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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sandgrund bis sandhaufe (Bd. 14, Sp. 1766)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sandgrund, m. aus sand bestehender, sandiger grund, erdboden. Adelung, fundamentum vel etiam vadum arenosum. Schottel 404: wir legten sich 10 klafftern tieff auff den anker in gutem sandgrund und schickten einen nachen mit 8 männern zu land. Simpl. 2, 245, 25 Kurz; wenn man so gehet, so bekommt man erstlich ein banck von 3 fadem stein - grund, hernacher 4 auch 5 fadem sand-grund. Manson seebuch, übers. von Wittenburgk (1735); düngen sie den hiesigen haide- und sandgrund zu sehr, so wird die frucht zu geil und legt sich. Möser patriot. phant. 1, 347. bildlich: (die widersacher) thun nichts, denn das sie in etlichen sichern heuchlern, die sicherheit und hertigkeit stercken, führen die leute auff ein sandgrund, auff jr eigen werck, dadurch Christus und das evangelium veracht wird. Just. Jonas bei Luther 6, 387b.
 
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sandgusz, m. gusz, gieszen von metallen, besonders eisen, in formen aus sand. Jacobsson 3, 508b. 7, 165a. Adelung.
 
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sandgut, n. bezeichnung der untersten, dem erdboden nächsten blätter des tabaks. Adelung (vgl. sandblatt 1), daher dann auch eine schlechte, aus solchen blättern bereitete tabakssorte. Jacobsson 3, 508a.
 
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sandhaargras, n. dasselbe wie sandgras 1. Nemnich.
 
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sandhaber, -hafer, m. bezeichnung mehrerer besonders in sandboden wachsender gräser: 1) avena strigosa. Nemnich. Pritzel-Jessen 54b. 2) arundo arenaria. Nemnich 1, 485. Pritzel-Jessen 71b. 3) elymus arenarius. Nemnich. Pritzel - Jessen register. Frischbier 2, 246b.
 
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sandhabichtkraut, n. chondrilla juncea. Nemnich 1, 1023. sandhabichtskraut Pritzel-Jessen 93b.
 
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sandhafer, m., s. DWB sandhaber.
 
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sandhäger, m. aus sand bestehende, sandige erhöhung, besonders sandbank in und vor der mündung von flüssen. Adelung. Jacobsson 3, 508b. vgl. DWB häger, sandhügel oben theil 4, 2, 152.
 
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sandhalm, m. arundo arenaria. Nemnich 1, 485. Pritzel-Jessen 71b.
 
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sandhase, m.
1) eigentlich, auf sandboden lebender hase. Nemnich 2, 381. Adelung. dann auch eine art kaninchen, dem hasen an grösze und farbe ähnlich. Hunziker 216. Seiler 248b.
2) spitzname für bewohner sandiger gegenden. Schmeller 2, 304. Frommanns zeitschr. 3, 483 (elsäss.). 4, 315 (henneb.-fränkisch). ähnlich:

die Nüremberger alle stunden
werden genennet die sandhasen
weil sie bawen all mesz und strasen.
H. Sachs 4, 3, 92.


3) ein fehlwurf beim kegelspiel, wenn die kugel, ohne das laufbrett der bahn zu berühren, auf dem sande derselben läuft. Vilmar 337. Spiesz 203. Jecht 90b. ten Doornkaat Koolman 3, 85a: o, tränke wieder jeder deutsche man saure milch .. und hörte nichts als 'alle neun!' oder 'sandhase!' von der benachbarten kegelbahn. Immermann 1, 11 Boxberger.
 
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sandhaufe, -haufen, m. haufen sandes. Adelung, mhd. santhûfe Lexer mhd. handwb. 2, 606: dâ man daʒ kint (bei der taufe) în stôʒet, daʒ sol in aller der werlte niht sîn danne einvaltigeʒ waʒʒer: eʒ sol weder wîn noch milch sîn noch bier — êtelîche toufent in santhûfen —: eʒ sol in aller der werlte niht sîn danne waʒʒer. Berth. v. Regensburg 1, 298, 20.