stoppe ged. 1, 24;

sprich nicht, weil ich gerne rauche,
tobak sei mir mehr als du. 1, 41;

er hatt noch seine zähn, ob zwar gar schwartz wegen dasz vielle tapackdrinken. Elis. Charl. (1867) 274; womit er sich am meisten erhelt, ist mit dem tabackrauchen; alle tage nimbt er etliche pfeiffen taback. 475;

so dampfte der toback, den das geschwärzte rohr
durchglimmt zurücke liesz.
Zachariä (1767) 1, 52;

wie man bei bier und tabak über besiegte sich hebt.
Göthe 1, 408 (ged. 1, 359 Weim.);

ein starkes bier, ein beizender toback,
.. das ist nun mein geschmack. 12, 49 (Faust 831 Weim.);

geh nach haus .. sitz in dein zimmerchen bei tabak und bier. F. Müller Faust 79, 4 neudruck; pabst Urbanus viii. und Innocentius x. verbieten in einer bulla (1642 und 1650) unter straff einer excommunication und geistlichen banns, den taback in den kirchen und chor zu nehmen (zu schnupfen). Abr. a S. Clara Judas 1, 106;

ein landsknecht raucht, ein höfling schnupft taback;
doch wer ist hier am meisten fein?
der eine bläst ihn fort, der andre zieht ihn ein.
Wernike überschriften 5, 46;

stell den vermaledeiten kaffe ein, und das tobackschnupfen. Schiller 3, 360 (kabale 1, 1); eine prise tabak, s. prise 2; im gebirge ist das tabak keuen sehr üblich. Schm.2 1, 578; die immer .. tabak nehmen, kauen. Lavater nachgel. schriften 5, 91; gelbe lauge des gekauten tabaks. H. Heine 7, 284, s. DWB kauen 1, c; henneb. eine pfeife tabak weit, so weit als man gehen kann, während man eine pfeife tabak ausraucht Spiesz 250; sprichwörtlich das ist starker, scharfer tabak (ein ungewöhnliches begehren, eine starke zumutung, unverschämte forderung) u. a. bei Wander 4, 985 ff.; ey! ey! das ist starker toback! Göthe br. 56 (1, 217) Weim.; das war starker taback. Gotthelf erz. 3, 22, tuback 64. 252; das war scharfer tobak. Holtei Lammf.2 1, 157. auch s. v. a. tabaksrauch: dem Resli kam der tabak in die kehle, er muszte husten. Gotthelf Uli d. knecht 58.
2) die (früher und jetzt) gebräuchlichsten zusammensetzungen (eigentliche mit tabak-, uneigentliche mit dem genetiv tabaks-, s. auch oben das tabaktrinken, -saufen, -rauchen, -schmauchen, -schnupfen) mögen der kürze wegen hier in alphabetischer reihe folgen: tabaksaccise s.tabaksgeld. — dann mit Boden auf die tobacks acker. Göthe tageb. 1, 96 Weim. — tabaksasche:

dasz die lauge deiner (des tabaks) asche
meinen cörper wasche.
Günther 719.

soll der divan .. durch die tabaksasche eurer einquartierung beschmuzt werden? Freytag ges. werke 5, 165, tabakasche 15, 201. — tabaksbau Jacobsson 7, 502a. Hebel (1843) 3, 250. — tabakbauer Kramer hoch - nidert. wb. 210a. — erde zu den tabaksbeeten. Jacobsson a. a. o.

unfrisirt, tabakbestaubt
fliegt er in das schlosz.
A. Grün ges. werke 2, 192.

einen (in Einsiedeln) geweihten tabaksbeutel einzukaufen. Matthisson schriften 2, 179; die bürgerlichen brachten ihre tabaksbeutel mit. Freytag ges. werke 13, 21, tabakbeutel 15, 162. — eine seidene mit gold gestickte tabacksblase. Hebel schatzkästlein 169. — tabackblätter Ludwig 1932;

die tobacksblätter stellen mir
durch ihr rauchendes verglimmen
das schicksal meines lebens für.
Stoppe Parn. 172;

zu pulver zermalmen wie tabakblätter in einer schnupftabakstampfe. Gotthelf erz. 3, 175; tubacksblad, lappa Pritzel-Jessen 202b (Eifel). — tabacksblume, centaurea cyanus 86b, gnaphalium dioecum 169b. — tabaksblüte, blüte der tabakspflanze.

