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ratsarm bis ratschen (Bd. 14, Sp. 189 bis 190) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| seid ihr denn rahtsarm ganz, ihr abgekrenkten sinnen? [Bd. 14, Sp. 190] rein, dâ was et med der fründschaft ratsch ûte u. ähnl. 168a; schweiz. rätsch! interj. um die schnelligkeit auszudrücken. 235b. vgl. ratz. 1) männliche ente: diser vogel, so ent, ant, antvogel, und das männlin entrach, oder von seiner stimm wägen rätsch genennt wird. vogelb. 28a. vergl. das fem. rätsche 3. 2) schweiz. der rätsch, miszlungener hanf, der nur gerätschet werden kann. 2, 261. 1) eine rassel, klapper, knarre; für kinder: wecken dagegen mit der ratsche oder kinderklapper gefühle. leben u. gesinnungen 2, 111; für nachtwächter: dazwischen schallt das geklapper einer pritsche und das knarrende gekreisch einer rätsche. L. Mittermaier die söhne des waffenschmieds (volkserzählung) s. 89; als orchesterinstrument: sie müssen den tam-tam schlagen, und die ratschen in bewegung setzen, womit man in den schlachtmusiken das klein-gewehrfeuer macht. Münchh. 1, 46; als ersatz für die glocken in der karwoche: bair. die rätschen thurmklapper 2, 190 Fromm.; kärntn. ratsche, karfreitakratsche 205; tirol. charfreitirâtsch 537; ratsche, in den katholischen provinzen in Oberdeutschland die klapper, womit in der karwoche anstatt der glocken zur kirche gerufen wird. 3, 365b; schweiz. rätscha 367b; schwäb. die rätsch, schnarre, klapper 421. 2) hanfbreche: die rätschen, damit die weiber den hanf brechend und bereitend, stuparius malleus. 325a; breche, rätsche, brake, ein hölzernes werkzeug, womit der flachs oder hanf nach dem trocknen im ofen von seinem innern kern befreiet wird. 1, 285b; die rätschen, flachsbrechel 2, 190 Fromm. (voc. v. 1735); schweiz. rätscha 367b; rätsche, hanfbreche 235b. 3) rätsche, anas boschas domestica. 1, 266. vergl. DWB rätsch 1, und rätschente. in Solothurn aber ist rätsche die elster. 2, 261. 4) rätsche oberdeutsch, verächtlich von einer schwatzenden und klatschenden person: schweiz. rätsch, klatschmaul 367b. 2, 261; bair. die rätschen, schwatzhafte person Schm.; tirol. râtsch eine geschwätzige alte 537; schwäb. rätsch, plauderhafte, freche weibsperson 421; kärntn. râtsche, schreiende, zänkische person, und verächtlich der mund. 205; nassauisch ratsch, schwätzerin, klatschmaul 324. 1) rasseln, klappern: ratsche, .. ein werkzeug, welches ratschet. Adelung; bair. rätschen, klappern: am charfreitag wird nicht mit glocken geläutet, sondern gerätscht. 2, 190 Fromm.; tirol. râtschen, klappern 537; im niederdeutschen gilt ratschen von dem tone eines risses (vergl. die interj. ratsch) und vom reiszen selbst: ratschen, henin ratschen, einen risz in etwas thun. brem. wb. 3, 439. 2) rätschen, den hanf brechen, schweizerisch 2, 261; in Appenzell rätscha, den hanf klopfen 376b; decorticare canabim, hanf rätschen, oder reiten. Dasyp. 3) rätschen, ratschen, von dem laute der enten: so sagt man von den änten, dasz sie ratschen. Adelung; schweiz. rätsche, schnattern wie die enten 235b; aber auch von fröschen: wie kan man den fröschen das retschen verbieten? Zimm. chron. 1, 153, 27. 4) im bairischen sprachgebiete den laut r schnarren oder fehlerhaft aussprechen. a. a. o. 205. 5) verächtlich und allgemein oberdeutsch schwatzen, plaudern, und hier altbezeugt: rättschen, wie die weiber schwätzen, wenn sie z jren gfätteren kommend, garrire, das rättschen und schwätzen, rättscheten, garrulitas 324d; das dunkt mich syn ein wyser herr, 6) ratschen, rätschen, hessisch und westerwäldisch von einem kartenspiel: rätschen, rætschen, karten spielen, im verächtlichen sinne. 316; ratschen, herumratschen, leidenschaftlich spielen, z. b. kartenspiel. 324, gehört vielleicht nicht hierher, und wird von Weigand mit böhm. hrati spielen, hráč spieler zusammengestellt: dardurch sie (bauers- und handwerksleute) .. desz müsziggangs sich gewehnen, auch wohl in spielen [Bd. 14, Sp. 191] und rätschen zum verderben gerahten. fischordnung des landgr. Georg von Hessen vom 8. april 1642.
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