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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ratsarbeiter bis ratsche (Bd. 14, Sp. 189 bis 190)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ratsarbeiter, m. von einem städtischen rat angestellter, zumal straszenarbeiter.
 
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ratsarm, adj. arm an rat oder hilfe:

seid ihr denn rahtsarm ganz, ihr abgekrenkten sinnen?
Fleming 184.


 
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ratsasz, m. der einen sitz im rate hat: rahtsasz, scabinus, assessor judicii Stieler 2038.
 
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ratsbedürftig, adj. des guten rats anderer bedürfig. Adelung; dafür rahtbedürfig, egens consilio Stieler 280.
 
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ratsbedürftigkeit, f.
 
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ratsbefehl, m. senatus consultum, rahtsbefehl Stieler 1431.
 
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ratsbote, m. gesandter eines rates: der radtsbott, legatus Maaler 322b; die radtsbotten fürkommen, inen fürlaufen, tempus legatorum antecapere. ebenda; bote eines rates: stadt- oder rahtsbote, nuntius publicus civitatis. Stieler 182.
 
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ratsbuch, n. buch, worin die beschlüsse eines rats verzeichnet werden: was man in stätten teutsches lands kräftig haben wil, und das niemandt widerkommen mög, das laszt man ins rathsbch verzeichen. Agr. spr. 184b.
 
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ratsch, interj. zur bezeichnung eines knatternden oder reiszenden geräusches: ratsch! gieng die leinwand auseinander; nassauisch ratsch! ratschtig, ratschdich, ausruf beim plötzlichen durchbrechen, durchreiszen, fallen. Kehrein 324; in Waldeck ratsch, schallwort: ratsch, da hatte ich es! auch ausruf beim zerreiszen von zeug u. s. w. Curtze 494a; niederd. ratsch! ausruf beim zerreiszen von zeug und dem ähnlichen stoffen. Fromm. 5, 289; im ablautspiele: dat geit ritsch ratsch, sagt man, wenn etwas in viele stücke zerrissen wird. brem. wb. 3, 439; auch als adv.: ratsch, wie abgerissen, mit einem male, unmittelbar, gänzlich,

[Bd. 14, Sp. 190]


rein, dâ was et med der fründschaft ratsch ûte u. ähnl. Schambach 168a; schweiz. rätsch! interj. um die schnelligkeit auszudrücken. Seiler 235b. vgl. ratz.
 
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rätsch, m.
1) männliche ente: diser vogel, so ent, ant, antvogel, und das männlin entrach, oder von seiner stimm wägen rätsch genennt wird. Heuslin vogelb. 28a. vergl. das fem. rätsche 3.
2) schweiz. der rätsch, miszlungener hanf, der nur gerätschet werden kann. Stalder 2, 261.
 
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ratsche, rätsche, f. , nach dem tone ratsch
1) eine rassel, klapper, knarre; für kinder: wecken dagegen mit der ratsche oder kinderklapper gefühle. Schubart leben u. gesinnungen 2, 111; für nachtwächter: dazwischen schallt das geklapper einer pritsche und das knarrende gekreisch einer rätsche. L. Mittermaier die söhne des waffenschmieds (volkserzählung) s. 89; als orchesterinstrument: sie müssen den tam-tam schlagen, und die ratschen in bewegung setzen, womit man in den schlachtmusiken das klein-gewehrfeuer macht. Immermann Münchh. 1, 46; als ersatz für die glocken in der karwoche: bair. die rätschen thurmklapper Schm. 2, 190 Fromm.; kärntn. ratsche, karfreitakratsche Lexer 205; tirol. charfreitirâtsch Schöpf 537; ratsche, in den katholischen provinzen in Oberdeutschland die klapper, womit in der karwoche anstatt der glocken zur kirche gerufen wird. Jacobsson 3, 365b; schweiz. rätscha Tobler 367b; schwäb. die rätsch, schnarre, klapper Schmid 421.
2) hanfbreche: die rätschen, damit die weiber den hanf brechend und bereitend, stuparius malleus. Maaler 325a; breche, rätsche, brake, ein hölzernes werkzeug, womit der flachs oder hanf nach dem trocknen im ofen von seinem innern kern befreiet wird. Jacobsson 1, 285b; die rätschen, flachsbrechel Schm. 2, 190 Fromm. (voc. v. 1735); schweiz. rätscha Tobler 367b; rätsche, hanfbreche Seiler 235b.
3) rätsche, anas boschas domestica. Nemnich 1, 266. vergl. DWB rätsch 1, und rätschente. in Solothurn aber ist rätsche die elster. Stalder 2, 261.
4) rätsche oberdeutsch, verächtlich von einer schwatzenden und klatschenden person: schweiz. rätsch, klatschmaul Tobler 367b. Stalder 2, 261; bair. die rätschen, schwatzhafte person Schm.; tirol. râtsch eine geschwätzige alte Schöpf 537; schwäb. rätsch, plauderhafte, freche weibsperson Schmid 421; kärntn. râtsche, schreiende, zänkische person, und verächtlich der mund. Lexer 205; nassauisch ratsch, schwätzerin, klatschmaul Kehrein 324.