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— er kam mit einem tabakbrief voll zeitungen (s. brief 6). J. Paul biogr. bel. 1, 164. — tabaksbruder, tabacarius (ähnlich wie saufbruder) Aler 1869a. Kramer hoch-nidert. wb. 210a. Wander sprichw. 4, 987: ein alter, geitziger tobacksbruder. rockenphil. 416 (3, 48). — tabakbüchse, theca nicotiana Stieler 258, tabaksbüchse Thümmel reise 8 (1803), 131, tobaksbüchse Göthe 13, 60. H. L. Wagner die kindermörderin 28, 31 neudruck. — die einzigen vergnügungen, die er (könig Friedrich Wilhelm I.) sich erlaubte, waren die jagd, das spiel mit seinen hautboisten, und das sogenannte tabakscollegium, zu dem alle seine 'gute freunde' zutritt hatten. Becker weltgesch.4 12, 261; in dem berühmten Potsdamer tabakscollegium ... war er (Leopold von Dessau) es allein, der nicht rauchte, aber dabei immer eine kalte pfeife im munde hatte. Auerbach ges. schriften 12, 66, vgl.tabaksklubb 13, 184.

und dieser (degen) schimmerte nun schon in dem gemache
an der vom tóbacksdampf beräuchert schwartzen wand.
Pyra u.
Lange 149 neudruck,

in seinen stillen betrachtungen störte ihn der tabaksdampf, der immer stärker und stärker wurde. Göthe 18, 139. 26, 281. — tabackdose, pyxis nicotiana Stieler 349; eine venetianische, eine silberne tabakdose (tabattiere). Erberg 719a; müssige stunden, die sie zur auszarbeitung groszer kupferner tabakdosen anzuwenden pflegen. Haller tageb. 50 Hirzel;

dumm ist mein kopf und schwer wie blei,
die tobaksdose ledig, mein magen leer.
Schiller 4, 17;

dimin. tabaksdöschen G. Keller Seldwyla4 2, 335.

es steigt .. ein schwarzer tobacksduft
aus langen röhren auf, und trübt die dicke luft.
Zachariä (1767) 1, 34.

tabakernte, ernte der tabakblätter. — tabaksfabrik Jacobsson 4, 355a; so müssen wir das leder zu brillen gebrauchen, wie die pferde in den tabacksfabriken. Platen 3, 86;

zu Dresden in der schönen stadt der Elbe,
wo's gibt taback- und stroh- und versfabriken.
H. Heine buch der lieder 230 neudruck.

tabakfeind, alienus ab usu nicotianae Stieler 462.

haut die wälder aus,
macht uns ein tobacks-feld draus!
Günther 920;

die erste entblätterung des ganzen tabacksfeldes. Jacobsson 7, 503b. — tabacksfeuer Auerbach schriften 11, 156, tabakfeuer (zum anzünden der pfeife) Rosegger stoansteirisch, neue folge 72. — tabakfreund, freund von tabakrauchen oder -schnupfen, vgl. tabakbruder. — die tabaksaccise ward 1754 aufgehoben, dagegen verfügt, dasz alle mannspersonen nach zurückgelegtem 14. jahre jährlich 8 schillinge tabaksgeld zahlen sollten. Kobbe Bremen u. Verden 1, 315. — die mädchen klagten, dasz sie es vor tabakgeruch nicht mehr aushalten. Freytag ges. werke 4, 89. — es soll ihm vergönnt sein, in seiner tabaksgesellschaft beim teufel zu schwören. Rabener 4, 262, plur. tobacksgesellschaften H. Meyer kl. schrift. zur kunst 24, 27 neudr. — tabakhandel, negotiatio nicotiana Stieler 754. — tabakshändler, marchand de tabac Rädlein 863a. Freytag ges. werke 15, 168. — tabakhoke, m. institor nicotianus Stieler 848. — tabakhörnlein, vasculum corneum pro tabaco 776. — tabakinsel, die insel Tobago Zedler 41, 1268. — die flasche mit wotka und der tabakskasten standen immer auf dem tisch des vaters. Freytag ges. werke 1, 17. 4, 158. 13, 21, tabakkasten 25. — tabakskram Kramer hoch-nidert. wb. 210a. Herder ged. 325 H. — tabakskrämer was -händler Rädlein 863a, tobackkrämer pers. reisebeschr. 338a, tubackkrämer Philander (1650) 1, 351. — das tobackkraut seie unter die nahrungsmittel .. zu zehlen. Abele gerichtsh. 2, 311;

epheu crönt poeten;
doch um meine flöthen
soll tobacks-kraut blühn!
Günther 920;

ihr andern kräuter! seht nicht scheel!
wenn auch das tabakskraut bei mir den vorzug nimmt.
Stoppe Parnasz 173.

