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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
quieler bis quietist (Bd. 13, Sp. 2370)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) quieler, m. schmalkald. quelle, trinkquelle Spiesz 188. vgl. Vilmar 310.
 
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quiene, f., eine quienende person: darauf replicierde ein alte qwiene. des spinnrockens evangelia (1568) C 3b.
 
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quienen, quinen, verb. kränkelnd klagen, seufzen, kränkeln, siechen Stieler 1488, aus nd. quienen, quînen (queinen Henneberger landt. 218, verwandt mit goth. qainôn, weinen, vgl. DWB quenern, DWB quengeln, DWB quenkeln, quenken, quienzen und Diefenb. vergl. wörterbuch 2, 469) Schiller - Lübben 3, 406a. Richey 201. brem. wb. 3, 408. Schütze 3, 261. Hennig 204. Schambach 165a. Stürenburg 191a: quinen oder immer kränklich sein. Ludwig 1442; das thier (pferd) hat etwas. es quint. Gutzkow ritter4 1, 201; auch die pflanzen quienen bei einer witterung, die ihnen nicht zusagt oder wenn sie verpflanzt sind Danneil 167a. Weber öcon. lex. 432a; niederhess. quinen, verquinen, verschwinden Pfister nachtr. 219 (vgl. quintenjahr).
 
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quiener, m. quiritans, anhelans, quiner Stieler 1488.
 
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quienseuche, f. (s. quienen): ohnmacht, rührende, bebende, reiszende quinseuche. J. Mistwert fluchspiegel (1674) 21; nd. quiensugt, schwindsucht brem. wb. 3, 408.
 
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quienung, f. das quienen: quinung Stieler 1488.
 
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quienzen, verb., kärnt. kwienzen und kweanzen (intransitiv zu quienen), sich mürrisch, weinerlich äuszern, weinen ohne thränen zu vergieszen (wie die kinder) Lexer 170.
 
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quiere, quire, f. was quere (über ie aus ë s. Weinhold mhd. gramm.2 § 48):

wolt ihr den baum die quier nein tran (tragen)?
Hayneccius H. Pfriem v. 839;

etwas die quire suchen Stieler 946; sächs. die quiere, ein mehr in die breite als in die länge ausgedehntes stück feld oder land Weber öcon. lex. 432b.
 
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quieren, quiren, verb. der quere nach pflügen, eggen, hacken Schm.2 1, 1396. Zink öcon. lex. 2316. s. DWB queren und DWB kieren theil 5, 687.
 
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quieren, verb., tirol. quiaren, seufzen Schöpf 522. sieh querren, quiren.
 
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quietist, m., aus neulat. quietista (der ruhende), ein anhänger des quietismus, einer mystisch - religiösen, vom spanischen priester Molinos ums jahr 1675 ausgegangenen richtung (vgl. Zimmermann über die einsamkeit 1, 15) Ludwig 1442: hir ist auch ein art pietisten, so man quietisten heist. Elis. Charl.

[Bd. 13, Sp. 2371]


(1867) 492; wäre dieser unterschied zwischen religion und sittlichkeit nicht auf etwas wahres gebauet, ... so wär' es unbegreiflich, wie ... die quietisten hätten zu dem wahnglauben kommen können, dasz in innigster heiszester liebe gottes wirkliche fortdauernde sündhaftigkeit sich selber verzehre, und nicht mehr, wie in weltmenschen, eine bleibe. J. Paul Levana 1, 57; sich wie ein quietist zur contemplation seiner selbst niedersetzen. Göthe 60, 226; waren sie nie in versuchung ein quietist zu werden? Schiller 3, 559.