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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sünderling bis sündersinn (Bd. 20, Sp. 1166)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sünderling, m. 1) älternhd. für sünder: und seind eitel sünderling und heuchler worden Nigrinus inquisition (1589) 106. 2) abschwächend, 'harmloser sünder': soll den schlimmsten bösewicht keine strafe treffen, indes mir kleinem sünderling die pest gewalt antut H. Watzlik Phönix (1918) 269; diesen zettel hat irgendein kleiner sünderling benutzt, sich auf die osterbeichte vorzubereiten ders. alp (1923) 104.
 
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sündermiene, f.:

ist er dir nie erschienen,
der fürst von Ithaka,
wenn deine sündermienen
in seinem reich er sah?
G. Herwegh ged. e. lebendigen (1841) 9.


 
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sundern, m., zu sonder 2 a 'abgesondert', im zusammenhang des lehnsrechtes (vgl. auch sundergut, -holz, -leute): 'ein sundern heiszt in Westphalen ein beträchtliches gehölz, welches in absicht der viehweide offen, aber was das holz betrifft, davon gesondert, oder einem herrn zuständig ist' Möser patr. phant. (1774) 2, 493; er liesz ihm auch in einem angenehmen sundern ein eignes bequemes haus ... bauen Nicolai Seb. Nothanker (1773) 3, 104; vgl.: in den geistlichen (gebieten Westfalens) erscheinen (gewisse forstrechte) nur als sundern (nemora) in der gemeinen marck, nicht als forsten (foresta) Stüve wesen u. verfassung (1851) 115; sunnern, sundern, m. Woeste westf. 263a; 'feuchter, mit holz bewachsener ort' (für Lippe) Frommann dtsche mundarten 6, 487. vereinzelt auch als sünder: im sünder (abgesondertes, eignes holz) waren schöne eichen gefällt H. A. Oppermann hundert jahre (1870) 1, 318; vgl. 3, 158.
 
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sundern, m., s. sinter teil 10, 1, 1215.
 
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sundern, sündern, vb., s. sondern teil 10, 1, 1583. dazu noch wie sondern 1:

so wolt ich das aus meiner zellt
ehe holen und verehren dich ...
als dasz ich von der freundtschafft dein
wolt scheyden und gesündert sein
Spreng Ilias (1610) 329a.

reflexiv wie sondern 3, 'sich absondern': warum habend ir (mönche) üch gesünderet? gottsdienst ist nit hinder den muren fysten (d. i. schnarchen, schlafen) Zwingli dtsche schr. 1, 325.
 
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sünderohr, n.:

du aber singst in sünderohren
der reue finstern grabgesang
Freiligrath ges. dicht. (1870) 4, 150.


 
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sünderorden, m.:

auch du warst in dem sünderorden,
in welchem alle menschen sind
Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 4, 322.


 
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sünders-bildungen s. o. sünder 7.
 
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sünderschaft, f., 'gefühl der sündhaftigkeit': sie erkennen ... die sünderschaft vor ihr einiges recht zur gnade Zinzendorf theol. bedenken (1741) 45; auszer dasz ... der graf (Zinzendorf) hingegen die sünderschaft zu einem hauptingredienz eines erweckten brauchte allg. dtsche bibl. 35, 23; wenn die martyrtümer nur nicht immer die fatalen armen sünderschaften mit sich schleppten Göthe III 1, 235 W.
 
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sünderseele, f., zur verbindung armer sünder, s. sünder 5 a: dasz dich die hundert tausend teufel zerrissen, denen du deine arme sünderseele längst verpfändet hast Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 28, 256. —
 
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sündersinn, m.:

selbst bösen christen, wie ich bin,
zerschmilzt der harte sündersinn
Bürger ged. 28 Berger.