tabakskutsche 'heiszt in der Uckermark ein lager, worauf tabak zum trocknen ausgebreitet wird' Weber öconom. lex. 2, 581a; in anderer bedeutung bei kutsche 3, a. — tabakland (vgl. -feld) Ludwig 1716. Frisch 2, 358a. — tabaksmonopol Freytag ges. werke 22, 408 u. anm. — tabaksmühle, eine mühle, worauf man den feinen schnupftabak mahlt Jacobsson 4, 355b. — tabaksöl, oleum nicotianae Zedler 41, 1265. — tabakordnung, leges tabacariorum Stieler 1399. — tabakpfeife, tubulus Stieler 1438 (vgl. pfeife 3, c): etliche kerle, welche tabackpfeiffen im munde hatten, und so abscheulich schmauchten, als wenn sie die sonne am firmament verfinstern wolten. Weise erzn. 157;

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(wenn die funken) den zunder - schwamm nach wunsche glimmend
machen,
so hört man schon voraus die tobacks-pfeiffen lachen.
Stoppe ged. 1, 113;

tabakpfeifenkopf Schedel waarenlex. 2, 561b, -krämer Weise erzn. 115 neudruck, -röhre Jacobsson 4, 356a, -stiel Felsenburg 2, 383, -stopfer Stieler 2134, -thon Jacobsson 4, 357b. nach der ähnlichkeit: ein pfeifenfisch, fistularia tabacaria (holländ. tabakspyp) Nemnich 1, 1629. Brehm thierl. 5, 591, tabackspfeifenfisch Oken 6, 96; die schneckenart murex colus Nemnich 2, 639; tabakpfeifenblume, aristolochia sipho Holl pflanzennamen 372a. — tabackpflanze Ludwig 1932: die gerollten blätter der tabakpflanze. Freytag ges. w. 4, 69. — tabakpflanzer Kramer hochnidert. wb. 210a. — herrliches land mit tabakspflanzungen. Seume spazierg. 485. — tabakspflaster, emplastrum nicotianae Zedler 8, 1082. — meine seele, die in Deutschland so viel tabaksqualm ... eingeschluckt. H. Heine 4, 260. — tabakrauch, fumus ex accensa nicotianae herba Stieler 1528: den finsteren tabackrauch, welchen sie wacker soffen. Abele gerichtsh. 3, 36;

der knaster schmeckt mir mehr als noch einmahl so gut,
wenn dein gefällger mund mit mir ein gleiches thut.
denn rauchst du neben mir, so äfft mein miszvergnügen
dem tobacks-rauche nach und lernet aufwerts fliegen.
Stoppe ged. 1, 111;

ich ... bejammere die menschheit und lasz alle scheiskerle von philistern tobackrauchs betrachtungen drüber machen. Göthe br. 101 (2, 31) Weim.; übertragen: dasz ihm unbenommen bleibe, .. seinen satyrischen tabakrauch .. auszublasen. J. Paul biogr. bel. 1, 123. — tabaksraucher, tabacarius Stieler 1528, tabakraucher Kramer nider-hocht. wb. 210a, tobackraucher Uz 1, 162 überschrift, tobacksraucher Göthe br. 768 (3, 266) Weim. — tabakräumer was pfeifenräumer Stieler 1535. — tabacksreibe, die schnupftabaksreibe, rappe Jacobsson 7, 506b. — tabackrippe oder -stengel Ludwig 1932. — tabakrohr, -röhre, was pfeifenrohr, -röhre; tabakröhrleholz, die heckenkirsche Nemnich 2, 443, schweiz. pfiffenröhrliholz Pritzel-Jessen 220b. — tabaksrolle, tabaci in funis formam contorti volumen (vgl. DWB rollentabak) Aler 1869b. — tabackssalbe, unguentum nicotianae Zedler 41, 1266. — vorrath an ... mindanaischen tobacksaamen. Felsenb. 2, 553; das glück einer pflanzung beruhet auf der güte des tabackssamens. Jacobsson 7, 504a. — die tabacksäufer sind doch eigentlich nur den (mit dem tabakteufel) besessenen mänschen zu vergleichen, welche man beschwöret. Philander (1650) 1, 654; der feldmarschalk Schmalhans werde solcher armen tobacksäufer viel darnider machen. Schuppius 577; davon die tabacsauferei haubtschlüssel der teutschen u. ital. sprache (Augsb. 1648) 751. — tabakschmaucher Kramer nider-hocht. wb. 210a, -schmäucher Olearius pers. reise 293, -schmeucher Stieler 1251, die tabakschmeuchung ebenda. — tabakschnupfer Ludwig 1392, die tabacschnupferei haubtschlüssel der teutschen u. ital. sprache (Augsb. 1648) 751. — tabakschwamm, feuerschwamm J. Paul Tit. 2, 77. — tabakspinner, der die tabaksblätter in stangen und rollen zusammenschnürt oder spinnen läszt Ludwig 1932. Jacobsson 4, 359a, die tabackspinnerei Frisch 2, 358a. — tabakstengel, s. -rippe: nichts war den (dem luftballon nachlaufenden) fuszgängern .. hinderlicher als krautfelder und die sich noch befindlichen hohen starken tobak-stengel. Freytag ges. werke 21, 304 (vom j. 1789).

(sie hatten) unterm stutzbart einen tabaksstengel (cigarre).
Langbein ged. (1854) 4, 187.

tabaksteuer, vom tabak erhobene verbrauchssteuer (vgl. tabaksaccise, -geld) Kobbe Bremen u. Verden 1, 315 (1715 eingeführt). Freytag ges. werke 22, 408. — ein porzelliner tabackstopf. Hebel (1843) 4, 10. — die füsze der ministerinn hätten, wie des dammhirschchen seine, zu tabackstopfern getaugt. J. Paul uns. loge 3, 13. — tabakstube, conclave ultimum in aedibus, atrum et caliginosum Stieler 2216. — ich sahe unter der versamlung einen teuffel, welcher einen ewigen rauch zu nase und dem schnabel auszblasete .. und ward mir gesagt: es wäre der tabacteuffel. Philander (1650) 1, 653; mit dem tabackteuffel besessen sein. 654. — tabaktrinker, tabakraucher Schm.2 1, 668; was hat ein tobacktrinker von seiner müh als ein maul voll stinkenden rauchs, der sich in seine haar und kleider setzet. Scriver andachten (1721) 323, appenz.:

en gueta tobacktrinker,
en alta hosastinker.
Tobler 152b.

tabakverbot, verbot des tabakrauchens Zedler 41, 1267. — tabakverleger (in Österreich tabakverschleiszer), zwo tobakverlegerstöchter

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der hausball 16, 29 neudr. — die bösen saszen ... unter dicken tabakswolken. Freytag ges. werke 20, 450. Auerbach ges. schriften 6, 184. 244, dim. tabakswölkchen Gotthelf erz. 1, 23.
 
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tabakeln, verb. nach tabak riechen Schmid schwäb. wb. 114, bair. tobackeln, nach tabak riechen oder schmecken Schm.2 1, 578.
 
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tabart, tabbert, s. DWB taphart.
 
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tabel, s. DWB tafel.
 
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tabelatur, s. DWB tabulatur.
 
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tabelle, f. aus lat. tabella (dimin. von tabula, s. DWB tafel), übersichtlich geordnetes verzeichnis von etwas, übersichtstafel, -blatt Stieler 190:

(er entwarf) in einer prächtigen tabelle
die skizze seines werks.
Pfeffel 2, 70 Hauff.

philosophische tabelle Herder phil. 2, 328; so entsprang eine ausführliche tabelle. Göthe 32, 56. 209; etwas in tabellen bringen. 213; er fing an, auf kleinen blättchen schriftliche tabellen zu entwerfen. Moritz A. Reiser 221, 24 neudr.; finanzreformatoren und ihre tabellen. J. Paul Levana 2, 154; chronologische tabellen oder tabellen der chronologie Matthisson schriften 6, 118, genealogische tabellen Felsenb. 1, 499, gedächtnistabellen Zedler 41, 1285, ernte-tabellen der börse. Thümmel reise 10 (1805), 336, statistische tabellen Auerbach ges. schriften 6, 186.
 
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taber, täber, s. DWB tabor.